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Der Versuch, einem Haftbefehl-Werk auf der inhaltlichen Ebene zu begegnen, ist wenig sinnvoll. Es erwartet einen nicht viel mehr als beim – Cro sei Dank – weniger werdenden Straßenrap-Mittel: radikale Überhöhung des Selbsts bei synchroner Herabsetzung aller anderen. Unzählige sich, wenn überhaupt, nur mittelprächtig reimende Gewaltandrohungen, dazu Schießeisen sämtlicher Kaliber, Pulver jeglicher Färbung, Damen aller Herren Länder und eine Weltsicht, so dichromatisch wie der obligatorische Benz im Video: Schwarz oder weiß. Friss oder stirb. Alles oder Nix.
Dennoch hebt sich "Blockplatin" prägnant vom deutschen Genre-Durchschnitt ab. Wie? Vermittels Kunstgriff: Haftbefehl hat dem Streetrap der Post-Aggro-Ära die erste manifeste Innovation beschert. Er selbst etikettierte das skurrile Amalgam aus multinationaler Rechtsbrecher-Nomenklatur, kleinem Türsteher-Latinum und ungeschönter Bahnhofsviertel-Diktion, aus dem er seine indiskreten Vorträge zusammentackert, einst "Kanackis". Andere wiederum nennen es recht treffend "herrlich undeutsch".
Im Zusammenspiel mit seiner mal aggressiv bohrenden, mal relaxt eiernden, aber stets unverwechselbaren Stimme und einer reichlich unorthodoxen Betonung vieler Passagen entsteht ein so befremdliches wie faszinierendes Spiel mit der deutschen Sprache. Wo böse Zungen von 'Vergewaltigung' sprechen, bevorzuge ich den Terminus 'Remix'. Vielen Dank übrigens an dieser Stelle für den vollständigen Verzicht auf Autotune.
Fest steht: Haftbefehl hat für sein Schaffen einen verbalen Duktus kreiert, der auf den einen anziehend, auf den anderen abstoßend wirkt. Das ist auch gut so, denn Konsens fördert im Kunstbetrieb meines Wissens nur selten Großartiges zutage.
Hat sich das Gehirn dann erst einmal auf den Kauderwelsch eingestellt, tut "Blockplatin" an vielen Stellen genau das, was ich von einer Rap-Platte erwarte: Sie unterhält. Im vorliegenden Fall nicht intellektuell, aber gefühlt. Denn Haftbefehl gehört – vorsätzlich oder nicht, egal – zu jener seltenen Gattung Straßenrapper, bei der dem vernunftbegabten Hörer schnell klar wird, dass hier ein Schauspieler seinen Job ernst nimmt, seine Rolle jedoch nur bis zum dazu notwendigen Grad.
Herkömmliche Rap-Qualitätskriterien wie Reimkettenkomplexität, Doubletimegeballer und sonstige Wortspielakrobatik – von Tiefgang ganz zu schweigen – schlichtweg für irrelevant erklären und dabei nicht eine Sekunde konstruiert oder künstlich erscheinen: Darin steckt jene 'Authentizität', jenes Selbstbewusstsein, das letztlich auch in höheren Bildungsschichten und elitären Hipster-Zirkeln ganz individuellen Anklang findet: Chabos wissen, was ein selbstironisches Distinktionsmerkmal ist.
Hinzu kommt, dass der Offenbacher sich diesmal recht experimentierfreudig zeigt: Das entspannt vor sich hinwabernde und verspielt piepsende "Late Checkout" etwa, eine zurückgelehnte Hommage ans Leben im Hotel, zeichnet ein vergleichsweise amüsantes Bild des erreichten Status. "A La Elvis Press Play" hingegen darf mit dem wundervoll verspulten Beat von DJ Frizzo und einem nebulös dazuquäkenden Haftbefehl als das akustische Pendant zum Plattencover gelesen werden: Einstürzende Neubauten.
Ernsthafte Weiterentwicklung beweist Haftbefehl spätestens bei "Mann Im Spiegel", dem stillen Hit des Albums. Hier hievt er seine Markenzeichen-Raps endgültig aufs nächste Level. Getragen allein von ein wenig irrlichterndem Klaviergeklimper und dumpfer Herzschlag-Rhythmik reflektiert ein gealtertes Ich das zurückliegende, letztlich missglückte Leben. Tun andere Milieurapper dergleichen, löst das bei mir schnell Fluchtreflexe aus. Macht Haftbefehl das, ist es schlichtweg sensationell – allein schon des kompliziert ausgebremsten Vortrags wegen.
