- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Frisuren-Freestyle, Schulterpolster und jede Menge Keyboard-Beats: Wir präsentieren euch die 30 besten Synthiepop-Alben des Jahrzehnts.
Konstanz (laut) - Die 80er Jahre: verrückte Zeiten. Wer sich an sie erinnern kann, hat sie laut Falco nicht erlebt. Drei Dinge kleben an diesem Jahrzehnt wie Hubba Bubba: Frisuren-Freestyle, Schulterpolster und Synthiepop. Sogar ein junger Ostfriese namens H.P. Baxxter rührte damals mit seiner Band Celebrate The Nun kräftig in der Synthiesuppe. Er kam dann bald auf andere Zutaten.
Das heute dank Bands wie Hot Chip, Ladytron oder Yeasayer wieder äußerst hippe Genre trat um 1979/80 aus dem Schatten der britischen Postpunk- und New Wave-Bewegung heraus. Eine musikhistorische Umbruchphase, die Einstürzende Neubauten-Vordenker Blixa Bargeld einmal so beschrieb: "Das Zeitklima um 1980 war insofern besonders, als dass es einen Haufen Mist gab, für den sich kein Schwein mehr interessiert hat, und dass alles andere willkommen war." Dazu gehörte nicht nur der Sound von Presslufthämmern, sondern auch jener der nun folgenden Bands. Viel Spaß mit ...

Ursprünglich eine klassische Postpunk-Band, die gegen die Stagnation des Rock'n'Roll rebellierte, wendeten sich Devo 1981 erstmals offenherzig dem Synthiepop zu. Das Cover zeigt die Gruppe beinahe kraftwerkesque in Fantasie-Uniformen sowie mit US-Präsident Ronald Reagans Frisur parodierenden Plastik-Perrücken.
Nach wie vor protestierten Devo gegen Konformität und moralischen Verfall und gingen dabei mit mehr Ironie vor, als der Durchschnittsamerikaner in einem ganzen Leben nachvollziehen kann. "New Traditionalists" atmet den Geist des Punk und verwendet dabei neuestes elektronisches Equipment. Dem für Synthesizer-Musik nun empfänglichen Mainstream-Publikum blieben sie zu nerdig, den Fans der ersten Stunde ging ihr Pop-Ansatz zu weit. Anspieltipps: "Going Under", "Through Being Cool".

Synthiepop aus der Schweiz? 1980 gleichbedeutend mit Synthiepop vom Mars. Yello-Sprecher Dieter Meier erinnert sich an eine New York-Show vor 7.000 Schwarzen und Latinos im Anschluss (!) an ein Konzert von Afrika Bambaataa: "Wir waren morgens um halb vier dran und die Leute dachten 'Was wollen denn diese Käseköpfe aus der Schweiz?' Die meinten, unser Song 'Bostich' sei von zwei schwarzen Avantgarde-Musikern von der Westküste."
Fünf Jahre später wussten dann alle Bescheid. Yellos viertes Album "Stella" markierte einen bandeigenen Höhepunkt und vereinigte bereits in den drei Hits "Desire", "Vicious Games" und "Oh Yeah" die gesamte Experimentierpalette des schrägen Duos. Dank des Teenbusters "Ferris Macht Blau" wusste nun jeder um die PS-Umdrehungen der Schweizer. Bald wurde es Zeit für "The Race".
Ihr hierzulande größter Hit "The Look Of Love" mag ABC zu simplen Chartsauswüchsen des Jahres 1982 abstempeln, aber genau von jener stumpfen Sorte Band wollte sich die Gruppe aus Sheffield absetzen. Ihnen schwebte ein exakter Plan für das Debütalbum vor: symphonischer, angefunkter Disco-Sound mit intelligenten Texten. Dafür sicherte man sich die Dienste des Produzenten Trevor Horn, der hier erstmals seinen Perfektionismus schulte: Streicher, Bläser, Chorgesang, Synthesizer-Fanfaren - Horn hatte einfach alles drauf.
"The Lexicon Of Love" ist ein aalglattes, perfekt choreographiertes Synthiepop-Album, auf dem jede Note sitzt wie der Goldlamé-Anzug am Körper des Sängers Martin Fry. Seinen Look sollten bald Wegelagerer wie Spandau Ballet kopieren. Bei ABC war die Luft nach dem kommerziellen Flop des gitarrenlastigen Nachfolgers aus. Anspieltipps: "Tears Are Not Enough", "Poison Arrow".

Dass aus Düsseldorf nicht nur minimalistischer, sondern auch voluminöser, bombastischer Synthsound kommt, belegten 1985 Propaganda. Bei den Fritz Lang-Fans handelte es sich wie bei Kraftwerk um Studionerds, was Trevor Horn sicher sympathisch war, als er sie für sein ZTT Label signte. Horns gute Kontakte holten mit Glenn Gregory (Heaven 17) und Stewart Copeland (The Police) noch prominente Gäste ins Boot.
Nach dem Erfolg der Single "Dr. Mabuse" tüftelte die nach England umgezogene Band um Ex-Krupps-Mitglied Ralf Dörper an einem Soundtrack, der die Pole Gothic, Electro und Postpunk großspurig miteinander verbinden sollte. Der damals noch unbekannte Anton Corbijn drehte ein unzeitgemäßes Schwarzweiß-Video, das den künstlerischen Anspruch von Propaganda verstärkte, sie aber nicht zu Superstars werden ließ. Heute erinnert man sich vor allem im Ausland an dieses Album. Anspieltipps: "Dr. Mabuse", "Duel".

