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Datum: 2. Juli 2010
Location: Panic Room
Essen

Review

laut.de-Kritik

Heartbreaks forever!!!

Review von Michael Edele

Na, sowas lass' ich mir doch gefallen: Eigentlich wollten wir ja auf den Gig von Ex Deo und Decapitated ins Essener Turock, doch nachdem der Ex Deo-Basser nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und Decapitated nach einen ordentlichen Auftritt gegen halb elf schon wieder von der Bühne verschwunden sind, macht man es sich eben noch am Fenster im ersten Stock bequem - und sieht unten Grischa, den Heartbreak Engines-Bassisten, mit seiner Freundin quatschen.

Wie es der Zufall so will, spielen die eigentlich schon aufgelösten Engines tatsächlich im direkt nebenan gelagerten Panic Room eine einmalige Show, die die Jungs selbst aber nicht als Reunion verstanden haben wollen. Warten wir mal ab.

Vor Grischa und Co. stehen Bad Aces auf der Bühne - und die machen an diesem heißen Sommerabend richtig Spaß. Die junge Band aus der Gegend um Düsseldorf hat vor ein paar Wochen ihre erste CD veröffentlicht und präsentiert ihren Sound, der irgendwo zwischen Rock, Punk, Pop und einer Prise Eigenständigkeit liegt. Falls die Engines wirklich nicht weiter machen, könnten Bad Aces zu einer echten Alternative heranwachsen. Die ganz großen Hooks sind noch nicht dabei, aber auf dem richtigen Weg sind die Jungs allemal.

Den haben/hatten Heartbreak Engines schon lange gefunden, wurden von ihrem Label aber leider nie entsprechend gefördert oder unterstützt. Darüber denkt heute aber wohl keiner nach, denn die Combo gibt vom ersten Ton an Gas. Obwohl bis auf Drummer Rocco alle Beteiligten mittlerweile in anderen Bands und Projekten aktiv sind, hat man den Eindruck, die Engines wären nie auseinander gegangen.

Von Anfang an brennt die Luft. Der Punkrockabillybluesmetal zündet sofort bei allen Anwesenden. Und zwar wirklich bei ALLEN! Selbst der Decapitated-Drummer steht die letzte halbe Stunde nebendran und schaut sich an, wie Rocco sein Drumkit zusammenkloppt und in Eigenschweiß ertränkt.

Vorne drücken sich Grischa und Gitarrist Dan zusammen in einer Ecke herum, nutzen dabei aber jeden Millimeter Platz und sind ständig ebenso in Bewegung, wie auf der anderen Seite Leadklampfer Syd.

Sänger Lou hat die Haare mittlerweile vollkommen runter und vertraut, genau wie Dan, auf die Schiebermütze. Die Badeschlappen dazu verzeiht man ihm aber auch nur, weil er an dem Abend eine astreine Gesangsleistung hinlegt.

Für "Bad Job Jesus" gibt es sogar ein Duett mit der Freundin von Kontrabasser Grischa und für "Good Friends, Good Butts, Good Party" kommen eine ganze Anzahl alter Kumpels auf die Bühne, die den Titeltrack des Debüts damals auch mit eingesungen haben.

Der Abend bot jedenfalls ganz großes Kino. Auch wenn man sich innerhalb der Band mit Aussagen über eine weitere, gemeinsame Zukunft ziemlich bedeckt hält, so stirbt die Hoffnung (auf ein viertes Album) bekanntlich zuletzt!

Artistinfo

LAUT.DE-PORTRÄT Heartbreak Engines

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