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Zehn Minuten lang habe ich mit fähigen Menschen diskutiert über die Schublade für Everything Everything. Indie Pop trifft es nicht, denn alles ist heutzutage Indie Pop. Die Jungs mit all den Nasen, die sich als Indie Pop bezeichnen, gleichzustellen, täte ihnen Unrecht. Experimental ists auch nicht, dafür sind alle 13 Songs ihres zweiten Albums Arc zu eingängig. Alternative ist zu Rock-konnotiert, aber sie sind keine bösen Jungs.
"Cough Cough, Yeah, so, uhm ... wait a second." So bereitet sich das britische Quartett auf sein zweites Album vor. Und wer wartet, wird belohnt: viel länger als eine Sekunde braucht es wirklich nicht, bis man sich - wieder einmal - verliebt. Hibbelige Drums, Choral und aufgeregte Synthies tanzen um die Wette. Vielleicht machen sie doch Indie Pop? Aber so ausgefeilt und durchdacht, wie es zuletzt höchstens Metronomy vollbracht haben. Auch "Armourland" samplet sich ekstatisch zusammen, beruhigt sich und regt sich dann wieder auf - Spannungen, die dem Album Kurzweiligkeit geben.
Vielleicht wären sie gar nicht so glücklich, überall als die großen Helden des Pop gefeiert zu werden. Von den "neuen Picassos" spricht beispielsweise der NME. Sie selbst sehen ihren Einfluss bei Destiny's Child - "Kemosabe" lässt das plötzlich logisch erscheinen. Justin Timberlake hätte auf den Beat singen können und es als neue Single veröffentlich können - niemand hätte den Unterschied gemerkt.
Dann spielen sie wieder ein bisschen mit Alternative - jedenfalls ist der bauchige Refrain von "Torso Of The Week" der lauteste Moment, den Everything Everything hier geschaffen haben. Hier rutscht auch Sänger Jonathan Higgs aus seiner herrlichen Falsett-Stimme.
Das tut er selten, am wirksamsten aber im melancholisch-folkigen "Feet For Hands". "You ask how many fingers am I holding up", erzählt er, hierfür empfehle ich gute Kopfhörer, denn dann, huch, entdeckt man gar eine Spur Rauheit in der Stimme. Sein Organ schätzt man oder findet es irre nervig - Charakter kann man ihm aber nicht absprechen. Die Stimme sticht heraus, ist mehr Instrument als Codierer von irgendwelchen Messages. Aus den Texten wird man nämlich eh nicht schlau - zu schnell vorgetragen, zu brüchig, zu gedankenverloren.
Struktureller und durchdachter sind sie heute, verglichen mit 2010. Nicht mehr nur intuitiv, sondern auch ruhiger, etwa reifer? "The House Is Dust" spielt mit ganz klassischen Elementen der Pianoballade, aber die Stimme reißt möglicherweise fehlende Innovation wieder raus. Der große Gewinn der Kombo um Higgs: irgendwas haben sie immer an sich, die Tracks. Skippen ist keine Option. So viel Songwriting-Talent und Gespür für Melodien und saubere Arbeit auf einem Haufen, das macht schon was her. Das einzige, was nervt, ist, dass man sie nirgendwo hinstecken kann. Diese blöden Schubladen. Wer braucht schon Schubladen?
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Wenn ich es richtig verstehe, singt Higgs in Choice Moutain über einen Delphin, der mit seinen Gedanken Hyänen zerreißt... die Platte ist einfach abgefahren. Aber abgesehen davon, sind die Texte nicht mehr ganz so kryptisch (siehe Cough Cough, Radiant) wie in "Man Alive".
nach dem ersten hören sehr angetan von diesem album, ich find es eigentlich gut das sie ruhiger geworden sind, fand das erste album auch gut, aber manchmal bisschen zu aufgedreht
Habe eben das Album durchgehört (Man Alive kenne ich nicht) und es ist wirklich sehr gut, die Stimme gefällt mir auch.
Tolles Album. Hat ganz tolle Höhepunkte (Cough Cough, Torso of the week, Feet for hands, The Peaks) aber leider auch - wenige - Schwächen (Armourland, The house is dust). Finds komplett irre die Bonussongs Awe, No Plan nicht auf die reguläre Scheibe zu nehmen stattdessen... Granaten!
Joa, die Zurückhaltung steht ihnen durchaus. Haben mich früher an manchen Stellen an Foals zur "Cassius"-Zeit erinnert - auf Dauer einfach zu "hibbelig". Das zeitweilige Laid Back auf "Arc" steht ihnen vortrefflich.
Nur gebührt ihnen natürlich sehr viel mehr Aufmerksamkeit, als sie JE mit dieser Musik bekommen werden - aber das weiß man als Musiker ja eigentlich bereits, wenn man sich mit Alben wie denen von Everything Everything im musikalischen Dschungel positioniert 
Also ich muss sagen, dass ich etwas enttäuscht bin von Arc... Irgendwie passiert hier nicht mehr viel in den Songs. Bei Man Alive war jeder Song so verschachtelt, abgedreht und vollgestopft mit Ideen, dass es nie langweilig wurde.. Arc ist total eingängig und hat viel weniger Dynamik. Vielleicht entwickeln sich die Songs ja noch bei den nächsten Durchläufen, aber ich würd dem Album jetzt höchstens 3-4 Punkte geben...
Nach etlichen Hördurchläufen bin ich mir sicher, dass ''Arc'' für mich eines der Alben des Jahres sein wird. Es ist heutzutage ja wirklich schwer noch neuartig und innovativ zu klingen aber die können das.
Großartige Melodien, einfallsreiche und intelligente Ideen in fast jedem Lied und die Songs klingen nicht mehr ganz so übertrieben hyperaktiv wie auf dem Debutalbum, irgendwie ist das noch etwas ausgewogener.
''Cough Cough, Duet, Torso of the Week, Don't Try'' alles Megatracks.
Und ''The Peaks'' ist einfach nur pure Schönheit in einem Lied vereint.
Die 2.Cd mit Bonustracks ist ebenfalls sehr stark, verstehe auch nicht, warum die nicht auf dem Album sind. Vor allem ''Justice'' ist so grandios !
Wie auch immer, klar 5/5
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