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Als Cover für das Livealbum zur Comeback-Tour muss der computergezeichnete Stageplan herhalten, der eine monströse Inszenierung erahnen lässt. Die Bühne ist beinahe Rolling Stones-Gigantomanie. Das Intro "Dukes", angelehnt an das gleichnamige 1980er-Album, eröffnet "Live Over Europe". Das Thema besteht aus einem Muster von nur drei Tönen, gespielt in unterschiedlichen Akkordlagen. Hier wird bereits klar: Wir sind wieder in den Achtzigern.
Der damals neuartige, heute aber eher nervige Saw Lead-Synthie strickt einen eisernen Klangteppich, der gegen Ende des Konzerts auf eine Länge von gut einem Kilometer angewachsen sein dürfte. Immer wieder versucht Rutherford, mit seiner Gitarre durchzustechen und sich mit schnellen Läufen ein vernünftiges Solo aufzubauen. Gelingt ihm nicht wirklich. Demotiviert beschränkt er sich schließlich auf die längeren hohen Töne – die hört man wenigstens.
Es folgt "Turn It On Again", einer weiteren Single vom Anfang der Achtziger. Jetzt fängt Phil Collins endlich mal an zu singen; insgesamt kommt der Track aber nicht recht in Fahrt, was daran liegen könnte, dass der Synthesizer durch Klavier und subtil verzerrten Rutherford ersetzt worden ist. Bis sich kurz vor Schluss der Saw Lead wieder durch das Klangbild sägt.
Im Laufe der ersten CD kommen noch zahlreiche Hits wie "No Son Of Mine", "Land Of Confusion" und "Follow You, Follow Me". Allerdings fällt es mir schwer, den Songs etwas Besonderes abzugewinnen. Sie beweisen zwar einmal mehr, dass Genesis ausschließlich aus Perfektionisten bestehen - alles wird mit einer ingenieurhaften Genauigkeit gespielt -, doch Interpretation und Arrangement lassen hier zu wünschen übrig.
Das hört sich alles sehr studiolike an. Was fehlt ist das Gefühl, dass die Band alles gibt, dass man sich in einem Stück komplett verliert, weil man nicht weiß, was als nächstes kommt. Ähnlich verhält es sich bei "Invisible Touch", "Mama" und "I Can't Dance" auf der zweiten CD. Zum Glück gibt es da aber noch Stücke wie "Home By The Sea" oder "Domino". In ihnen wird der Jam Session etwas Raum eingeräumt.
Zwar jammt meistens nur Tony Banks am Keyboard und Mike Rutherford an der Gitarre: Banks legt zunächst ein paar perverse Akkorde, diese lösen sich wenig später wieder in Wohlgefallen auf, Rutherford steigt schließlich mit Rhythmusgitarre ein und spielt dann sein Solo. Sechzehntelpassagen sind das höchste der Gefühle. "Live Over Europe 2007" ist vorrangig für alteingesessene Genesisfans gedacht, die sich seit 1996 nach einer Wiedervereinigung sehnen.
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Das ist wohl die schlechteste Kritik die ich je gelesen habe. Das kann doch nicht war sein das man Perfektion als Negativbeispiel verwendet. Unter aller Sau!
So, Genesis Live over Europe zählt für mich zu den Besten Live Platten aller Zeiten. Sie kommt in die Sparte der P.U.L.S.E von Pink Floyd. Live over Europe gibt die hervoragende Tour des letzten Sommers perfekt wieder.
Wer ein Beweiß benötigt, der soll einmal "Los Endos" hören und zählen wieviele Gänsehäute er bekommen hat!
Nun, die veröffentlichte Platten-Kritik ist nicht sachlich genug und geht nichtmal auf die Hälfte der Songs ein. Tatsächlich ist es richtig, dass Genesis nur altes Material gespielt haben. Das wusste der geneigte Fan aber vorher. Das Cover ist gelungen und stimmig. Bei Genesis standen die Lichtshow und die visuelle Umsetzung der Songs bei Konzerten immer im Vordergrund. Wäre der Verfasser dieses Möchtegerne-Verisses auf einem Konzert gewesen, wäre ihm die tolle, innovative Bühne in Wellenform in Erinnerung. Diese Erinnerung der Fans die live dabei waren 2007 wird durch das gelungene, schlichte Cover ausgezeichnet bedient.
