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Der Pop-Song. Er lebt von Erfahrung und zugleich lechzt er nach Erfrischung. Was wie eine Vorstellung von anno dazumal anmutet, ist mit "The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw And Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Do" endlich wieder hörbar wahr geworden. Entgegen aller Retromanie und reaktionärer Autotune-Autorität ist diese Verjüngungskur ein Quell in der Wüste. Und nein, es ist keine Fata Morgana, es ist State Of The Art at its best.
Fiona Apple, eine Trulla und Unangepasste im Räderwerk der Musikindustrie, umzingelt den Pop. Weil der herausgefordert werden will, legt die Sängerin und Pianistin die Waffen an und entwickelt eine Zentripetalkraft, die auf das Gedöhns, die Binsenweisheiten und den Einheitsbrei gerichtet ist und diese überflüssigen Klumpen in die Peripherie wegschleudert. Das erinnert nicht umsonst an die Futuristen, die dem Kult der Vergangenheit den Garaus machen wollten.
Dabei kommt Apples Angriff aus dem Hinterhalt. Hinter jeder ihrer Kadenzen ist ein Schleichweg versteckt, nicht mal der Teufel kommt mehr mit in ihrem mäandernden Innenleben: "My heart's made of parts of all that surrounds me / And that's why the devil just can't get around me / Every single night's a fight with my brain / I just want to feel everything" ("Every Single Night"). Zuerst krakeelt sie im Chor, dann säuselt sie ganz bedächtig. Wohl wissend, dass sie das Ruder wieder ganz übernommen hat. Den Beelzebub im Rückspiegel kann sie nur belächeln.
In "Daredevil" ist Apple nur zu einem bruchstückhaften Äußern fähig. Ab und an knackt der Bass, die flatterigen Snareschläge bezeugen die Unsicherheit der Interpretin: "But don't let me ruin me / I may need a chaperone / Seek me out, look at me / I'm all the fishes in the sea." Jetzt hat auch sie die Verfügungsgewalt verloren.
Ihren ehemaligen Lebensgefährten, den Autor Jonathan Ames, hat sie nicht vergessen und schickt dem Namensgeber mit "Jonathan" einen Gruß mit sanftem Nachdruck. Leben sehen möchte sie ihn, reden tut nicht not. Es folgt mit "Left Alone" gespenstischer Skiffle, bei dem Apple hinter dem Piano recht arg krächzt, so dass Stimmknötchengefahr besteht. Überhaupt: Klavier, Stimme und Schlagwerk, das alles muss reichen für die Dreifaltigkeit. Und mehr steckt meistens nicht drin. Kann ja auch nicht.
Selbst der Hintergedanke an eine Single oder ein besonderes Aushängeschild dieses Albums verbietet sich. Er würde schlicht an der Bizarrheit dieser Frau scheitern, wie sie im träufelnden und tickenden "Regret" beweist: "But I can ran out of white doves' feathers to soak up the hot piss that comes from your mouth." Falls der Pop mal am Scheideweg stehen sollte, wüsste er, dass es sich lohnt, auch dieses verflixte siebte Jahr abzuwarten, wie es Fiona Apple gemacht hat.
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Wahnsinnsecho der Kritiker! Hab ich seit "Let England Shake" nicht mehr gesehen.
Nahezu alle Medien loben die Platte in dem Himmel, doch kann sie dem gemeinen Hörer bestehen?
Schöne Review, fantastisches Album, wahrscheinlich Fiona's bestes bisher. Die 5 Punkte sind absolut berechtigt.
Mit einer 9/10 ist die immerhin auf der selben Stufe wie Reamonn oder iLiKETRAiNS. 
Pitchfork ist da auch immer so zaghaft. Die letzte 10.0 hat die epochale letzte Kanye West bekommen. 
Von all den durchgeknallten Tanten, die in den letzten paar Jahren an die Oberflaeche kamen, kommt keine an Fiona ran. Ich erinnere mich zwar an keines ihrer vorherigen Alben mehr, was jetzt aber wieder aufgefrischt wird, aber sie ist ohne Zweifel die Koenigin.
Jaja. Die werten Herren von Pitchfork. In letzter Zeit bekommen die meisten Alben da eine 7.1 oder eine 6.5 xD Die Bon Iver haetten sie aber ruig mit 10.0 benoten koennen. Aber was sind schon Kritiken. Beeinflussen uns nur und geben vor was wir gut und was nicht gut finden sollen.
Kaese. In der Zeit, in der wir leben, braucht man nun wirklich keine Rezensionen mehr, um zu wissen, was gut ist und was nicht. Das kann jeder mit Internetzugang (leider) sehr schnell selber beurteilen; beeinflusst wird da nur, wer sich beeinflussen laesst.
wer hat(te) English Leistungskurs und kann mich mir mal bei der Bedeutung des Titels helfen. Steig da nicht so dahinter, was da gemeint sein soll. Was ist denn ein Idler Wheel? Mit "Whipping Chords" ist Garn zum Abwickeln auf einer Spulte gemeint oder?
Die Blues Funreal war schon geil. Ich meine ich haette die mal zur Platte des Monats gekuehrt. Mojo war leider das einzigste Magazin, dass die Scheibe mit voller Punktzahl bestueckt hat. Ach komm. My Girls von AC war doch echt geil. Pitchfork hat genau wie der Rolling Stone seine typischen Helden. Die wuerden halt jede Springsteen-platte mit 5 Sternen bewerten (egal ob gut oder schlecht) und Pitchfork natuerlich jede Radiohead-Platte mit 10.0. Bei denen geht es halt nur um Hipster/Hype.
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