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Ostern, Weihnachten, Valentinstag, gestorben wird immer und zu jeder Zeit. Dass ausgerechnet heute so ein Aufhebens um längst Verblichene gemacht wird, stimmt auch uns nachdenklich.
Krypta (laut) - Pasqua, Pâques und Pääsiäinen bezeichnen alle dasselbe, nämlich Ostern. Während diese Namen vom hebräischen 'Pessach' abstammen, müssen wir Teutonen unser Ostern ganz heidnisch herleiten, und zwar vom altgermanischen Wort für Morgenröte. Wir Ungläubigen!
Wie auch immer: Letztendlich müssen alle in den Sack husten, den Löffel abgeben, die Kurve kratzen, verrecken, den Weg allen Fleisches gehen, den letzten Seufzer tun, vor Gottes Richterstuhl treten, in das Reich der Schatten hinabsteigen, entschlafen, heimgehen, hinscheiden, hinüberschlummern.
Zur Feier dieses Faktums halten wir andächtig inne:
Die Misfits sind Stammgäste auf dem Friedhof. Die Band, die Glen Danzig aus der Taufe hob, kann als Prototyp des Horrorpunks gelten. Da dürfte jedem die Düse gehen, wenn er des nächtens diesen Fleischbergen begegnen sollte.
Eden weint im Grab. Da weint der Ästhet. Bandnamen gibts, die gibts gar nicht!
Dead can dance. Wolfgang Ambros, der einzige wahre Gott des Austropop - Du sollst keinen Fendrich haben neben ihm! - wusste das selbstverständlich, als er dem Wiener Zentralfriedhof und seinen Jubilaren die Party-Hymne zum hundertjährigen Bestehen auf die knöchernen Leiber schrieb. Zündet Geburtstagskerzen an, denn: "Sie lieg'n und sie verfeuln scho' durt seit über hundert Jahre / Draußt is' koit und drunt is' worm, nur manchmol bissl feucht / Wann ma' so drunt liegt, freut ma sich, wenns Grablaterndl leucht'."
Wie oben schon erwähnt: Dead Can Dance. Zum Tanzen lädt dieser Song zwar nicht ein. Aber wer will schon tanzen, wenn Lisa Gerrard und Brendan Perry ein derartig schönes Stück Musik erschaffen? Kann man die Schönheit der Melancholie künstlerisch besser ausdrücken?
"Mörder! Du hast mich umgebracht!" So ein Arsch!
Die Weisheit der EAV-Texte suchen ihresgleichen. Wer die Jungs aus Österreich immer noch in die Klamauk-Ecke steckt, hats nicht begriffen.
"Der Tod ist ein gerechter Mann, ob du oarm bist oder reich. 'G'sturb'n ist g'sturb'n', sagt der Wurm. Als Leich' ist jeder gleich."
Die Totengräber des deutschen Power-Metal dürfen hier latürnich nicht fehlen. Wer so gekonnt alle Klischees bedient, dem errichtet man gerne einen Grabstein. Und sei es in Schottland.
Aus Leslie Feists Drittlingswerk "Metals" (2011) stach dieser Track mit seiner eigentümlichen, düsteren Atmosphäre heraus. Nachdem die Kanadierin in kryptischen Strophen über tödliche Verluste sinniert, stellt sich spätestens im vom Chor getragenen Mittelteil absolute Friedhofsstimmung ein. Ein wahrlich beerdigungstaugliches Stück.
Was kann man zu diesem Black Sabbath-Song noch sagen? Nix. Aber beim Video darf der Verweis auf Ozzys rattenscharfes Outfit nicht fehlen. Unter den Knickerbockern of Death trägt er stilbewusst silberfarbene evil Plateau-Stiefel. Das pastellgelbe Doom-Oberteil samt lila Höllen-Fransen feuert er gleich zu beginn ins Publikum. "Let's have a party!" Episch!
"Dracula wohnt nicht mehr hier, hier gibts nur noch den lustigen Vampir." Damit bestätigen die Ärzte auch auf ihrem jüngsten Album, dass Vampire halt wirklich nicht mehr so cool sind. Auch nicht, wenn sie glitzern, statt im Sonnenlicht elendig zu verrecken. Dem Vampir im Song wäre zwar ein Glitzern wahrscheinlich lieber gewesen, damit er auch mal endlich Fußball spielen kann, aber mal ehrlich. Wer will neben nem Vampir im Halbdunkeln schon "bis zum kotzen pogen?"
