Porträt

laut.de-Biographie

Everlaunch

Thorsten Finner (Gesang, Gitarre), Sönke Jäger (Drums), Patrick Hoke (Gitarre) und Andreas Ott (Bass) walzen wie eine Lawine über die Republik. Zumindest erwecken die Live-Aktivitäten den Eindruck einer raumgreifenden Ausbreitungsweise. Entsprechend lehnt sich der Bandname Everlaunch phonetisch an Avalanche an.

Schon früh entscheidet sich das Kollektiv gegen die Torfstecherei, kauft sich Instrumente und bezieht mit befreundeten Bands ein altes, leerstehendes Haus. Dem spärlichen und widrigen Angebot von Konzertmöglichkeiten entzieht sich die Band, indem sie kurzerhand das Zepter selbst in die Hand nimmt und zweifelhafte Starthilfen wie Pay-To-Play-Talentwettbewerben den Laufpass gibt.

Das dabei gewonnene Know-How stecken sie erfolgreich in eine eigenen Booking-Agentur. Bei der großen Anzahl Shows, die die band bestreitet, fällt es den Musikern leicht, eine Playlist für den Tourbus zu erstellen, da dieser gewissermaßen zur zweiten Heimat avanciert. Eigeninitiative und Eigenständigkeit lauten die Attribute, die Everlaunch ab 1999 par excellence verkörpern. Eine weitere Bedeutung des Bandnamens offenbart sich: Immer auf Hochtouren.

Der flächendeckenden Live-Beackerung von Clubs, Hinterhöfen und Festivals ist es geschuldet, dass das Quartett in einer Dekade einen verhältnismäßig geringen Output hat: Zum 2009 erscheinenden Debut "Suburban Grace" gesellen sich einige EPs in Eigenregie. Aber auch der desolate Zustand des Musikbusiness mit seinen Fließbandproduktionen und saisonal gebräuchlichen Epigonen verhindert eine Unterstützung in einem breiteren Maßstab.

Ehrungen wie "Newcomer des Jahres", verliehen vom Sound-Magazin, zeigen die Ambitionen und die Überzeugungskraft des Vierers. Ganz elegant bringt sich die Combo im Februar 2009 für einen Support-Slot bei Oasis ins Gespräch. Da die etatmäßige Vorband terminlich bedingt passen muss, klingelt Everlaunchs langjähriger Partner und Booker Heiko von mightytunes bei Veranstalter und Management durch und bewirbt seine Jungs auf dem direkten Weg. Der Auftritt in der Düsseldorfer Phillipshalle und auf renommierten Festivals wie Hurricane/Southside und Area 4/Highfield wecken den Erfolgshunger der Band.

Die nostalgischen Fantasien kommen auf "Suburban Grace" besonders zur Geltung. Dem steht Bodenständigkeit und Kreativität entgegen. Man gibt sich nicht nur mit großen Pop-Gesten zufrieden. Thorstens Stimme hat unverkennbare Placebo-Anleihen, jedoch ohne Kajal, Ritzereien und Rumgeheule. Ebenso kokettieren die Refrains mit Coldplay, wahren gleichzeitig mit famosen Instrumenten- und Soundbeherrschung ihre Indiewurzeln.

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