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Unverschämte Gebühren und ungerechte Verteilung werden der GEMA vorgeworfen. Zeit, einmal nachzufragen.
Konstanz (hf) - Angesichts der geplanten Tarifreform, dem ungeklärten Konflikt mit YouTube und einem Prozess gegen Musikpiraten wegen einer umstrittenen Creative Commons-Lizenz vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem nicht über den Musikrechteverwerter GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) berichtet wird.
Das ab Januar 2013 geltende neue Gebührensystem möchte alles einfacher und gerechter machen. Diskothekenbesitzer und Musikveranstalter beklagen hingegen eine immense Verteuerung der Gebühren und fürchten um ihre Existenz.
Die Musikpiraten kämpfen um das Recht der Künstler, einzelne Titel von der GEMA-Lizenzierung auszunehmen und unter Creative Commons-Lizenz anzubieten. Derweil formiert sich mit C3S eine Alternative zum Quasi-Monopolisten GEMA, der mittels Creative Commons-Lizenzierungen einen Kompromiss zwischen Künstlern und Veranstaltern finden möchte.
laut.de wollte wissen, was die GEMA zu all dem sagt und hat sich mit Gaby Schilcher, Pressesprecherin der GEMA, unterhalten.
Frau Schilcher, kürzlich gab es eine Demo in Berlin, Transparente wie "GEMA kacken" und "GEMAinheiten lassen wir uns nicht mehr gefallen" waren zu sehen. Beeindruckt sie die Wucht der Proteste gegen die 'Reform' der Veranstaltungstarife?
Schilcher: Die Proteste sind natürlich sehr emotional aufgeladen und zum großen Teil sehr polemisch. Das ist schade, denn die neuen Tarife sind ein Schritt in die richtige Richtung. Es wurde in der Vergangenheit ja immer kritisiert, dass die GEMA mit einem Tarifdschungel aufwarten würde, dass die Tarife unausgeglichen und ungerecht seien. Genau diese Kritik haben wir uns zu Herzen genommen. Jetzt gibt es zwei Tarife statt elf, das heißt, es ist viel klarer und viel transparenter. Und es ist, und das ist ganz wichtig, linear aufgesetzt. Das heißt in Zukunft werden alle Veranstalter in Deutschland im Verhältnis das Gleiche bezahlen.
Das heißt auch, dass viele kleine Veranstaltungen deutlich günstiger werden, ein Sommerfest etwa oder eine Party. Die werden in Zukunft zum Teil weniger als die Hälfte bezahlen. Dann gibt es einen Bereich, in dem sich nicht viel ändern wird. Und es gibt einen Bereich, der bisher sehr bevorzugt war und in Zukunft mehr bezahlen wird.
Gerechter ist es ja nicht unbedingt: Gerade die Veranstalter aus dem letzten Bereich, also Club- und Kneipenbesitzer, beklagen die fehlende Einzelfallgerechtigkeit, die mit der Reduzierung von elf auf zwei Tarife einherginge. Sie sind der Meinung, dass die alten Tarife sehr gut auf die jeweiligen Veranstaltungen abgestimmt gewesen wären. Kehren die neuen Tarife zu viele verschiedene Veranstaltungen über einen Kamm?
Schilcher: Es ist ja so, dass wir von sehr ähnlichen Veranstaltungen sprechen. Wer eine Party organisiert, braucht auch einen DJ und eine Bar und kassiert Eintrittsgeld. Diese Veranstalter zahlen im Augenblick ein Vielfaches von dem, was Diskothekenbetreiber für die gleiche Veranstaltung bezahlen. Und es kann ja nicht sein, dass eine fast identische Musiknutzung anders lizenziert wird. Da ist im Laufe der Jahre die Schere durch das nicht-lineare System deutlich auseinander gegangen, so dass ein kleiner Veranstalter fast 30% seines Eintritts bezahlt, während große ein bis zwei Prozent bezahlen. Hier die Einzelfallgerechtigkeit zu bemühen, die bei vielen anderen Tarifen natürlich sinnvoll ist, ist einfach nicht angemessen. Eine Veranstaltung ist eine Veranstaltung und zehn Prozent der Eintrittsgelder sind ein faires Vergütungssystem.
Diese zehn Prozent entsprechen in vielen Fällen aber einer Gebührenerhöhung von 600 bis 1.200 Prozent. Das ist im Vergleich zu anderen Branchen eine, milde ausgedrückt, ungewöhnlich hohe Preissteigerung.
Schilcher: Das ist richtig, aber es wird auch mit sehr hohen pauschalen Summen hantiert, die ich so nicht ganz nachvollziehen kann. Aber nehmen wir sie einmal als Realität an: Sollte ein Diskothekenbetreiber zukünftig pro Jahr 100.000 Euro an die GEMA bezahlen, dann hat er schon mal eine Million an Eintrittsgeldern generiert. Durch Studien weiß man, dass das Eintrittsgeld der Diskotheken circa 20% des Gesamtumsatzes ausmacht, der allergrößte Teil aber durch Getränke, Verzehr und ähnliches generiert wird.
Das heißt, wenn jemand wirklich diese auf den ersten Blick so hohe Summe von 100.000 Euro bezahlen muss, hat er schon mal fünf Millionen an Gesamtumsatz. Und dieser Umsatz basiert zu einem großen Teil auf der Arbeit der Musikurheber – die Leute kommen ja in den Club, weil sie tanzen wollen. Und dass sie dann die Urheber mit 2,50 Euro abspeisen wollen, ist nicht fair. Auch die Clubbetreiber müssen anerkennen, dass sie von der Arbeit anderer Menschen leben.
Laut DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) kommt es zu diesen hohen Tarifen auch aufgrund von vielfältigen, teilweise vollkommen neuen Zuschlägen. Wieso führt die GEMA denn zusätzlich zu den neuen Tarifen auch noch Zuschläge ein, die es bisher nicht gab?
Schilcher: Es gibt einige Zuschläge, das ist richtig. Die gab es aber vorher, teilweise in anderer Form, auch schon. Zum Beispiel müssen Sie einen Zuschlag zahlen, wenn Sie über Laptop Musik abspielen, das gibt es schon seit Jahren. Dann gibt es den sogenannten Zeitzuschlag. Hier hätte man – wenn die Bundesvereinigung der Musikveranstalter die Verhandlungen nicht abgebrochen hätte – sicher noch diskutieren können, ob man die Zeitspanne nicht verlängert oder den Zuschlag genauer staffelt. Im Augenblick ist angedacht, dass, wenn eine Veranstaltung länger als fünf Stunden dauert, 50% Zuschlag dazukommen.
