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"Die Niederländischen Sprichwörter" ziert das Cover der aufstrebenden Fleet Foxes aus Seattle. Es ist eines der bekanntesten Gemälde Bruegels, die häufig das Leben der Landbevölkerung thematisieren, deren vermeintlich idyllische Welt längst von Laster, Bosheit und Schwäche korrumpiert wurde.
Die ländliche Ästhetik lässt sich prima auf die Kompositionen der jungen Amerikaner übertragen Gleichzeitig begeben sie sich mit ihrer Affinität zu hippieeskem 60s-Folkpop auf die Suche nach einer Möglichkeit, die Welt doch noch als unbelastet und als Einheit von Natur und Mensch zu begreifen.
Mit ihrer Vorliebe für den mehrstimmigen Gesang und harmonische Melodien werfen Mastermind Robin Pecknold und Band unter Mithilfe des Produzenten Phil Ek (The Shins, Band Of Horses) einen musikalischen, nostalgisch anmutenden Blick auf die Welt, der liebenswerter kaum sein könnte. Ein sanfter Gospel-Chor eröffnet das Werk, "Sun It Rises" haucht Pecknolds warmer Gesang zur Akustischen, Orgel, Paukenschlägen Leben ein, ehe das E-Gitarren-Muster dringlicher vom Tag kündet.
Der Harmoniegesang offenbart sich als Herzstück dieser Lieder, das famose "White Winter Hymnal" klingt wie die Beach Boys ohne kalifornische Surf-Attitüde, versetzt in eine hügelige Winterlandschaft. Pecknold eröffnet den sich steigernden Reigen, bevor sich das Stück zum choralen Vier-Mann-Stück ausdehnt.
Grandios auch, wie sich im dynamischen "Ragged Wood" mit facettenreichem Melodiebogen Pecknolds Lead Vocals mit den Gesangsharmonien der Band abwechseln und ergänzen. Ein Hauch von Fleetwood Mac weht durch diese Nummer. "Tiger Mountain Peasant Song" nimmt das Tempo raus, nur zur gezupften Akustischen stimmt Pecknold eine eigenwillig schöne Melodie an, die er mit ätherischem Falsettgesang ausklingen lässt.
Es ist die Eingängigkeit des Harmoniegesangs und der Melodien, die selten auf einen expressiven Refrain zulaufen, die sich in Liedern wie dem dichter instrumentierten "He Doesn't Know Why" und dem cineastisch-pastoralen "Heard Them Stirring" so herzerwärmend äußern. Hier ein Tamburin, Pianotupfer, da eine wirkungsvoll gesetzte E-Gitarren- oder Flötenlinie wie im treibenden "Your Protector" staffieren die Arrangements wunderbar aus.
"Meadowlarks" präsentiert sich als melancholischer Folk, sakraler Backgroundgesang und dezente Orgelklänge umschmeicheln trefflich Pecknolds eindringlichen Gesang. Ein chorales Intro leitet anschließend in das von Gitarre und Piano instrumentierte "Blue Ridge Mountains" über, das mich atmosphärisch an die Combo America erinnert.
In "Oliver James" begleitet die Akustische den Sänger, wobei er bei der letzten Strophe ganz intim auf die instrumentale Begleitung verzichtet und damit das Werk abschließt. Repeat! Immer wieder!
Kategorisierungen wie Neo-Folk oder Freak-Folk bringen die Musik dieses jungen Quintetts nicht wirklich auf den Punkt. Ihre Musik lässt den Folkpop jedenfalls in neuem Licht erstrahlen. Die Fleet Foxes greifen auf unterschiedliche folkloristische Traditionen der Welt zurück und bündeln sie in elf zeitlosen Songs, die sie selbst als "baroque harmonic pop jams" bezeichnen.
Belassen wir's dabei. Tolles Debüt einer irgendwie anderen Band, die den Abgründen der Menschheit auf ganz zauberhafte Weise trotzt.
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Sehr, sehr schön. Erinnert mich immer an die Beerdigungszeremonie aus "I'm not there", da spielt auch so eine komische Kapelle mit genau diesem Sound. Tiger Mountain Peasant Song sticht beim erten Mal anhören tatsächlich heraus, freue mich aber jetzt schon auf die ganzen Soundperlen, die sich erst nach dem 7ten, 8ten Durchlauf offenbaren 
Oh ja, habe mir die Platte bereits zugelegt und bin begeistert. Die Jungs machen wirklich ganz große Musik. Wenn du das Abends im Auto hörst, gibs echt nichts schöneres.
Jetzt schon der Top-Anwärter für das Album des Jahres!!!!
absolut gelungen, wobei ich immernoch auf der sun giant ep hänge
bin enttäuscht nach dem ersten hördurchgang. 
ich kannte "ragged wood", "white winter hymnal" und "tiger mountain peasant song" schon lange vor dem erscheinen des albums.
und nach den bisherigen eindrücken scheinen eben jene songs die besten zu sein. was nach song 4 passiert ist, ist mir bisher unbegreiflich. viel gesäusel, viel schmalz, eine einschläfernde stimme, die scheinbar immer die gleichen harmonien abspult (es wird immer von gospel gesprochen, doch wo bleiben die ekstatischen gesangsparts?). der sänger ist sicherlich verdammt gut, aber schöpft sein potenzial nicht aus. ein gelungenes debüt-album, keine frage, aber nicht gerade überragend und die große erwartungshaltung konnte zumindest in meinem fall nicht erfüllt werden. da gebe ich der neuen dodos doch den vorzug. v. a. kann ich die leute gut verstehen, die sich nach der sun giant ep mehr erhofft haben.
Sehr gutes Album, brauchte nach Erscheinen bei mir nur wenige Umdrehungen. Hippieesker 60s-Folkpop -wie in der Rezension genannt- trifft die Sache recht gut. Nur daß die Band soundmäßig die alten miefigen Klamotten nicht angezogen hat.

Ich kann nicht verstehen wie man sagen kann, dass der Sänger nicht sonderlich aus sich heraus kommt sowie sein Potenzial nicht ausschöpft, wenn man sich Oliver James angehört hat!
Ich hatte Tränen in den Augen, so sehr hat mich dieser Abschluss-Song eines wundervollen, ideenreichen und melodieseligen Albums berührt!
Jedem seine Meinung, aber die Fleet Foxes haben die Bestnoten und die überaus positive Resonanz auf ihr Debut(!)-Album durchaus verdient!
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