Den Vorwurf Genesis seien Perfektionisten, kann man sicherlich diskutieren. Es stimmt, dass die zwei CDs mit den angeblich besten Versionen der Europa-Konzerte erstellt sind. Soll heissen, Mama kommt aus Frankfurt und das exzellente Carpet Crawlers (was der Schreiber wohl garnicht mehr gehört oder einfach nicht gekannt hat) aus Manchester. Aber ist das Perfektionismus, wenn man aus einer Fülle von vorhandenen Versionen die nimmt, wo sich die Band nicht verspielte und auch noch besonders kraftvoll wirkte? Und ja: Ich war auf der Tour, in Frankfurt und in München. Genesis waren gut, aber nicht perfekt: Es waren Spielfehler da und noch etwas viel wichtigeres: Stimmung und Atmosphäre!
Sicherlich gibt es einiges was man an der LoE kritisieren. Sicherlich aber nicht, dass Genesis Keyboardlastig wäre. Das weiss man vorher. Das ist nicht neu. Und wohl keiner hat ernsthaft erwartet dass sich das geändert hätte.
Was man aber kritisch anmerken hätte können: Manche Songs spielen Genesis nicht mehr so schnell wie früher. Die Drum-Kits klingen ganz anders als auf den letzten beiden Alben oder der letzten Tour mit Collins; weniger hart.
Um nur zwei Beispiele zu nennen.
Dennoch bietet die Platte exzellente Tonqualität und eine absolut gelungene Setliste: 2007 spielten Genesis die Radio Hits (No Son Of Mine, I Can't Dance, Invisible Touch und Mama um einige zu nennen) aber eben auch Klassiker wie ein unglaublich starkes In The Cage Medley, wo man, wenn man hingehört hätte auch anspruchsvolle Gitarrensoli gefunden hätte.
Übrigens spielt live die schwereren, schnelleren Passagen ein gewisser Daryl Stuermer, da Mike Rutherford zwar von sich sagt, gut komponieren zu können, aber nicht der beste Gitarrist der Welt zu sein. Ja und statt sich zu beweihräuchern, lässt er einen alten Weggefährten ran, um dem Publikum das Beste anzubieten.
Ist das Perfektionismus den man ablehnen sollte? Ich sage nein.
Weiterhin finden sich mit Domino, Home By The Sea und dem grandiosen Los Endos und dem schon genannten Carpet Crawlers Stücke auf der CD die selten so gut klangen wie diese Tour. Das eben diese Stücke sowie ein Song Ripples mehr als drei Akkorde besitzen, scheint der Schreiber nicht mehr wahrgenommen zu haben. Schade eigentlich, dass ihm das niemand mehr gesagt hat.
Wenn schon einen Veriss, dann bitte richtig und nicht nur per Absonderung alter Vorurteile ohne gewissenhaftes Anhören der Belegplatte... Ich finde sowas peinlich.
Das kritisierte Intro ist übrigens aus zwei Stücken des Albums Duke (Behind the Lines und dem Instrumentalstück Duke's End) zusammengebaut und nennt sich daher passenderweise "Duke's Intro".
Klar ist es nicht das anspruchsvollste Stück Musik der Genesis Geschichte, aber es ist ein kraftvoller Einstieg, mit zwei Drumsets und Passagen für alle Bandmitglieder. Es vermittelt gleich zu Beginn des Konzerts eine klare Aussage: Genesis spielen wieder Stücke von früher!
Wer dagewesen ist, weiss was ich meine. Duke's Intro war ein starker Opener - Und der Song Turn It On Again, war auch keine Überrachung: War er doch der Titelgeber dieser Tour. Wusste der Rezischreiber wahrscheinlich aber auch nicht...
Was bleibt zu sagen?
Die Genesis Setliste 2007 war selten so gut gemischt und das die hier vorliegende CD zum allersten mal den kompletten Set einer Genesis-Konzert-Tour wiedergibt, ist dem Ersteller der Kritik leider auch entgangen.
Ehe man sich durch diese leider sehr oberflächliche und arg schwache Kritik vom Kauf abbringen lässt, möge der mündige Laut.de Leser in den Plattenladen seines Vertrauens gehen und mal ein paar der von mir benannten Stücke anspielen und dann selber seine Entscheidung treffen.