Nun hat ja im Grunde jede Disko länger als fünf Stunden auf...
Schilcher: Da hätte es wie gesagt sicher noch Verhandlungsmöglichkeiten gegeben. Wir hätten es auch sehr gerne gesehen, das Ganze stufenweise einzuführen, etwa indem man sagt, man setzt diesen Zuschlag auf drei oder fünf Jahre an, im ersten Jahr zahlt man 50%, im nächsten 60% und so weiter. Auch das hätten wir gerne mit der Bundesvereinigung so vereinbart, aber hier wurden die Verhandlungen abgebrochen, weil der Grundsatz des Tarifs – zehn Prozent für alle Veranstalter in Deutschland – von den Verhandlungspartnern nicht akzeptiert wurde. Die GEMA kann aber über diesen Punkt nicht diskutieren, weil das schlicht und ergreifend der Kern des neuen Tarifsystems ist.
Bei einer Erhöhung der Tarife um 600 bis 1.200 Prozent von einem Jahr auf das andere ist es wohl nicht verwunderlich, dass die Gespräche abgebrochen werden.
Schilcher: Das sehe ich anders. Ich denke, es ist auch für die Verhandlungspartner wichtig, den Musikmarkt realistisch einzuschätzen. Es kann ja nicht sein, dass eine Diskothek, die von der Musik lebt, ein Bruchteil dessen zahlt, was jeder andere Veranstalter zahlt, und in der Summe so wenig, dass kein Urheber davon leben kann. Es kann nicht sein, dass man sagt, mir ist egal, was mit den Musikurhebern ist, mir geht es nur darum, meine Gewinnmarge konstant zu halten.
Das ist ja gar nicht unbedingt der Fall. Es sind sich ja alle einig, dass die Künstler Geld bekommen sollen. Andererseits sind die Veranstalter ja auch Kulturermöglicher und sorgen erst einmal dafür, dass die Musik überhaupt gespielt wird. Baut die GEMA mit ihrer kompromisslosen Haltung vielleicht unnötig Gegensätze auf?
Schilcher: Ich weiß nicht, was daran ein Gegensatz sein soll, wenn ich sage, ein Musikurheber hat einen gewissen Prozentsatz des Umsatzes verdient, der mit seiner Musik gemacht wird. Natürlich sind Musikveranstalter Teil der Kulturbranche. Und natürlich ist es für unsere Mitglieder ganz wichtig, dass ihre Musik gespielt wird. Aber das eine schließt ja das andere nicht aus. Auch ein Kulturveranstalter muss den Pächter des Raums oder den Getränkelieferanten bezahlen. Leistung, die man in Anspruch nehmen will, muss bezahlt werden. Und nur weil man geistige Leistung nicht anfassen kann, ist sie nicht weniger wert.
Sie haben vorhin schon einige kleinere Veranstaltungen genannt, die günstiger werden. Ein Sommerfest oder einmalige Partys etwa. Nun müssen Musikkneipen, die ja auch zu den kleineren Veranstaltungen zählen, mit 1.000 bis 3.500 Prozent Mehrbelastung rechnen. Wie passt das zusammen?
Schilcher: Hier immer diese pauschalen Zahlen zu nennen ist nicht zielführend, das muss man sich im Einzelfall anschauen. Wenn ich eine Kneipe habe, in der die Leute ein Bier trinken und sich unterhalten wollen, dann ist das Hintergrundmusik. Die kostet im Jahr ein paar hundert Euro und gut ist. Wenn ich aber eine Kneipe habe, die von der Musik lebt, wo die Leute hingehen, um die Musik zu hören, dann ist das eine andere Nutzung. Dann steht die Musik im Vordergrund und das muss man auch im Tarif abbilden. Pauschal zu sagen, in jeder Kneipe, in der Musik läuft, gibt es eine tausendfache Erhöhung ist schlicht und ergreifend Polemik.
Wo wird da die Grenze gezogen? Muss es einen DJ geben?
Schilcher: Das muss man sich anschauen, das kann ich so schlecht beurteilen. Aber ich denke, es ist jedem so ziemlich klar. Wenn ein DJ da ist und die Musik die Attraktivität der ganzen Geschichte darstellt, ist es eher eine Musikkneipe.
Das heißt es können auch Kneipen, die keinen DJ haben, als Musikkneipe gewertet werden?
Schilcher: Wie gesagt, da würde ich mich einfach an die Bezirksdirektion vor Ort wenden und einen Kundenberater anfordern, der vorbeischaut und das dann beurteilen kann.
Gibt es denn überhaupt regelmäßige kleinere Veranstaltungen, die günstiger werden?
Schilcher: Regelmäßig im Sinne von Diskothekenvertrag? Die werden vermutlich alle teurer werden, weil diese Diskothekenpauschale momentan extremst günstig ist.
Also werden konkret nur Einzelveranstaltungen günstiger?
Schilcher: Genau. Aber Einzelveranstaltungen machen ja den allergrößten Anteil der Veranstaltungen in Deutschland aus. Wir lizenzieren im Jahr über eine Million Einzelveranstaltungen, Diskotheken gibt es gerade einmal tausend. Da sehen Sie auch, dass die Aufregung über die neuen Tarife aus einer sehr, sehr kleinen Ecke kommt. Der größte Anteil der Veranstalter wird weniger bezahlen.
Wem ist denn geholfen, wenn 2013 nun tatsächlich das große Diskothekensterben einsetzt?
Schilcher: Ich verstehe, dass die Diskothekenbesitzer über die Erhöhung erst einmal sauer sind und mit hohen Emotionen irgendwelche Drohungen aussprechen. Aber überlegen Sie doch mal: zehn Prozent des Eintrittsgeldes, das sowieso nur 20% des Gesamtumsatzes ausmacht – warum sollte deswegen ein Clubsterben einsetzen? Klar ist, dass ich als Veranstalter etwas anders kalkulieren muss, vielleicht werden auch die Gewinnmargen etwas schmäler. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wegen diesem geringen Prozentsatz irgend ein Betrieb zur Schließung verdammt ist.
Gerade kleinere Clubs operieren ja aber zum Teil heute schon am Existenzminimum.
