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"Das Ding ist ... Tu doch einfach was du willst." Immo scheint seit F.A.B.-Tagen nie etwas wesentlich anderes getan zu haben. Der Kerl ist so echt, wie er irre ist; ihm verzeihe ich mühelos golden gelacktes Auftreten, das unübersichtlichste Cover-Artwork ever und den scheußlichsten Bademantel von allen. Immo darf sich das alles erlauben, meinetwegen auch noch mehr, denn Immo ist fuckin' funky.
Wir können uns jetzt alle erst mal zurücklehnen. Immo lässt uns nämlich sein bestes Stück ... hören. Dabei bin ich total unschlüssig, welches eigentlich zum solchen zu küren ist: Der Titeltrack "Grenzenlose Freiheit" fällt schon mal mit Sicherheit unter die Anwärter. Man meint, Immo habe sich eine komplette Bigband eingepackt, derart fett pumpt es aus den Boxen. Ein Blick auf das ellenlange Musiker-Line Up zeigt, dass die Realität gar nicht so weit davon entfernt liegt; die Drums verdrischt Immo allerdings höchstselbst. Die Nummer platzt nahezu vor Funkyness, wofür nicht zuletzt die grandiose Bläsertruppe sorgt. Ob man Immos Stimme nun mag oder nicht (überflüssig zu sagen, welcher Fraktion ich angehöre, nehme ich an?), man kann ihm nur schwer widersprechen: Das Zeug "swingt wie Erykah Badu", in der Tat. Ich möchte auf Dauer-Repeat stellen.
Zum Glück habe ich es nicht getan: "Wenn Du Meinst" oder "Wassolldassein?" erweisen sich als mindestens ebenso soulful, wenn auch bei letzterem der derbe Country-Einschlag im Refrain schon hart auf den guten Geschmack schlägt. Doch, wie gesagt: Immo darf alles, und der Rest des Stückes ist schlicht saucool, Cuts von DJ Rescue inklusive. "Klaren Schnaps, reinen Wein", mit diesem Freak trinke ich was auch immer, und das jederzeit. Knarzende Elektronik unterlegt den "Tu'esday Blues", der - wie jeder weiß - auch gerne mal die ganze Woche dauert, "Das Ding Ist..." erfreut mit jazzig-entspanntem Hintergrund. Das musikalische Handwerk bewegt sich durchgehend auf verblüffend hohem Niveau.
Stellenweise setzt sich Immo eher als Sänger denn als Rapper in Szene. So oder so klingt er stets, als hätte er ein Reibeisen gefressen, was auch einer Schnulze wie "Erst Wenn Die Liebe Stirbt" einen unwiderstehlichen Charme verleiht. Begleiten lässt sich Immo hier von ganz klassischen Background-Mädels - der Mann hat es geschafft, er kennt eben seine Bedürfnisse: "Ich brauche meine Ruhe. Und meine Konzentration." Wer nicht? Und hätten wir nicht - öfter als nur "Manches Mal" - "alle gern vier Blätter am Klee"?
Geht nicht immer, schon klar, aber auch für Tage voller "Weltschmerz" ist vorgesorgt: Ich musste zweimal hinhören, bis ich dahinter kam, dass mich die Melodie hier verteufelt an Laid Backs "Bakerman" erinnert. Mit dem Nachtzug kommt dann auch Clueso, bekanntermaßen Fachmann für "Gute Musik", diesmal mit "Musik Zum Glücklichsein" im Handgepäck. Hell yeah, genau das und nichts anderes liegt hier vor.
Ein träger Reggaegroove in "Dir Ist Zu Heiß", eine Stippvisite von Beatbox Eliot in "Get Up & Dance Now" - viele kleine und größere Späße stecken drin, in der "Grenzenlosen Freiheit". Wenn der Kopf noch funktioniert, und der Schädel nicht wie Abfluss verstopft ist, dann kann man ihn benutzen: "Setz Deinen Verstand Ein"! Noch nie trug ein siebenminütiger Track, der sich ausschließlich mit... hmm... sagen wir "fleischlichen Genüssen" befasst, einen passenderen Titel. Auch hier mischt Clueso mit. In Anbetracht der Tatsache, dass ich in diesen sieben Minuten gleich mehreren unbändigen Lachanfällen erlegen bin, möchte ich nach reiflicher Überlegung den Preis "Bestes Stück" doch hierher vergeben. Einspruch? Abgelehnt!
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