Die veröffentlichte Kritik wird der CD in keiner Weise gerecht und hätte eine solche lange Antwort eigentlich garnicht verdient.
Ich bedauere es nicht, auf der Tour gewesen zu sein und auch nicht, die LoE gekauft und auch schon an Freunde verschenkt zu haben.
In diesem Sinne eine Ansage an Leute mit Musikgeschmack: Hört mal rein und entscheidet selbst. Ich sage nur - Turn It On Again.
PS:
Die Platte hört sich übrigens auch gut laut über 5.1 an, da hat man das Gefühl im Stadion zu sein...

ich habe mir ja anstelle dieser Live-CD diejenige des Konzerts gekauft, an dem ich selber war. Es stimmt z.T. halt schon... Genesis sind Perfektionisten, aber das schliesst für mich nicht aus, dass sie ihre Musik nicht leben! Dasselbe mit Pink Floyd und PULSE... das Konzert war seinerzeit ebenfalls perfekt auf den Punkt gespielt, aber zu der ganzen Show, wie sie damals zu sehen war, wären Improvisationen und Jam-Sessions vollkommen fehl am Platz gewesen! Natürlich kann man dann auch von der Live-CD nicht erwarten, gross überrascht zu werden. Von daher finde ich die Kritik eigentlich schon gerechtfertigt. Eine schöne Erinnerung an die Konzerte sind sie trotzdem.
"Eine schöne Erinnerung an die Konzerte sin"d sie trotzdem. "
ich glaube, genau das ist der punkt. wenn ein paar ältere herren auf tour gehen, um einfach mal routiniert spass zu haben, wendet sich solch eine scheibe doch sowieso an fans und neueinsteiger.
da muss man m.E. nicht erwarten, dass auf einmal der kreative hammer kreist. is' doch aber schön zu sehen, dass es die alten haudegen noch gibt.
ich für meien bescheidenen, höchst subjektiven teil, freue mich über ein durchschnittliches album überdurchschnittlicher künstler jedenfalls 100 mal mehr, als über jene dominanz der deutschen zweitklassigkeit, mit der "wir helden im juli auf dem silbermond" sind.
An alle, die diese CD erst noch kaufen:"VIEL SPAß"
Genießt das In the Cage Medley. Diése getragene Version ist ahnlich wie die 74er Version von "The Lamb lies down on broadway". Das in the Cage Medley hat über 30 Jahre gebraucht bis es vollendet war. Jetzt ist es vollbracht, es hört sich perfekt an. Eine überragende "Cinema Show". Gänsehaut bei Mike's Bass-Pedal- Einsatz und bei dem mitreissenden Sound von Tony Banks.
Der Gitarrist von Genesis seit 30 Jahren heißt ja bekanntlich Daryl Sturmer. Für mich einer der perfektioniertesten Gitarristen der Welt, präsentiert während des Medleys eine Meisterleistung. Ich weiß das mich jetzt viele wegen Herrn Hackett zerreißen werden, doch Herr Sturmer hat es sich nach dieser Tour und nach 30 Jahren im Hintergrund verdient hier erwähnt zu werden.
"Duke's Travel", zum ersten Mal hier eingebaut, kommt nach dem 2. mal hören so rüber als hätte es immer dazugehört. Die drückende Stimmung und die Energie des Medley's staut sich 15 Minuten lang auf und entläd sich beim Höhepunkt des "Guide Vocal" Teils in das glanzvolle Meisterwerk "Afterglow".
Die letzten 2 Minuten erscheinen dann wie eine Sonne die nach einem wunderschönen Tag untergeht. Man fühlt sich während diesem Instrumentalen Teil wie der König der Welt, wie der coolste Typ der Stadt, genauso wie vor 30 Jahren!
Gordon Buschle scheint kein Freund des Pop-Rocks von Genesis zu sein. Muss er ja auch nicht.
Nick Davis hat hier wieder saubere Arbeit geleistet und die Platte in gewohnter Perfektion abgemischt.
Wem das zu steril ist, dem empfehle ich die Encore-Serie. Man kann sich jedes Konzert der Tour zulegen, ungeschminkt und ungeschnitten. Die CDs gibt es hier: http://themusic.com/encore/genesis2007/
Welche Art des Mitschnitts Ihr auch lieber mögt, Musik von Genesis ist einfach geil!
Gruß
PL
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