Schilcher: Nun gut, wenn das Gesamtkonzept nicht stimmt, oder einfach die Besuchergruppen, aus welchen Gründen auch immer, nicht kommen, dafür können die Urheber ja auch nichts. Aber wenn ein geringer Umsatz erwirtschaftet wird, will der Urheber ja auch nur wenig. Das ist ja das Schöne an den prozentualen Abgaben. Letztlich muss sich ein Veranstalter aber schon fragen, ob es auf die Dauer sinnvoll ist, wenn die Ausgaben nicht reinkommen. Aber das Problem ist nicht, dass die Urheber zehn Prozent des Eintritts möchten.
In vielen Branchen sind Rabatte üblich, wenn es um große Mengen oder ein hohe Nutzung geht. Sieht die GEMA nicht mehr ein, Rabatte zu gewähren?
Schilcher: Es gibt nach wie vor Rabatte, zum Beispiel werden ab 16 Veranstaltungen pro Jahr zehn Prozent Rabatt angeboten. Außerdem gibt es auch weiterhin 20% Rabatt für DEHOGA-Mitglieder. Aber grundsätzlich ist es aus unserer Sicht nicht mehr sinnvoll, dass große Veranstalter einen deutlichen Mengenrabatt genießen, während kleine im Verhältnis zu viel bezahlen.
Insgesamt sind die Rabatte also geringer geworden?
Schilcher: Die 20% Gesamtvertragsnachlass sind gleich geblieben. Bei den zehn Prozent gab es früher höhere Staffelungen, das ist richtig, aber zehn Prozent Nachlass gibt es nach wie vor.
Die GEMA pflegt gerne das Image einer karitativen Einrichtung, die sich um das Wohl aller Urheber sorgt. Tatsächlich fließen aber 65% der Ausschüttungen an nur 5% der Mitglieder. Wie sieht es mit dem Anspruch der GEMA aus, dass die großen Fische etwas an die kleinen umverteilen?
Schilcher: Wir sind keine karitative Einrichtung, wir sind eine Verwertungsgesellschaft und die Urheber übertragen uns das Recht, ihre Nutzrechte wahrzunehmen. Ich weiß nicht, warum jemand, der öfters gespielt wird und höhere Einnahmen erzielt, diese mit anderen teilen sollte. Das, was dem einzelnen Urheber vom System zugeordnet wird, soll er auch erhalten. Ich kann die Ansicht nicht teilen, dass jemand, der erfolgreich ist, automatisch seine Einnahmen mit anderen, die weniger erfolgreich sind, teilen sollte. Als GEMA ein Gehalt zu kürzen, was jemandem zusteht, wäre schlicht und ergreifend auch ungesetzlich.
Das Problem ist doch eigentlich, dass auch bei Musik, bei der sie nicht wissen, was gespielt wird, die Einnahmen nach dem gleichen Schlüssel verteilt werden, die 5% also auch davon mehr bekommen. Dabei wird ja gerade in Clubs und Kneipen eher randständige Musik gespielt.
Schilcher: Das ist richtig. In vielen Bereichen haben wir eins zu eins Listen, zum Beispiel im Rundfunk und von der Tonträgerindustrie, auch bei Konzerten haben wir mehr als die Hälfte der Listen. Da können wir gut hochrechnen. Im Bereich der Hintergrundmusik – in Cafés, Restaurants und im Einzelhandel – wird oft das Radio laufen gelassen oder es werden CDs gespielt. Man kann deshalb schon davon ausgehen, dass in Cafés und im Einzelhandel das gespielt wird, was auch im Radio läuft und was viel verkauft wird. Dieser Topf wird also in der Tat nach dem Schlüssel der anderen Bereiche verteilt. Wer viel live gespielt wird, wer oft im Radio läuft und viel verkauft, bekommt deshalb auch im Bereich der Hintergrundmusik mehr.
In den Diskotheken wird allerdings nicht das gespielt, was in den anderen Bereichen viel gespielt wird. Das heißt, diese Musik wird kaum auf Tonträgern verkauft, läuft kaum im Radio und wird selten live gespielt. Aus diesem Grund haben wir seit vielen Jahren ein Black Box-System in den Diskotheken. Wir haben eine statistisch relevante Größe an Boxen in Diskotheken von Media Control (die auch die Charts berechnen, Anm. d. Red.) aufhängen lassen, in denen das gespielte Repertoire mitgeschnitten und ausgewertet wird. Die Einnahmen im Diskothekenbereich werden dann anhand dieser Listen verteilt und nicht anhand der anderen Listen.
Diese Black Boxes hängen aber nur in den größeren Diskotheken.
Schilcher: Nein, Media Control hat sich sehr unterschiedliche Clubs ausgesucht, und das nach einem statistisch relevanten System. Die können das so hochrechnen, dass von einer sehr realistischen Nutzung ausgegangen werden kann. Natürlich wäre eine eins zu eins Auswertung besser, und ich bin mir sicher, dass es in wenigen Jahren ein funktionierendes digitales System geben wird. Aber noch ist das Black Box-System die beste Lösung.
Sie sind also der Meinung, dass es die Realität abbildet, wenn 5% der Mitglieder mehr als die Hälfte der Einnahmen bekommen.
Schilcher: Natürlich! Wir bewerten das Ganze schließlich nicht, sondern wir sind ein großer Rechner. Auf der einen Seite kommen diese Meldelisten rein und auf der anderen Seite spucken wir nach dem Verteilungsschlüssel Gelder aus, die diesen Meldelisten zugeordnet wurden.
Es liegt Nahe, dass dieser Verteilungsschlüssel ungerecht ist, weil auch die Organisationsstruktur der GEMA ungerecht ist. 3.400 stimmberechtigte ordentliche Mitglieder stehen 55.000 sogenannten angeschlossenen Mitgliedern gegenüber, die praktisch über kein Mitbestimmungsrecht verfügen.
Schilcher: Das ist eine politische, vereinsrechtliche Geschichte. Das ist richtig, es gibt knapp dreieinhalb tausend ordentliche Mitglieder, die politisch mitbestimmen dürfen. Das hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Verteilung der Gelder.
Naja, wenn nur die oberen dreieinhalb Tausend über die Verteilung entscheiden, kann man schon davon ausgehen, dass sie in ihrem Interesse handeln.
Schilcher: Nein, auch ein ordentliches Mitglied kann das System nicht außer Kraft setzen, dass die GEMA eine Musikfolge geschickt bekommt und danach das Geld an den Urheber geht. Da geht es nur um Bereiche, die nicht eins zu eins zuordenbar sind. Da galt bisher das Solidaritätsprinzip, das bei kleineren Veranstaltungen vorsah, dass, egal ob jemand 20 oder 200 Euro einspielt, jeder gleich viel bekommt. Das war jahrelang das Prinzip, das aber auf der letzten Mitgliederversammlung dahingehend geändert worden ist, dass es nun direkter verrechnet wird. Auch die angeschlossenen Mitglieder haben übrigens 64 Vertreter.
