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Guantanamo-Häftlinge wurden tagelang mit "Stayin' Alive", "Born In The USA" und dem Titelsong der Sesamstraße malträtiert.
London (thk) - Die britische Menschenrechtsorganisiation Reprieve, die sich international für die Belange Gefangener einsetzt, hat eine Liste mit dem am häufigsten zu Folterzwecken missbrauchten Liedgut veröffentlicht. Dass Verhörexperten der US-Streitkräfte in Guantanamo Bay laute Musik einsetzen, um Gefangenen die Zunge zu lockern, ist seit längerem bekannt. Insbesondere "Enter Sandman" von Metallica, verabreicht in ohrenbetäubenden Dosen, erfreute sich bei den Wärtern großer Beliebtheit (laut.de berichtete).
Wer hätte allerdings vermutet, dass die Folterschergen zu Verhörzwecken ein derartig breites musikalisches Spektrum abdecken würden? Selbst bei dem Disco-Stomper "Stayin' Alive" von den Bee Gees kennen die Audioterroristen kein Erbarmen. Laut Reprieve reicht das Repertoire der bevorzugt zweckentfremdeten Songs vom Metal und Hardrock über Hip Hop und Charts-Pop bis hin zum Kinderlied. Aerosmith und Limp Bizkit müssen dabei ebenso dran glauben wie Britney Spears, Li'l Kim oder die Red Hot Chili Peppers.
So klingt die Folterkammer (Auszug aus der Liste)
AC/DC - Hell's Bells Bruce Springsteen - Born In The USA Christina Aguilera - Dirrty David Gray - Babylon Deicide - Fuck Your God Don McLean - American Pie Dope - Die MF Die, Take Your Best Shot Eminem - White America Neil Diamond - America Nine Inch Nails - March Of The Pigs, Mr. Self-Destruct Prince - Raspberry Beret Queen - We Are The Champions Rage Against The Machine - Killing In The Name Of Tupac - All Eyes On Me
Obwohl die Vereinten Nationen und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte den Einsatz extrem lauter Musik bei Verhören verboten haben, wird dieses Foltermittel unter anderem in Afghanistan, im Irak und in Guantanamo trotz Interventionsversuchen von Amnesty International nach wie vor eingesetzt. Laut einer Zeugenaussage des Guantanamo-Häftlings Binyam Mohamed zieht die Musikfolter weitaus üblere Folgen nach sich, als körperliche Misshandlungen.
20 Tage lang bei Wasser und Eminem
"Sie hängten mich auf, am nächsten Tag durfte ich nur wenige Stunden schlafen. Dann wurde ich wieder aufgehängt, diesmal zwei Tage lang. Mein Füße waren angeschwollen, meine Hände und Gelenke taub ... Es gab laute Musik, 20 Tage lang [Eminems] "Slim Shady" und Dr. Dre ... Die CIA bearbeitete uns Tag und Nacht ... Viele verloren den Verstand. Ich konnte hören, wie Leute ihre Köpfe gegen die Wände und Türen schlugen und dabei lauthals schrien", wird das Opfer physischer wie psychischer Torturen auf der Homepage von Reprieve zitiert. Die Menschenrechtler haben unlängst die Initative www.zerodb.org ins Leben gerufen, um mit stillem Protest die Abschaffung dieser Folterpraxis zu forcieren.
bin überrascht, dass da kein toby keith inner liste ist.
schlimm. einfach nur schlimm. und die wärter & agenten denken bestimmt auch noch, sie würden ihrem land dienen... ...for the land of the free and the home of the brave. 
Mit Deicide haben die Amis wenigstens guten Geschmack bewiesen.
ist doch scheißegal, welche titel die dazu missbrauchen. die stete beschallung allein treibt einen in den wahnsinn, dazu kommt dann die wiederholung einunddesselben stückes. das jetzt als "foltercharts" aufzuziehen ist doch blöder sensationalismus.
was kommt als nächstes?
lesen sie morgen bei laut.de:
"die beliebtesten weihnachtsplätzchenformen der saison zum in die haut von opfern brennen!"
ich hab nicht einmal gehört, dass sich die GEMA oder ihre ausländischen schwestern, bzw. die mujsikverbände darüber beschwert hätten. für "raubkopierer", die nen schaden von € 2,50 anrichten fordern sie härtere strafen als für schwerverbrecher, aber hier halten sie den mund. da is halt keine kohle zu holen...
Fast genauso verrückt finde ich, daß hier ein paar Leutchens Scherze darüber machen. Mindestens 97% aller Häftlinge in diesen Gefängnissen sind absolut unschuldig. Da könnte ich auch Witze darüber machen, was für ein Sport- und Ertüchtigungsclub Auschwitz damals war.
Ich fänds gut wenn die Musiker, die mit der Verwendung ihrer Musik nicht einverstanden sind einfach mal zusammenlegen würden und sich eine Anzeigenseite in der NY Times kaufen. Und da dann in etwa: "Wir verurteilen hiermit die Verwendung unserer Stücke im Foltergefängnis Guantanamo in dem, gebilligt von unserer Regierung, das Völkerrecht täglich missachtet wird!"
Würde sicher ein breites Medienecho geben. Ich denke aber, dass die meisten von denen das leider überhaupt nicht groß interessiert & sie nichts unternehmen werden...

kann deinen standpunkt nachvollziehen, teile ihn aber nicht in dem maße.
der begriff "folter hitparade" ist doch erkennbar sarkastisch gemeint und gwählt. hätte der spiegel solch eine headline gebracht, wären alle ob der sprachlichen frische und ironie entzückt gewesen.
[quote:0b790e6223="[Ninja]Killer"]
ich finde den ton des autors daneben. so ein thema bereitet man nicht sarkastisch auf um es dem leser artengerecht vorzulegen. spricht man von derartiger folter sind witze, augenzwinkereien und anderes völlig geschmacklos. die meisten finden es tatsächlich amüsant.
ziemlich wiederwärtig und mies von der redaktion. das ist das erste mal in einer langen zeit die ich hier gerne mitgelesen habe, das ich einen artikel wirklich als misslungen empfinde.
Der Artikel ist in einem dem Thema absolut unangemessenen, schnoddrigen Tonfall geschrieben. Hat Euer Praktikant den Text verfasst, oder gilt in der laut.de - Redaktion die Devise "Fluffig-lockere Lesekost um jeden Preis"? Schämt Euch.
ist ja nicht nur so, dass mit den Lieder jeden Tag dank Radio Millionen von Menschen gefoltert werden.
btw. haben einige Moralprediger hier wieder mal ein Problem mit "Sarkasmus" (Achtung, das Leben ist bitter, es wird nicht gelacht!)
mich erinnert die meldung an die angeblichen verbote von popsongs aus pietätsgründen nach dem attentat auf das world trade center. das war ein fake, den viele aber aus antiamerikanischer schadenfreude glauben wollten.
ich wäre auch mit dieser meldung sehr vorsichtig. diese differenzierung ist aber natürlich nicht populär, wenn's gegen die usa geht.
rage against the machine... können GI's eigentlich kein Englisch oder ignorieren die die texte einfach?
nayar die Republikaner haben yar auch Born in teh USA auf ihren parteitagen gespielt...
Deppen, allesamt!
Und man sollte sich tatsächlich einfach mal in die gedanken eines künstlers, der Musik macht um Menschen zu erfreuen, versetzen, dessen Kunst (!) plötzlich dazu genutzt wird menschen zu foltern.
Fies is das besonders bei Künstlern wie dem Boss oder halt RATM, die ja ganz offensichtlich Regierungskritisch sind.
Brave new world...
ansonsten:

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