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Passt ja mal wieder. Erst dauert es ewig, ehe Heathen mit ihrem neuen Album fertig werden, dann muss es erst noch mal neu abgemischt werden, und schließlich liegen nicht genügend Promos vor, um auch für laut.de ne Scheibe locker zu machen ...
Mit ein paar Wochen Verspätung dreht sich "The Evolution Of Chaos" dann doch auch in meinem CD-Schacht und aller Ärger über die lange Wartezeit ist wie weggeblasen. Schließlich haben die Heiden auf ihrem neuen Album nichts dem Zufall überlassen und sich prominente Unterstützung gesichert. Den neue Mix hat Jacob Hansen (Illdisposed, Volbeat) übernommen, das Cover stammt aus der Feder von Travis Smith (Nevermore, Opeth), und mit Steve DiGiorgio und Jon Allen (beide Sadus), bzw. Gary Holt und Rob Dukes (beide Exodus) stehen ein paar routinierte Gastmusiker Spalier.
Die Sadus-Bagage tritt auch gleich im Intro in Erscheinung und sorgt für Sitar bzw. Percussion. Nach diesem ruhigen, orientalisch angehauchten Einstieg bläst einem "Dying Season" titelgerecht die Rübe von den Schultern. Der Track lief auf MySpace schon eine Zeit lang, aber mit dem vollem Druck der Hansen-Produktion peitscht das Teil in bester Exodus-Manier nach vorne weg. Und wenn die Rübe nicht wie bei "Men In Black" gleich wieder nachwachsen soll, dann knallt man am besten "Fade Away" und "Silent Nothingness" gleich hinterher.
Klar, die Exodus-Vibes sind immer wieder zu hören, das war auf dem Debüt "Breaking The Silence" bereits nicht anders. Doch auch die Metallica-Einflüsse von "Victims Of Deception" sind wieder da.
Am deutlichsten ist dies beim überlangen "No Stone Unturned" zu hören. Was da insbesondere nach dem akustischen Break an meine Löffel dringt, klingt doch deutlich nach Metallica zu seligen "Master Of Puppets"-Zeiten. Der ganze Aufbau des Songs erinnert nicht selten an den legendären Titeltrack.
Aber Heathen sind natürlich weit mehr als ein Abziehbild von Exodus und/oder Metallica. Die Gitarrenarbeit von Lee Altus und seinem Spezi Kragen Lum ist herausragend, und mit Sänger David White hat man nach wie vor einen Ausnahmesänger in den eigenen Reihen. Der glänzt auf dem Album mit seiner rauen, dennoch ausgesprochen melodischen Stimme und ein paar Gesangslinien, die sich spätestens nach dem zweiten Durchlauf im Ohr festsetzen.
Allerdings setzt er auch einem höchstens mittelprächtigen Track wie "A Hero's Welcome" durch seinen derbst pathetischen und patriotischen Text die staubige Krone auf. So was bleibt einem gern wie die Pest am Arsch hängen (siehe Iced Earth), sollte aber beim Hörer keine weiteren Auswirkungen hinterlassen. Dazu ist das Album insgesamt einfach zu gut.
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