Klassisch dick aufgetragen wird hingegen immer dann, wenn Haft seine Azzlack-Entourage mit in die Aufnahmekabine bittet: Zusammen mit seinem Bruder Capo, Aspirant Veysel sowie Celo & Abdi, die dem Chef in Sachen "Hinterhofchargon" in rein gar nichts nachstehen, stellt nicht zuletzt "Locker Easy" einen astreinen Posse-Banger, den Abaz mit seinem adäquat vorwärts wabernden Synthie-Beat perfekt eintütet.
Immer, wenn Haft alleine über die härteren Stationen der 'Blockseite' rattert, entsteht genau jene Art Songs, für die man ihn seit der ersten Stunde liebt – oder eben nicht: Das ist bei der stereotypischen Hymne "Generation Azzlack" so und das wäre auch beim Meme gewordenen Überhit "Chabos Wissen Wer Der Babo Ist" so geblieben, hätte man nicht ausgerechnet diese Nummer für die Albumversion via Feature gefaridbangt.
"Blockplatin" mit seinen zweimal 35 Minuten als Doppelalbum anzupreisen, ist indes unnötiger Marketing-Quatsch, zumal man an einer etwas strengeren Songauswahl ohnehin gut getan hätte: Wären einige der deutlich schwächeren 'Platinseite'-Tracks, wie zum Beispiel die autobiographische Luftpumpe "Erst Der Himmel Ist Limit" oder die triviale Schnellfickerhose "Nur Du Bist der Baba" ersatzlos rausgeflogen, Haftis Drittling machte einen deutlich konsistenteren Gesamteindruck.
Dennoch stellt "Blockplatin" seine bis dato beste, weil ausgefeilteste Arbeit dar, die die jeweiligen Stärken ihrer Vorgänger "Azzlack Stereotyp" und "Kanackis" vielerorts erfolgreich aufaddiert. In der Gesamtwertung wirft "Blockplatin" den Bordstein für das noch junge Straßenrap-Jahr 2013 jedoch nur halbhoch in Richtung Skyline.
| Shop | Titel | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
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Blockplatin | €15,99 | €3,95 | €19,94 |
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Blockplatin | €17,95 | €3,90 | €21,85 |
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Blockplatin | €22,99 | €0,00 | €22,99 |
mmhhh... wenn sogar laut.de ein Haftbefehl Album nicht verreißt, dann sollte man sich das Teil mal zu Gemüte führen.
gott, wann vesteht die Welt endlich, dass die sich nicht oder kaum reimenden Reime der Deal bei der ganzen Sache sind.. herje, erinnert mich an Dani mit ihrem krassen Missverständnis von der Ghettoblatääär-Line vom Debut.
Album wird gekauft.
toller deal
ich geh demnächst auch mal zu nem fußballspiel wo sie sich mit eishockeyschlägern hauen. ist ja so schön anders und einzigartig
texte in denen sich nichts reimt kommen meistens von 17 jährigen baumschülern die sich für den nächsten hype halten aber nicht mal unfreifall nach dem weg fragen können und frauentausch feiern
eines der grundliegenden prinzipien des rappens wird von dir unter den tisch gekehrt
und wenn ich leute hören will die komplett auf alles scheißen, dann hör ich taktloss. der hat wenigstens im gegensatz zu haftbefehl eine menge in der birne und genießt zurecht legendenstatus
einen status den so ein dahergelaufener kasper wie quatschbefehl nie erreichen wird
album wird nichtmal angehört.
Garri
Gewöhn Dir mal an Groß- und Kleinschreibung zu beachten, Dein Kleingeschwurbel ist immer recht unleserlich. Danke. Ansonste kannst Du dürrer Bengel langsam mal die Fresse halten, Du nervst zunehmend, jeden hier!
kritsche zeilen über dein idol konterst du mit "fresse halten"
InNo
Garri und überwiegend geschätzt? Von wem, der schweigenden Mehrheit? 
Garri
Du nervst einfach, halt Dich jetzt zurück. Sonst werden Sodi und ich Maßnahmen ergreifen müssen und evtl. müssen wir Dich sogar kicken.
und hör mit diesem Idol-Geschwurbel auf, Rapper sind keine Idole für mich.


Garri
ich bügel nicht. Und was hast Du gegen Spargel? Isst Du den roh? Du Tölpel, geh und trink Alkopops mit minderjährigen Hoes im Stadtrandpark, yo
InNo
Da bin ich anderer Meinung.
Sogar ich halte Garrets Geschreibsel mittlerweile für vollwertiger als alles, was du so von dir gibst. Und ich bin mit dem Jungen schon öfters angeeckt. Aber das wird dich natürlich null tangieren du Pseudo-laut-Baba.
Zum Album: Also dass Chabos wissen wer der Babo ist gefaridbangt wurde, ist jetzt schon ärgerlich. Na ja angehört wirds trotzdem mal.