Ian Marsh and Martyn Ware erlebten ihren Pete Best-Moment im Jahr 1981: Als die beiden Klangtüftler die notorisch erfolglosen The Human League im Streit verließen, gab niemand mehr einen Pfifferling auf den zurückgebliebenen League-Sänger Philipp Oakey. Kurz darauf wurde ausgerechnet dieser dank "Don't You Want Me" zum Popstar. Und Marsh und Ware?
Holten ihren alten Kumpel Glenn Gregory zu Heaven 17, der witzigerweise sehr nach Oakey klang. Dennoch mussten sie bis zu ihrem einzigen größeren Charterfolg mit "Temptation" (auf "The Luxury Gap") noch zwei Jahre warten. Kein Wunder: Auf "Penthouse And Pavement" heißen die Songs "(We Don't Need This) Fascist Groove Thang" oder "Let's All Make A Bomb". Das Radio-Airplay fiel verhalten aus. Erst nach einigen Jahren entfaltete der mit Disco-Funk und amerikanischem R'n'B unterfütterte Elektro-Sound seine Wirkung und belegte die Pinoierleistungen der Gruppe.

"Ein betrunkener Ziegenbock könnte ein Duran Duran-Video drehen", lästerte Smiths-Sänger Morrissey 1984. Richtig ist sicherlich, dass Simon Le Bon und seine Freunde in ihren exotischen Strand-Videos nach dem Vorbild ralliger Ziegenböcke zwischen leicht bekleideten Mädchen umherhüpften. Doch muss man ihrem zweiten Album "Rio" auch zugute halten, dass sie für ihre Songs noch so viel Zeit und Energie investierten wie später nur noch für das Leeren von Dom Perignon-Flaschen auf Angeber-Partys.
Dank "Hungry Like The Wolf", "Save A Prayer" und später "Wild Boys" wurden sie bald zu adrett gekleideten Pop-Businessmen mit tollen Frisuren, Millionen Fans und null Street Credibility. Nur konsequent also, dass sie heute auch Privatkonzerte in großen Bankhäusern spielen.

Boytronic sind heute nur noch Szenekundigen bekannt, denn ihr kurzer Chartserfolg liegt knapp 30 Jahre zurück. Die Hamburger Synthieband um Holger Wobker und Peter Sawatzki startete Anfang der 80er als deutschsprachiges Bandprojekt Kapitän Sehnsucht. Der Track "You" war ursprünglich nur ein Studiospaß. Mercury Records zeigte jedoch großes Interesse, vielleicht auch weil der NDW-Hype bereits zu einem Scherbenhaufen zerbrach.
Als Boytronic nach einer Absage Kim Wildes überraschend in die TV-Sendung "Formel Eins" eingeladen wurden, raste der Dancetrack in die Top Ten. Im Zuge dessen kauften die Deutschen auch das dazugehörige Album, das noch die Höhepunkte "Luna Square" und "Diamonds And Loving Arms" bereit hielt.
Nach Streitigkeiten mit dem Label über die musikalische Zukunft löste sich die Band nach dem zweiten Album vorerst auf. In den 90er Jahren lebte Wobker in einem Kloster in Asien und Sawatzki beging nach einer Krebserkrankung Selbstmord. Heute veröffentlicht Wobker gelegentlich wieder Musik als Boytronic.

Hierzulande schon damals lediglich als Insidertipp gehandelt, zählen Indochine in Frankreich zu den bekanntesten Bands der 80er Jahre. Der Vergleich mit Depeche Mode macht insofern Sinn, als das Quintett 1982 mit fröhlichem Synthiepop anfing, der über die Jahre zunehmend melancholischer wurde. Die Band ist bis heute aktiv.
Der glockenhelle Gesang von Nicola Sirkis erinnert allerdings eher an Simon Le Bon, was dem frühen Erfolg natürlich nicht abträglich war. Mit ihrem 1985er Album "3" und den Hits "Canary Bay" und "Tes Yeux Noirs" wurden sie in ihrer Heimat, Belgien und der Schweiz zu Superstars, im Folgejahr füllten sie das Pariser Zenith vier Abende in Folge. Ihr '82er Debüt beinhaltet das unsterbliche "L'aventurier" sowie das gelungene Jacques Dutronc-Cover "L'opportuniste".

Das kurzlebige Genre New Romantics entstand Anfang 1980 um die Londoner Szene-Disco Blitz. Markenzeichen der Bewegung war ein den Vorbildern Bowie und Ferry nachempfundener exzentrischer Modestil sowie Gender-Ambiguität as fuck, wie man sie bald in jeder Bravo an Boy George beobachten konnte. Das 1980er Debütalbum der Gruppe Visage mit Blitz-Partyveranstalter Steve Strange am Mikro bildete die New Romantics-Vorliebe für elektronischen New Wave perfekt ab. Der Welterfolg der Single "Fade To Grey" überragte dieses atmosphärische Werk zu Unrecht.

