Porträt

laut.de-Biographie

Fun Lovin' Criminals

Cool, Cooler, Fun Lovin' Criminals - so lautet die Reihenfolge. 1993 gründen Huey "DiFontaine" Morgan (Gitarre, Gesang), Brian "Fast" Leiser (Bass) und Steve Borovini (Schlagzeug) die Combo, die sich ihren Bandnamen von einem New Yorker Graffitti-Künstler klaut. Huey hat gerade zwei Jahre bei den Marines hinter sich und arbeitet als Aushilfe in einem Restaurant.

Brian ist berteits vor den Criminals musikalisch in Erscheinung getreten. Man mag es kaum glauben, denn als Produzent und Mitglied der Moses On Acid, widmet er sich Techno-Klängen. Hueys Liebe, seine Blues-Gitarre, ist quasi die Initialzündung für FLC, denn zusammen mit Ex-Technohead Fast, schreibt er einige Stücke und zusammen finden sie in Steve Borovini den geeigneten Mann für die Schießbude. Es dauert nicht lange, bis sie endlich genügend eigene Songs beeinander haben, um dem Limelight-Club ihre Aufwartung zu machen.

Es folgen eine ganze Reihe Gigs in jenem Club und beim sechsten Auftritt der drei ist zufällig ein Promotion-Mann von EMI anwesend. Dieser drückt ihnen seine Karte in die Hand, mit der Bitte um Rückruf. Heraus springen zwei Wochen bezahlter Studioaufenthalt. Da die drei jedoch sehr arbeitsam sind, haben sie das Debüt-Album innerhalb dreier Tage komplett aufgenommen und widmen sich in der restlichen Zeit der Vernichtung der Alkohol- und Dope-Vorräte New Yorks - auf Kosten des Labels versteht sich.

Was die drei zusammen auf die Beine stellen, hat mit Techno im Endeffekt nichts zu tun. Zwar findet man im FLC-Sound diverse künstliche Klänge und Samples, aber dominierend sind eher die bluesigen Klänge. Mal ein bisschen rockiger, mal mit dezentem Hip Hop-Einschlag, dann wieder soft, soulig und 'schmoove' wie sie selbst sagen. Das Debüt "Come Find Yourself" beinhaltet mit "The Fun Lovin' Criminal", "Scooby Snacks" und "King Of New York" insgesamt drei Single-Hits. Auch in Deutschland können sie damit in die Charts vorstoßen, aber den richtig großen Reibach machen sie weder hierzulande noch in den Staaten sondern witziger Weise auf der britischen Insel, wo das Album bis in die Top Ten vordringt. "Scooby Snacks" geht in England auf die Nummer eins und "hat uns für die nächsten vier Jahre die Miete bezahlt", so Huey. Die Geschichte, die dem Song zu Grunde liegt, beschreibt die Fun Lovin' Criminals, wie sie bekifft versuchen, eine Bank auszurauben.

Daran brauchen sie eigentlich überhaupt nicht mehr zu denken, denn nachdem der erste Scheck der Plattenfirma auf ihr Konto flattert, nehmen sie die Kohle und gründen die 'DiFontaine Carting & Asbestos Removal Co.'. Dabei handelt es sich um ein Müllabfuhrunternehmen: "We know that the music industry is worse than the drug industry - the dream could be over tomorrow - so if you make a certain amount of money you buy something that's a constant. There's always going to be garbage whereas there won't always be the kind of music that we play." Neben diesem Business betreiben sie noch ihre eigene Plattenfirma (DiFontaine Records & Tapes), eine Filmfirma (DiFontaine Films). Huey besitzt zusätzlich noch zwei Bars in Dublin und ein Restaurant in London - wenn das mal nicht Geschäftssinn ist.

Ihr Image ist des öfteren von Rauchsubstanzen geprägt, die als illegal gelten. Das schert die Jungs relativ wenig und so kommt es vor, dass sie manches mal die schwedischen Gardinen von innen bewundern können. Die Konfrontation mit den Gesetzeshütern bringt zumindest die Lacher auf ihre Seite. Bei einem Festival-Gig in Leeds/England schnappt sich Huey ein Golf-Kart, das für die Ausfahrt auf dem Festivalgelände vorgesehen ist, lädt die Band ein und fährt damit frank und frei auf der Straße herum. Als Belohnug gibts ein Ticket der Polizei in Höhe von £40 für das Fahren eines Wagens ohne Betriebserlaubnis.

Das zweite Album "100% Columbian" - 1998 in vier Tagen eingespielt - sorgt schon im Vorfeld für Schlagzeilen, als die kolumbianische Botschaft in Paris gegen Werbeplakate protestiert. Für die Diplomaten ist es ein Affront, dass der Name ihres Landes mit Drogen in Verbindung gebracht wird. Die erste Single lautet "Love Unlimited", eine Hommage an Barry White aka 'Mr. Love'. Die Reminiszenzen an White passen zum Sound der Platte, der sich etwas gedämpfter und souliger gibt, als das noch beim Debüt der Fall war. Die Verführungskünste des schwergewichtigen Sängers hat sich Huey abgeschaut, um die Mädels rumzukriegen. So verteilt er bei Gigs schon mal rote Rosen an die Damen im Publikum. Ein Gentleman weiß eben, was sich ziemt. Doch auch der rauhe Kern der Criminals kommt nicht zu kurz. Das groovige "Korean Bodega" und der fast schon metallige Kracher "Southside" stellen den Gegenpart zu den soften Songs dar.

