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"Bitte sei nicht sauer, weil ich einfach mein Ding mach'." Bin ich doch gar nicht. Ich erwarte allerdings im Gegenzug ein bisschen Verständnis dafür, dass mich besagtes Ding einfach immer noch nicht hinterm Ofen hervor lockt. Flers ewiger Straßenkampf, sein anscheinend ununterbrochenes Ringen mit der Staatsgewalt und seine beinahe schon pathologische Fixierung auf Geld als - in seiner Welt - offenbar einziger Ausdruck von Erfolg und Anerkennung: Das alles langweilt einfach enorm.
"Ich schreibe hier auf und rapp', was mich täglich beschäftigt." Viel kann das nicht sein: Über die Einsamer-Wolf-im-Haifischbecken-Pose kommt Fler einfach nicht hinaus. Dabei möchte er doch so gern als MC-Endgegner, Gangsterboss, Modezar, Richter und Henker in einer Person dastehen. Geschieht das nicht, wie in "Spiegelbild", mit einem der raren Anflüge von Selbstironie ("Oh, shit. Ich seh' mich im Spiegel und bin sooo schick!"), wirkt das beständige Betonen-Müssen der eigenen Großartigkeit eigentlich eher verzweifelt.
"Ich wollte immer einer von den Coolen sein", verrät der Titeltrack. Coolness lässt sich jedoch nur schwer erzwingen. "Ich hab' kein' Respekt und hol' mir die Krone mit Gewalt." So gibts aber halt wieder keine Bestätigung von außen - und damit auch keine Befriedigung. Egal. Behauptet Fler. Für alle anderen, wenn sie nicht gerade kurzzeitig in der eigenen Meute mitrennen, hat er ohnehin nur eine Ansage übrig: "Du Bist Out".
"Die street, die street, wie krieg' ich meinen Arsch hier raus?" Eine Frage, die ich mir spätestens bei "Um Uns Rum" auch stelle. Dabei hat "Im Bus Ganz Hinten" durchhaus einiges zu bieten, das über die inhaltliche Eindimensionalität und die einfallslose Umsetzung der übersichtlichen Themenvielfalt teilweise hinweg tröstet.
Fler ist - Gottlob! riefe man aus, wäre man nur eine Spur katholischer - wieder von dem Irrweg abgekommen, sich als Sänger zu versuchen. Seine schlimmstenfalls noch AutoTune-verzerrten Ausrutscher, die "Flersguterjunge" vollends unerträglich machten, sparte er sich diesmal komplett. Die Heulsusen-Parts überlässt Fler dem derzeit schier allgegenwärtigen Moe Mitchell, immer eine sichere Bank für Hookline-Schmalz.
So simpel er seine Reime immer noch strukturiert: Rappen kann Fler inzwischen wirklich. Von Beginn an flowt er ordentlich bis mitreißend. Die im Dirty South abgekuckten Wiederholungsschleifen und Stottereien des "d-d-d-dirty white boy" mit "T-T-T-Teer in der Lunge" passen wunderbar ins Bild.
Die Instrumentierung verantworten größtenteils das bewährte Team Beatzarre & Djorkaeff, mit prächtigen Ergebnissen: "Du Bist Out" erhebt sich aus der Geräuschkulisse einer S-Bahn-Station und packt einen von Beginn an gleich unbarmherzig direkt am Nervenkostüm. X-Plosive sägt mit der quakenden Down South-Nummer "Teer In Meiner Lunge" ein keine Spur weniger mächtiges Brett zurecht. Die sakral angehauchte Stimmung in "Wenn Ich Kein Rapper Wär" mit Kirchenorgelklängen und ätherischen Chören schafft ebenfalls Atmosphäre.
Schade nur, dass Fler die guten Rahmenbedingungen kaum nutzt. Statt mal ein bisschen die Phantasie zu bemühen, was denn nu' sein könnte, wenn er kein Rapper wäre, kommt er mit Drögheiten des Kalibers "dann wär' ich auf der Straße geblieben" ums Eck. "Vollmond" mit im lunaren Licht glitzernden Chromfelgen (!) soll wohl die "Twilight"-begeisterte Teenie-Klientel abholen.