1988 stand ein Trio aus Bietigheim plötzlich nicht nur in unseren Hitparaden ganz oben, sondern auch in den US-Billboard Dance-Charts. Muss man sich mal vorstellen: Vor den Pet Shop Boys, Duran Duran und Samantha Fox. "The Great Commandment" hieß das schwäbische Gesellenstück, das gemeinsam mit dem späteren "Love Is A Shield" (1989) bis heute die Erfolgsgrundlage von Camouflage bildet.
Dass die Gruppe stets mit Depeche Mode verglichen wird, stört Sänger Marcus Meyn nach eigenen Worten gar nicht: "Das ist ja 'ne geile Band, die nach wie vor sehr erfolgreich ist. Es ist nun mal so, dass vielen DM-Fans unsere Musik gefällt." Den Grundstein hierfür legte das Debüt "Voices And Images" mit astreinen Synthiepop-Hits wie "Neighbours" und "Strangers Thoughts".

Aus allen Ecken krochen 1980 plötzlich Synthiepop-Bands, die meisten von Gary Numans Spät-70er-LP-Vorlagen "The Pleasure Principle" und "Replicas" beeinflusst. Unbeabsichtigt wurde der schüchterne Brite plötzlich dank der Hits "Cars" und "Are Friends Electric?" zum ersten Synthesizer-Popstar. Mit dem Erfolg kam Numan nur schwer zurecht, er litt an Depressionen und kaufte sich Flugzeuge, um all die grässlichen Menschen loszuwerden.
Seinem Sonderling-Status als extravaganter Bowie-Klon waren solche Geschichten nur zuträglich. "Telekon" ist der Gipfel des elektronischen Eisbergs, das letzte von vier großartigen Alben. Heute dank Leuten wie Trent Reznor rekonvaleszenter Industrial-Sänger mit wieder erwachter Fanbase. Von Reznor ist überliefert, er habe während der Aufnahmen zu "Pretty Hate Machine" fast ausschließlich "Telekon" gehört.

Es war nicht die blödeste Idee seines Lebens, Depeche Mode nach zwei erfolgreichen Singles 1981 zu verlassen. Denn zwei Jahre später veröffentlichte Vince Clarke mit der Undertones-Punk-Ikone Feargal Sharkey die überaus grausige Single "Never Never" als The Assembly. Genau dazwischen lag die weitaus fruchtbarere Zeit mit Sängerin Alison Moyet, die für immerhin zwei Yazoo-Studioalbum Bestand hatte.
Benannt nach einem Mississippi Blues-Label, machte Moyets eindringlich-emotionale Stimme den Unterschied, der Yazoo von der großen Synth Pop-Konkurrenz abhob. Und nicht zuletzt von Clarkes alten Kollegen Depeche Mode, die seine Schmachtballade "Only You" als Abschiedsgeschenk verweigerten. Nach Yazoos Ende genoss Clarke mit Erasure doch noch langfristigen Erfolg und darf aufgrund seines bandübergreifenden Trademarksounds als Lemmy Kilmister des Synthiepop bezeichnet werden.

Mit ihren von Giorgio Moroders Roboterbeats inspirierten Songs "Why" und "Smalltown Boy" treffen Bronski Beat 1984 den Nerv der von Hi-NRG angefixten Discogänger. Vor allem der in höchste Tonlagen abhebende Gesang von Jimmy Somerville verleiht dem Trio ein unverwechselbares Image, das auf dem Album "The Age Of Consent" seinen zeitlosen Niederschlag findet.
Somerville ist zudem einer der ersten Popstars, der sich als homosexuell outet, was man jedoch maximal dem "Need-A-Man Blues" entnimmt. Somervilles lyrische Kunst bestand nämlich nicht in der plakativen Zurschaustellung seiner sexuellen Präferenz, vielmehr berührten seine Texte die Ängste und Bedürfnisse von sämtlichen gesellschaftlichen Außenseitern. Bis heute ein besonderes Album mit einem besonders hässlichen Cover.

Sie sind bis heute wohl die einzigen, die nicht nur Diktatoren, sondern auch den Messias in einem Popsong unterbrachten: Robert Görl und Gabi Delgado-Lopez sangen in ihrem größten Hit von 1981 die Zeilen "Tanz den Mussolini, und dann den Kommunismus, und jetzt den Adolf Hitler, und jetzt den Jesus Christus."
Auch wenn DAF für sich beanspruchen, schon ab 1980 den Begriff der "Körpermusik" auf ihre nackten Rhythmusmaschinen-Beats gemünzt zu haben, spricht man erst ab Mitte der 80er von "Electronic Body Music", die in Front 242 und Nitzer Ebb weitere berühmte Vertreter hervorbrachte. Auf "Alles Ist Gut" ließen die Düsseldorfer erstmals ihren DAF-Punk, also Gitarre und Bass, in der Ecke stehen und definierten so ihren nicht minder harten Stil.

"In The Garden", das erste Album der Eurythmics, war noch ein ziemlicher kommerzieller Reinfall. Mit ihrem zweiten Album erfanden sich die beiden Briten neu. Die Vorab-Single "Love Is A Stranger" gab die Neuausrichtung deutlich voraus. Doch spätestens mit dem ersten Faustschlag der Single "Sweet Dreams (Are Made Of This)" war die Welt um eine Pop-Sensation reicher.
Eines der stylischsten Videos der Dekade, rund um die androgyne Annie Lennox und den unterkühlten Dave A. Stewart konzipiert, komplettierte ein Bild, von dem sich die Band noch viele Jahre herrlich ernährte. Auf "Sweet Dreams (Are Made Of This)" trifft kalte morbide Romantik auf R&B und wird minimalistisch in Szene gesetzt. Der Anfang einer außergewöhnlichen Karriere.