Das ist ja eigentlich lachhaft, 64 Vertreter gegenüber 3.400 stimmberechtigten Mitgliedern.
Schilcher: Naja, es kann ja auch nicht sein, dass Sie viele, viele Tausend Urheber dabei haben, die keinen Euro einspielen, aber volles politisches Mitbestimmungsrecht haben. Also natürlich müssen diejenigen, die Profimusiker sind, auch mehr zu sagen haben, als Zigtausende, die mal ein Lied eingereicht haben und vielleicht selber mal auf einem Sommerfest spielen.
Nun ist es ja nicht so, dass die große Masse nichts erwirtschaften würde. Wenn 5% der Mitglieder 65% der Einnahmen erwirtschaften und das nach Ihren Berechnungen stimmt, erwirtschaftet der Rest immerhin 35%. Das steht ja auch in keinem Verhältnis zu den lediglich 64 Vertretern.
Schilcher: Wie gesagt müssten die Urheber an dieser Stelle politisch aktiv werden und sagen, dass sie noch mehr haben wollen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das System auch so gut ist, weil diejenigen, die von ihrer Arbeit als Musiker leben natürlich mehr bestimmen, als die Vielen, die vielleicht mal in jungen Jahren mit Engagement rangehen, GEMA-Mitglied werden und zwei, drei Titel komponiert haben, das aber letztlich nicht als Beruf wahrnehmen, sondern als Hobby.
Den GEMA-Mitgliedsbeitrag zahlen die weniger bekannten Musiker wie alle anderen auch, trotzdem haben sie praktisch keine politischen Rechte.
Schilcher: Sie haben nicht keine politischen Rechte, sie haben andere politische Rechte. Und wenn ich keine Einnahmen habe, lohnt es sich auch nicht, den Jahresbeitrag von 25 Euro zu zahlen. Es macht eben einen Unterschied, ob ich berufstätig Musiker bin oder ob ich tatsächlich nur ein, zwei Lieder komponiert habe und eigentlich einem anderen Beruf nachgehe.
Noch ist die GEMA quasi ein Monopolist, aber das könnte sich mit C3S bald ändern. Halten Sie Konkurrenz auf diesem Markt für sinnvoll?
Schilcher: Ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiß, von welchem Anbieter Sie sprechen. Grundsätzlich ist Konkurrenz natürlich in ganz vielen Branchen sinnvoll. Was das Urheberrecht angeht, ist das allerdings fraglich. Die GEMA ist ein Quasi-Monopolist, das heißt, es kann jederzeit jemand eine zweite GEMA aufziehen. Die Frage ist nur, wie sinnvoll das wäre, auch für die Kunden. Wenn es zwei Verwertungsgesellschaften gibt, wie das zum Beispiel in Amerika der Fall ist, dann bekommen Sie als Kunde halt zwei Rechnungen von zwei verschiedenen Stellen, wenn Sie beide Repertoires nutzen möchten. Der Verwaltungskostenaufwand ist dann zweimal zu zahlen. Am Ende zahlt der Kunde mehr oder der Urheber bekommt weniger, beides ist nicht positiv. Grundsätzlich ist so etwas aber möglich.
Das Ziel von C3S ist es, vor allem für die Künstler eine Verbesserung zu erreichen. Dass die Urheber dann zum Beispiel – wie im Fall der Musikpiraten – selbst entscheiden können, ob Sie ihre Musik von der Verwertungsgesellschaft lizenzieren lassen oder unter einer Creative Commons Lizenz kostenlos anbieten.
Schilcher: Dann viel Spaß bei der Realisierung des Projekts. Wenn Sie nämlich von einem Urheber verschiedene Titel haben, die einmal so und einmal so lizenziert werden, die Rosinen unter dem Titel, die anderen unter Creative Commons und so weiter, dann ist das ein wahnsinniger Aufwand.
Bei uns ist es möglich, einzelne Sparten herauszunehmen. Man kann z.B. die Rechte für die Online-Musik selber in der Hand behalten oder freigeben. Aber einzelne Lieder herauszunehmen wäre eindeutig zu aufwändig. Grundsätzlich muss es so sein, dass, wenn ich die Aufführungsrechte an die GEMA übertrage, die GEMA auch jedes Konzert und jede Live-Aufführung der Sparte verwerten kann. Wenn die GEMA jedes Mal nachfragen muss, erhöhen sich die Verwaltungskosten. Wir haben einen Kostensatz von 15%, das ist sehr, sehr gut, das bedeutet 85 Cent von jedem eingenommenen Euro gehen an die Urheber
Ihre Klage gegen die Musikpiraten kommentierte der Freisinger Rechtsanwalt Thomas Stadler mit "Die GEMA bettelt um den Shitstorm." Achten Sie zu wenig auf eine positive Selbstdarstellung?
Schilcher: (Lacht) Dazu gäbe es viel zu sagen. Nur so viel: Wenn eine CD vervielfältigt wird, brauche ich eine Freistellung. Wenn geschützte Titel enthalten sind, muss ich das bei der GEMA anmelden. Wenn hier natürlich gewisse Spielchen gespielt werden, und zu gewissen Titeln einfach keine Angaben geschickt werden, dann muss man damit rechnen, dass die Forderungen aufrechterhalten werden.
Ihnen ist nicht Bange, dass dieses Vorgehen angesichts der Summe von 68 Euro als übertrieben kompromisslos rüberkommt?
Schilcher: Die GEMA hat einen gesetzlichen Auftrag. Das heißt, wenn Musik von einem GEMA-Mitglied öffentlich aufgeführt, gesendet oder vervielfältigt wird, dann müssen wir das lizenzieren. Und wenn bei einer CD nicht klar ist, ob es geschützt ist oder nicht geschützt ist, und derjenige, der diese CD vervielfältigt nicht bereit ist, uns Informationen zu geben, um vielleicht genau so eine politische Situation herbeizuführen, wie wir sie jetzt haben, dann ist das halt so. Wir müssen dieser Nutzung nachgehen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Hardy Funk
hehe auch mal schön die andere Richtung zu sehen. Dass die 100'000 E z.B. 10% der Eintrittseinnahmen entsprächen hat irgendwie vor Fr. Schilcher keiner gesagt...