Die pubertären Rammelfantasien in "Wir Machen Einen Drauf" können doch beim besten Willen nur noch-nicht-einmal pickelige kleine Buben interessieren, die die ersten feuchten Träume ein bisschen aus der Bahn geworfen haben. Das wird schon wieder, Jungs. Die erwachsene Hörerschaft trauert so lange um einen weiteren tollen zur Unhörbarkeit verunstalteten Beat.
Nichts Neues also, im maskulinen Süden - außer vielleicht, dass neben Silla und MoTrip G-Hot einen Versuch unternimmt, sich zu rehabilitieren. Unter den unauffälligen Featureparts seiner Kollegen sticht er allerdings auch nicht weiter heraus. Um Flers eigene Worte - oder welcher Bravo-Redakteur auch immer ihm diese Zeilen schrieb - zu bemühen: Es hilft nix. "Ich Bin Immer Noch Kein Fan Davon".
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ihr könnt sagen was ihr wollt, aber ich habe nach wie vor den eindruck, dass bestimmte releases hier aus prinzip schlecht bewertet werden. inhaltlich ist die ganze review natürlich arg widersprüchlich. fler kann mittlerweile gut reimen und die beats sind toll aber trotzdem nur 2punkte? wird also ein rap-track nur nach dem inhalt bewertet? mein tip, hört keine musik sondern lest gedichte!

ich bin auch immer im Bus ganz hinten gesessen. Im Schulbus oder auf Schulreisen, wenn ich nicht ganz vorne gesessen bin dann bin ich meistens ganz hinten gessesen. Hie und da waren weder die Plätze ganz hinten noch ganz vorne frei, da musste man dann irgendwie in der Mitte sitzen, wobei ich dann eher in der hintern Mitte gesessen bin und nur ganz selten in der vorderen Mitte. Manchmal kam es sicher vor, das ich total in der Mitte saß, aber das war eher Zufall dann.
Bin ja nun wirklich kein Fan von Fler, aber wer tolle Texte will soll halt Kafka lesen. Unterbelichtetes dicke-Hose Rumgeprolle über fetten Beats ist mir immer noch lieber als das öffentliche Auskotzen der eigenen erbärmlichen Seele wie es z.B. Maeckes und Casper so gerne tun. Unappetitlich. Schlimmer geht es dann nur, wenn auch noch der Zeigefinger erhoben und oberlehrerhafter Conscious-Rap a la Curse dabei raus kommt.
auf dem cover des gleichnamigen buches sitz er aber nicht in der letzten reihe (musikalisch aber schon^^). bin mehr als verwirrt.
vielleicht soll dies sinnbildlich metaphorisch bedeuten, dass er in seiner Künstlerrolle vom Musiker zum Schriftsteller aufgestiegen oder ... vorgerückt ist, es versinnbildlicht seine geistigige Reiferwerdung, welche sich freilich auch in seinen Lyrischen Texten wiederspiegelt.
wobei, die Texte spielen ja keine Rolle, vor allem nicht im Rap. Mea Culpa.
Des Cover is ne Anspielung auf die Rassentrennung in Amerika vor 1960, ganz klar politisches Statement.
@CafPow+JaDeVin: natürlich macht der inhalt auch was aus, aber den höher zu bewerten als die musik ist schlicht unsinn.
@Alte Kackbratze: sehr feiner beitrag.
@Sancho: bleib mal geschmeidig, schwarte. onkel sodi war nur kurz im wettbüro und bei der arge, aber jetzt kann er euch zausel den ganzen abend betreuen!
siehste, das ist deine Meinung und das ist auch in Ordnung so, aber ich persönlich sehe die Lyrics und deren Sinnhaftigkeit grade im Rap als wichtigerer Faktor als sonstwo.
Ich meine, Rap ist weder instrumental noch gesanglich sehr anspruchsvoll.
Gesanglich im Sinne von Singen, nicht Rappen. Rappen kann ... nein, IST sehr anspruchsvoll wenn mans richtig machen will (finde ich). Ich weiss nicht wie das wirklich so heisst, Flow oder sowas k.A.