In guten Momenten hinterlässt die Musik von Erasure den Eindruck einen Besuchs in einer Hüpfburg. Ohne erkennbare Scheuklappen springen Vince Clarke und Andy Bell munter durch eine kunterbunte Pop-Welt.
"A Little Respect" darf man gerne als nahezu perfekten Pop-Song bezeichnen. "Chains Of Love" kommt einem fröhlichen Sprung in den Bällepool gleich. Dem gegenüber steht die Melancholie von "Hallowed Ground" und vor allem "Ship Of Fools", einem der größten Momente in der Karriere der beiden Engländer.
Das dritte Album "The Innocents" bringt exzellentes Songwriting, einen überzeugenden Andy Bell und die elektronischen Zauberspielereien von Wunderwuzzi Vince Clarke zusammen. In ihrer eigenen Villa Kunterbunt fokussieren sie sich auf die auf den Vorgängeralben gesammelten Stärken. Bis zum 1991er Album "Chorus" agierten Erasure in Hochform, danach kam pünktlich mit dem Grunge die große Depression. Ihre heutigen Alben: unhörbar.

Ähnlich wie Bon Scott für AC/DC die Erfolgssaat legte, auf der Nachfolger Brian Johnson gedeihen konnte, übernahm bei Ultravox Sänger Midge Ure den Posten für John Foxx und es entstand gemeinsam mit Kraftwerk-Produzent Conny Plank (der schon den Vorgänger "Systems Of Romance" begleitete) ein Synthiepop-Klassiker.
Mikro-Neuzugang Ure, damals mit feinem New Wave-Moustache, passte mit seinem theatralischen Stimmorgan perfekt zu den symphonischen Songs, die im elegischen "Vienna" ihren Höhepunkt finden. Wer sich fragt, warum Synthiepop-Fans gerne als Weicheier verlacht werden, braucht nur diesen Song anzuhören. Vielen Dank, Midge!

Die frühen Geniestreiche "Back To Nature" und "Ricky's Hand" ließ Fad Gadget alias Frank Tovey auf Albumlänge einfach weg. Warum? Weil er es kann. Sein 1980er Debüt ist ein kompromissloses Meisterwerk düsterer Minimal-Elektronik, kein Song auch nur im entferntesten chartstauglich und daher heute nur noch Puristen vermittelbar, die bei den Begriffen Korg-Synthesizer und Arp-Bassdrum feuchte Augen bekommen.
Konzerte beendete der 2002 verstorbene Bühnen-Berserker oft blutend, im Studio war ihm die eigene Vision derart wichtig, dass er seinen frühen Förderer Daniel Miller (Mute Records) einfach vor die Türe setzte. Highlights sind das finstere Analogmonster "State Of The Nation", das lärmende Pre-Industrialstück "Newsreel" und natürlich "Coitus Interruptus" inklusive nachgestellter Ejakulation. Kommerzielle Befriedigung erfuhr Fad Gadget 1984 mit dem Szene-Hit "Collapsing New People". Trent Reznor, Daft Punk und seine Labelkollegen Depeche Mode halten Fad Gadgets Namen bis heute in Ehren.

Nach der epochemachenden Vier-Alben-Bergetappe "Autobahn", "Radio-Aktivität", "Trans Europa Express" und "Die Mensch-Maschine" nahmen sich Kraftwerk drei Jahre Zeit zum Durchschnaufen. Als "Computerwelt" 1981 schließlich erschien, war der Markt dank der erschwinglich gewordenen Synthesizer plötzlich voll mit potenzieller elektronischer Konkurrenz.
Doch die Mensch-Maschinen blieben gewohnt cool und lieferten ein hartes, sparsam instrumentiertes High Tech-Album ab, das in seiner Betonung auf Rhythmik einmal mehr das kommende Techno-Zeitalter vorausnahm. Vom Inhalt ganz zu schweigen: So altmodisch der Rechner auf dem Cover erscheinen mag, Kraftwerk erkannten den Way Of Life und den Slogan der Zukunft bereits 1981: It's more fun to compute. Oh Yeah!

Dass sich Sänger Mark Hollis wenig aus seinem Image machte, war schon 1983 an seinem weißen Anzug mit schwarzer Lederkrawatte und seinen Segelohren auszumachen. An einer verkaufsfördernden Rolle als charismatischer Mädchenschwarm hatte er kein Interesse. Beim zweiten Album "It's My Life" war erstmals Tim Friese-Green an Bord, mit dem Hollis in den Folgejahren die experimentellen Meilensteine "The Colour Of Spring" und "Spirit Of Eden" komponieren sollte.
1984 jauchzten bei Talk Talk jedoch noch freigiebig die Synthesizer, obwohl bizarrerweise mit Simon Brenner im Vorjahr der Keyboarder entlassen wurde. Erstmals tritt hier die markant melancholische Klagestimme von Mark Hollis in den Vordergrund. Die Singles "Such A Shame" und "It's My Life" führten zu üppigen Kontobewegungen bei den Briten, die in ihnen zum Leidwesen der Plattenfirma den Wunsch weckten, zukünftig alles anders zu machen. Ein Ansatz, der zu drei weiteren, hochkarätigen Talk Talk-Alben führte, deren Relevanz sich nicht mehr in Chartsplatzierungen widerspiegeln sollte.