Also wenn man 10% des Eintrittsgeldes an die GEMA bezahlen soll, dann kann man doch nicht mehr von unfinanzierbar reden, oder?
Wer dann 1200% mehr bezahlen muss wird wohl davor tatsächlich unglaublich gut weggekommen sein.
Rest wird heute abend gelesen. 
Liegt da ein Rechenfehler vor?
Nun ist es ja nicht so, dass die große Masse nichts erwirtschaften würde. Wenn 5% der Mitglieder 65% der Einnahmen erwirtschaften und das nach Ihren Berechnungen stimmt, erwirtschaftet der Rest immerhin 45% ...
Erstmal Smart Move von Laut.de das als News zu bringen und Kommentare zu ermöglichen (ist ja bei den eigentlichen Interviews nicht möglich). Schön das hier mal Einiges aufgeklärt wurde, prozentuale Abrechnungen machen schon Sinn, denke ich.
Wenn ansonsten aufgeregt von tausenden Prozenten Mehraufwand und Untergang gesprochen wird sollte man schon stutzig werden.
Nichtsdestotrotz sollte man sein gesundes Misstrauen gegen solche Organisationen nicht verlieren, wer so viele Daten überwacht muss notgedrungen pauschalisieren, irgendwer sollte dann aber schon aufpassen das es nicht zu einfach wird, so scheint es in diesem Fall.
Das mit den Prozentzahlen ist so eine Sache. Natürlich sind die Steigerungen von 1200% die schimmsten Einzelfälle. Die... ääääh.... Frau von der GEMA macht aber dann den entgegengesetzten Fehler. Für sie sind 10% doch keine hohen Beträge, weil sie von den lukrativsten Clubs und Kneipen ausgeht. Daher auch der snobistische und eiskalte Ton wenn es darum geht, ob kleinere Läden jetzt dichtmachen müssen.
Ich wohne in einer mittelgroßen Stadt und die spärlichen Lokale und Tanzschuppen, die es noch gibt, können es sich nicht mehr leisten, GEMA-geschützte Musik zu spielen. Ich kenne viele der Inhaber persönlich und sie überlegen tatsächlich, den Laden zu schließen, falls die Gebühren so wie beschlossen umgesetzt werden. Die überwiegende Mehrheit der Kultureinrichtungen in diesem Land wirtschaftet gerade einmal am Existenzminimum, zumal die GEMA nicht die einzigen Ausgaben eines Wirts oder Inhabers sind.
Fakt bleibt: Gibt es im Einzelfall 3500% Steigerung der Gebühren, so bedeutet das zwangsläufig den Tod vieler Kneipen o.Ä. Wenn die Schl... Frau der GEMA hier mit zugekok... erhobener Nase sagt, diese seien wegen mangelnden wirtschaftlichen Erfolges ohnehin nicht relevant, dann zeigt sie somit ganz klar, daß ihr Kultur am Arsch vorbei geht. Die paar Lokale, die noch übrig bleiben werden, werden ausschließlich das Programm ihrer heißgeliebten 5% spielen können oder man geht in Kneipen, in denen Bach und Haydn gespielt werden.
So ziemlich alles an den Aussagen in diesem Interview ist durch und durch falsch. Das hier ist nur zusammengefasst, was ich von den Bestrebungen dieses Drecksvereins halte. Ja, das ist Polemik. Langsam werden die Bemühungen aller Kulturverwerter aber so kulturfeindlich, daß die Sprache gar nicht deutlich genug werden kann.
10% der Einnahmegebühren sind 10% der Einnahmegebühren. Bei 0 Euro Einnahmen macht das 0 Euro. Sonst ist mein Taschenrechner kaputt.
Entweder man zieht 10% ein, oder man schätzt 10% der Einnahmen und macht dann einen Fixbetrag draus. Zweiteres geht natürlich nicht, aber das seh ich ehrlich gesagt nicht raus aus dem Teil, den ich bis jetzt gelesen hab...
Tja, das mit den Prozenten ist so eine Sache. Wenn jemand bisher bedeutend weniger bezahlt hat und gerade so noch über die Runden kommen konnte (wie es bei fast allen Kulturorten der Fall ist), so bedeutet selbst eine kleine Erhöhung der Gebühren schon einen schweren Einschnitt. Jetzt einmal ganz zu schweigen von den theoretischen Erhöhungen von 3500%.
Auf die Symbolkraft dieser "geringfügigen" 10% würde ich also nicht so schnell hereinfallen. Wichtig ist nur, wie viel vorher im Vergleich zu nachher bezahlt werden musste und wie gerecht im Einzelfall ermessen wird. Wie im Interview schon gesagt entfallen jetzt ca. 85% der Einzelfälle. Kommt das Tarifsystem so durch, ist ein massenhaftes Aussterben in der Kulturlandschaft unabwendbar.
Ein Lob übrigens an den Interviewer, der die richtigen Fragen gestellt und so die Interviewpartnerin zu offensichtlich fadenscheinigen Ausflüchten und entlarvenden Statements gedrängt hat!
