Porträt

laut.de-Biographie

Elyjah

Berlins lokale Indie-Szene ist, anders als das sich ständig häutende Techno-Chamäleon, im Grunde übersichtlich und bodenständig geblieben. Die Bands kennen sich, man verabredet auf kurzem Dienstweg für ein paar Euros DIY-Konzerte in den kleinen, alternativen Spielstätten und macht das alles aus Lust und Leidenschaft, nicht wegen der Kohle. Hier verbiegt sich niemand für den Preis, groß rauszukommen.

Das gilt auch für Elyjah, die sich im Herbst 2003 in der Hauptstadt gründen, nachdem sich die Musiker Bernd Lordemann, Robert Oeser und Martin Helms bei verschiedenen Sessions kennenlernen. Man verschreibt sich zunächst ganz instrumentalem Postrock, der bei Elyjah eine hochenergetische Note erfährt.

Filigran aufgefächert, fordernd rhythmisiert und mit wuchtigen Riffs und Noise-Ausbrüchen kommen die ersten Tracks daher. Man muss an die Schweizer Honey For Petzi oder Bands der beiden Indie-Labels bluNoise und Sinnbus denken, die deutsche Akademikertraditionen in amerikanischen Noiserock einbrachten. Mit diesen Grundfesten zieht es Elyjah 2006 zum Wiener Label Siluh Records, auf dem man mit dem namensverwandten Postrock-Kollektiv Thalija eine erste Split-EP veröffentlicht.

Im gleichen Jahr spielt man auch noch den Soundtrack für einen kleinbudgetierten Animationsfilm ein und organisiert in der Folge hier und da ein paar Konzerte. Obwohl die drei Bandmitglieder nebenher arbeitstätig sind, erfolgt noch 2006 der Entschluss: keine Kompromisse mehr, Schluss mit allen Beliebigkeiten. Ein Sänger muss her. Die Suche endet schließlich in den eigenen Reihen bei Gitarrist Robert Oeser, dessen helle Singstimme der Band neue Optionen bietet.

So klingen Elyjah auf ihrem 2009er Debütalbum "Planet, Planet" mal nach artifiziellem Emo-Pop der Marke The Appleseed Cast oder nach Elliott, später gar nach vertracktem Indie-Rock, wie ihn Radiohead vor Jahren spielten. Auch Anwandlungen an den Postkarten-Krach früher Mogwai-Alben hat man sich angeeignet, ohne die Berliner Wurzeln zu verleugnen. Wer so mutig musiziert, darf sich für das Artwork des Albums schon auch mal mit Gewehren fotographieren lassen. Hände hoch!

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