Zeichentrickvideo, Löcherjeans und Lederarmbändchen: Ab 1985 gab es kaum ein Mädchen-Zimmer, dessen Wände A-ha nicht schmückten. Doch im Gegensatz zu manch anderen Pop-Sternchen konnte Morten Harket locker mit Freddie Mercury mithalten (also gesanglich). Dazu kam das Songwriting von Pål Waaktaar, dem mit "Take On Me", "The Sun Always Shines On T.V." und dem Titeltrack "Hunting High And Low" ein paar der schönsten Perlen des Jahrzehnts gelingen.
Auf ihrem Debüt lassen sich die drei Norweger noch stark von der Soft Cell-Rhythmik beeinflussen. Das große Kunstwerk bleibt allerdings, dass die restlichen Songs wie "The Blue Sky" und "Here I Stand And Face The Rain" im Schatten der Übersingles nicht zu Füllmaterial verkommen.

Hartwig Schierbaum aus Münster ahnte es früh: Mit diesem Namen wirst du nie Popstar. Marian Gold klang da logischerweise 'ne Ecke cooler. Was ihm dann aber mit dem Debütalbum seiner Gruppe Alphaville (benannt nach dem Jean Luc Godard-Film) gelang, ist beinahe noch mysteriöser. "Big In Japan", "Sounds Like A Melody" und natürlich "Forever Young": Was er auch anfasste, es wurde zu, nun ja, Gold.
Auch im Ausland. Das Album beeindruckte unter anderen Menschen in Norwegen, England und Südafrika. 1,5 Millionen verkaufte Alben und 3,5 Millionen Singles: Hartwig hatte es allen gezeigt. Doch auch abseits der drei Ausnahme-Singles gelang Alphaville das wohl zeitgemäßeste deutsche Synthiepop-Album der 80er. Sie hätten noch weitaus erfolgreicher werden können, doch die Band lehnte Live-Auftritte damals komplett ab, da kein Mitglied ein Instrument gescheit spielen konnte. Komplett irre? Wie wahr!

Holy shit! Offen schwule Typen singen über Sex, Krieg und Religion! Im Jahr 1984 für mehr als nur einen Skandal gut. Produzent Trevor Horn und Musikjournalist Paul Morley witterten das Potenzial und machten Frankie Goes To Hollywood zum Goldesel des gemeinsamen Labels ZTT. Die Dukaten, die das Projekt vorne und hinten ausspie, gaben sich an der Spitze der Charts die Klinke in die Hand.
"Relax", "Two Tribes" und "War" lieferten die Vorlaben für endlos viele mindestens so endlose Remixe. Im Fahrwasser solcher Erfolgs-Singles konnte das zugehörige Album nur durch die Decke gehen. "Welcome To The Pleasuredome" besticht aber insbesondere als Gesamtkunstwerk - und mit der wohl zauberhaftesten Schnulze des ganzen Jahrzehnts. "I'll protect you from the hooded claw, keep the vampires from your door." Dann kann ja gar nichts passieren. Danke, Frankie!

OMD gehören zu jenen Synthiebands, die sich nicht früh auflösten, so dass ein Kult um ihre Werke entstand. Sie machten einfach immer weiter, selbst als ihre Songs nurmehr wie schlechte Coverversionen der eigenen Stücke klangen. In der Frühphase schufen die Liverpooler jedoch zahlreiche Klassiker: Nach dem Single-Juwel "Electricity" von 1979 (auf Factory Records!) war "Architecture & Morality" das erste komplette Album-Meisterwerk.
Songs wie "Souvenir", "Joan Of Arc" und "Maid Of Orleans" sind bittersüße Synthpop-Klassiker, die der Band heute noch die Häuser voll machen. Bemerkenswerteste Karriereleistung: Außer Andy McCluskey und Paul Humphreys hat es niemand geschafft, mit zwei Songs über eine vor 500 Jahren verstorbene Heilige die Charts aufzurollen.

Das Album, das sie zu Weltstars machte. Der Preis: eine halbe Million Interviews seit 1981, in denen Sänger Phil Oakey klarstellen musste, dass er seine zwei Gesangskolleginnen nicht in einer Cocktailbar angegraben hat. Die plötzliche Verwandlung blasierter Sci-Fi-Pop-Spinner in gnadenlose Disco-Tiere bleibt bis heute rätselhaft und beeindruckte sowohl Madonna, die Pet Shop Boys als auch Lady Gaga nachhaltig.
"Dare" zählte im Erscheinungsjahr zu den heißesten Dancescheiben, was maßgeblich an der feurigen Linn-Drummachine liegt, die Produzent Martin Rushent mit einbrachte. Die vor der Veröffentlichung im Streit abgewanderten Ian Marsh und Martyn Ware (Heaven 17) mussten angesichts des schlimmen Schicksalsschlags nicht allzu sehr leiden: Für ihre Rechte am Namen Human League bekam jeder ein Prozent der weltweit fünf Millionen verkauften "Dare"-Alben.

Auf ihrem dritten Studioalbum vollzogen New Order endgültig die Wandlung von der Postpunk- zur Danceband. Synthesizer und Drumcomputer dominierten das Klangbild, während das Rock-Rückgrat bestehend aus Bassist Peter Hook und Drummer Steven Morris nur noch rudimentäre Gastauftritte erhielt (etwa im spektakulären "Sunrise").
Ihre berühmte Weigerung, großartige Singles mit auf die Alben zu nehmen, gaben New Order für "Low Life" auf, so dass die Synthiepop-Hymnen "The Perfect Kiss" und "Sub-Culture" angemessene Würdigung erfahren. "Shellshock" schaffte es im Folgejahr in John Hughes' Teen-Romanze "Pretty In Pink" und mit der 12"-Sammlung "Substance" wurden die Mancunians im Folgejahr zur Stadionband. Heute treffen sich Hook und der Rest von New Order nur noch vor Gericht, was dem Albumtitel eine neue, traurige Bedeutung verleiht.