Nun ja, ich weiß nicht genau wie ichs ausdrücken soll... Straße, Ironie, Image hin oder her... für mich muss ein Rapper immernoch rappen können, um ein guter Rapper zu sein. Keine Ahnung ob ich da völlig allein mit dieser kranken Denkweise bin, aber Flavour, Style und alle diese nichtssagenden Wörter können bei mir überhaupt nichts bewegen, wenn man keine Texte schreiben kann.
Tut mir leid, Hafti bleibt Immigrantenidentifikationsmucke und somit uninteressant für den strohblonden Robin.
Die letzten Beiden Reviews waren unterhaltsamer und hätten auch hier 1 zu 1 gepasst. Immer der selbe langweilige Mist von den "Gangstern". Gääähn. Den Mist hört man doch jetzt schon seit Jahren, keine Ahnung wie man das noch feiern kann.
Auf Albumlänge ist dieses Gestammel sowieso nicht zu ertragen. Und nicht vergessen: Erst der Himmel ist Limit! (Wahrscheinlich mitm Googleübersetzer übersetzt)
Gangsta-Rap zusammengefasst:
"Ich bin cool, Du bist schwul".
Danke.
Robin
Aber Hafti kann doch rappen, wieso taugt er Dir dennoch nicht?
Nick Hero
hehe, mach ich auch oft so
JoeKing
absolut!
Vermutlich werde ich mir die Platte nie am Stück anhören, weil HipHop nicht meine Musik ist.
Jedoch ist mir auf einigen Feiern Haftbefehls Rap untergekommen und trotz des harten Textes (ich hörte damals das Pumpgun-Lied), ist der Junge durchaus witzig.
Dass es sicherlich intellektuell wie musikalisch besseren Rap gibt, bezweifle ich nicht, aber ich kann die Aussage von dem Review unterschreiben: Haftbefehl unterhält.
Ich geh jetzt richtige Musik hören...hatebreed.
@hiops
immer derselbe langweilige mist sind höchstens deine kommentare in bezug auf haftbefehl, mein bester!
haft flowt auf dem album wie er will. ist übrigens auch ein kriterium, nachdem man die fähigkeit zu rappen bewerten kann (servus robin!)
! muss leider zustimmen farid hat die nummer gänzlich versaut.
Jessus. Tut mir Leid aber der Vorgänger hatte ja wenigstens noch ein paar feierbare Tracks (wenn man das ganze mit nem Augenzwinkern betrachtet), aber hier jagt ja ein Tiefpunkt den Nächsten (Locker Easy, Azzlack Motherfuck, Traurig aber wahr, Ba Ba...um einige zu nennen.) Und wie schon angemerkt wird der einzig gute Track von Farid Bang vergewaltigt. Achja Mann im Spiegel ist natürlich ganz großes Tennis
Aber natürlich alles subjektiv. Kann schon verstehen wenn Leute auch die neue Platte feiern.
hab zwar bisher nur die blockseite gehört aber biser unglaublich krasses album vermutlich noch mal steigerung zu azzlack stereotyp. featere mit farid in chabbos... finde ich auch sehr scheiße zieht den kompletten track in den dreck werde den track vermutlich mit der youtube faridbangfreien version ersetzen und zu guter letzt sehr schöne review von herrn brandl.
@Sodi: Also ich finds gut.
"Es erwartet einen nicht viel mehr als beim ? Cro sei Dank ? weniger werdenden Straßenrap-Mittel"
Mit diesem Satz disqualifiziert sich dieser Brandl Kasper schon gleich zu Beginn. Niemand der Rap verstehst feiert diesen beschissenen Carlo!
hehe, immer schön Seitenhiebe auf Carlo..
Sodi
Natürlich erwähnt er das Anabolika-Koks-Aufmerksamkeits-Syndrom-Opfer Sailoman nicht, wäre ja noch schöner auf so einen Spast einzugehen und ihm eine Plattform zu geben.
hehe, immer schön Seitenhiebe auf Carlo..
Sodi
Natürlich erwähnt er das Anabolika-Koks-Aufmerksamkeits-Syndrom-Opfer Sailoman nicht, wäre ja noch schöner auf so einen Spast einzugehen und ihm eine Plattform zu geben.
Kann mal jemand die beats naeher beschreiben? Sind die mehr wie auf dem Debut wieder oder gibt es da auch wieder so nervig "luftig-lockere" Sachen wie auf 'Kanackis' teilweise?
@sodhan
mir ist aber auch nciht bekannt, das slaimon auf haft mit der ak gefeuert hätte...
Sodi
Unsinn, er ist vernünftig und geht solchen Vollspasten aus dem Weg. Was soll er auf die Provokation von solchen Überlappen eingehen? Der Pickel-Slaimon will doch nur nen Schwanz zum dran hochziehen packen.
Spence
Hat er auch nicht, nur kurdische Bergbauern im Steinbruck mitten im nirgendwo haben auf ein Hafti Poster geschossen, die pösen. 

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