Porträt

laut.de-Biographie

Ginga

Irgendwann Mitte der 90er Jahre, lange bevor Ginga zum bestgehüteten Geheimnis der österreichischen Hauptstadt wurde, spielten Sänger Alex Konrad und Multi-Instrumentalist Emanuel Donner bereits ihre ersten Gigs als Schulband. Rund zehn Jahre später stießen Klemens Wihlidal (Gitarre, Synthie) und Matthias Loitsch (Drums) dazu. Der Name der Wiener Band – ein phonetisches prägnantes Fantasiekonstrukt - war bereits davor entstanden.

Was die Band ausmacht? Es ist wohl diese Leichtigkeit, die Ginga transportiert und 2010 zu einer der interessantesten Bands der Alpenrepublik macht. Ob diese Leichtigkeit verinnerlicht oder mehr Anstrich ist, spielt vor dem Hintergrund des Outputs keine große Rolle. Hauptsache, es fliegt!

Die vier jungen Männer versuchen sich an einer Melange aus Rock, New Folk und Americana, stampfen Atmosphäre aus dem Boden, laden ihre Tracks mit einer gehörigen Portion Vielfalt auf und erinnern, um eine Schublade aufzumachen, mitunter an Arcade Fire, Broken Social Scene oder Modest Mouse – selbst Radiohead und The Strokes wurden bereits irgendwo ausgemacht. Dass man dabei völlig grenzenlos agiert, ist vor allem im österreichischen Umfeld ein geschickter Ansatz.

Die Mehrheit jener Kapellen, die Qualität und Extravaganz liefern, marschiert hier direkten Weges in Richtung Versenkung. In wohl keinem anderen Land der Welt ist die "Prophet zählt nichts im eigenen Land"-Redewendung zutreffender. Oder wie Komponist und Dirigent Gustav Mahler treffend fragte: "Muss man denn hier erst gestorben sein, damit sie einen leben lassen?"

Als Ginga im Jahr 2008 ihren Erstling "They Should Have Told Us" veröffentlichen, verhält sich das mediale Echo dementsprechend. Erst die gelungene Kombination aus Aufsehen erregenden Live-Gigs und der Wiederaufnahme ihres Albums im, ja, ausländischen Belgien zwei Jahre später – gemischt wurde es in London - ziehen mediale Anerkennung nach sich und helfen dabei, alpenländische Traditionen aufzubrechen.

Bezeichnend auch die von Ginga angeführten Herkunftsorte auf ihrer MySpace-Site: Antwerp, Vienna, United Kingdom. In der Konzertankündigung ihrer CD-Präsentation im Wiener Szenelokal B72 stand geschrieben: "Ginga ziehen durch die Straßen und kombinieren Stummfilmmusik und Solidaritätschöre, Taschengeldromantik, Gruppentänze und Pioniergeister mit Ministrantenorgeln, Schicksalstrommeln und Fieberträumen."

Alben

Gin Ga - Yes/No: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2014 Yes/No

Kritik von Andrea Topinka

Wo ist die nächste Indie-Hymne? (0 Kommentare)

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