La Roux vergisst sie nie bei der Aufzählung ihrer 80s Idole, Lauryn Hill übte sich zu ihren Songs im Breakdance, aber dem Großteil der Menschen sind Tears For Fears aufgrund von "Shout" und "Everybody Wants To Rule The World" quasi als Two-Hit-Wonder in Erinnerung geblieben. Und die sind auf dem Debütalbum noch nicht mal drauf. Dennoch gehört es zu den atmosphärischsten Alben des Jahrzehnts, was vor wenigen Jahren dank des Gary Jules-Covers von "Mad World" für den "Donnie Darko"-Film noch mal ein paar mehr Menschen auffiel.
Roland Orzabals Liebe zu den Beatles leuchtet aus den kunstvollen Arrangements, sein emotionaler Vortrag steht Morrissey in nichts nach und was Coldplay und Keane in ihrer Jugend so gehört haben, ist auch schnell klar. Nach dem noch erfolgreicheren Nachfolger "Songs From The Big Chair" (1985) begannen die Probleme, die 1992 zur Trennung führten. Die streitlustigen Bandgründer Orzabal und Curt Smith, die 2004 ein erfolgloses Comback wagten, lehnten 80er Jahre-Revival-Tourneen stets ab und wahrten so ihr Erbe eines der kreativsten Duos der 80er Jahre.

Das PSB-Debüt steht oft im Schatten des übermächtigen Nachfolgers "Actually", dabei sparten die Boys hier mit "Suburbia", "Opportunities", "Loves Comes Quickly" und natürlich "West End Girls" auch nicht mit Genre-Klassikern. Schon auf "Please" findet man alles, was die Pet Shop Boys bis heute auszeichnet: Romantik, Melancholie, New York-Disco, Italo-House, Schwulenhymnen und überhaupt jede Menge Drama, Baby!
Das große Verdienst der Platte ist sicherlich, dass 1986 nun wirklich jeder dachte, die Synthiepop-Geschichte sei langsam zu Ende erzählt - für das Duo fing sie gerade erst an. Die Nicht-Singles, sei es der mechanische Roboterbeat von "Two Divided By Zero" oder der Hi-NRG-Spaß "Why Don't We Live Together", beide jüngst wieder ins Liveset gerutscht, komplettieren das wahrscheinlich perfekte Pop-Debütalbum.
Dass hier eine etwas andere Gruppe ins Pop-Geschehen eingriff, belegt auch Neil Tennants Äußerung zur US-Nummer-Eins von "West End Girls": "Ich fühle im Prinzip gar nichts, also so wie bei einer Tasse Tee".

Der Titel spricht Bände: Soft Cell luden auf ihrem Album-Debüt zu einer Sound-Peepshow mit allerlei schlüpfigen Themen, um dem tristen Alltagsgrau der britischen Vorstadt zu entfliehen. Auf der Basis ihrer Liebe zu Northern Soul und Disco schuf das Duo melodramatische Stücke, denen Marc Almonds hyperemotionaler Gesang die Krone aufsetzte.
Der überraschende Single-Erfolg von "Tainted Love" sollte jedoch Fluch und Segen zugleich sein, denn bis heute steht dieses großartige Debüt im Schatten des Welthits. Es ist eine Reise in die schmutzigen Sound-Unterwelten von Keyboard-Wizard Dave Ball, der für jeden von Almonds lyrischen Schritten im Rotlichtbezirk die passenden Schweinesounds bereit hielt. Neben der Schmachtballade "Say Hello Wave Goodbye" verleihen vor allem die Uptempo-Songs "Bedsitter", "Sex Dwarf" und "Chips On My Shoulder" diesem Album das Etikett "überragend".

