Porträt

laut.de-Biographie

Gris

"Es ist nicht alles so beschissen wie es scheint." Davon zeigt sich Gris auf seiner MySpace-Seite fest überzeugt. Des Künstlers Ziel: Er will Alternativen bieten, einen Ausweg zeigen aus den Ghetto- und Gangster-Klischees, die das Rap-Geschäft lange Zeit dominieren.

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Der seltsame Name dient dem Berliner anfangs als Writer-Kürzel. Er findet über Graffiti den Einstieg in die Hip Hop-Kultur. Public Enemy entpuppt sich als musikalische Einstiegsdroge, später gesellen sich die Roots, die Hieroglyphics und der ganze Rest dazu.

Wie in der Malerei gilt jedoch im Rap: Selbermachen ist Trumpf. Gris schließt 1992 sich mit den Kryptonasen, die später unter dem Banner Team Avantgarde firmieren sollen, zusammen und stürzt sich in Freestyles und erste Texte.

Etwa in diese Zeit fällt die Begegnung mit Meyah Don. Er, Gris und Estess sind schon bald als Crew Hornflex, kurz HFX, unterwegs. Um die Sache rund zu machen, legt sich Gris noch ein DJ-Set-Up und Produktions-Equipment zu. Seit 1998 bastelt er an eigenen Beats.

"Musik und Kunst machen mich gleichermaßen aus", betont Gris. "Manchmal liegen sie im Krieg miteinander, dann herrscht aber auch wieder Frieden." Gegenüber rap.de ergänzt er: "Aber für mich selbst ist es das Gleiche. Ich weiß nur nicht, ob ich bei beidem gleich gut verstanden werde."

Zwischen den Disziplinen - und einem bürgerlichen Leben als Kunstlehrer - die Balance zu finden: immer wieder eine Herausforderung. Dabei setzt Gris auf Skills, Haltung, Inhalt und Authentizität.

"Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas um mich herum konstruiere. Ich bin einfach, wie ich bin - egal ob auf der Bühne, dahinter oder in einem Interview. Ansonsten würde man sich selbst verändern und sich so zurechtschnipseln, dass die Presse oder die Leute einen interessanter finden."

Gris - Schwarzweiß In Farbe Aktuelles Album
Gris Schwarzweiß In Farbe
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Gris' Debüt erscheint 2001 bei Royal Bunker: Zusammen mit Meyah Don bildet er die Hirnpflox und rappt über "Zwei Hässliche In Einer Schönen Welt". Das erste Solo-Album "ProGRISiv" folgt 2003.

Kollabos mit Boba Fettt, Fuat, Team Avantgarde, Phase, Wakka und immer wieder Meyah Don schließen sich an. Seine Alleingänge führen Gris vom eigenen Label Grismusik ("Kunststück", 2005) schließlich zu Edit Entertainment, das sich seit 2007 als Bollwerk des guten Geschmacks im Berliner Rap-Sumpf versteht und bewährt.

"Ich umarme die Welt, aber nur, um sie gewaltsam wachzurütteln", droht Gris 2009 auf "Schwarzweiß In Farbe", zu dem er hohe Ansprüche an sich selbst formuliert:

"Ich erwarte von der Platte, das gleiche, wie von allen Sachen, die ich mache: Dass sie etwas verändern, dass sie Hör- und Denkgewohnheiten ändern, dass sie irgendjemanden irgendetwas geben oder bringen."

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