laut.de-Kritik

Richtig die Sau raus lassen, lautet diesmal die Devise des Briten.

Review von

"'When I Was Cruel' ist mein erstes Album seit sieben Jahren. Ich habe in letzter Zeit so viele Balladen mit unterschiedlichsten Künstlern zusammen gesungen, dass ich das Gefühl hatte und in der Stimmung war, mal wieder ein 'Rowdy Rhythm'-Album aufzunehmen". Richtig die Sau raus zu lassen, lautet die Devise des englischen Musikers, der sich in den 90er Jahren vor allem mit klassischen Kompositionen, Filmmusik und eben der einen oder anderen Ballade beschäftigt hat.

In der Tat finden sich auf dem Album vorwiegend schnellere Stücke. Schon der Opener "45" liegt irgendwo zwischen Rock'n'Roll und Punk, eine Richtung, die sich mit "Tear Off Your Own Head", "Dissolve" und "Daddy Can I Turn This?" fortsetzt. Der Sound ist auch dann fies, wenn Costello und seine exzellente Begleitband es etwas ruhiger angehen lassen. "When I Was Cruel No. 2" bohrt sich in den Kopf mit Wüstenrockgitarren, Costellos angeheiserten, leicht verärgerten Stimme und der gesampelten italienischen Sängerin Mina, die ständig "Un" (aus "Un Bacio È Troppo") wiederholt. "Soul For Hire" vermischt eine Art orientalischen Gesang mit orchestralen James-Bond-Einlagen, einer atonalen geschrammelten Gitarre und einem dumpfen, wild laufenden Bass. Selbst in das anfänglich langsame "Tart" brechen immer wieder wilde Klanggefüge ein.

Auch textlich ist einiges geboten. "See that girl, watch that scene, digging the dancing queen" und "it was so much easier when I was cruel" heißt es im Titeltrack, "your sister's a whore, but your brother's not sure" dagegen in "Alibi". Schnipsel, die zum genaueren Hinhören einladen, wie auch der eng gewobene Klangteppich, der sich erst bei hoher Lautstärke richtig entfaltet.

Kein Zweifel: "When I was Cruel" ist ein imposantes Album. Zwar enthält es kaum Single-Material, dafür ist es in sich stimmig und könnte nach dem Erfolg Wilcos zu einer weiteren musikalischen Chart-Überraschung führen.

Trackliste

  1. 1. 45
  2. 2. Tear Off Your Own Head (It's A Doll Revolution)
  3. 3. Spooky Girlfriend
  4. 4. When I Was Cruel No.2
  5. 5. Soul For Hire
  6. 6. 15 Petals
  7. 7. Tart
  8. 8. Dust 2...
  9. 9. Dissolve
  10. 10. Alibi
  11. 11. ...Dust
  12. 12. Daddy Can I Turn This?
  13. 13. My Little Blue Window
  14. 14. Episode Of Blonde
  15. 15. Radio Silence

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3 Kommentare

  • Vor 15 Jahren

    Hallo,

    Habe nur selten ein neues Album im Ganzen
    durchgehört, ohne ein einziges Mal die Skip-
    Taste des Players zu betätigen. Jeder Song
    ist da einen eigenen Beitrag wert. Für mich
    ist Costello überhaupt eine richtige "Entdeckung".
    Den Namen kannte ich zwar, hatte aber nie was
    (bewußt) von ihm angehört. Von den Songs auf
    "When I Was Cruel" gefällt mir am besten:
    "Tart" und "Alibi".

  • Vor 15 Jahren

    Kenne dieses Album leider noch nicht, habe jedoch sehr viel Gutes darüber gelesen.
    Elvis Costello hat sich für originelle Musik ja schon immer sehr verdient gemacht, hat auch viel produziert, zB die Specials und andere 2Tone-Sachen.
    Wenn Du Ska hörst, wirst Du sicher schon über ihn gestolpert sein.

  • Vor 15 Jahren

    yoooo,...... elvis costello mit elvis presleys bassisten jerry scheff.
    grossartiger costello, grossartige songs, grossartige arrangements und grossartige musiker.