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Wie ein Klotz in der Brandung durchwuchtet Blixa Bargeld seit 27 Jahren die hiesige Musikerlandschaft. Seine Versuchsanordnungen prägen Sub- wie Hochkultur, regelmäßig erfinden die Neubauten sich selbst neu. Und gelegentlich auch ganze Naturelemente.
Erst war Post-Industrial und NDW, in den Neunzigern folgte der Kurswechsel in ruhigere und zugänglichere Fahrwasser. Jetzt also "Alles Wieder Offen"? Galt das bei den Berlinern denn nicht immer schon? "Lass dir nicht von denen raten / Die ihren Winterspeck der Möglichkeiten / Längst verbraten haben", kündet es jedenfalls in Bargelds Programmvorschau.
Zunächst einmal beruhigend zu hören, dass der einschüchternd intellektuelle Hüne mit 48 Jahren seine Bahnen nach wie vor weit entfernt vom Strom so genannter "alternativer" Künstler zieht. Wiederum zementieren Einstürzende Neubauten jenen äußersten Exoten- und Sonderstatus, den sonst vielleicht nur noch Die Goldenen Zitronen für sich beanspruchen können.
Neo-Tonalität als einzige (hausgemachte) Regel. Müsste man diesen Grundsatz nun in Begriffe verpacken, es wären am ehesten die des Expressionismus: Polyrhythmik, Abstraktion, Reduktion, Irritation. Es ist vor allem das Falltürspiel mit Ungewissheiten, das der Gruppe immer noch pure Bedrohung einverleibt. Ohrenscheinliche Wohlklänge könnten jederzeit in Schwärzeste Löcher reißen.
Aber rein auf die Klangfläche zu reduzieren, bleibt natürlich gerade hier vollkommen unzureichend. Neueinsteigern sei deshalb der Erzählgestus des Blixa B. wenigstens in Auszügen nahegebracht: "Meine Sys- und Diastole, dazwischen der Moment / Getragen von den Vögeln / Die hier zugange sind", wandert sein lyrisches Alter Ego in totalem Einklang mit der Natur durch das kaukasische "Nagorny Karabach". Es findet sich am Meer wieder, wo es monoton auf die immergleiche Taste einhämmert, "Das Verräterische Herz" meets Kafka, bis es den aufgepeitschten Wellen endlich trotz zugeschnürter Kehle ein uferloses "Warum hast du mich verlassen?" entgegenschreit. Ein Horrortrip durch Einsamkeit, Tod und Verzweiflung in 3:48 Minuten.
Genanntes Ich stolpert allerdings auch euphorisiert in die Liebe oder, lachend begleitet vom Rhodes-Piano, durch die Zürcher Spiegelgasse. Den Ort, an dem die Anti-Kunst des Dadaismus erwuchs. "Alles Wieder Offen" ist morgenfrischer Weltrückzug genauso wie revolutionärer Abendappell: "Du musst die Sterne und den Mond enthaupten / Am besten auch den Zar".
Möglicherweise sei das Album das letzte Lebenszeichen unter Neubauten-Signum, teilte Vordenker Blixa neulich ganz beiläufig mit. Er fühle sich keineswegs an das Prinzip Plattenveröffentlichung gebunden. Zieht der Freischwimmer uns bald endgültig davon? Es wäre ein nicht zu verschmerzender Verlust für das Experimentierfeld Musik. Drum nutzen wir den Augenblick: "Komm mich mal besuchen / Ich hab unendlich Zeit".
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danke an blixa und co (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!)
für die rettung des deutschsprachigen teils des abendlandes
vor den dilettanten und vergewaltigern der sprachkultur,
namentlich bushido, massiv, fler, etc.
....nur schlimm, dass die neubauten schon finanzielle schwierigkeiten haben, überhaupt solch grosses kino zu produzieren,
während dieser white and bunt trash of art im gelde schwimmt.....
also entweder du belegst das jetzt hier noch irgendwie mit beispielen oder bleib weg mit deinen bauernweißheiten.

Musiktechnisch gesehen, ist der Horizont von "the Secrets" ziemlich eng. Er ist ganz am Anfang schon, in der musikalischen Entwicklung stecken geblieben und kommt mit den letzten 25 Jahren nicht ganz klar. Die breite Vielfalt passt einfach nicht in seinen schmalen Wahrnehmungsbereich.
