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Die Dance-Pop Formation Cascada liefert dieses Jahr unseren "Song Für Malmö". Doch eigentlich hätte alles ganz anders kommen sollen. Ein Rückblick.
Hannover (huz) - Schlagartig verschwindet der smarte Tagesschau-Sprecher, und die in ein rotes Abendkleid gehüllte Anke Engelke erscheint auf der Mattscheibe – um Loreen anzusagen. Die amtierende schwedische ESC-Siegerin eröffnet den deutschen Vorentscheid mit ihrem Sieger-Song "Euphoria". Darauf folgt Lena – "Satellite". Kurz darauf nimmt Engelke wieder das Zepter in die Hand. Ihr bemüht witziger Moderationsstil wird nie über Kalauer-Niveau hinaus kommen. Schade.
Aber der Reihe nach. Die Eröffnung von "Unser Song Für Malmö" gerät ziemlich spartanisch. Schnell möchte die ARD zum Wesentlichen kommen. Das ist auch gut, denn Engelke nimmt langsam an Fahrt auf ("Deutschland ist inzwischen eine echte Grand Prix-Nation. Wir haben ein Drittel der letzten drei Wettbewerbe gewonnen!" Hahaha!). So ist es schön, dass die Komikerin bald das Abstimmungs-Prozedere des Abends erläutert.
Die Entscheidungsfindung ist gedrittelt. Einen Teil bilden die Zuschauer der Sendung, die via Anruf oder SMS abstimmen können. Über das nächste Drittel hatten bereits die Hörer der neun jungen ARD-Programme (Von HR 3 bis EinsLive) abgestimmt. Und für das letzte Drittel wird schließlich noch eine fachkundige Jury herangezogen. Die besteht aus – Achtung! – Tim Bendzko, Roman Lob, Silly-Sängerin Anna Loos, Mary Roos (Immerhin einst Grand-Prix-Dritte) und dem ESC-Experten Peter Urban.
Die Moderation gibt einem den Rest - noch vor dem ersten Song
Bisher war die Veranstaltung ja ganz kurzweilig, lediglich Engelke tötet den letzten Nerv des Zuschauers, wenn sie zum dritten Mal "aus Versehen" und im "Grand-Prix-Stil" ins Französische wechselt, um etwas zu erklären. Angenehm aber: Um 20.36 Uhr steht nach einem kleinen Einspieler schon der erste Kandidat, Finn Martin, auf der Bühne und performt sein Liedchen und grinst dabei.
Die kurzen Vorstellungs-Filme vor jeder Nummer tragen übrigens gewaltig zur Vergabe der Sympathiepunkte bei. Da gibt es große Diskrepanzen. Beispielsweise zwischen den Söhnen Mannheims, die sich von einem Off-Sprecher mit tiefer Stimme glorifizieren lassen, und Mia Diekow (später übrigens Letzte), die dem Zuschauer mit ihrem von Mini-Zahnlücken geprägten Lächeln ein Ständchen singt.
Die Show plätschert friedlich vor sich hin
Dann ziehen sie nur so an einem vorüber, die Künstler: Das Blitzkids Mvt. mit diesen GaGaesken Kostümen, die 50er-Jahre-Liebhaberin Betty Dittrich, irgendwann die (passend zu ihrem Songtitel "Nackert") barfuß auftretenden bayerischen Schürzenjäger. Die Söhne Mannheims mimen eine einschläfernde Version von Seeed, in lässigen Anzügen und nur mit DJ. Inzwischen ist das dritte Bier leer und tränkt das blutende Herz in Freude.
Ein Höhepunkt des Abends: Die spätere Siegerin, Cascadas Frontfrau Natalie Horler, brät uns in ihrem Einspieler delikate Hackbällchen! Leckerleckerlecker – eine unterwürfige Geste. Ob die den Grundstein zum Sieg legt? Ihr Auftritt im zu kurzen Presswurst-Kleidchen kann es nicht gewesen sein. Da hat sogar Loreen mit ihrem Waldschrat-Image mehr Stil. Die betritt wieder die Bühne, nachdem alle Kandidaten des Abends durch sind, und trällert in ihrer neuesten Single irgendwas von Herz und Schmerz.