@lara123:
Bitte folgende Auskunft mit Vorsicht genießen - ich bin zu lange aus dem Feld draußen, um wirklich mitreden zu können: bei der Arbeit mit dem Laptop arbeitest Du im Regelfall mit kopierter Musik. Diese Kopien sind allerdings im Falle eines DJs eigentlich nicht erlaubt, da sie nicht für die private, sondern die öffentliche Nutzung angedacht ist. Durch diesen Aufschlag werden die Kopien gewissermaßen "legalisiert". Und bevor irgendwelche Nachfragen kommen: genau dasselbe gilt natürlich auch für Discs, die sich der DJ vor der Veranstaltung günstig zusammenbrennt - auch die werden mit einer Pauschale abgedeckt. Oder - wurden zumindest mal, zu meiner Zeit *lang lang ist's her*
Gruß
Skywise
Bei der GEMA sind auch die Verlage als ordentliche GEMA Mitglieder organisiert. Sozusagen ein Gewerkschaft wo Boss und Arbeiter zusammen vertreten sind(Ungerechtigkeit gleich vorprogrammiert).Diese Verlage mit ihren Komponisten im Verlag, versuchen die meisten Einnahmen bei den Radiosendern hin zu focosieren die sie beherrschen(Diels haben)(Der große Topf geht an die die viel im Radio laufen).Das schaffen Sie weil sie die rechte haben als ordenliche GEMA Mitgl. zu entscheiden(Nur ordentliche GEMA Mitglieder haben das sagen bei der GEMA).Durch die großen Radiosender bleiben diese ordentlichen GEMA mitglieder immer Reich(Nur die Reichen haben das sagen bei der GEMA 5%)Die nicht im Radio laufen bleiben arm. Arme werden nie ordentliche GEMA Mitglieder.Die Reichen bleiben immer Reich.Sie nützen die Radiosender um ihre Lieder bekannt und damit sich reich zu machen.Deswegen kommt auch nur bestimmte Musik ins Radio(Verlag und Komponist der ordentlichen GEMA M.).Die Radiosender zahlen mit den Geldern der GEZ die GEMA kosten (Weit über 200 Millionen Euro im Jahr).Der Bürger zahlt nicht nur die GEMA zum gutem Schluß, sondern auch die GEZ die genutzt wird das Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden und damit auch die Vielfalt der Kultur klein bleibt(Da die mehrheit nicht ins Radio kommt). Das ist die GEMA, vom Staat so gewollt und vom DPMA überwacht. Wer soll das schaffen dies Macht von GEMA zu stoppen...noch ne Info: Unsere Kanzlerin Frau Merkel bekommt im Jahr unter 300 000 Euro, Dr. Harald Heker, Vorstandvorsitzender der GEMA erhält Jährlich ca 450 000 Euro und die will er auch weiterhin bekommen. Deswegen muß die GEMA mindestenz 850 Millionen Euro im Jahr einnehmen. Und irgentwo lässt sich immer Kohle ziehen..da muss mal ein Kindergarten,Weihnachtmarkt,kleine live Bands oder jetzt die Discos rann...Macht euch mal gedanke warum die öffentlichrechtlichen so gut wie nie schlecht über die GEMA berichtet...oh ich muß still sein sonst komme ich nie ins Radio und bleibe immer arm :-(
@Magic07:
Und wieviel von diesem Posting ist gefährliches Halbwissen?
- Was "die Reichen" tun, um ins Radio zu kommen, sei mal dahingestellt. Erfahrungsgemäß ist es aber eben nicht so, daß 24 Stunden am Tag im Radio Dieter Bohlen oder Christian Bruhn zu hören ist, es gibt immer neue Talente und es gibt auch immer wieder unterschiedliche Titel, die mal ins Programm rein- und wieder rausfallen. Grundsätzlich würde ich auch eher behaupten, daß beispielsweise Plattenlabels ein deutlich größeres Interesse daran haben dürften, ihre Titel im Radio unterzubringen als die Urheber derselben. Es ist sicherlich richtig, daß man hin und wieder ins Grübeln darüber kommt, warum viele öffentlich-rechtliche Sender, die eigentlich von wirtschaftlichen Interessen eher unabhängig sein sollten, sich trotzdem an den gemeinen Hörer anbiedern, indem sie mittels Programmkopie versuchen, mit Privatsendern zu konkurrieren, anstatt sich auf ihre Alleinstellungsmerkmale zu konzentrieren. Nur läßt sich daraus meines Erachtens kein Manipulationsvorwurf ableiten.
- Der Verteilungsschlüssel der GEMA hat just anscheinend einige Veränderungen erfahren. Stichwort: InkA. Was hast Du davon zu berichten?
- Die GEMA und die GEZ in einen Topf zu werfen, mag zwar populär sein, aber tatsächlich haben die beiden praktisch nichts miteinander zu tun.
- Was haben die 450.000 Euro von Herrn Heker mit dem Gesamtumstz der GEMA oder mit der Diät von Frau Merkel zu tun?
- Die Kindergärten laß mal besser außen vor, die waren bei der GEMA nie im Gespräch. Ein Info-Blatt ist weder eine (Ab)Mahnung oder eine sonstige Drohung, die GEMA ist nicht die VG Musikedition und selbst die GEMA verzichtet dankend auf irgendwelche Forderungen, wenn Kinder singen, es sei denn, es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung, aber das ist okay, zumal ich davon ausgehen muß, daß ein Kindergarten kein rechtsfreier Raum ist.
- Livebands zahlen im Regelfall keine GEMA (eine der wenigen Ausnahmen: Internetauftritt mit Abspiel- oder Download-Funktion). Im Regelfall trägt der Veranstalter die Kosten für die GEMA.
Gruß
Skywise
Hallo Ihr
Ich schaue es mir so an.... verstehe nicht viel davon, so oft wie das wort Politisch erwehnt wird ist erschreckend. Die sache ist nur dann zu verstehen wenn nun die Musikkunst ab Januar ihren Preis steigert, eventuel daher will diese GEMA da mehr Geld haben. Oder hat es sich bei der Akustischen verbreitung da was verändert? Das Argument kamm da das viele Tarife waren und nun nur Zwei da sein sollen.... ein zimlich dreister aspeckt wenn man die vielfalt der Musik verbreitung betrachtet, sei es in einer Gaststette als hintergrund Musik oder eine Diskothek wo die Grundlage auf eine Tanzflächen-beschallung sich bezieht, oder hier im Internet wo es auf die Zuhörer anzahl ankommt. Die GEMA geht dann immer davon aus das Volles Kontingent erreicht wird???? kann das sein? also das zb. eine Disko immer voll ist oder von was rechnen die da ab? wenn das so ist dann ist es nur eine recht neue art/form von Diebstahl.
Entschuldigt meine RechtSchreiBung.
Gruß Chris T.
geht ja nicht nur um die discos. glücklicherweise stellen viele kleine venues auch schon die pädagogische frage, bevor sie gigs buchen: "seid ihr bei der gema?" - "ja, wieso?" - "schönen tag noch." damit nimmt man den ganzen indierock-ichspielmusikfürgeld-pappnasen mal elegant den wind aus den aufgeblasenen segeln. in einer generation, in der youtube-darsteller durchaus als akzeptabler berufswunsch durchgeht, ausserdem googlehits und reich/berühmt/sexy sein so nah beieinanderliegen, ist musik nunmal serious business...
geht ja nicht nur um die discos. glücklicherweise stellen viele kleine venues auch schon die pädagogische frage, bevor sie gigs buchen: "seid ihr bei der gema?" - "ja, wieso?" - "schönen tag noch." damit nimmt man den ganzen indierock-ichspielmusikfürgeld-pappnasen mal elegant den wind aus den aufgeblasenen segeln. in einer generation, in der youtube-darsteller durchaus als akzeptabler berufswunsch durchgeht, ausserdem googlehits und reich/berühmt/sexy sein so nah beieinanderliegen, ist musik nunmal serious business...