"It's after midnight", fistelt Michael Jackson in banger Erwartung zu Beginn von "Thriller". Und hat allen Grund dazu, denn derart grauslig ging es vorher nie in einem Musik-Video zu. Heerscharen von Zombies bevölkern die Straßen. Mit wohligem Schaudern hat wohl jeder beim Hören des Songs diese Bilder vor Augen, der damit mit ganz weit oben auf der Liste der ewigen Friedhofs-Charts steht. Der Song ist und bleibt nicht zuletzt dank des einzigartigen Videos unter der Regie von John Landis ("American Werewolf") ein Meilenstein gruftigen Musik-Nervenkitzels.
Man kann sagen, was man will. Die Kerle von Turbonegro habens immer schon drauf gehabt. Nachdem sie, um ihre Karriere in Gang zu bringen, schlauerweise auf den Namen "Nazipenis" verzichteten, gelangten sie mit durchwegs gruslig-erotischer Kostümierung und Pseudo-Homo-Auftreten zu weltweiter Berühmtheit. "All My Friends Are Dead" erzählt demnach von einem ebenfalls sehr blumigen Ende der einst so geliebten Kumpels. Naja, wer Handgranaten gegen Gewehrkugeln eintauscht, hat nicht unbedingt einen friedfertigen Lebenswandel.
1994: Der Wu-Tang Clan ist hüben wie drüben allgegenwärtig, die noch verhältnismäßig junge Musikrichtung Rap beginnt dennoch, sich weiter zu diversifizieren. Dass Texte über Mord, Leichen und Bäche aus Blut nicht per se mit morbide grunzenden Weißbroten vor möglichst absurden Gitarrenwänden einher gehen müssen, machen die Gravediggaz aus New York klar. Mit schwarzem Humor (no pun intended), funky-grusligen Beats und ihrem Debut "6 Feet Deep" bilden sie zusammen mit wenigen anderen die Pioniere des Subgenres Horrorcore. Der geheime Hit des Albums ist mit seiner KRS-One-Referenz ganz klar "1-800 Suicide" – hier mit einem sehr tollen Fan-Video.
Die kalifornischen Metalcore-Helden gestalten ihre Bestattungszeremonie kurz und schmerzvoll, denn im knapp zweieinhalbminütigen Brett "Bury Us All" geht es selbst für As I Lay Dying-Verhältnisse hart zu. Die Himmelfahrt läuten die fünf bekennenden Christen mit bösen Shouts und unermüdlichen Stakkato-Riffs ein.
Er mag ja ordentlich verschroben sein, doch Beck Hansen gilt im allgemeinen als bescheiden und umgänglich. Trotzdem, ein paar letzte Wünsche hat auch er in diesem skelettierten Hobo-Blues von der Deluxe-Version seines gleichnamigen vierten Studioalbums. Dort erscheint ihm nämlich der Leibhaftige aus den Flammen seines verbrannten Steaks: "Don't carve a happy face on my tombstone. Don't put no coupons on my grave..." Wie beerdigt man eigentlich Scientologen?
Dass nicht alle Friedhofstories unter der Erde enden und gerülpst werden müssen, beweist die umtriebige Ausreißerin Sukie aus dem sommerlichen Album "The Life Pursuit" von Belle & Sebastian. Die Glaswegians schüttelten sich damals den Simon & Garfunkel-Muff aus den Gelenken, heraus kam stattdessen lockerer, hippiesker California-Soulpop. Dem temporeichen, leichtfüßigen Storytelling kam das nur zugute.
Punk goes Horror: für die Verfilmung des Stephen King-Romans "Pet Sematary" (dt.: "Friedhof Der Kuscheltiere") steuerten die Ramones 1989 den gleichnamigen Titelsong bei. In dem Streifen dreht es sich um einen uralten Indianer-Friedhof, aus dessen unheiligen Abgründen Begrabenes wieder aufersteht. Dazu singen die Ramones: "I don't want to be buried in a Pet Sematary / I don't want to live my life again". Einmal auf dieser Erde, reicht tatsächlich. Wenn das bloß auch für die verblichenen Karrieren mancher Rock-Stars gelten würde. Denn von denen kehren alle naslang irgendwelche als Untote auf die Bühne zurück.
Aberglaube! Nichts als Aberglaube. John Fogerty singt von einem Lümmel, der meint, seinem gottgegebenen Schicksal entgehen zu können, indem er einem Scharlaten und Beutelschneider Geld gibt. Aberglaube! Nichts als Aberglaube.