1999 juckt es Drummer Steve-O dann zwischen den Ohren, will heißen: er dreht durch, und setzt sich nach Peru ab. Ersatz brauchen Huey und Fast nicht lange zu suchen. Maxwell 'Mackie' Jayson (Ex-Cro Mags und Bad Brains) nimmt Steves Platz ein. Mackies erstes Lebenszeichen als FLC-Bandmitglied hört 1999 auf den Namen "Mimosa" und ist eine Zusammenstellung von Coverversionen im FLC-Style und alternativen Versionen bekannter Criminal-Tunes, die die Wartezeit bis zum nächsten Studio-Output überbrücken. Während der freien Zeit gibt Huey nebenbei noch sein Debüt als Schauspieler im Film "Once In The Life" (deutsch: Mit aller Härte, mit Laurence Fishburne in der Hauprolle), in dem er sinnigerweise einen Drogendealer spielt.

Im Februar 2001 erscheint schließlich "Loco" und kracht mit dem Opener "Where The Bums Go" ziemlich punkig aus den Boxen. Gemäß dem Motto 'Wir können auch anders' rotzen sie in zwei Minuten alle Erwartungen an einen FLC-Track über den Haufen. Das Album entspricht jedoch dem locker-flockigen Image des Trios, das im Video zur ersten Single und dem Titeltrack des Albums seinen Ausdruck findet: Jenseits von Gut und Böse amüsieren sich die Criminals gemäß ihres Namens auf einer Luxusjacht, umgeben von hübschen Mädels, gekleidet in Bikinis oder noch weniger Stoff.

Nach "Loco", das trotz Erfolgen in Europa in den USA bis heute nur als Import erhältlich ist, trennen sich die Wege von EMI und FLC. Die Band möchte einen weltweiten Deal für ihre Alben, den ihnen das Label jedoch nicht anbietet. So kommt es, wie es kommen muss: die Best-Of "Bag Of Hits" ist der letzte Release auf EMI, gegen das sich Huey, Fast und Mackie bis zuletzt wehren und alles andere als einverstanden sind. Wenigstens kommt das Album als opulente Doppel-CD mit Remixen ihrer Songs auf zwei CDs daher.

Nichts wäre absurder, als wenn FLC sich als Polizisten gebärden würden. Gibt's nicht? Gibt's doch, und zwar auf der DVD "Love Ya Back", auf der neben sämtlichen gedrehten Videos der Band auch noch der kultige Film 'Maui Homicide" zu sehen ist. Der Streifen erzählt die Story zwei New Yorker Cops (gespielt von Fast und Huey), die einen Mordfall auf Maui aufklären sollen. So abgedreht sie sich bei diesem Film geben, so berechnend unterschreiben sie den neuen Vertriebsdeal bei Sanctuary Records, der ihnen gewährleistet, dass die neuen Scheiben auch wieder in ihrer Heimat erhältlich sind. Huey ist wieder einmal als Filmheld zu sehen und bizarrer könnte seine Rolle im irischen Film 'Headrush' kaum sein. Er spielt einen Drogen dealenden Transvestiten! In der spanisch-britischen Produktion 'Oh Marbella' ist er ebenfalls zu sehen.

Als Vorab-Single des neuen Album-Outputs "Welcome To Poppy's" geht im August 2003 "Too Hot" ins Rennen. Studio-Album Nummer vier wartet wieder einmal mit den altbekannten Zutaten auf, ohne aufgewärmt zu klingen. Neu ist auch der Schlagzeuger. Mackie sagt "tschüss" und wird durch einen gewissen Frank ersetzt. Im Laufe des Jahres ist zusätzlich noch damit zu rechnen, dass die Soundtracks zu "Headrush" und "Oh Marbella" erscheinen; natürlich mit FLC in der Hauptrolle!

2005 folgt mit "Livin' In The City" eine weitere Liebeserklärung an New York. Danach tauchen Huey und Co. für lange Zeit im Großstadtdschungel ab. "Du musst durch die Hölle gehen, um in den Himmel zu gelangen. Wir haben unsere Probleme endlich hinter uns gelassen - it's a brand new day!", kündigt Huey Anfang 2010 die kommende Platte "Classic Fantastic" für den 1. März an.

Mittlerweile halten sich die Fun Lovins öfter in England auf. Fronter Morgan betreibt bei BBC6 gar eine eigene Sendung namens The Huey Show. In UK sollen auch die ersten Livegigs des Trios im Zuge des neuen Longplayers stattfinden. Verlernt haben die New Yorker nach eigenen Angaben absolut gar nichts, soll heißen Party und jede Menge gute Vibes stehen auf dem Programm.

News

Alben

Fun Lovin' Criminals - Bag Of Hits: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2002 Bag Of Hits

Kritik von Eberhard Dobler

Die Best Of gibt den coolen Stil-Mix der New Yorker hervorragend wider. (0 Kommentare)

Fun Lovin' Criminals - Loco: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2001 Loco

Kritik von Alexander Cordas

Kleines Kunstwerk aus Soul, Funk und Hip Hop. (0 Kommentare)

Fun Lovin' Criminals - Mimosa: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

1999 Mimosa

Kritik von Alexander Cordas

Everything's Cool And Everything's Schmoove ... (0 Kommentare)

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Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Smoke 'em, smoke 'em, smoke 'em, if ya gotte..., Zu Gast auf der Bonner Museumsmeile | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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