Porträt

laut.de-Biographie

Gayle San

Zu Beginn der 90er Jahre kommen House und Techno in Europa voll ins Rollen. Die einstige Untergrundkultur dringt in den Mainstream vor. Der asiatische Kontinent braucht hingegen noch einige Zeit, bis Mitte des Jahrzehnts erste Acts wie Technasia aus Hong Kong zum Leben erwachen und sich im fernen Osten eine ähnliche Entwicklung wie in Europa anbahnt. Der Aufstieg Asiens in der internationalen Technocommunity kommt für die in Singapur geborene Gayle San zu spät. Sie geht nach London und startet dort ihre DJ-Karriere.

Ihre Liebe zur Musik beginnt in den 80er Jahren in ihrer Geburtsstadt Singapur mit dem Kauf von Princes "Purple Rain"-Album. Später spielt sie im Vorprogramm von Bands wie Kool, Earth Wind & Fire oder The Commodores, bevor sie der elektronischen Musik verfällt. Fasziniert von der Kunst, zwei Platten gleichzeitig abzuspielen, richtet sich San in der Nähe der DJ-Kanzel häuslich ein, wie sie sich in einem Interview später erinnert: "Die ganzen anderen Mädels tanzten, und ich stand hinter dem DJ und schaute fasziniert zu."

Lehrstunden, die sich schon bald in barer Münze auszahlen. Kaum in ihrer Wahlheimat London angekommen, erhält sie eine Residency im Universe, einer der renommiertesten Adressen in der britischen Metropole. Von Beginn an dem hart funkigen Detroit-Techno von Jeff Mills und Underground Resistance verfallen, nimmt Gayle San im eher trancigen Technoverständnis auf der Insel von Beginn an eine exponierte Stellung ein. Dennoch erspielt sie sich mit ihren treibenden Sets eine treue Fangemeinde und baut sich mit einer Residency im Frankfurter Omen ein Standbein auf dem Kontinent auf.

Ihre ersten Produktionen entstehen jedoch noch auf der Insel, wo sie für die Tribal Gathering-CDs 1994 und '95 jeweils einen Track beisteuert, die sich noch stark Goa-Trance beeinflusst geben. In der Folge wandelt sich ihr Style hin zu einer harschen Funkiness, wie ihr erstes Release auf dem eigenen Label Equator 1998 deutlich macht.

Seither ist sie regelmäßiger Gast bei den besten Adressen im Label-Zirkus. Jay Denham bringt auf Black Nation ihre "Backbone EP" heraus, Fine Audio Recordings releast mit "Mind Your Own Business" einen Verkaufsschlager, und Primate sowie Compressed geben sich bei der bekennenden Jazz- und Blues-Hörerin die Klinke in die Hand. 2000 produziert Jam El Mar, die eine Hälfte von Jam, produziert mit Gayle San die beiden EPs "First Impression" und "Overjam!".

2001 relaunched sie ihr Label, das mit Maxis von Cristian Varela, Bryan Zentz, Jay Denham und Justin Berkovi richtig durchstartet. Zu ihrem guten Ruf in Technokreisen haben die zahlreichen Mix-CDs nicht unwesentlich beigetragen. Ob beim österreichischen Label XXX, auf Fine Audio oder Galvanic, Gayle Sans energetischer Tribaltechno Style an den Turntabels findet reißenden Absatz und verschafft ihr einen dicht gefüllten Terminkalender mit Dates in allen wichtigen Clubs rund um den Globus.

2004 erweist sie einem ihrer Lieblingsclubs, dem kurz zuvor geschlossenen Palazzo in Bingen, mit einem Mix die letzte Ehre. Harte Technotools von Adam Beyer, Umek, Cristian Varela und The Advent geben auf "Palazzo Vol 2" den Takt an.

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