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"Abhängen, Drogen nehmen, dumm sein: Das ist nicht gesund. Verschwende keine Zeit, deine Zukunft bleibt Mittelpunkt." Man möchte zustimmend nicken, lauscht man den gar nicht dämlichen Erkenntnissen, die Haftbefehl und Jonesmann in "Narben Bleiben" ausbreiten. Angesichts der davor und danach ausgewalzten, vor Waffengefuchtel, Dealergeschichtchen und Statussymbol-Protzereien strotzenden Eindimensionalität mutiert die Bewegung jedoch zu verzweifeltem Kopfschütteln. Alter Vatter!
Das soll "humorvoll, eigenständig und trotzdem glaubwürdig" sein und "das totgesagte Genre Straßenrap reanimieren" - wie man bei der Juice behauptet? Haftbefehl soll sich damit unter die "beliebtesten und talentiertesten Künstler des Landes" rappen? Hallo, 16bars? Bei solcher Begeisterung unter der versammelten Kollegenschaft frag' ich mich schon, ob ich möglicherweise einen der zahlreich zelebrierten Schüsse nicht gehört habe.
In meinen Ohren hat Haftbefehl jedenfalls kaum mehr als die üblichen, inzwischen wirklich strunzlangweiligen Hustlerstorys und Ghettoposen zu bieten - diese dafür aber noch mäßig formuliert und unsauber gereimt. "Ein Stilmittel", wie mich Kommentare bei rap.de belehren. Nicht etwa Unvermögen. Aha.
Haftbefehls Vortrag: unbestritten speziell. Wiedererkennungswert gestehe ich seiner im Kontrast zu seinen Testosteron-starrenden Texten verblüffend hohen Stimme zu. Sein ungewöhnlicher Flow, seine seltsame Art, Worte und Zeilen zu betonen, mag einem auf den Senkel gehen. Immerhin: So macht es nicht jeder Zweite.
Reicht das? Rechtfertigt es den nahezu völligen Verzicht auf Grammatik? Darf man sich deswegen komplett sparen, irgendeinen Satz auszuformulieren oder seinen Zeilen doch wenigstens einen simplen Endreim zu suchen? "Im Park kannst du nachts meine Tracks und Parts hör'n / Gangster rappen mir nach aufm Ghettoblas-tör." Autsch.
Autos, Knarren, Messer, die Rolex - wie begehrenswert all das glänzt, haben uns schon längst dreihundert andere Schmalspur-Ganoven erzählt und dazu die vermeintlich überpotenten Pimmel geschwenkt. Immerhin: In Haftbefehls Gegenwart kommen mir Manuellsen, Chaker und Massiv vor wie die reinsten Flowgranaten.
Warum Haftbefehl allerdings neben einem Azad oder einem Kollegah mit der eigenen Darbietung nicht vor Scham im Erdboden versinkt, wird mir wohl so unbegreiflich bleiben wie die Umstände, die all diese Großkaliber zu Gastauftritten verlockt haben mögen.
"Azzlack Stereotyp" langweilt mich zu Tode, lässt an zwei oder drei Stellen aber dennoch die Ahnung aufblitzen: Das müsste nicht so sein. Haftbefehl besitzt, wie sich in unter anderem "Hass Schmerz" offenbart, ein scharfes Auge für seine offenbar recht unfrohe Umgebung.
Wenn er sich einmal nicht auf Wortfetzen und Satzbruchstücke beschränkt, zieht er mühelos mit einigen wenigen Worten erschütternd nachvollziehbare Szenarien auf wie im Einstieg zu "Dunkle Träume". Der dunkel-melancholische Beat dazu samt verrauschtem Klavier stammt wie einige andere aus Stis bewährter Schmiede.
Dem eingangs zitierten "Narben Bleiben" lässt sich ebenfalls wirklich nur ankreiden, dass man Haftbefehl die hier beschworene Witzlosigkeit von Äußerlichkeiten nach all dem Blödsinn der Marke "Scheiß auf die Schule, nur der Knast macht dich hart", den er bis hierher verzapft hat, einfach nicht mehr abnimmt. Es stimmt offenbar: "Dieses Leben macht dich schizophren."