Aber eben, grade die Aussage muss doch rüberkommen, das ist nämlich meines erachtens ein viel grösserer Stellenwert, als sonstwo.
und natürlich kannst du wie ein ... Millionadi oder sowas die ganze Dicke-Hose-und-Geld-Geschichte mit ner ordentlichen prise Selbstironie veräppeln, das find ich z.B. auch gut, aber wenn man dann als Interpret selbst an sowas zu glauben scheint, finde ich persönlich die ganze Übung arg lächerlich.
und die "nur 2 Punkte" in der Review scheinen das ebenfalls so zu sehen, oder wie erklärst du dir das sonst? Ich meine, es war ja -wenn ich es recht verstanden habe- deine Frage, wieso es nur 2 Punkte gab, und hier ist die Antwort, wie ich sie mir denken könnte.
nochmal, du magst das anders sehen, und das ist dein Recht. Aber der Rezensent sieht das eben auch anders, und das ist eben auch sein recht. Und hört auf mit dem ollen "ja aber Rezensionen sollen Objektiv sein" -Blah. Die Welt sollte auch ohne Hunger, Kriege, Leid und Armut auskommen, trotzdem gehts nicht.
langweiliger Schmodder.
Wenn der wenigstens ne gute Stimme hätte.
Für Fler-Verhältnisse ist es eigentlich ein ziemlich gutes Album - da hätte auch laut mal ruhig über seinen Schatten springen und "3 von 5" vergeben können. So ist das wieder nur 'ne Malen nach Zahlen-Review. Also das Standard-"Gehate" wie bei jedem Aggro-Berlin-Release seit gefühlt 2004. Da hieß es ja jahrelang in jeder Kritik: die besten Beats in Deutschland, aber Texte unter aller Sau.
wundert mich warum nicht auch fler auf sentimental macht. gab ja ein paar deppen die den bushmann dafuer gelobt haben.
"Fler" war sein bestes Album, alles andere sind nur noch lauwarme Aufgüsse seiner Phase von 2008 - 2009. Wieder und wieder und wieder...
Ganz dickes Word an die Kackbratze... Und CafPow hat Rap einfach nicht verstanden.
Album interessiert mich überhaupt nicht. Die beiden G-Hot-Tracks ziehe ich mir aber rein, der Junge sollte endlich mal wieder was eigenes rausbringen
Ganz dickes Word an die Kackbratze... Und CafPow hat Rap einfach nicht verstanden.
Album interessiert mich überhaupt nicht. Die beiden G-Hot-Tracks ziehe ich mir aber rein, der Junge sollte endlich mal wieder was eigenes rausbringen
@InNo
ja stimmt, ich hab rap nich verstanden. Das ist auch nicht so wirklich mein Sound. Und jetzt? Dreh mir eben nen Strick draus und mach dir ins Höschen, ich kann damit leben. Ich hab nur gesagt, was man daran scheisse finden kann.
andersrum, wenn du sagst, Metal suckt, weil wegen der Growls, versteht eh kein Mensch, dann ist das dein gutes Recht. Und wenn ... sagen wir mal... Eddy genau wegen der Growls ein Album schlecht bewerten _würde_, wäre das denn deswegen falsch? Is nunmal seine Meinung und ein "hat das halt nicht verstanden" ist wohl eines der dämlichsten und schwächsten Argumente der Menschheitsgeschichte.
ICH für meinen Teil finde nunmal, dass der Rap / HipHop grade Textlich viel / einiges hergeben muss. Ist dem nicht so, isses eh mist in meinen Augen. Besser Ohren. Was soll ich machen. Wenns dir gefällt, bau ne Kirche aufn Rap, mir doch ralle. Trotzdem darf ich das doch noch mist finden.
Geil wäre jetzt natürlich wenn so einer wie du herkommt und sagt: "ne weisste hömma, im Rap gehts hierum und darum und so und deswegen und sowieso kannste die Lyrics teilweise vergessen"
okay, tuste aber nicht. Stattdessen hab ich "den Rap nicht verstanden" und find ihn weiterhin scheisse?
ole ole, supertolle Sache GZ!
@InNo
ja stimmt, ich hab rap nich verstanden. Das ist auch nicht so wirklich mein Sound. Und jetzt? Dreh mir eben nen Strick draus und mach dir ins Höschen, ich kann damit leben. Ich hab nur gesagt, was man daran scheisse finden kann.
andersrum, wenn du sagst, Metal suckt, weil wegen der Growls, versteht eh kein Mensch, dann ist das dein gutes Recht. Und wenn ... sagen wir mal... Eddy genau wegen der Growls ein Album schlecht bewerten _würde_, wäre das denn deswegen falsch? Is nunmal seine Meinung und ein "hat das halt nicht verstanden" ist wohl eines der dämlichsten und schwächsten Argumente der Menschheitsgeschichte.