Bei ihrem Debütalbum "Herzeleid" schockten die kontroversen Texte der Berliner. Allen voran lieferte "Heirate Mich" den heißesten Diskussionsstoff. Ein hinterbliebener Ehemann schleicht auf einem Friedhof herum, um bei seiner verstorbenen Frau zu pennen. Das anfängliche Mitleid für den einsamen Mann schwindet schnell. Wenn Till Lindemann plötzlich die Erzähler-Perspektive verlässt und aus eigener Sicht das nekrophilie Geschehen beschreibt, gruselt sich selbst die tote Oma im Sarg nebenan. Man wundert sich wie es "Liebe Ist Für Alle Da" für ein paar Wochen auf den Index geschafft hat.
An diesem Songtitel orientierten sich schon die brasilianischen Metaller Sepultura (zu Deutsch: Grab), als sie 1984 nach einem geeigneten Bandamen suchten. Zum Glück trieb Lemmy schon damals sein Unwesen. Fast dreißig Jahre nach Veröffentlichung schafft es dieser Klassiker immer wieder in die Setlist und prägt den Rock'n'Roll bis heute. Als Gott unter den Göttern nimmt es sich Lemmy heraus, ein hochnäsiges Mädel in "Dancing On Your Grave" abblitzen zu lassen, um mit stolzer Heldenbrust auf der Bühne den coolsten Songtitel ever zu verkünden.
Keine Frage: im Gruseltanz-Genre agiert niemand niemand so gefühlstrunken wie HIMs unvergleichlicher Ville Valo. Viele HIM-Songs bilden in Sachen künstlerischer Nährwert die musikalische Entsprechung zur besonders bei weiblichen Jugendlichen beliebten "Twilight"-Reihe. Der Finne versteht sich wie kein Zweiter auf herzerweichende Friedhofs-Lyrik. "Your tomb is where there heart is", schmachtet er hier - und findet damit in den Poesiealben heranwachsender Gruftmädchen gewisslich seinen festen, tränenbenetzten Platz.
Allein schon aufgrund seines Auftretens verursachte der Brite David Edward Sutch ein gewisses Unbehagen bei seinen Mitmenschen. Als einer der damals langhaarigsten Musiker, trug er auch gerne Leopardenfummel oder schleuderte während seiner Shows mit Äxten und Messern um sich. Dass er sich damit in erster Linie von den in den 60er Jahren anhäufenden Elvis-Doublen differenzieren wollte, bleibt bei so vielen thematisch verwandten Hits wie "Monster In Black Tights" oder "Black And Hairy" eher im Hintergrund.
Ja, es gibt auch dankbare Tote. Neben Jesus sind das unter anderem auch die Psychedeliker aus San Francisco.
Jawoll! Abfahrt! Ab zum Friedhof. Aus dem Album "Anatomy Of Reanimation Vol.1". Nein, darauf geht es nicht um rosafarbene Einhörner.
Der Friedhof gilt als Ort, an dem man Abschied nimmt und trauert. Doch irgendwann schlägt die Zeit, wo man sich selbst zur Ruhe legt. Als Pantera 1990 "Cemetery Gates" aufnahmen dachte niemand, dass Dimebag Darrell mit 38 Jahren von uns gehen wird. Nach seinem Tod hinterlässt der Gitarrist auf zahlreichen Alben seinen einzigartigen und abgefahrenen Sound, den keiner zu kopieren vermag. Viele Pantera-Fans beziehen den Song mittlerweile auf das tragische Geschehen und nutzen ihn als Gedenken an ihren geliebten Musiker.
Das sind doch gar keine Okkultuisten, menno! Trotzdem. Wer sich Graveyard nennt und Zeilen wie "Oh Lucifer, please take my hand" singt, wird in einen Topf mit den anderen Rabauken hier geworfen. Rein in den Sack und mit dem Knüppel druff. Trifft immer die Richtigen!
"Death" ist gefühlt das meistbenutzte Idiom im Wortschatz der Eisernen. Da wird gestorben, was das Zeug hält. Aber warum da nicht ein Gebet für diejenigen drin sein sollte, die den Löffel abgeben? Fragen sie Herrn Dickinson.
Bela Lugosi's dead...undead undead undead!
Fehlt hier ganz klar - aber ist nicht erst nächste Woche der 13.?
Wieso fehlen Type O Negative einfach so? War die Auswahl zu groß?
wie könnt ihr Sentenced vergessen?? Das geht ja mal gar nicht.
"Keep my grave open"
Ich bevorzuge zwar grundsätzlich DÄ, aber eines der schönsten Lieder über den Tod kommt dann doch von DTH: "Nur zu Besuch", nämlich.
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