"Deutscher Rap ist am Arsch und richtig Blamage." "Azzlack Stereotyp" hält dieser ebenso weit verbreiteten wie verzerrten Wahrnehmung nichts entgegen - auch das muss man also so hinnehmen. Dass ein Konstrukt namens "Frankfurt - Offenbach" existieren könnte, wird jeder aufrechte Frankfurter dagegen weit von sich weisen. Für ihn bleibt Offenbach, was Fürth für den Nürnberger darstellt: der Pickel am Arsch der eigenen Stadt.
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autsch, mal wieder ein grandioser fail seitens laut.de. und noch dazu weniger als bmw. lol.
Billig-Rap wie ihn keiner braucht.
Deutschland vermüllt durch Billig-Rap, und die wirklich guten finden kaum Gehör (z.B. umse)
@lord-matte: wo denn bitte fail? der typ ist so schlecht.
1. Inhalt: Ghetto-Ticker-Tales sind langweilig geworden
2. Präsentation: Viele nennen es Eigenständigkeit ich nenne es einfach Unvermögen. Er kann nicht rappen.
Jetzt mal ganz ehrlich: Es gab mal Zeiten, da hätte man solche Rapper ausgelacht und nicht gehypt.
Ich mag Bushido, Massiv, Xatar und wie sie alle heißen nichts abgewinnen, aber ich würde mir eher noch ein Album von denen kaufen als von Haftbefehl. Allein der Name ist ja schon schwach.
laut.de bleibt totally behindert. Wieder einmal zeigt diese Review das den Autoren von laut.de absolut kein Draht zur Szene haben - zumindest was Hip-Hop angeht.
Nie würde ich jemanden eine Review schreiben lassen der erstmal von vornherein kein Bock auf den Künstler hat.
alle die gleichen producer, gleichen lines, langeweile pur.
@Deine Mudda
Der Inhalt allein kann vielleicht nicht gerade begeistern, ob es dadurch aber langweilig wird hängt eben von der Präsentation ab. Was die angeht:
Er mag sich technisch auf keinem besonders hohen Niveau bewegen, "nicht rappen können" hört sich aber anders an, siehe zbs. Xatar. Ich finde seinen Flow, sowie die Art und Weise wie er Wörter betont und ausspricht einfach unglaublich unterhaltsam. Ob diese Dinge nun bewusst eingesetzte Stilmittel oder einfach nur Unvermögen, einen "besseren" Style zu bringen, sind, ist mir unfassbar LATTE. Die Lines finde ich teilweise ziemlich witzig, wobei das natürlich kein besonders niveauvoller Humor ist. Aber allein schon dass er das ganze Gangster-Ding eben nicht so toternst nimmt, katapultiert ihn meilenweit vor Hampelmänner wie Xatar, Bushido und Massiv. Um auf deine eigentliche Frage zurückzukommen: Der Fail besteht darin, wie Presswerk bereits sagte, dass Album von jemandem testen zu lassen, der sich mit Haftbefehls eigenwilligem Style ganz offensichtlich nicht mal ansatzweise anfreunden kann.
3/5 Punkte gibts von mir,
review trifft es zu 100%.
ewig selben geschichten mit grauhenhaftem flow. wie schonmal gesagt diese betonung is wirklich nervig was auch sicher der grund ist warum das eben nicht jeder zweite macht.
das azad auch noch fuer sowas seine stadt verraet ist ja traurig.
ich würd mir eher drei haftbefehl alben am stück anhören, als ein (aktuelles) azad album.
@Presswerk
Ich geh mal davon aus, dass du genau so wenig wie ich weißt, ob Dani Fromm nen "Draht zur Szene" hat. Abgesehen davon ist doch Distanz zum Gegenstand Voraussetzung einer Kritik.
