laut.de-Kritik

Eve schlägt die Männer mit ihren eigenen Waffen.

Review von

"Der Flow ist angenehm klar und weich, ohne jedoch an Kraft und Power zu verlieren. So dominiert sie auch die schlechteren Lieder und holt diese noch in annehmbare Gewässer", schrieb Young Berg seinerzeit ganz verliebt in Eves überragenden Skills. Elf Jahre später hat sich der Frauenanteil im Rap-Game ausgedünnt wie Models in Mailand – und Eve schlägt wieder die Männer mit ihren eigenen Waffen: Skills und Swagger.

Der Flow wandert immer noch seltsam schizophren zwischen kantig und fließend. Die Energie stimmt, die natürliche Ruffness zieht an, und kein botoxgespritztes Gangsta-Getue einer Lil Kim oder der Goon-Style einer Remy Ma nerven. Eve klingt so, als würde Foxy Brown mit Jean Grae bei Beyonce einen Belvedere trinken gehen. Leider liegt das Album dank Labelproblemen seit 2011 auf Eis wie eben jener Wodka. 2011, Dubstep, House, Handclaps, Nicki Minaj und die Black Eyed Peas, der Mainstream-Rap rockte nicht richtig und Eve ereilt auf "Lip Lock" trotz ihrer Mic-Präsenz das gleiche Schicksal.

Der Opener "Eve" stampft genau wie "Grind Or Die" mit knarzigen Elektro-Drums, "She Bad Bad" clappt mit Dancehall-Einflüssen betont hart und minimalistisch, und "Make It Out This Town" poppt mit funkig-cheesiger Gitarre flach und pathetisch. Eurodance-Songs wie "All Night" und "Keep Me From You" verbricht ansonsten nur ein Will.I.Am, und Marching Drums mit Snoop Dogg im Hook mixen, führt auch nicht die Top 25-Liste in itunes ("Mama In The Kitchen").

Keine Frage, Eve hält selbst die langweiligsten Beats unten, doch wie gut sie wirklich ist, entfaltet sich erst auf "Never Gone". Pathos in der Stimme, Breitwand-Pop und Chrisette Michele im Chorus - "Whats a day when there is no Eve"? Ach Eve, wärest du damals nicht gegangen, damals, 2002. Wäre das Album schon 2011 herausgekommen, du könntest heute mit Kendrick, Drake oder Rick Ross im Studio stehen und würdest allen zeigen: "Oh she bad bad". Und eben nicht die Sounds.

Trackliste

  1. 1. Eve (Feat. Miss Kitty)
  2. 2. She Bad Bad
  3. 3. Make It Out This Town (Feat. Gabe Saporta Of Cobra Starship)
  4. 4. All Night (Feat. Claude Kelly & Propain)
  5. 5. Keep Me From You (Feat. Dawn Richard)
  6. 6. Wanna Be (Feat. Missy Elliot And Nacho)
  7. 7. Mama In The Kitchen (Feat. Snoop Dogg)
  8. 8. Grind Or Die
  9. 9. Zero Below
  10. 10. Forgive Me
  11. 11. Never Gone (Feat. Chrisette Michele)
  12. 12. She Bad Bad (Remix Feat. Pusha T And Juicy J)

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