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", hieß es 1983 bei Depeche Mode. Die geteilte Stadt lockte mit Steuervergünstigungen, Extrem-Nightlife und den legendären Hansa Studios. Eine Reise mit nachhaltigen Ergebnissen.
"Das Beeindruckende ist für mich ihr Werdegang: Sie fingen an mit harmlosen Synthiepop-Liedchen und arbeiteten sich nach und nach zu diesen dunklen Industrial-Sounds vor", erzählte uns Pet Shop Boy Chris Lowe. "Some Great Reward" steht oft im Schatten des Nachfolgers "Black Celebration", einer Art zweitem Debüt, mit dem sich die Gruppe als Goth Pop-Impressarios neu erfand.
Nach dieser Lesart ist "Some Great Reward" der Höhepunkt einer Entwicklung, die als New Romantic-Joke begann und mit Avantgarde-Pop endete. Auf "Some Great Reward" kam erstmals der Synclavier-Hard Disk-Sequencer zum Einsatz, der Metall- und Alltagsgeräusche in die Songs spuckte. Das Ergebnis war für ein Popalbum des Jahres 1984 außergewöhnlich: Überall knirschte und knatterte es im Gebälk, doch den subversiven Ansatz ummantelte Chef-Songwriter Gore mit zielgenauen Massenmelodien.
Neben den scharfkantigen Sounds des Nummer Eins-Hits "People Are People" oder den Peitschenhieben von "Master & Servant" wirkte Duran Duran wie Senioren-Karaoke. Depeche Mode waren plötzlich die Neubauten für den Mainstream, mit Gareth Jones teilten sie sich sogar den Produzenten. Und ausgerechnet das schleppende "If You Want" aus der Feder des Keyboard-Frischlings Alan Wilder wies den Weg in die rabenschwarze Zukunft.
Und natürlich auf Platz 1...Fanboys, allesamt!
Aber danke für die Nennung der Baxxter-Band...ich wusste nur, dass er in ner New Wave-Band war...Youtube hat sogar noch ein paar Videos parat, bzgl. Rollenverteilung kein Unterschied zu Scooter, zwei am Keyboard, Baxxter am Mic (Gesang sogar halbwegs passabel)
edit: yeah, sogar 3 Keyboarder...welch ein Luxus! 
http://www.youtube.com/watch?v=trHAChJKRo0
Schön, dass tatsächlich "The Innocents" von Erasure dabei ist. Besser hätte man ihre Entwicklung nicht beschreiben können - wobei ich behaupten würde, dass sie bis einschließlich 1995 in Hochform waren. Ab dann ging's tatsächlich steil bergab. Aber bis heute hoffe ich ja, dass sie's, wenn vielleicht auch aus Versehen, noch einmal herumreißen. Wenn ich mir die Platte von VCMG so anhöre, ist es ja eigentlich nicht abwegig...
@mametchi Hat dein Blog so schlechte Besuchszahlen, dass du jetzt Musikseiten zuspammen musst?
absolut. völlig unterbewertet.....für mich auch eher rock.....
wo sind die talking heads??...ok spielten ja auf den ersten beiden alben eher post-punk(psychokiller) und dann new wave oder so...
Bei manchen Bands, wie Depeche Mode, OMD, Ultravox, Human League oder Gary Numan hätte ich andere Alben in die Liste genommen. John Foxx darf nicht fehlen, die grandiosen The The werden immer ein Schattendasein fristen (leider), die frühen Simple Minds hatten auch ein paar tolle Hits und auch die erste Ministry (die ich durchaus mag) oder auch Talking Heads oder Wire hatten tolle Versuche in Sachen New Wave. Und wenn Fad Gadget, wo Cabaret Voltaire? Aber ich könnte noch ewig so weiterschreiben.
Boytronic gehen klar, wenngleich es tatsächlich nur ein paar Lieder waren, die taugen. Dafür allerdings mit "Lunar Sqare" ein echter Klassiker, den ich das erste Mal Jahre später in einer Grufi-Disco gehört habe. Aber 80er und Synthiepop ist natürlich ein unendliches Feld. Ich fand beispielsweise Freur, die Urband von Underworld sehr interessant, vor allem der "Hit" Doot Doot! Und auch wenn er heute eher als Synthiepop-Trittbrettfahrer gilt, das erste Howard Jones-Album "Human's lib" ist auch ein Highlight.
Dass ich mehr als 20 Alben kenne, zeigt mir, wie sehr ich dieser Musikrichtung geliebt habe. Alles in Allem eine gelungene Liste. Unterschätzte Alben wie "The Hurting" und "Non-Stop Erotic Cabaret" gehören auch bei mir zu den Top 5.
Meine Hauptkritikpunkte:
"Black Celebration" und "Music for the Masses" von DM zu ignorieren, kann nur damit erklärt werden, dass diese Album nicht mehr zum Syntiepop gezählt werden (die einzige akzeptable Entschuldigung).
Außerdem fehlen definitiv: Yello - Claro Que Si und Blancmange - Mange Tout, ELO - Time, Talk Talk - Colours of Spring
claro que si ist in der tat erwähnenswert.
großes avantgarde album
Zum Thema Soft Cell...Hat hier jemand schon mal das Original Video von "Sex Dwarf" vom Regisseur Tim Pope gesehen... Kein Wunder, dass das damals verboten und alle Exemplare beschlagnahmt wurden.
Ich sag nur, Marc Almond in Netzstrumpfhose, Dave Ball in Schlachtermontur mit Motorsäge, darum herum tanzend Mädels in Corsagen und ein Lilliputaner in Lack/Leder... dazu viel Blut und rohes Fleisch! Unglaublich..Ich würde sogar heutzutage nicht damit rechnen, das sowas im TV laufen würde.
Hier kann man sich mal ein paar Kommentare von Marc Almond und Tim Pope dazu anschauen.
http://dangerousminds.net/comments/soft_cells_infamous_sex_dwarf_video_nsfw
Und hier ist das Video komplett! 
http://theendofbeing.com/2011/01/30/lost-in-the-meat-market-tim-pope-and-the-non-stop-erotic-cabaret/