Ich hab mir Haftbefehl nach dem Lesen einer anderen Diskussion auf laut.de mal auf youtube angehört. Überwiegend wars inhaltlich echt zum fremdschämen, unhörbar, aber "Halt die Fresse 32" fand ich schon gut gerappt und eben witzig, z.B. "Keiner will zahlen, aber jeder will testen", "du kommst nicht rein, denn du trägst Fishbone" oder (unfreiwillig komisch) "Ich dreh Joints mit 8 Papers!".
@lord-matte
ob der style eigenwillig oder nur schlecht ist, soll also nicht zur debatte stehen oder aus der kritik ausgeklammert bleiben? zu deinem verständnis von kritik: selber fail
Völlige Zustimmung ans Review. Ich verstehe den Hype auch nicht, der Typ kann einfach überhaupt nicht rappen und klingt in seinem Vortrag so, als wäre er geistig behindert. Sowas hat man in der dt. Rapszene tatsächlich mal ausgelacht. Danke laut.de! Bei all der teilweise berechtigten Kritik die hier teilweise auf euch niederregnet, ist es schön zu sehen, dass ihr hier - aus meiner Sicht - die harte Wahrheit aussprecht!
Also ehrlich - ich steh auch auf gut gemachten Straßenrap, aber ausser den Trash Faktor hat Haftbefehl nicht viel zu bieten und die viel beschworenen "krassen Bilder", die im Kopf entstehen sollen, sind mehr behauptet als vorhanden. Ironische Brüche kann ich nicht wirklich erkennen und der technische Dilettantismus ist schlicht und ergreifend unerträglich.
Die Sachlage wird doch z.B. beim Featuretrack mit Kollegah Farid mehr als deutlich. Wo ein Farid Bang zwar stimmlich auch eine sehr grenzwertige Vorstellung abliefert, liefert er dennoch eine gewisse objektive Qualität, was Reimkonstruktionen und Punchlines angeht. Kollegahs Part ist für seine Verhältnisse eher "nur" solide und lässt trotzdem mal eben das ganze Haftbefehl Album wie Kindergartenrap aussehen.
Da muss man schon sehr unkritischer Fanboy sein, um das abzufeiern.
Endlich wird mal fresher Straßenrap gebracht, und dann gibts als Belohnung nur einen Punkt. Schade. Wie kann man eigentlich sagen, dass Haftbefehl schlecht rappt? Ich kanns nicht nachvollziehen.
Der letzte Spruch ist zwar absoluter Nonsense an dieser Stelle, das mit den Fürthern nochmal zu erwähnen ist trotzdem nie verkehrt 
@unorigineller name
Mal ganz abgesehen davon, dass ich hier nie was über mein Veständnis von Kritik erzählt habe: Der einzige Fail besteht darin, dass du mir zum argumentieren scheinbar die Wörter im Mund umdrehen musst. Lies dir meinen Post bitte nochmal in Ruhe durch, vielleicht hätte ich neben dem "besseren" auch das "Unvermögen" in Anführungszeichen setzen sollen. Ich hör jetzt auch mal auf hier, bevor ich noch zum Sodhahn mutiere.
wenn wir mal ganz ehrlich sind, es ist doch genau die review, die das zielpublikum von laut.de haben wollte...alles kalkulation, man will es sich eben mit seinem stammpublikum aus gitarrenfans und genrefremden nicht verderben...auch die ewiggestrigen hiphopfas wollen besänftigt werden, denn in ihrer welt ist für immer 1998...
vor anderthalb jahren hatte ein kollege mal ein lied von dem typen angemacht, da dachte ich mir omfg
der typ hat kein flow und gott der rappt so schlecht
aber wie hat so ein typ es geschafft ein label zu finden
das ist echt unglaublich.
Aber so mucke kommt bei den kiddies halt an heutzutage.
Aber 1 punkt ist absolut gerechtfertigt
nee leider ist nicht für immer 98, auch nicht für mich. aber damals war die leistungsdichte einfach höher als die fremdschamdichte. da konnte man rap noch hören, weil man ein fan der deutschen sprache war. bildersprache, metrik, metaphern. das geht aber über aktuelle bewertungskriterien wie doubletime (schema f) und vergleiche (jede zweite zeile fängt mit "wie" an) und "das echte sprachrohr der straße" (wo ist das sprachrohr des bürgersteiges?) hinaus und ist in all dem wust aus müll einfach untergegangen. ein aphroe oder dende sind auch ohne doubletime und straßencode einfach viel komplettere und lyrisch wertvollere künstler, als alle haftbefehls, farid bangs und doubletimeopfer zusammen.

