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Homophilie wird neuerdings im Hip Hop immer populärer: Murs schreibt sich in seinem Video zur Bekämpfung der Schwulenfeindlichkeit ein "Legalize Gay" auf die Fahne und Casper läuft auf dem diesjährigen Splash! mit einem "Smile if you're gay"-Shirt durch die Gegend.
Nach Frank Oceans Coming-Out feiert ein Teil der Erdbevölkerung bereits das Ende der Homophobie im Hip Hop. Muss man Komplimenten zukünftig etwa kein "No Homo!" mehr anfügen? Zumindest heimst Ocean selbst im prüden Amiland Standing Ovations für "Bad Religion" ein, für eine Klage über festgefahrene Moralvorstellungen und veraltete Geschlechterbilder.
Und während Barack Obama für die Homo-Ehe kämpft, geben junge und renommierte Größen der Hip Hop-Kultur Ocean Rückendeckung: Tyler The Creator, der durch den inflationären Gebrauch des Schimpfwortes "faggot" auf seinem Album "Goblin" selbst noch unter Beschuss geraten war, Beyoncé oder auch Jay-Z. Def Jam-Gründer Russell Simmons bezeichnet Oceans Coming Out als "großen Schritt für Hip Hop". Was'n hier los?
Konnte man doch bereits auf dem Mixtape "Nostalgia, Ultra" eine Zeile wie "I believe that marriage isn't between a man and woman, but between love and love" als Plädoyer für die Homo-Ehe lesen. "Channel Orange" macht da weiter und erzählt gleich offen von der gleichgeschlechtlichen Liebe ("Thinkin' Bout You").
Dabei sollte es eigentlich so was von egal sein, ob Frank nun schwul ist oder bi. Denn Ocean ist in erster Linie ein außergewöhnlicher Künstler. Das Album ist ein Meisterstück moderner Popmusik und zugleich eine intensive Auseinandersetzung mit den afroamerikanischen Wurzeln. "No – I don't live in Denver. I grew up in Sierra Leone. And her pink skies will keep me warm." Die Produktionen schwanken zwischen Soul, Jazz, Synthie-Funk, R'n'B und Elektro. Obwohl in jedem Stück Reminiszenzen an alte Soul- und R'n'B-Meister mitschwingen, klingt "Channel Orange" progressiv und neu.
Kein Wunder also, dass Ocean bereits als der neue Marvin Gaye gefeiert wird. Denn dieser Mann croont mit engelsgleicher Stimme über die Liebe und das Leben, klagt über zementierte Moralvorstellungen und räumt dabei restlos mit dem öligen Gejammer der konventionellen, geistlosen R'n'B-Sülze auf.
Süße Melodien und bittere Geschichten: In "Crack Rock" fragt Ocean: "How's the gutter doing?", Songs wie "Super Rich Kids" ironisieren den Materialismus. Es geht um verwöhnte, reiche Rotzlöffel, die die völlige Leere in ihrem Inneren mit Alkohol und Drogen zu stopfen versuchen: "Super rich kids with nothing but loose ends." Ocean bedient sich hier für die Hook an Mary J. Bliges "Real Love", erzählt von der erfolglosen Suche nach der wahren Liebe und dem Sprung vom Dach: "My silver spoon has fed me good / a million one, a million cash / close my eyes and feel the crash."
Der Zauber und die Macht der Sexualität ist zentrales Thema, das die ganze Platte begleitet. Bildgewaltige Nummern wie "Pink Matter" feat. Andre 3000 strotzen vor Sex, erzählen in bunten Bildern von grey, blue, pink und purple matter, von dem aus die Aliens zu ihrer Belustigung unserem Geschlechterkampf zusehen. Ocean ist auch ein Meister der Zweideutigkeiten und der metaphorischen Finesse: "Well frankly when that ocean so motherfucking good / make her swab the motherfucking wood / make her walk the motherfucking plank / make her rob a motherfucking bank / with no mask on and a rusty revolver".
Sein Gesang hat im Falsett mit Nummern wie "Bad Religion" oder "Thinkin' Bout You" geradezu hypnotische Kraft. Als Crooner entblößt er Verletzlichkeit, packt aber auch auf diesem Album selbst in herzzerreißende Liebesbekenntnisse noch eine Portion Ocean-Humor: "A tornado flew around my room before you came / Excuse the mess it made it usually doesn't rain". Songs wie "Lost" oder "Pilot Jones" laufen einfach nur runter wie Öl, sind gefühlvoll aber lässig.
"Sierra Leone" erzählt von der Zufriedenheit und Naivität des Kindes, die unweigerlich irgendwann zerstört wird - in Sierra Leone ebenso wie überall sonst auf der Welt. "Sweet Life" nimmt mit auf den Drogentrip und lässt einen noch vor Ende des Songs daraus erwachen: "Whatever feels good / whatever takes your mountain high / keepin' it surreal, not sugar-free / My TV ain't HD - that's too real.".
Im Zehn-Minuten-Epos "Pyramids“ klotzen zwischen Strophe und Hook harte Rave-Synthies, während kurz darauf John Mayer ein Gitarren-Solo zum Besten gibt. Auf schimmernden, funkigen Synthiesounds holt Ocean Cleopatra ins Hier und Jetzt: "Well run to the future shining like diamonds in a rocky world."
Oceans Stil als "California Neo-Noir" zu bezeichnen, ginge mir persönlich etwas zu weit. Zum einen braucht kein Mensch eine neue Schublade, um ein solch mächtiges Stück Musik zu quetschen. Zum anderen trägt ein Album wie "Channel Orange" die Abneigung gegenüber jeglicher Genre-Zuschreibung offen zur Schau.
Zweifellos hat diese Musik Noir-Elemente. Die Ocean-Welt ist eine von der Realität abgeriegelte, "alienated", und bietet doch einen neuen Blick auf die unsrige. Ob nun Cleopatra auf High Heels durchs Vegas unserer Zeit stakselt, Forrest Gump als personifiziertes Begehren durch unsere Köpfe rennt, dem "Golden Girl" auf einer Trauminsel gehuldigt wird oder Mönche und Groupies sich gemeinsam in einem Track tummeln: Ocean zu lauschen ist wie einen Fantasy-Film zu gucken. Seine Musik ist wie rosa Zuckerwatte, nur eben so, wie man sie schon immer haben wollte: nicht so klebrig und nicht so süß.
Die Seele des Albums ist "Bad Religion". Eine Kirchenorgel, ein trauriges Streichquartett und Ocean, der in ein Taxi steigt und zum Fahrer sagt: "Entschuldigen Sie, dass ich Sie für eine Stunde als Seelenklempner missbrauche, es ist Rush-Hour, also nehmen Sie ruhig Umwege und lassen Sie die Uhr laufen - aber umfahren Sie bitte meine Dämonen!" Darauf der Taxifahrer: "Allahu Akbar": Gott ist groß. Er rät ihm zu beten. Das kann nicht schaden, aber: "If it brings me to my knees, its a bad religion." Ocean trägt diese Geschichte mit engelsgleicher Stimme vor. Abgrundtief traurig und nicht von dieser Welt.
"Channel Orange" ist avantgardistischer, progressiver R'n'B und gleichzeitig eine Hommage an die Geschichte der Black Music. Ocean etabliert für den R&B einen vollkommen neuen Stil - was er zwar mit "Nostalgia, Ultra" schon getan hat, hier aber perfektioniert. Wenn "Nostalgia, Ultra" schon eine R'n'B-Perle war, dann ist dieses Album nun die Schwarze unter ihnen.
| Shop | Titel | Preis | Porto | Gesamt |
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Channel Orange | €15,95 | €3,90 | €19,85 |
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Channel Orange | €16,99 | €3,95 | €20,94 |
Alles unter 5 wäre absolut fragwürdig gewesen.
Eines der besten Alben 2012 bisher, und möglicherweise das beste RnB seit Jahren.
Hier mal ein guter Kommentar dazu:
"Frank Ocean has a fine voice, the beats are more or less decent, and the lyrics are mostly intelligible. Channel Orange is on the bland side of okay, generally forgettable for those not committed to multiple listens to find the depth that may be buried in there. This is not the second coming of Sam Cooke or Marvin Gaye, or even the "best new music." It's just a respectable debut album from a young man who still has a lot of growing to do. Slow your role, hype machine."
Genialer Künstler, aber der Zeitpunkt des Coming Outs war definitiv überschlecht gewählt. Ein Monat NACH Release hätte nicht nach Aufmerksamkeit-Schüren gerochen. Aber gut, wollen wir mal nicht so sein, wird natürlich gediggt.
Ich hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass "channel ORANGE" wirklich so gut sein könnte, wie alle Kritiker behaupten, aber heute habe ich es mal in ganzer Länge gehört und holla, es ist wahrscheinlich sogar noch besser... Bestes RB-Album seit unzähligen Jahren!
The-Dream bringt seit Jahren auch immer super Alben raus, hat aber natuerlich nicht den "Bonus", mit einer Gruppe wie OF in Verbindung zu stehen, um die sich nur keiner mehr schert, und deshalb wohl auch eine andere Zielgruppe. Ohne The-Dream klaenge The Weeknd vermutlich anders.
Erstmal D'Angelo abwarten und dann kann man sehen, wo Ocean steht, und R. Kelly ist sowieso immer noch am besten. Nur da fehlt dann auch wieder dieser "hippe" Aspekt.
Gute Platte mit 2 Uebersongs (Thinkin Bout You und Pyramids). Den Rest fand ich 08/15 ala Usher und co. Leider wird die Platte wegen Franks Coming-Out doch seehr gehypt. Anders kann ich mir auch die 9.5 von Pitchfork net erklaehren.
3/5
Pitchfork-Wertungen kann man sich sowieso oft genug nicht erklären. The-Dream hat gute Alben rausgebracht, das stimmt, aber keins davon war m.E. so gut wie dieses. Dass es gute RB-Künstler gibt, ist richtig und dass Frank Ocean gehyped wird, auch, aber er wird dem Wirbel immerhin auch qualitativ gerecht.
und WIEDER gehe ich mit JaDeVin bzw dem Kommentar dacor! Besser kann man es nicht formulieren, auch wenn tatsächlich ein paar Glanzpunkte Channel Orange zu finden sind. Ansonsten, Hypealarm der übelsten Sorte 
Mhh. Als stadtbekannter Banause erkenne ich wohl die Genialität dieses Albums nicht.
Dagobertfuck: recht so. weil alles auch nicht genial ist. die ganze wolf gang ist nichts weiter als ein künstlicher blog hype für die smartphone generation. hier kommt dann noch dieser ganze homo kram dazu. einfach ekeliger promo stunt.
Ist das wieder diese lautuser'sche "Promoversion"?
Album haettest du dir auch im offiziellen stream anhoeren koennen anstatt es jetzt illegal zu ziehen.
Ich weiß ja nicht was alle mit Hypealarm haben. Nur weil man mal wieder mit einem Hype nichts anfangen kann, heißt es nicht, dass er ungerechtfertigt ist. The Suburbs war wohl in meinen Augen das schlechteste Arcade Fire-album. (zwar gute Songs, aber auch wirklich schlechte Songs wie Half Light I,II, Wasted Hours, Month Of May, Sprawl I etc.) Wurde trotzdem mit einem Album wie OK Computer verglichen. Bei jedem Album, dass irgendwie gute Kritiken einheimst, kommen immerwieder die selben Hypealarmschreier. Anstatt mal aus Prinzip gegen den Strom schwimmen zu wollen, könnte man sich die Musik einfach mal anhören und nicht nach 2mal hören bei solch einem langen Album es als Mist oder Durchschnitt abzustempeln. Wem es nicht gefällt, dem gefällt es nicht, aber von mir bekommt es die volle Punktzahl.
ok. das schreit wirklich nach Marketingmasche. Bei so einem Album widerrum könnte ich das trotzdem verschmerzen. Ist mir lieber das im Radio zu hören (falls es dazu kommt. Der scheint ja auch von Mainstreamsendern im Fernsehen angeworben zu werden.) als nochmal eine neue Katy Perrysingle, die so klingt wie die anderen sechs.
"ein schwuler homo der gay ist"! Geil! Ist das hier der gleiche chaudpain, welcher sich letztens in einem homosexuellen-Forum geoutet hat. Was ist passiert, Kollege?
Wird mit jedem Durchlauf geiler das Album.
Irgendwie finde ich es schockierend das so ein Outing noch solche Wellen schlägt. Vorallem auch in Deutschland, in den USA ok. Aber viele Kommentare beweisen das es hier auch nicht anderst ist. Es ist doch völlig wumpe auf welches Geschlecht er nun steht, bzw. für welches er die ersten Gefühle hatte, Frank Ocean ist einfach ein extrem toller Musiker.
Die Diskussion zeigt aber auch, das so ein Outing wichtig ist für Hip-Hop

Sodi: das soll ich Dir erzählen? Wir haben doch lautis Selbstmord und die Geburt von argemongo gemeinsam ausbaldowert, Du Flummi. Der neue Nick war sogar Deine Idee. Laut hat gar nichts gelöscht, jederzeit könnte Ostern sein und lauti unter die Lebenden zurückkehren.
was schwafelt eigentlich der lautuser die ganze zeit davon, dass er zusammen mit dir was ausgeheckt hat, sodhahn? das macht mir angst.
und wie zur hölle kann man hier smilies in den text einbauen. will ich auch. viele von der ehemaligen lautbar haben den umbau ja nicht überlebt oder, chillen hier abe, kessler, garrett oder die squalle noch gelgentlich? und ist es irgendwie möglich, zum letzten beitrag zu kommen ohne tausenfach nach unten zu scrollen.
so, bei mir läuft das Album jetzt seit gut einer Woche in Dauerschleife und ja, es ist gut und nein, es ist definitiv kein Meilenstein. Zumindest nicht was die Vergleiche mit Mayfield und Konsorten betrifft. Was RB in den letzten Jahren betrifft allerdings schon.
Anonsten gitl nach wie vor Hypealarm, was aber ja auch ok ist bei guter/ gut gemachter Musik
Also, Frank Ocean = 3
Boing: Squalli schaut alle Jubeljahre mal für 2 Postings vorbei. Garret hat viel zu viele Probleme in seinem schwierigen RL (und VL), Kessler wurde seit Ewigkeiten nicht gesehen, der kann sich ruhig mal wieder melden - genau wie abe. Und nein, Du musst nicht unbedingt ewig scrollen, Du kannst auch den kleinen Doppelpfeil rechts über dem ersten Kommentar klicken um den Faden umzudrehen, dann steht der letzte Post ganz oben. Gern geschehen.
Ach so - klar haben Sodi und ich das zusammen ausgeheckt, check die Küchenpsychologie, Boing. Nicht alles ist so wie es scheint, Sodi und ich sind seit jeher so: Fingerkreuz. Hauste.
Das Boinggenau auch eine kompetente Antwort erhält: Garret, der Sodhahn und noch so einige andere Gesellen chillen in einem anderen Forum, dass ausschließlich aus ehemaligen laut.de-Membern besteht und aus dem der lautuser aufgrund von behindertem Benehmen ausgeschlossen wurde. Natürlich sieht das mit Sodi nur der lautuser so, da musst Du Dir keine Sorgen machen, da wurde nix ausgeheckt! 
okay, alles klar. aber es war doch, vor allem aus meiner sicht, gerade das interessante an der lautbar, dass es möglich war die reviews der lautredaktion zu kommentieren. und deren reviews wiederum mit unqualifizierten aussagen zu kommentieren. und den sachverstand anzuzweifeln hehe. das alles fehlt doch in einem externen forum oder nicht?
btw: thx lauti für den tipp, wer sich die funktion ausgedacht hat muss ein verdammtes genie sein.
und die frage nach den smilies?
Boing: Bezüglich dem "Interessanten" an der lautbar und dem externen Forum, stimme ich Dir zu, habe mich dort deswegen auch wieder löschen lassen.
geht mit Doppelpunkt Klammer zu und
mit Semikolon Klammer zu, einfach reintexten. Weitere Simlies kann ich leider nicht.. ah, doch: ;(
. Und ja, hier sind Genies am Werk.
ja, was denn nun. die eine seite behauptet lauti wurde überall wegen schlechtem benehmens gefeuert und lauti behauptet er hätte sich überall aus freiem willen abgemeldet.
sodhahn soll das mal aufklären, sobald er für heute genügend koks an kids die an der uni wohnen, vertickt hat.
und absätze in seine postings kann man wohl auch nicht einbauen.
Ist doch wurscht wer was behauptet, da kommste schon noch selber dahinter, bild Dir Deine eigene Meinung zu den verpassten Ereignissen. Wie auch immer, argi ist ein neuer Anfang und Du bist auch wieder am Start. Sodi wird Dich nur wieder in die Irre führen, der alte Fuchs. 
@boing: vonwegen "ausgeheckt"...hab den lautuser ermutigt unter dem neuen selbstironischen nick "argemongo" mit neuer identität ein neues forendasein zu beginnen...konnte ja nich ahnen das der eumel sich gleich in seinen ersten auftritten hier wieder gleich als "lauti" outet und ein benehmen an den tag legt wie stummerzeuge in seinen finstersten stunden...so ein nöckel...
Sodi, Du hattest da was grundsätzlich falsch verstanden. Es ging nur um den Tod von lautuser und einigen alten Spielgefährten wie Dings und Otto und Benjamin und die neue Figur argi, es ging NIE darum hier ein Versteck-Theater aufzuführen. Alles läuf nach Plan, wir sind ja noch ganz ganz am Anfang. Du bist einfach zu ungeduldig.
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