@Rossi32: Genau so haben wir uns das auch gedacht. "Black Celebration" und "Music" sind schon ein Stück weg von der großen Synthiepop-Zeit, die ja so um 85/86 endete. Aber wie von vielen Seiten angemerkt, sind die Grenzen da natürlich fließend. Duran Duran sind natürlich auch so ein Extremfall, aber wir wollten sie halt dabei haben und "Rio" ist als Album auch gelungen. Bei Howard Jones sehen wir da jetzt nicht so das Klassikerpotenzial 
@Tonitasten: Andere Alben von OMD, Ultravox und Numan? Aus den 80ern? Bin gespannt. John Foxx hätte natürlich noch gut gepasst, is aber knapp rausgefallen. Simple Minds? Sind keine Synthiepopband. Auch Talking Heads und Wire nicht, aber vielleicht machen wir ja mal noch eine Best Of New Wave-Liste 
Wenn du Synthie-Pop als die kommerzielle Variante von New Wave bezeichnen würdest, geb ich dir natürlich recht. Von OMD bevorzuge ich das Debut, bei Ultravox! die ganz frühen Sachen mit John Foxx aus den 70ern und bei Gary Numan das erste Album oder die Sachen mit Tubeway Army, auch aus den 70ern. Würde aber grob betrachtet dann in die New-Wave-Sparte fallen. Und von den Simple Minds kann man New Gold Dream anno 1982 durchaus als zumindestens gut gemachten New-Wave bezeichnen.
Wobei ich auch gestehen muss, dass ich das meiste von diesen Synthiekram, der etwa ab 1982/83 so in die Charts gespült wurde, ganz, ganz furchtbar finde. Bis auf New Order und Talk Talk. Die waren dann wieder richtig gut, wo dem Ganzen diese gewisse Coolness abhanden gekommen war. 
@Zapato: Andere Alben von Ultravox? Gerne: "Quartet" zum Beispiel. Bei meinem persönlichen Liebling "Lament" stellt sich wieder die Frage, ob das noch Synthie-Pop ist. Bei OMD ist "Architecture and Morality" schon die richtige Wahl, auch für mich der einzige wirkliche "Klassiker" der Band, die bis "Pacific Age" ganz gut in Form war - was danach kam, naja, das hast du im Artikel sehr treffend ausgedrückt. Howard Jones mit seinem einzig erwähnenswerten Longplayer-Werk "Human's Lib" fällt für mich unter "kann man nehmen, muss aber nicht".
Bin zwar musikalisch in den 90ern groß geworden, aber die meisten Künstler kenne ich auch, zwei davon liebe ich über alle Maßen - DeMo und Indochine. V.A. das es Indo in die Liste geschafft hat freut mich sehr. Bob Morane contre tout chacal...
@Rossi 32: "Quartet", na gut, die hat sich halt top verkauft, aber da warn im Schatten von "Hymn" schon auch schwache Songs drauf. Wobei ich persönlich ja auch "Hymn" schlimm finde. Aber darum gehts ja nicht 
@Tonitasten: Gary Numan ist so ein bisschen der Verlierer der Liste, weil seine Glanztaten alle in den 70ern liegen. Nach "Dance" (1981) gings ja echt steil bergab.
@miss-paramount: Juchuu, noch ein Indochine-Fan. Hab die leider noch nie live gesehn. Aber 86 im Zenith wär ich auch am liebsten gewesen 
Bin leider zu spät auf diese Liste gestossen.
Aber Hallo, Indochine in der Liste. Ich kann nur sagen: WOW! Das die in Deutschland überhaupt bekannt sind wundert mich doch sehr. Noch heute eine grandiose Band. Hab sie schon unzählige male Live gesehen, immer wieder ein Erlebniss.
Klar ist Some Great Reward besser und vor allem bekannter als Masses! Alleine schon die unheimlich große Klangbreite inkl. starkem Industrial-Sound sind der Beweis dafür. Von Welthits wie People Are People (kennen doch auch jüngere Leute, sogar mehr als Enjoy The Silence oder Personal Jesus)oder Master Servant mal ganz abgesehen. Masses hatte mit Strange Love und Never Let Me Down sicherlich 2 nette Top 10 Hits zu bieten, doch an Master Servant oder gar People Are People kommen solche Songs nicht ran und ich finde den weihnachtlich klirrenden Sound, den sie auf der Black Celebration (Aunsnahme Stripped) und Music for the masses hatten, nicht sehr wegweisend bzw. es war nun wirklich keine Revolution auf dem Synth-Sektor.
John Foxx, Real Life, die frühen Simple Minds etc. waren auch genial. Bei Duran Duran (RIO) und ABC (Lexicon Of Love) wäre ich jetzt nicht so 1:1 auf Synth-Alben gekommen. Für mich war das mehr Rock Pop und Soul-Pop, statt Synth-Pop! Bei ABC hätte ich dann eher How To Be A Zillionaire als Synth-Perle eingestuft. Aber egal, die 1980er und vor allem New Wave (Dark Wave, New Jazz, Synth-Sound etc.) war und ist einfach geil! Für mich persönlich waren DEPECHE MODE, HUMAN LEAGUE, TEARS FOR FEARS (aber nur Hurting u. Songs From The Big Chair) und ABC die genialsten 80er-Bands!
John Foxx, Real Life, die frühen Simple Minds etc. waren auch genial. Bei Duran Duran (RIO) und ABC (Lexicon Of Love) wäre ich jetzt nicht so 1:1 auf Synth-Alben gekommen. Für mich war das mehr Rock Pop und Soul-Pop, statt Synth-Pop! Bei ABC hätte ich dann eher How To Be A Zillionaire als Synth-Perle eingestuft. Aber egal, die 1980er und vor allem New Wave (Dark Wave, New Jazz, Synth-Sound etc.) war und ist einfach geil! Für mich persönlich waren DEPECHE MODE, HUMAN LEAGUE, TEARS FOR FEARS (aber nur Hurting u. Songs From The Big Chair) und ABC die genialsten 80er-Bands!
Format
Homepage: