laut.de-Kritik

Die siebenköpfige Bande tanzt alles über den Haufen.

Review von

"Nifelvind" war vor drei Jahren ein ziemlicher Hassbatzen, der zwar mit den gewohnt schunkeligen Melodien glänzte, aber in Sachen Aggressivität auch eine sehr dunkle Seite zeigte. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, da manche Dudelei auf Dauer doch ein wenig übertrieben wirkt.

Diese Härte ist auf "Blodsvept" zwar nicht mehr vorhanden, doch langweilig oder zu dudelig ist das Album dennoch kaum geworden. Was da genau im Intro des Openers "Blodsvept" durchs Gebüsch bricht, ist zwar nicht ganz ersichtlich, aber die siebenköpfige Bande wird das Vieh schon wieder zurück in die Pampa jagen. Oder sie tanzen es mit "Ett Folk Förbannat" einfach über den Haufen. Allerdings übertreibt es die Horde bei dem Track beinahe mit den fröhlichen Melodien.

Von der Raserei des Vorgängers ist nicht viel übrig geblieben. Stattdessen staunt man eher über ein gewisses Big Band-Feeling in "Mordminnen" (natürlich alles im gewohnten Humppa-Rahmen), und das folgende "Rösets Kung" klimpert sogar mit Spinett vor sich hin und setzt auf versoffene Seemannschöre (Alestorm lassen grüßen). So berechenbar Finntroll auf der einen Seite mit ihrem Humppa Metal und den netten Kinderlied-Melodien auch sein mögen - sie versuchen zumindest immer, ein paar kleine Neuerungen zu integrieren.

Düsterer geben sie sich wieder beim atmosphärischen "Skövlarens Död", bei dem es sogar zum beinahe einzigen Gitarrensolo auf der Scheibe kommt. Stilistisch geht aber "Häxbrygd" zumindest noch in die Richtung, wobei mich der spooky Keyboardsound eher an The Bronx Casket Co. erinnert. "Skogsdotter" hat eingangs beinahe was von einem Western-Soundtrack, geht dann in eine Uptempo-Bluegrass-Nummer über und lässt sogar das ein oder andere starke Riff vom Stapel.

Abwechslung wird immer noch groß geschrieben bei den Skandinaviern, weswegen es sich auch lohnt, beinahe auf jeden Song einzeln einzugehen. Entsprechend ist es schwer, einen Anspieltipp zu nennen, denn beispielgebend für das Album ist hier eigentlich kaum was. Es lässt sich allein mit Bestimmtheit feststellen, dass Fans der härteren Klänge von Finntroll womöglich enttäuscht sein werden, denn davon gibt es auf "Blodsvept" kaum etwas zu hören.

Den weitgehend typischsten Finntroll-Stil bekommt man zum Ende hin mit dem abschließenden Tripel "Två Ormar" "Fanskapsfylld" und "Midvinterdraken", die zwar auch mit kleinen Spielereien aufwarten, aber im Endeffekt doch am ehesten das widerspiegeln, was man nun seit Jahre mit den verrückten Finnen in Verbindung bringt. Mit Tuba, Banjo, Akkordeon und allem, was das Herz begehrt.

Trackliste

  1. 1. Blodsvept
  2. 2. Ett Folk Förbannat
  3. 3. När Jättar Marschera
  4. 4. Mordminnen
  5. 5. Rösets Kung
  6. 6. Skövlarens Död
  7. 7. Skogsdotter
  8. 8. Häxbrygd
  9. 9. Två Ormar
  10. 10. Fanskapsfylld
  11. 11. Midvinterdraken

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LAUT.DE-PORTRÄT Finntroll

Wie sagte so ein Dicker in blau-weiß gestreiften Hosen immer? "Die spinnen, die Römer." Zweifellos lässt sich diese Aussage auch auf die Finnen übertragen.

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