Porträt

laut.de-Biographie

Gossenboss mit Zett

Müll ist eine prima Projektionsfläche, denkt sich der MC, der seit 2008 unter dem kryptischen Pseudonym Gossboss mit Zett das Land mit Versen beglückt. Auf Download-Tapes, in Features mit Beatbastler Monkay und Chakuza oder als Toursupport für MC Fitti berappt der Dresdener Abfall in jeglicher Form. Selbst erklärt er im Interview dazu: "Der Müll in meinen Texten ist Sinnbild für die verschiedensten Dinge, die in meinem Kopf umherschwirren und beim Schreiben nach außen gelangen."

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Da sind wir also so schlau wie zuvor und sortieren: Gossenboss mit Zett veröffentlicht als Teil der lokalen Hip Hop-Labelposse Stupidozid 2009 sein Debüt-Mixtape "Gossentherapie". Hier wie auf zahlreichen, vielsagend betitelten Werken wie "Mehrwegmusik" oder "Nichtsz" thematisiert der Mann mit viel Understatement die eigene Rapexistenz, die vor lauter Underground angeblich jederzeit zu scheitern droht.

Mit Maske und unbekannter Herkunft drückt sich der Gossenboss selbst den Stempel des "schlechtesten Rappers Deutschlands" auf – was selbstverständlich überaus ironisch gemeint sein muss. Auch für die Sächsische Zeitung wirkt er "eher wie ein unausgeschlafener Student als wie ein testosterongeladener Boss".

Die Antihaltung zu Goldketten und Selbstüberhöhung geht durchaus auf. Der Track "Linseneintopf" geht 2011 stark auf eine halbe Million YouTube-Klicks zu. Überaus Punchline-pointiert referiert der Mitte der 1980er geborene Dresdener in seinen Zeilen auf ein Leben zwischen Dosenbier und Existenzangst, zwischen dem "sozialen Netzwerk vorm Netto" und Künstlerstolz. Prekäre Jobs als Animateur, Spätverkäufer oder am Industriefließband erden eben. Auch mit psychisch kranken Straftätern stand der MC projektweise schon am Mic.

Gossenboss mit Zett & Monkay - 100 Kilo Schlechter Rap Aktuelles Album

Pausenlos scheint sich der Gossenboss dabei vor lauter Einsicht in die eigenen ökonomischen Verhältnisse selbst zuzuzwinkern: "Wer auf mich setzt, ist vielleicht morgen schon arm." Mehr als bloß gefällig geraten derweil die oft boombappigen Beats und Soulsamples seines Freundes Cana.

Den großen Durchbruch strebt der Boss mit Zett derweil gar nicht an: "Ich bin nicht auf Kommerz ausgerichtet", erklärt er ausnahmsweise unironisch. Was angesichts der grundlegenden Antihaltung auch irgendwie nur folgerichtig erscheint.

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