Etliche Zusammenfassungen und Anruf-Animationen seitens Engelke später klappert diese ganz im Eurovisions-Stil alle an der Abstimmung beteiligten Radiosender ab. Ist das dein Ernst, liebe ARD? Muss das beim deutschen Vorentscheid sein? Jedenfalls liegen dann LaBrassBanda vor Cascada, dicht gefolgt von Betty Dittrich. Nur, wie gesagt: Das ist lediglich das erste Entscheidungs-Drittel.
Ein Skandälchen als Höhepunkt
Der Aufreger des Abends folgt: Mary Roos trägt mit Lesebrille die Jury-Entscheidung vor. Ihr unsicheres "Oh-oh, bei uns ist alles anders" bleibt ein bloßer Versuch, auf charmante Art zu beschwichtigen: La Brass Banda bekommen von der Jury nur einen Punkt, sie rutschen somit auf den zweiten Platz ab und Cascada besteigt den Thron. Die Aufregung ist groß.
Wie immer ist alles in die Länge gezogen, später bringt Loreen endlich den Umschlag mit den Ergebnissen des Anrufer-Votings. Um's spannend zu halten, versteht sich. In Erinnerung ist mir dann nur noch der Moment, wenn eine gerührte Natalie Horler in ihrem zu kurzen Outfit und mit Schleppe endlos irgendwelche Treppen hinabsteigt, um als Sieger final die Bühne zu betreten. Als sie umgeben von Glitzerkonfetti noch mal zu "Glorious" anstimmt, tobt der Shitstorm auf Twitter bereits.
"Es ist also so, dass fünf Juroren ein komplettes Ergebnis verfälschen? Wenn die Zuschauer aus Radio und TV LaBrassBanda 22 Punkte geben??" – so nur einer von vielen aufgebrachten ESC-Vasallen. In Trübsal zu flüchten bringt doch jetzt auch nichts, Liebe Ergebenen der Eurovision. Natürlich wird jetzt nach der Legitimation der Juroren gefragt.
Aber hey, nur weil die ARD-Experten denken, mit einem 90er-Trash-Dance-Track könnte man in Malmö einen Blumentopf gewinnen, muss das nicht falsch sein. "Glorious" hört sich schließlich an wie der Schwestertrack zu "Euphoria". Im Endeffekt bleiben die Weiten der ESC-Welt doch unergründlich. Kommt damit klar! Und der musikalische Anspruch liegt sowieso mit Saint Lu und dem Rest in den Tiefen des Rankings begraben.
Anke, schweigend durchaus poolwürdig:
http://d1.stern.de/bilder/lifestyle/2004/kw18/AnkeEngelke1_250_fitwidth_420.jpg
Cascada, ein volles Pfund:
http://www.tz-online.de/bilder/2013/02/14/2752332/1018138511-malmoe-cascada-1hOY9gQN09.jpg
Loreen, boah, VIP-Pool:
http://p4.focus.de/img/gen/E/G/HBEG1ekb_Pxgen_r_630xA.jpg
#läuft
Also ich fand Blitzkids und Ben Ivory ganz gut, Betty Dietrich und Mia Diekow waren auch ganz süß. Gott sei dank an die Jury, die die Bayern Fuzzis ausgebremst haben, sowas haben schon viele Länder versucht, wie zB. Österreich und Slowenien und zwar viel besser und landeten damit ganz unten. Cascada find ich aber auch unter aller Sau, aber wenigstens hat man reale Chancen auf ein guten Platz.