Dragnet trifft es auf den Punkt: WARUM wird dieses Interview als kommentierbarer Artikel eingestellt und Musik-Interviews nicht? Bitte künftig alle Interviews auf diese Art einstellen!!EinsElf - Topic: Gutes Interview, sehr interessant alles.




ja, die liebe Gema - zu den Rechenbeispielen hier eine Artikel, aus dem es etwas klarer wird:
http://joinmusic.com/bizz/gema-feiern-zur-tarifreform-2013/
@sancho @CafPow - die 10% vom Eintritt ist nur eine Größe, die erhoben wird. Die andere hängt von der Größe der Venue bzw. Location ab.
@VolkerRacho
Danke für den Link. Da sind ein paar Dinge, die das Thema noch interessanter machen..
Verstehe trotz allem die Aufregung immer noch nich so richtig. Bin ich zu einfältig, oder könnte man nich einfach das Problem mit der 10%-Quote lösen, indem man den Eintrittspreis erhöht. Bei einer Erhöhung des Eintritts in Clubs z.B. von 6 auf 7? bestünden für die Betreiber keine Gewinneinbußen, im Gegenteil. Ich bin kein reicher Schnösel, aber ich für meinen Teil hätte wenig Probleme damit, einen Euro mehr zu zahlen. Dann trinke ich eben an der Bar ein Bier weniger. So hätte ich als Clubbesucher auch keinen besonderen Verlust. Das, was mich gerade am stärksten irritiert ist diese pauschale Flächenstaffelung in 100m²-Schritten und die teilweise selbst sehr pauschalen Antworten der Pressesprecherin.
Btw: meiner Meinung auch ein gutes Interview mit gut gestellten Fragen.
@PhoenixXx - das ist leider falsch. Du kannst Dir auch keine DVD kaufen, um diese dann gegen Eintrittsgeld in Deinem Privat-Kino-CLub vorzuführen.
@PhoenixXx:
In Deinem Club darfst Du sie abspielen. Aber nur in Deinem Büro für Dich allein und ein paar Freunde, nicht über die großen Boxen vor Kundschaft. "Keine unerlaubte Vervielfältigung, keine öffentliche Aufführung, kein Verleih" - schon mal in dieser oder in einer ähnlichen Form gelesen? Dieser Kondition hast Du im Prinzip mit dem Kauf Deiner "Bravo-Hits" zugestimmt. Mit dem Kauf einer CD oder einer DVD (oder eines Downloads) erwirbst Du praktisch nur die Erlaubnis, diese in einem privaten Rahmen zu nutzen. Alles, was darüber hinaus geht, ist nicht Bestandteil des normalen Kaufvertrags, sondern ist separat geregelt.
Gruß
Skywise
Eines muss man der Dame von der GEMA lassen: Sie lügt wie gedruckt.
| Wenn eine CD vervielfältigt wird, brauche ich eine
| Freistellung.
Weil die GEMA dafür gesorgt hat, dass Presswerke ansonsten keine CDs mehr ausliefern.
| Wenn geschützte Titel enthalten sind, muss ich das bei
| der GEMA anmelden.
Man muss _jede_ Produktion anmelden, wie sie vorher selber gesagt hat.
| Wenn hier natürlich gewisse Spielchen gespielt
| werden, und zu gewissen Titeln einfach keine
| Angaben geschickt werden, dann muss man damit
| rechnen, dass die Forderungen aufrechterhalten
| werden.
Es wurden Angaben geschickt. Die GEMA weigert sich, sie zu prüfen. Wir weigern uns, ihre unberechtigte Forderung zu begleichen. Sie verklagen uns, jetzt entscheidet ein Gericht, wer Recht hat.
Das beste ist, dass sich die GEMA aufgrund der medialen Aufmerksamkeit einen Rückzieher nicht leisten kann. Wir sind auf jeden Fall bereit, den juristischen Weg voll und ganz auszuschöpfen, um ihnen ihre Grenzen aufzuzeigen.
Weitere Infos zum Rechtsstreit gibt es hier: http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/pressemitteilung/2012/06/26/gema_verklagt_musikpiraten_ev_wegen_nutzung_eines_creative_commons-songs
@musikpirat:
Das mit der Freistellung hat sie exakt so gesagt - die Hintergründe hat sie nicht beleuchtet, aber das war auch nicht gefragt - und das mit den fehlenden Angaben erklärt sich durch den Sonderfall, daß hier jemand unter einem Pseudonym veröffentlichen will und die GEMA diese Angaben als nicht ausreichend ansieht. Ich sehe da beim besten Willen nicht die Spur einer Lüge ... im ersten Fall überhaupt nicht, im zweiten Fall unterschiedliche Standpunkte.
Gruß
Skywise
@Skywise: Die GEMA erlaubt Anmeldungen via Pseudonym, nur in unserem Fall nicht. Deshalb muss jetzt ein Gericht ran.
Und natürlich ist ihre Ansage nur angreifbar, wenn man die Hintergründe kennt. Die GEMA ist nicht dafür bekannt, dass sie unfähige Menschen die Pressearbeit machen lässt. Du kannst durch weglassen von Tatsachen viel effektiver lügen, als wenn du die Unwahrheit sagst.
@musikpirat:
Ja klar erlaubt die GEMA Anmeldungen unter Pseudonym, aber genau das habt ihr ja eben *nicht* vor, wenn ich das aus den drei, vier Artikeln richtig rausgelesen habe, die ich dazu herangezogen habe, sondern die Urheber wollen sich grundsätzlich hinter einem Pseudonym verstecken, was allerdings der GEMA keine Spur weiterhilft bei der Frage, ob es sich hierbei um lizenzpflichtige Titel handelt oder nicht, immerhin geht es um die Rechte der hinter dem Pseudonym verborgenen Einzelpersonen. Nun ja, sollen andere drüber urteilen, die mit den Details vertrauter sind *schulterzuck*.
Öhm. Und durch das "Weglassen von Tatsachen" "lügt [man] wie gedruckt"? Interessantes Paradoxon irgendwie.
