laut.de-Kritik

Stimmungsvolle Lieder für die Unzufriedenen und Melancholischen.

Review von

"Wollen Sie das wirklich ausführen? Das Ergebnis wäre Stille." Dieser Software-Fehlermeldung verdanken wir also einen weiteren Albumtitel, der die Hamburger Herkunft der Band schon allein durch seinen schönen Klang offenlegt. Dabei soll die rein zufällig in einer Digital Audio Workstation aufgeschnappte Zeile laut Frontmann Deniz Jaspersen, ähnlich wie beim Vorgänger, vor allem Verwirrung stiften.

Bedeutungslos bleibt er deswegen trotzdem nicht, entdecken die Musiker doch an vielen Stellen der Platte die Tatsache für sich, dass die Kraft gemäß des angestaubten Sprichwortes in der Ruhe liegt. "Es wird nicht mehr geschrammelt", erklärt Tino Hanekamp, Hamburger Musikjournalist und Uebel & Gefährlich-Besitzer.

Natürlich haben Herrenmagazin die kraftvolle Wirkung des Powerchords nicht zu schätzen verlernt. Doch herrscht diesmal ein recht durchsichtiger Sound, der gerade den simplen, aber hübschen Melodien von Leadgitarrist König Wilhemsburg (sic) bedeutend mehr Luft zum Atmen verschafft.

Den mit einer Ausnahme ("Krumdal") konsequenten Verzicht auf Tasteninstrumente oder sonstige Spielereien bedauert man - trotz der eher unorthodoxen Begründung: "Wir können halt kein Klavier spielen" - zu keiner Zeit. Viel mehr liefern Herrenmagazin mit "Das Ergebnis Wäre Stille" ein weiteres Plädoyer für die klassische Bandbesetzung aus Gitarre, Bass und Drums. Die hin und wieder aufblitzende Akustikklampfe stellt schon stellt da schon eine Art Experiment dar.

Für die Lyrics zeichnen Deniz und Drummer Rasmus diesmal im Verhältnis 65 zu 35 verantwortlich. Dabei verbildlichen sie Verzweiflung als regnerischen Spaziergang "In Toten Hügeln", die Lebhaftigkeit der Gedanken als "Frösche" im Sprung - und sparen nicht an Ironie. Schließlich sehen die Hanseaten nach eigenem Bekunden ohnehin nur ein Mittel gegen die alltägliche Trostlosigkeit: "Darüber lachen!"

Zu Buche stehen mit "Das Ergebnis Wäre Stille" in erster Linie natürlich zehn Lieder für die Resignierten, Unzufriedenen und Melancholischen, die aber zweifelsohne auch als erbauende Weckrufe funktionieren. Dabei tun sich vor allem "Lang Nicht Mehr Da", das in seiner Erhabenheit an das großartige "Alle Sind So" vom Vorgänger erinnert, sowie das sanftmütige "Landminen" hervor.

Musikalisch wie gemacht für Festivalauftritte in der Abendsonne erscheint die Vorabsingle "Frösche", ein ernüchternder Abgesang auf den menschlichen Durchblick des Weltgeschehens: "Von einem Berg wär' das überschaubar / doch es ist kein Berg zu sehen. / Es rettet uns kein Zauber / und das gilt es zu verstehen."

Als "schlecht gelaunt" fasst Sänger Deniz die Inhalte des Herrenmagazin gerne salopp und zutreffend zusammen. Schon zu Zeiten des Debüts betonte er: "Die Texte entstehen für jede Laus, die uns über die Leber läuft". So lange dabei derart stimmungsvolle Alltagshymnen herauskommen, kann das gerne so bleiben.

Trackliste

  1. 1. Regen
  2. 2. Frösche
  3. 3. Lang Nicht Mehr Da
  4. 4. Dein Wort
  5. 5. Landminen
  6. 6. Qlinch
  7. 7. In Toten Hügeln
  8. 8. Geröll
  9. 9. Alle Lügen
  10. 10. Krumdal

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