Blitzkids hatten was. Supersüß und das sexieste Kleid: Mia Diekow. Betty Dietrich war pfiffig. La Brass Banda sind grundsätzlich untadelig. Genervt war ich, weil die ach so hippen Radiosender meiner geliebten Saint Lu null Punkte (so wars doch?) gaben. Das wurde erfreulicherweise später besser. Aber diese "Fachjury" ... Positiv an der Sendung der doch recht zügige und flotte Ablauf ohne Werbeunterbrechungen. Aber ausgerechnet Cascada am Ende ... schade, der eigentliche Grand Prix findet deshalb bei mir (wie letztes Jahr) auch nicht als Zuschauer statt. Kann nicht mitfiebern, wenn da niemand ist zum Daumendrücken.
boah wie ich mitlerweile schon kotzen könnte wenn ich nur das wort "jury" höre... da beweisen die Zuschauer einmal guten Geschmack(La Brass Banda sind wirklich top)... will einmal auf der welt eine kompetente jury erleben, ob es in den staaten die christlich konservative jury vor gericht ist, die sich vom besten anwalt einlullen lässt, oder die beiden Mädchen die gerade bei diesem dsds kack gut von schlecht unterscheiden sollen, das is doch alles voll fürn arsch...
bin ja froh dass ich mir sowas nicht mehr anschau, aber wie oben schon gesagt ist es das mieseste was man als strategie fahren kann, den vorgängertitel zu kopieren, da hat noch nie hingehaun und wird es (hoffentl.) auch in diesem fall nicht, ich hoffe auf den letzten platz, auch wegen den hackbällchen (bin vegetarier
)
Endlich mal kein dürres Püppchen:
http://userserve-ak.last.fm/serve/_/38397485/Cascada%2B46202111.jpg
Meeeh... Nathalie Horler ist schon ein Phänomen. Die Figur eines Stamms und mit 31 sieht sie aus wie 41. Chapeau.^^
Außerdem dachte ich immer, sie trage Ostblock-Gene in sich, was sie durchaus reizvoller gemacht hätte. Aber das stimmt auch nicht.
Bei so viel Enttäuschung interessiert der musikalische Beitrag auch nicht mehr.
Morphi
Es geht um den Pool
Jenzo
Die Figur eines Stammes?
http://1.bp.blogspot.com/-rXmBNqG0Wao/TaOXWmZdmNI/AAAAAAAAAMA/0iqvVmLsqRw/s1600/cascada-picture-1.jpg
Whut? Und sie sieht m.E. so alt aus wie sie ist.
Hackbällchen von Cascada
...werden hier serviert und beleuchtet.
Viel wichtiger scheint mir aber in diesen tagen wildbret zu sein.
die "unpolitischen" südtiroler FREI.WILD sind vom veranstalter des legendären WITH FULL FORCE FESTIVALS als einer der hauptacts bestellt. das ruft allerorten unmut hervor.
die musikzeitschrift VISIONS und auch das TÄTOWIERMAGAZIN(aka:weghören) haben sich ausgeklinkt,JÄGERMEISTER fordert den veranstalter auf,obige entscheidung zurückzunehmen.
und LAUT ist still.
Beim WWF waren doch eh immer viele verkappte rechtaußen-Brüder. Passt schon.
@lautuser
Der Pool-Gag ist durch. Stell' den bitte ein.
Mein "Stamm"-Kommentar bezieht sich auf das Video zu "Glorious", ich google lieber andere Frauen.
@Der-Wal
Sicherlich richtig, was die WFF-Sache angeht, aber:
ich habe keinen Bock auf die 50.000ste Nazi-Rechtsrock-Grauzonen-Linksextremisten-Diskussion... Du etwa?
jenzo
Der ist durch? Da biste aber der erste der das sagt. Da bin ich mir noch nicht so sicher ob der durch ist.. hört laut.de dann auch auf halbnackte Pop-Sternchen zu zelebrieren, so dass diese persiflage tatsächlich hinfällig wird?
Hast Du eine Alternative zum Pool?

Wikipedia: "Cascada war von den Zuschauern beim Televoting auf den ersten, von den Radiohörern auf den zweiten und von der Jury auf den dritten Platz gesetzt worden."
Was soll denn jetzt die Aufregung? Da kann doch die Jury auch nichts dafür, wenn die Zuschauer einen schlechten Musikgeschmack haben.
Cycl
Die Onkelz waren sehr wohl mal Nazis, das war aber Jugend und Umgebung geschuldet und nur eine jugendliche Phase und sie haben das ewig glaubhaft gemacht, dass sie nicht rechts sind.