Die Last der Scheuklappen, mit denen er durchs Leben torkelt, darf man nicht unterschätzen ... 
ich glaube du verstehst mich falsch... ich bezweifle nicht, dass bargeld gute texte schreibt, himmelhilf (neben deinen bespielen würde ich zBsp auch noch zebulon nennen wollen). aber solche aussagen wie "dilettanten und vergewaltigern der sprachkultur,
namentlich bushido, massiv, fler, etc.", sind einfach ein stück zu undifferenziert, polemisch und profan. das kann man in einem musikforum einfach nicht durchgehen lassen. 
ich meine, man muss seine musik wirklich nicht mögen, aber man kann bushido zBsp eine gewisse rhetorische raffinesse nicht unterschlagen.
no offence here im übrigen. ich wollte nicht so schorf klingen.
hey applemac! warst du nicht der, den alle hier immer so behindert fanden?
naja, naja.
eigentlich kann man auf deine aussage zu bushido gar nichts mehr sagen. ignoranz bleibt ignoranz bleibt ignoranz bleibt ignoranz.
und was der schwachsinn da oben sollte ist mir auch nicht so ganz klar. woraus schließt du denn auf meinen musikalischen horizont? aus meinem profil? 
Nur die dämlichen Raucher, weil ich diesen Vollversager die Wahrheit über ihr jämmerliches Dasein enthüllt habe ... 
Wer Bushido eine gewisse rhetorische rafinesse unterstellt, den kann man auch musikalisch nicht wirklich ernst nehmen ... ;-)
Dein Profil ist so ziemlich das Schwächste, was man sich vorstellen kann ... :O)
Zum Thema Ignoranz. Der Bushido Trottel wird von mir nicht einmal ignoriert.
okay, lass uns deinen thread nicht unnütz vollposten, denn eins ist klar... eine diskussion mit dir ist in jedem fall unnütz.

...also, du musst schon zugeben, allein schon die fragestellung entbehrt nicht einer gewissen komik, deren schuh du dir schon z. t. anziehen musst.
ja, dass massiv und fler mülliges zeug rausbringen, dass will ich ja gar nicht bestreiten. und auch bushido hör ich mir ja persönlich zu hause nicht an, was mich aber nicht davon abhält mit nüchternem blick zu sagen: "okay, der hat es zT schon drauf" ([url=http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/b/bushido/vom_bordstein_bis_zur_skyline/index.htm]und da bin ich auch nicht der einzige)
aber diese verallgemeinerungen finde ich eben immer unabgebracht - aber ich wiederhole mich hier.
und ich finde es zBsp auch wirklich beeindruckend, was kollegah (derzeit kommerziell ziemlich erfolgreich) für reime raushaut. der spielt sprachlich auf einem ganz hohen niveau, auch wenn sein image/selbstverständnis absolute grütze ist. doch das sind halt zwei ganz verschiedene sachen.
ich mag schließlich auch die texte von bertrand cantat.[/weit hergeholter vergleich]
ich muss dba (ausnahmsweise mal) recht geben. obwohl ich mir eine vergewaltigung der deutschen sprache von meiner politischen einstellung her eigentlich wünschen müsste, obsiegt in mir der kulturnationalistische imperativ und ich erfreue mich an der lyrik eines blixa wesentlich mehr als der sprach-verunglimpfung eines fler. 
tjaja, ich kann mich eben über texte von bargeld freuen (wobei ich auch nicht sein härtester fan bin, in etwa so, wie die feuilletons der großen deutschen zeitungen), muss mir aber auch kein schmunzeln verkneifen, wenn jemand sowas von sich gibt:
"Ey ich bin der Rapperking und komm mit Butterfly wie'n Schmetterlingskokon
und es ist scharf wie ein Pfefferminzbonbon, kuck auf die schimmernden Weißgoldketten,
deine Arme gleichen stark dem Inhalt von Streichholzpäckchen
Deine Freunde kippen sich bei der Barfrau Drinks rein,
machen dann hart auf Pimp, ein
gezielter Schlag aufs Kinn reicht, sie sind daraufhin leise,
und was ihre Kinder angeht, möchte ich darauf hinweisen,
sie sind daraufhin Waisen
Ey mit Tunnelblick wie Arbeiter im Bergbauschacht,
betracht ich dich abfällig wie ein Herbstlaubblatt"
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