Porträt

laut.de-Biographie

Galaxie 500

Galaxie 500 sind mit ihrem minimalem Soundarrangement, psychedelischen Einflüssen und verträumtem Indie eine in der Öffentlichkeit der 80er Jahre weithin kaum beachtete Band. Ihre Einflüsse liegen bei Jonathan Richman, Spacemen 3 und The Velvet Underground. Für die meisten Hörer ist der Sound der Harvard-Studenten zu unkonventionell.

Die Gründer der Gruppe, Dean Wareham (Gitarre), Naomi Yang (Bass) und Damon Krukowski, (Schlagzeug) lernen sich auf der Highschool in New York kennen. Mangels eigener Ausrüstung leiht sich Krukowski anfangs bei einem Kommilitonen, der selbst nicht mehr spielt, ein Schlagzeug aus.

Dem Schulabschluss folgt der Gang zur Universität. Sie besuchen die Harvard-Uni in Boston und formieren sich zum Trio Galaxie 500, benannt nach dem Ford eines Freundes. Neben kleineren Konzerten in Boston und New York nehmen sie ein Demotape auf, das sie dem Labelchef von Shimmy Disc, Mark Kramer, zuschicken. Er produziert gemeinsam mit ihnen zwei Singles ("Tugboat", "Oblivious"), denen 1988 schließlich das Debüt "Today" auf dem kleinen Label Aurora folgt.

Im selben Jahr touren sie durch Großbritannien und begeben sich in die Hände von Rough Trade, auf dem ein Jahr nach dem Debüt "On Fire" folgt und ein weiteres Jahr darauf "This Is Our Music." Die Alben rezipieren Kritiker als Symbiose Jonathan Richmans und The Velvet Undergrounds. Diese sind schließlich auch die maßgeblichen Einflüsse.

In England steigt das zweite Album bis in die Top 10 der Indie-Charts. Amerika hingegen feierte das Werk weitaus weniger euphorisch. Hauptstreitpunkt sehen Kritiker in der Stimme Warehams, die sie als leicht, zerbrechlich und unpassend bezeichnen.

Nach Veröffentlichung des dritten Albums und einer ausgedehnten Tour durch die Staaten löst Warham die Band auf. Das Label geht kurz darauf ebenfalls pleite, Einnahmen von folgenden Verkäufen fließen somit nicht mehr dem Trio zu.

Alle drei bleiben nach dem Bruch der Band im Metier und spielen in anderen Bands weiter. Wareham arbeitet unter dem Namen Luna weiter und produziert vorher noch eine Single mit Mercury Rev, Yang und Krukowski veröffentlichen als 'Damon And Naomi' weiter Platten.

Es folgen CD-Boxsets bei anderen Labeln, die somit nochmals versuchen, die Band gewinnbringend unter die Fans zu bekommen. Den meisten Anhängern der Gruppe sind die Boxsets, die neben den drei Studioalben nur eine neue Demo-CD enthalten, schlichtweg zu teuer. 2010 erscheinen die geremasterten Studioalben bei Domino Records und werden einzeln zum Verkauf angeboten. Als Deluxe Version in Form einer CD oder Vinyl.

Der Einfluss der Gruppe reicht trotz ihrer geringen öffentlichen Wahrnehmung und mageren Plattenverkäufen bis heute. Neben Low und Sonic Youth bekennen sich auch Brian Jonestown Massacre zu der Band und ihrem Einfluss auf das eigene Musikschaffen. Jamie Stewart verwendet den Albumtitel "On Fire" in einem eigenen Song ("Listen To On Fire And Pretend Someone Could Love You").

2004 erscheint eine DVD mit Live-Mitschnitten von Konzerten, Musikvideos. Ein Zeitdokument, das die vierjährige Geschichte der Band nachzeichnet. Die DVDs sind sowohl für Einsteigerfans wie auch zur Vervollständigung der Sammlung bestens geeignet.

Die Synthese der leicht verzerrten angeschlagenen E-Gitarren, Warehams weicher Gesang, der in eine hohe Kopfstimme mündet und das akzentuierende Schlagzeug, stellt in seiner Form etwas einmaliges dar. Der melancholische Grundton untermalt den Soundaufbau perfekt. Zu recht kürte Pitchfork daher "On Fire" unter den Top 100 Alben der 80er Jahre auf Platz 16. Das deutsche Rolling Stone Magazin gewährte dem Langspieler einen ehrenwerten Platz in den Top 500 der besten Alben aller Zeiten.

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