Das da oben ist ein ziemlich allgemein gehaltenes Interview, das in erster Linie auch auf ein branchenfremdes Publikum abzielt. Vereinzelte Schwerpunkte - und selbst die nicht en detail - sehe ich nur in dem Bereich der Erhöhung der GEMA-Pauschalen, weil dieses Thema in der letzten Zeit durch die Schlagzeilen gepilgert ist, alles danach ist vergleichsweise oberflächlich. Wenn Du wirklich ein rechtlich einwandfreies Interview haben willst, das jeden Mückenschiß an Meinungsverschiedenheit oder gar Rechtsstreit aufs Tapet bringt, wären Redakteur und Pressesprecher jetzt noch am Plaudern. Tatsache ist, daß in dieser Sache nicht nachgefragt wurde, vermutlich weil - stand nicht auf der Tagesordnung, also wurde keine Aussage getätigt, schon mal gar keine falsche, es hat sich in dieser Frage auch niemand einen Vorteil verschafft ... ich sehe immer noch keine Lüge, sorry. Daß die GEMA kein Anwärter auf einen Friedensnobelpreis ist und pausenlos mit irgendwelchen Gestalten in juristischem Clinch liegt, sollte wirklich jedem klar sein.
Gruß
Skywise
FREIBEUTLER FREIBIER
Frenetischer Jubel,XYZ forever, meilensteinwürdig, RIP 27, wieder neue Sticks an die Bluse geheftet !
Denkt auch mal jemand daran, dass Künstler auch von irgendetwas leben müssen - vom Klatschen allein wird man nicht satt ! Aber wenn die Disco-
Betreiber jammern, hört sich das an, als ob sie nächste Woche zum Sozialamt müssten.
Die Piraten wollen freie Kulturnutzung für alle !
Das hat noch nicht einmal Störtebeker gefordert !
FREIBEUTLER FREIBIER
Frenetischer Jubel,XYZ forever, meilensteinwürdig, RIP 27, wieder neue Sticks an die Bluse geheftet !
Denkt auch mal jemand daran, dass Künstler auch von irgendetwas leben müssen - vom Klatschen allein wird man nicht satt ! Aber wenn die Disco-
Betreiber jammern, hört sich das an, als ob sie nächste Woche zum Sozialamt müssten.
Die Piraten wollen freie Kulturnutzung für alle !
Das hat noch nicht einmal Störtebeker gefordert !
*stöhn* Wer behauptet bitteschön ernsthaft, daß Künstler kein Geld bekommen sollten? Das Gespenst wird gerne von Lobby- und Kulturverwerterfreunden in die Diskussion gejagt, um Diskussionsgegner zu diffamieren. Scheinbar reicht es aber in der Öffentlichkeit aus, um jedes noch so unmoralische und schmutzige Verhalten zu rechtfertigen.
@skywise Es ist das Problem der GEMA, wenn sie ein Pseudonym in ihrer Datenbank nicht findet. Sie kann hier keinen Vertrag zu Lasten Dritter konstruieren und annehmen, die Künstler würden uns anlügen um sich selber um ihre GEMA-Tantiemen zu bringen.
Und ja, es gibt verschiedene Arten zu Lügen.
@musikpirat:
Das Wort "Lüge" kommt Dir ein bißchen zu häufig für meinen Geschmack über die Tastatur.
Wie schon weiter oben gesagt: das sollen die Leute entscheiden, die mehr Einblick in die rechtliche Situation haben, und im Grunde genommen würde ich Dir den Rat geben, die ganze Scheiße nicht so breit zu treten, denn nach meinem Dafürhalten ist die Angelegenheit bei weitem nicht so klar, wie Du sie hier darstellst (oder um es mit Deinen Worten zu sagen: es könnte sein, daß Du uns anlügst, weil Du uns mögliche Folgen für die Urheber hier nicht mitteilst).
Gruß
Skywise
@skywise: Welche möglichen Folgen für die Urheber? Wenn ein Urheber sein Werk unter eine Creative Commons-Lizenz stellt, ist das seine freie Entscheidung.
"Die ganze Scheiße" wird so breit getreten, wie es nötig ist, um die GEMA in ihre Schranken zu verweisen. Es geht hier um das grundlegende Recht, ein Werk anonym oder pseudonym in Deutschland auf CD pressen zu lassen, ohne dass Bohlen und co dafür bezahlt werden müssen.
@musikpirat:
Klar ist das seine Entscheidung. Und wer macht nachvollziehbar, daß es seine Entscheidung ist? Ist Dir noch nicht der Gedanke gekommen, daß ein findiger Zeitgenosse schlicht das Pseudonym eines der Künstler mit seinem eigenen bürgerlichen Namen bei der GEMA anmelden kann (weil - geht ja, hammer ja gelernt), um von zukünftigen Veröffentlichungen dieses Urhebers vielleicht ein wenig profitieren zu können oder ihn dazu zu zwingen, sein Pseudonym zu ändern? Mit einem ständig wechselnden Pseudonym hat man's im allgemeinen eher schwer, eine vernünftige Basis von Fans oder Hörern aufzubauen, zumal man offensichtlich im Hintergrund bleiben und allein über den Namen operieren will ...
Du hast doch das grundlegende Recht, ein Werk anonym oder pseudonym auf CD pressen zu lassen. Hier soll eine Information von A (Urheber) zu B (GEMA) fließen. Die soll nicht im Booklet publik gemacht werden, geschweige denn soll Geld fließen.
Ich weiß nicht, worin die Notwendigkeit bestehen sollte, auf laut.de die Geschichte breitzutreten, denn auf dieser Seite wird die GEMA ganz bestimmt nicht in ihre Schranken gewiesen, sondern allerhöchstens vorm Richter, und selbst da bin ich mir im gegebenen Fall gar nicht mal so sicher, ob man hier wirklich von "Schranken" sprechen kann. Und immer bedenken, daß man trotz stolz geschwellter Brust ("Mutti, ich führ' jetzt einen Prozess gegen die GEMA") auch auf den Sack bekommen kann, oder wie ein geflügeltes Wort sagt: Recht haben und Recht bekommen sind zwei Paar Schuhe.
Ich wünsch' Dir viel Glück bei dem Prozess, aber Deine Siegesgewißheit kann ich nur bedingt teilen.
Gruß
Skywise
Du hast das Prinzip der Creative Commons scheinbar nicht verstahden
Die Urheber erlauben _jedem_ ihre Werke auf CD zu Pressen. Es besteht keine Notwendigkeit dafür, bei der GEMA darum zu betteln, das auch wirklich tun zu dürfen.
Und ist sehr gut klar, dass wir den Fall auch verlieren können. Aber die CC-Lizenzen wurden nicht von Idioten ausgedacht und die GEMA hat keine gesetzliche Grundlage, um von uns die Nennung der Namen zu erzwingen.
Format
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