laut.de-Kritik

Die Rockröhre holt die E-Gitarre aus dem Keller.

Review von

Gianna Nannini und Italien – eine Kombination, die so gut zusammenpasst wie Pasta und Parmesan. Oder Schokoeis und Schlagsahne. Oder Neapel und Autoklau. Fest steht: Wer in Deutschland an den Stiefel am Mittelmeer denkt, kommt bald auf die Rockröhre aus dem schönen Siena. Und umgekehrt.

Frech wie eh und je gibt sich Nannini auch auf ihrem mittlerweile 16. Studioalbum. Die Frau, die ausschweifend von der Schönheit der Männer erzählt hat, dem Spaß beim Sex mit ihnen und sich selbst und auch sonst wenige Blätter vor den Mund nimmt, begibt sich diesmal in eine Welt zwischen Realität und Fiktion. "Nur Träume sind Wirklichkeit", lautet der Untertitel der Platte.

Worum es auf ihr geht, ist schnell geklärt: Um die Schönheit der Männer sowie dem Spaß beim Sex mit ihnen und sich selbst. Man braucht kein Italienischstudium absolviert zu haben, um den Titel von Stück fünf mit "Wir stecken in der Scheiße" zu übersetzen. Auch diesmal nimmt sie also kein Blatt vor dem Mund.

Nachdem "Grazie" (2007) doch stark poppig ausgefallen war und sich die Sängerin schon davor mit einem orchestralem Gewand geschmückt hatte, holt sie diesmal wieder die E-Gitarre aus dem Keller. Wenn auch in meist homöopathischen Dosen. So erinnert der Opener "Attimo" an George Harrison: Das Arrangement ist schräg, aber nicht zu sehr, der Stil schwankt zwischen Rock und Pop. Die Streicher zum Schluss fügen sich gut ein.

Im Mittelpunkt steht aber natürlich Nanninis Stimme, die nach wie vor rau und dafür erstaunlich emotionsgeladen klingt. Jedenfalls scheint sie immer die Augen geschlossen und ein fettes Grinsen im Gesicht zu haben. Dabei wagt sie auch das ein oder andere Experiment: In "Maledetto Ciao" überrascht ein gesampelter afrikanischer Gesang, in "Siamo Nella Merda" kommt Rapper Fibra zum Einsatz. Doch auch hier fließt das Material vor sich hin – aufscheuchen soll es schließlich niemanden.

Als sich Nannini 2007 pünktlich zu ihrem 50. Geburtstag mit poppigen Klängen eindeckte, schien die Sache gelaufen: Die Ehemalige Rockröhre hängt ihre Lederkutte an den Nagel und gibt fortan den Crooner, so der Eindruck. Doch Vorhersehbarkeit war ihre Sache noch nie, weshalb sie auf "Giannadream" der E-Gitarre eine neue Chance gegeben hat. Ihre Kompositionen bieten zwar nichts Neues, schmeicheln aber das Ohr des geneigten Hörers. Den Fan dürfte es freuen.

Trackliste

  1. 1. Attimo
  2. 2. Sogno
  3. 3. Maledetto Ciao
  4. 4. Bambolina
  5. 5. Sogno Per Vivere
  6. 6. Siamo Nella Merda
  7. 7. Scossa Magica
  8. 8. Le Ragazze
  9. 9. Ologramma
  10. 10. Sogno Per Vivere (End)

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