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Der Trend steht fest: Während Bad Boys mit Berettas langsam in Berliner Hinterhöfen verbluten, übernimmt der White Trash das Ruder im Deutschrap - unbewaffnet, von einer spitzen Zunge und einer Wagenladung Antidepressiva mal abgesehen. Kein Grund für Fav also, irgendetwas an seinem Style zu ändern. Im Rennen um den Titel des deutschen Eminem ist er derzeit sicherlich der aussichtsreichste Anwärter.
Und so scheißt der Junge auch nach der Metamorphose vom "Harlekin" zum "Anarcho" weiterhin brav auf alles und jeden, als sei sein Schließmuskel am Arsch. Allerdings kennt er die Schmerzgrenze seiner Hörer und überschreitet sie nur sporadisch und pointiert. Er schießt seine Punchlines dorthin, wo es weh tut - und die, bei denen sich diese Bereiche nur unterhalb der Gürtellinie befinden, verarscht er konsequent wegen geringer Penisgröße.
Mir ist es offen gestanden schleierhaft, wie man 20 Tracks lang rappen und dabei so dermaßen wenig erzählen kann wie Favorite. Aber er tut es auf wahnsitzige Weise - stets on point, stets vollkommen locker und in puncto Punchlines definitiv nicht im Schatten seines Labelhomies Kollegah. Während dem jedoch manch einer Monotonie vorwirft, ist Favorites Style eine einzige Variation.
Dies wird - ein klarer Fortschritt zum Erstling - durch Vielseitigkeit bei den Instrumentals deutlich unterstrichen. "Selfmade G" und "Was Willst Du" lassen Kollegahs Zuhältertape-Feeling neu aufleben, und auch dass Fave auf einen gimmickfreien Soulbeat wie "Auszeit" so gut funktioniert, hätte ich noch vor einem Monat nicht vorbehaltlos unterschrieben. Trotzdem stechen ansonsten nur die Singles "Anarcho Rap" und "Ich Vermiss Euch" prägnant hervor - aus einem Gesamtfundus, der aufgrund der enormen Synthielastigkeit erneut schwer verdaulich ist.
So gern ich dem Selfmade-Rapper auch zuhöre, "Anarcho" ist eine Stufe zu viel: Zu viele Tracks, die sich nichtssagend und lückenfüllend besser auf einem Mixtape gemacht hätten. Des weiteren zu viele Featuregäste, zumal Savas sich lediglich unmotiviert selbst verherrlicht und ich mich bei Hollywood Hanks Zeile "und euch gottverdammten Schwulen vergeht das boshafte Getue" schon frage, ob der Schuss nicht gegen Favs Kollegahs gerichtet ist.
Und, zu guter Letzt: Zu viel Gesang. Nein, was sage ich: Viel zu viel Gesang. Wieso meint eigentlich jedes deutsche Raptalent, es müsse Fiddy-Style mit Popsingsang vermählen, obwohl schon dessen Gesang stellenweise unerträglich nervt? Nichts gegen das oft zitierte Instrument Stimme, aber es muss eben auch passen - andernfalls hat man zwar bald "30 Nutten am Sack", aber keine Rapheads mehr vor der Bühne. Kaum zu glauben, welches Talent da verloren ginge.
Denn Fav - obgleich ein zweitklassiger Sänger - hat sich vom Rookie zum souveränen Rapper gemausert, und auch wenn "Anarcho" keine hohe Halbwertszeit hat, so unterstreicht das Album diesen neuen Status doch mit dickem Marker. Das Gesamtprodukt Selfmade funktioniert offensichtlich: Die deutsche Rapszene 2008 ist ohne das kleine Indielabel nicht mehr denkbar.
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Das Album gefällt mir durchaus. So habe ich mich mal wieder zu einer Review hinreißen lassen, die Sie [url=http://herrmerkt.blogspot.com/2008/05/favorite-anarcho-review.html]hier lesen können.
Jetzt komme ich mir zwar wieder blöd vor, aber ich habe mich erneut Herrn Merkt angeschlossen:
http://forentroll.blogspot.com/2008/05/favorite-anarcho.html
Auch neu:
Die Alpa Gun Review, zu der ich allerdings nicht erst einen Thread öffnen möchte..
fav is definitiv cooler als chakuza, denn der nimmt sich selber nicht so ernst.
und ich muß ehrlich zugeben: Selfmade Records macht sich. Das Kollegah Album hat mir sehr gut gefallen und "Anarcho Rap" rockt in meinem CD Player hoch und runter.
nunja wenn man einen maestro wie kollegah in seinen reihen hat braucht man keine konkurrenz zu fürchten. noch bessere beats und das niveau von den krassen 50 prozent der alphagene-beats halten und deutschrap kann auf seine flagge ein ahornblatt draufmalen 
find ich aber gut, das gerade so ne neue welle in den deutschen rap kommt: Kollegah, Favorite, K.I.Z..
obwohl ich von maeckes & plan b und Huss Hodn nicht soviel halt. Bei mir muss Rap ein Arschloch sein und die sind es irgendwie nicht.
Aber bei den anderen kommt auf jeden mal frischen Wind ins Game und zu den alteingesessenen wie Savas, Sido, Banjo und den restlichen Wannabees MCees & Gees ist das ne richtig gute Abwechslung, die auch Rhymeskillz mit sich bringt.


Haha apropos Kollegah:
Kumpels waren letztes WE in Frankfurt mit der Schule und haben in der Juhe gepennt. Und da haben sie die Kollegah, Tarek und die ganzen von der Alphagene-Tour getroffen. HAHA der Boss in der Jugendherberge.
"Ich werde vllt nicht Gold gehen diesesmal..."
Wohl war 







War mir schon klar, nur vergleicht man ja zwangsläufig die Sachen, die man kennt, und zumal du Herrn Merkt als Inspirationsquelle für deinen Blog angibst, kann ich es doch mal erwähnen.
@Herr Merkt: No Diss, nur meine (subjektive) Meinung

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