ICH für meinen Teil finde nunmal, dass der Rap / HipHop grade Textlich viel / einiges hergeben muss. Ist dem nicht so, isses eh mist in meinen Augen. Besser Ohren. Was soll ich machen. Wenns dir gefällt, bau ne Kirche aufn Rap, mir doch ralle. Trotzdem darf ich das doch noch mist finden.
Geil wäre jetzt natürlich wenn so einer wie du herkommt und sagt: "ne weisste hömma, im Rap gehts hierum und darum und so und deswegen und sowieso kannste die Lyrics teilweise vergessen"
okay, tuste aber nicht. Stattdessen hab ich "den Rap nicht verstanden" und find ihn weiterhin scheisse?
ole ole, supertolle Sache GZ!
Was willst du? Das war nicht mal böse gemeint, es soll nicht jeder die Scheiße mögen. Aber bitte, eine gesunde Selbsteinschätzung hält mich bspw. davon ab, in einem Manowar-Thread überlange Aufsätze darüber zu verfassen, dass ich mir mehr inhaltliche Tiefe von dieser Richtung wünschen würde.
Und wieso sollte ich dir jetzt noch groß erklären, worauf es konkret bei Rap ankommt? Damit du dich in Zukunft für einen noch größeren Experten hältst und deine überlangen nichtssagenden Posts zu dem Thema noch länger und noch nichtssagender werden? Kein Interesse, danke
Im Bus ganz hinten? Ist das ein letztes, zumindest wahres, Aufblitzen einer Musik, die zurecht ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat?
Selbstironie ist Leuten wie Fler fremd. Ich erinner mich an das superironische "Ihr habt uns so gemacht" von Sidos Album Ich. Der gefeaturedte Massiv hat den Song und seine Aussage nie kapiert.
Ohja, die Zeit als es noch Handyhüllen aus transparenten Plastik gab, Lara Croft eine Stilikone war und man MTV aus Angst vor Mister President oder den Venga Boys eh nicht einschalten konnte.

Raff die Diskussion hier um die Punkte nicht. Wenn ein Rapalbum bei den Texten versagt, fällt das logischerweise schwerer ins Gewicht als bei anderen Musikrichtungen. Schlicht und einfach deswegen, weil die Musikrichtung hier nicht unbedingt deswegen gehört wird, weil irgendwelche Virtuosen dabei das Letzte aus ihren Instrumenten rauskitzeln, sondern eben gerade weil der textliche Aufbau und die Message der Songs hier einen grossen Teil des musikalischen Anreizes ausmachen.
Ergo: bekloppte Texte bei Dream Theater o. Ä. - ein bisschen Abzug in der Werte, weil es eigentlich nicht sooo interessiert, was der La Brie ein paar Takte vor Petruccis Solo gesabbelt hat. Aber:
bekloppte Texte bei Fler/Sido o. Ä. - ziemlich viel Abzug, weil ausser den Texten nebst dem "Flow" und den paar Beats der Rest halt selten wirklich so zum Hören animiert.
War das jetzt so schwer?

Na schön dann mal für die Ungebildeten (Craze) Rick Rubin ist einer der Gründer von Def Jam Recording und hat damit dem Hip Hop erst in den Mainstream gebracht. Und jetzt guckt euch mal an wie der aussieht: http://ia.media-imdb.com/images/M/MV5BMTQxODg3NzY2NV5BMl5BanBnXkFtZTYwNTc1NjIz._V1._SX272_SY400_.jpg
Kackbratze hats raus, mehr ist kaum zu sagen. Und ich fehle hier nicht "auch noch", sondern bin gesetzt, Boiiiis and Güüüüüürls!
Movement 2.0, yo! Irgendwie total bescheuert, dass Dani die Review geschrieben hat.. naja, war nicht anders zu erwarten. Album wird mal gecheckt, aber große Erwartungen habe ich keine - das Buch wird dennoch gelesen.

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