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Braucht die Welt eine Jazzmatazz-Best Of? Fraglich. Zumal die Frequenz der Veröffentlichungen verwundert: 2007 - nach sieben Jahren Funkstille - kam Platte Nummer vier (via Universal), im Januar 2008 folgte ein Mixtape und kurz darauf vorliegende Werkschau, die, da erneut bei Virgin/EMI erschienen, besagtes viertes Album natürlich ausspart.
Die Frage muss unter solchen Vorzeichen also lauten: Brauchte die Welt Jazzmatazz? Ein uneingeschränktes Ja. Das Konzept Jazz meets Hip Hop ist zwar ein alter Hut. Nach 1990 Geborene werden es kaum bewusst zur Kenntnis genommen haben. Insofern könnte man vorliegender Best Of zumindest einen poppädgogischen Impetus unterstellen.
Andererseits ist Jazzmatazz-Initiator Guru Black Music-Kids dank Gang Starr ein Begriff. Dessen vielstimmiges Projekt kam anno 1993 einer kleinen Offenbarung gleich: Jazz bleibt nicht den Rotwein schwenkenden Akademikern vorbehalten. Nein, in Verbindung mit satten Drumprogrammierungen und unaufgeregten Raps hiefte Guru den Jazz leibhaftig in die Clubs: Er samplete die Vorläufer des Hip Hops nicht nur, er holte sie gleich ins Studio.
Zudem erreichte der Wortakrobat aus Brooklyn dank seines prägnanten, rauchig-smooth groovenden Organs auch einen Teil des Alternative-Publikums - massentauglich und kredibil zugleich. Laid back, cool, selbstbewusst, so klingt der Sound von Jazzmatazz, dem besonders in den Anfangstagen eine unverwechselbare Signatur anhaftete.
"Loungin'" mit dem Trompeter Donald Byrd (der Track liegt zudem als körniger funky Clubremix bei) oder "Down The Backstreets" mit dem Pianisten Lonnie Liston Smith stehen dafür. Einfach wunderbar, wie die Jazzer den jeweiligen Tracks instrumental ihren spezifischen Stempel aufdrückten und mit Gitarre, Vibraphon, Klavier oder Vocals für neue Hörerlebnisse sorgten.
Sperrigere ("Slicker Than Most") oder toughere Stücke ("Lift Your Fist") fügten sich reibungslos ein. Den natürlich lässigen Rhythmus des Hip Hops und seiner Vorläufer verdeutlichten Nummern wie das temporeiche "No Time To Play" oder das lässige "Trust Me" (feat. N'Dea Davenport).
In den folgenden Jahren setzte Guru zunehmend auf Gesangskollaborationen. Der Rapper dehnte die stilistische Grundlage zudem in Richtung R'n'B oder New Soul aus. Der Sound entwickelte sich so zwar weiter, das ursprüngliche Konzept verlor damit aber an Schärfe: Viele Songs hätten genauso gut auf ein Gang Starr- oder ein Soloalbum gepasst.
Und so setzt man für vorliegende Best Of natürlich auf einen Mix aus Hits (etwa "Keep Your Worries" feat. Angie Stone) und großen Featurenamen (Jamiroquai, The Roots (besagtes "Lift Your Fist"), Kelis oder Erykah Badu). Und vielleicht ist es ja gerade ihnen zu verdanken, dass Guru's Jazzmataz nach anderthalb Jahrzehnten noch immer groovt. Danke dafür.
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