ok haftbefehl is einfach nicht mein ding und vielleicht raff ich seinen Humor nicht.
So ich zieh mir jetzt die Hornbrille an und mach mir ein Dosenbier auf und höre abwechselend Rockstah´s Nerdrevolution und Gossenboss an.
erklärt mir mal bitte jemand, was genau an ausgelutschten themen, völligem verzicht auf bilder wie grammatik, schlechten reimen, komischer betonung und meist höchstens mittelprächtigen beats so feiernswert ist? wohin ich schaue steht zu lesen, dieses album sei grandios, witzig, unterhaltsam, innovativ - aber weswegen? das hat noch niemand für mich nachvollziehbar auseinander genommen. macht mal, bitte. ich lass mich ja gern belehren.
wegen lines wie "warum ich sie nicht fick, deine dumme mutter? finger rein, finger raus *sniff*, fischkutter!", weil er azzlack auf ruhrpott reimt (ganz großes kino!!!) und dazu eine unfassbar grauenhafte stimme hat.
sorry für den doppelpost, die editfunktion funktioniert grade irgenwie nicht :S
und trotzdem ist er einfach verdammt sympathisch und bringt mich einfach zum lachen. das 16-bars videointerview is wohl das unterhaltsamste d-rap interview überhaupt
das problem an releases zu diesem thema ist doch das sie immer nach dem gleichen schema ablaufen...kritisiert wird immer: 1) lyrisch alles schon hundertmal dagewesen (dieses argument lese ich hier seit jahren, dann frage ich mich immer was der rezensent damit meint? hätte man das subgenre "streetrap" etwa nach azads erstem album und vbbzs einstampfen sollen?) 2) keine innovation ( seit wann ist innovation ein qualitätsfaktor? wenn die orsons anfangen über einhörner zu rappen ist das vielleicht innovativ, aber deswegen doch nicht gut, oder?) 3)grammatikalische fehler ( blick ins amiland, rappen capone und noreaga etwa in oxxxxford englisch?) 4) die musik wird zwar nicht kritisiert, sie wird schlicht ignoriert ( bei haftis album hätte es alleine schon für die beats 2/5 geben müssen) fazit: review in diesem subgenre sind austauschbar und das schon seit jahren!!!
@lauti/InNo: noch ist die zeit nicht reif!
@Sodhan hat es sehr gut auf den Punkt gebracht. Das Album ist extrem stimmig, der Typ ist nicht ganz so Panne und nen bisschen witziger, kann rappen, hat Einzigartigkeit, was man übrigens auch hört, wenn er mit anderen Leuten rappt. Beats sind gut. Sehr gutes Genre-Album.
Wenn ihr alle nicht mit dieser Kritik leben könnt und euch daraufhin die Welt mit dem mangelnden Durchblick der Zustimmenden schönreden müsst, dan lest diese Kritiken einfach nicht! Ich lese sie und finde sie berechtigt, denn ich habe einen anderen Anspruch an Hiphop: der Künstler muss mit Worten spielen können, hörenswerte Dinge erzählen oder einfach mit seiner Gesamtperformance alles in den Boden stampfen. So. Was davon erfüllt Haftbefehl in meinen Augen? Nichts.

@todesposter: ich kann sehr gut damit leben. im endeffekt ist es doch schnurzpimpe wie laut.de ein album bewertet, allerdings ist es ziemlich offensichtlich wie sehr sich die reviews in diesem subgenres gleichen und das finde ich für eine proffesionelle neurale plattform wie laut.de eben ziemlich dürftig. was meinst du mit "hörenswerten dingen"? haft vereint die kombination aus einzigartigem flow, übertriebenen ticker-tales mit prise humor, der sich selbst nicht bierernst nimm auf den besten beats die es derzeit im spiel gibt.
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