laut.de-Kritik

30 Minuten emotionaler Rock ohne Rumgewinsel.

Review von

Vier Jungs und keine großen Erwartungen, mit ihrer Musik die Welt verändern zu können. Das hört sich nach einer Band an, die Spaß haben will und mit ihren Fans ordentliche Rock-Shows feiert. Dieser Eindruck bestätigt "This Year's Best Disaster" weitgehend.

Lässt man den Namen der Band auf der Zunge zergehen, könnte man glatt meinen, es handle sich um eine Hardcore-Combo. Auf dem zweiten Studioalbum verschreibt sich das Quartett aber eher nostalgischem Rock als modernen Breakdowns und wilden Mosh-Partys. Ihre Hardcore-Wurzeln leugnen sie dennoch nicht. Schließlich befindet sich mit Tucker Rule der Drummer der Post-Hardcore Band Thursday hinter dem Schlagzeug.

Die restlichen Mitglieder sammelten ihre Erfahrungen in unterschiedlichen Rock-, Punk- und Emocore-Bands, sodass ein stilistischer Mix aus drei Genres daraus entsteht. Der emotionale Gesang verleiht den zehn Songs einen hohen Wiedererkennungswert. Mit einer Spiellänge von 30 Minuten muss jeder einzelne Song zudem auf den Punkt kommen.

Bei "3 AM New York City" und "Set It Off" fragt man sich, weshalb es kaum noch junge Bands gibt, die ordentliche Rock-Songs dieser Art zocken. Beim Hören macht sich eine positive Energie breit. Es überkommt einen die Lust, seine Gitarre selbst in die Hand zu nehmen.

"Sans Sympathie" und "Second Telling Of A First Degree" erinnern an vergangene Emo-Tage einiger Bandmitglieder. Dabei bekommen sie aber immer die Kurve und verlieren sich nicht im Herumgewinsel. Ein paar Ausflüge in die eigene Vergangenheit bereitet dem halbstündigen Vergnügen Abwechslung und verhilft vielen Songs zu Frische.

Man merkt "This Year's Best Disaster" an, dass es sich bei den Bandmitgliedern um erfahrene Mucker handelt. Die New Yorker sind mit ihren Herzen dabei und übertragen ihre positive Wirkung auf den Hörer. Die Welt verändert haben I Hate Our Freedom nicht, aber sie dreht sich mühelos weiter.

Trackliste

  1. 1. 3 AM New York City
  2. 2. Sans Sympathie
  3. 3. Cut You In
  4. 4. Second Telling Of A First Degree
  5. 5. Letterbombs
  6. 6. Set It Off
  7. 7. The Poison And Pen
  8. 8. Godamn
  9. 9. Add Suicide To The List Of Things You Failed At
  10. 10. You're Perfect, No Really

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