Bei FreiWild kenne ich mich nicht aus.
Jenzo
also ich habe zuvor keine ähnlich lautenden Stimmungen wahrgenommen - was du da verlangst ist ein großer Schritt. Und ohne Alternatve wird es nicht gehen.. 
Cycl II
Wieso meinste, findest Du sie derartig stämmig? Zeig mal nen Bild, ich habe nur welche gefunden wo die Figur top bis etwas kräftiger ist (was auch gut ausschaut). Oder stehst ausschließlich auf so Dürrzeug?


Ich hab mir die EP von Betty Dietrich geholt, ist super gut und voll witzig. Lalala ist auch nicht so ganz unschuldig; "Betty hat nix gemacht, sieh nur nicht im Keller nach." Hier eine Album Preview, hört sich ganz nett an. http://www.youtube.com/watch?v=wkKNzGYWUHc
Das kommt dabei raus, wenn eine "Fachjury" das letzte Wort hat. Schade. Ein Platz im unteren Mittelfeld ist nicht unrealistisch.
Aber: Wo war eigentlich Heino? Und wer zum Geier hat Frei.wild wieder ausgeladen? Jennifer Rostock?!
Schade, dass Cascada noch gewonnen hat. Aber ganz dicke Props an euch Deutsche, da habt ihr euch doch tatsächlich für ein eher unbekanntes LaBrassBanda gegenüber Mainstream-Mächten wie Cascada und Söhne Mannheims entschieden. Damit habt ihr als ganzes Land einen guten Musikgeschmack bewiesen (zumindest teilweise, Saint Lu auf den letzten Platz zu wähöen is natürlich auch ne Schande).
@Yellow Mellow
Die von dir erwähnten Tatsachen, scheinen aber nicht in die Berichterstattung von laut.de zu passen. Selbst wenn Cascada von der Jury nur 2 Punkte bekommen hätte, wäre sie immer noch vor den Bayern gewesen. Ich finde Cascada hochgradig SCHEIßE, ABER der Artikel hier ist komplett einseitig und hat genau das selbe Niveau, wie Cascada auch.
Luksi
LaBrassBanda ist einfach super, keine Frage, aber was hast Du gegen Saint Lu?
@Galford Naja, eine objektive Berichterstattung habe ich von laut.de auch nicht erwartet. Mich wundert eher der völlig sinnlose und unbegründete "Shitstorm".
@akademiker Steht ja da oben: 'Als sie umgeben von Glitzerkonfetti noch mal zu "Glorious" anstimmt, tobt der Shitstorm auf Twitter bereits.'
@ aka 13 uhr 53
nee, du irrst dich. wff(nicht wwf,das ist was anderes). recherchier mal nach, da waren meistens metal,hardcore,punk freigeister. rechtsaußen - brüder nur selten und dann "aus versehen"
ich hoffe auf sancho, der kann das bestimmt bestätigen !
@Yellow: Inwiefern ist der Shitstorm denn unbegründet? Da schaffts endlich mal die Masse, sich anstatt des lieblosen Electropop-Plastik-Bullshits für einen guten, alternativen Interpreten auszusprechen und siehe da, kommt dann plötzlich irgendeine "Fachjury" daher und dreht das einfach um, obwohl man von ihr doch genau das Gegenteil erwarten sollte.
@Luksoropoulos Wie bereits erwähnt hat die Masse Cascada auf Platz 1 des TV-Votings bzw. Platz 2 des Radio-Votings gewählt. So gesehen hat Cascada bei der "professionellen" Jury schlechter abgeschnitten (Platz 3) als bei den Zuschauern / Zuhörern selbst.

Das Lied ist doch genau die Art Euro-Trash, die bei diesem Wettbewerb erfolgreich ist. Passt doch. Überhaupt: Seit wann geht es denn beim ESC um Musik?
was haben alle gegen techno trash ? ne runde wamdue project oder eiffel 65 hat noch keinem geschadet (wobei man beim wamdue project mit dem wort trash vorsichtig sein sollte)
)
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