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95 Sekunden holen die Gallows Luft, bevor Frontsau Frank Carter mit blutrünstiger Stimme das Konzept ihres zweiten Album vorstellt: "Grey Britain is burning down [...] the Queen is dead and so is the crown". Der Nachfolger ihres harschen Debüts versteht sich als Abrechnung mit dem gegenwärtigen Zustand ihres englischen Heimatlandes.
Dieser inhaltliche Rahmen ist PR-technisch schlau gewählt, denn dass die Gallows was zu sagen haben, war nicht unbedingt zu erwarten. Immerhin sangen die Watforder in ihrer Über-Hymne "Orchestra Of Wolves" noch davon, einer Dame keinen Alkohol zu spendieren, damit diese auch zu späterer Stunde noch fähig ist, das beste Stück zu lutschen. Diese Arbeiterklassen-Radikalität findet auf "Grey Britain" eine überraschend politische Komponente.
Auskotzen ist die Parole des Lageberichts von der Insel. Über die sozialen Zustände, über ein ignorantes Miteinander, über den Schmutz und die Kriminalität. Kurz: über alles und jeden. Glücklicherweise sind die Gallows schlau genug, diesen Zustand nicht einfach auf ihre katastrophale Regierung zu schieben, sondern klagen sich und ihre Mitbürger an: "There are no scapegoats left to blame / we brought this on ourselves when we could have been the change."
Mit dieser Aufforderung zur Selbsterkenntnis umgehen die Gallows geschickt das Fettnäpfchen der Instrumentalisierung, in das der Britpop vor ein paar Jahren recht unbedarft trat, nur um als Blair'sches Fotomotiv zu enden.
"Grey Britain" könnte der Band nun endlich den verdienten Durchbruch bringen, denn neben dem Inhalt ist auch die Musik bereit, die Masse anzusprechen. Mit einem fetten Producer im Rücken zeigen sich die Gallows außerdem imstande, ihrer Wut und ihrem Verdruss auch musikalischen Druck zu verleihen. Diese Nachhilfe in Sachen Power lenkt den Sound in eine aggressive Mosher-Attitüde ("The Riverbed") und nimmt der Instrumentierung etwas von der herrlichen Rotzigkeit, die noch das Debüt bestimmte.
Tadellos Durchballern statt irgendwie Hinschmieren war sicher einer der wichtigsten Grundsätze im Vorfeld des Albums: Brachiale Metal-Riffs und knatternde Double-Bass inklusive. Der Catchyness ihrer Songs tut dieses Sound-Update keinen Abbruch. Nach wie vor bieten die Gallows knackiges Liedgut am laufenden Band.
Trotz aller Professionalität: Ein kleines bisschen origineller und die Gallows wären vielleicht die Band des Jahrzehnts. Denn eigentlich stimmt alles bei ihnen: Aussehen, Haltung und Herkunft. Mit ihrer recht geradlinigen musikalischen Herangehensweise sind sie einigen Metalcore- und Emo-Jugendidolen (mit denen sie sich auf der diesjährigen Vans Warped Tour die Bühne teilen) manchmal um einiges näher als den klassischen Heroen, die die Genres definierten.
Gott vergelts. Carter klingt, als würde er beim Singen Blut kotzen und auch die typisch gallowschen Schlachtruf-Harmonien ("I Dread The Night") ertönen nach wie vor zwingend. Auch wenn zum Klassiker noch ein Stückchen fehlt: Für den Beweis, dass Musik selbst im Jahre 2009 noch ein Statement sein kann, muss man den Gallows auf Knien danken.
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London Is The Reason macht süchtig!
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Wer auch immer diese Rezension geschrieben hat sollte sich das Titelstück des Debüts nochmal anhören und vielleicht diesen Text nochmal überarbeiten.
ich finde das album durchaus geil, ein bisschen besser als der vorgänger sogar! und ich war auch durchaus überrascht von der sanften und angenehmen stimme von Frank bei dem intro von "the Vulture Act I+II)". Albumintro FETT, Moshpower FETT, und mein HIGHLIGHT:
Song "Grves" MIT SIMON NEIL VON BIFFY CLYRO! Ein Traum! =)
sehr geiles album
wage mich aber nicht daran die beiden alben zu vergleichen, da sie dafür einfach zu unterschiedlich sind
mich wundert es nur, dass bei der kritik das album keine 5 punkte von der redaktion bekommen hat 

in meinen persönlichen hat sie es schon geschafft zusamen mit the artist in the ambulance von thrice u.a. 
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