laut.de-Kritik

Putzige Kinderzimmermelodien mit Gitarre, Orgel und Chorgesang

Review von

Süß, putzig, niedlich - treffender könnte man die neue Platte der Eels wohl kaum beschreiben. Kinderzimmermelodien werden mit Gitarre, Flöte, Hammond-Orgel und Chorgesang vorgetragen, dass es eine wahre Freude ist. Und das ist nicht sarkastisch gemeint!

Mr. E. und seinen beiden Mitstreitern ist mit "Daisies Of The Galaxy" ein wirklich schönes Album gelungen, welches von der Musik her so überhaupt nicht in diese Zeit zu passen scheint. Bei mir rufen die 15 Songs immer Bilder aus den amerikanischen Vorstädten der 50er und 60er hervor - eine kleine, heile Welt mit gepflegten Rasenflächen vor dem Haus und dem neuesten Wagen in der gepflasterten Auffahrt. Wobei "Daisies Of The Galaxy" keineswegs als naiv zu bezeichnen ist, die Songs sind von vorne bis hinten mit einer schon beängstigenden Perfektion auf diesen Stil getrimmt, ohne jedoch zum Kunstprodukt zu verkommen.

War der Vorgänger - aufgrund schwerer persönlicher Schicksalsschläge des Sängers - noch düster und verzweifelt, so ist das neue Album das komplette Gegenteil - größtenteils fröhlich-freundliche Songs, die sich alle im drei-Minuten-Format bewegen. Und wenn E., nur mit Akkustikgitarre bewaffnet, Zeilen wie "I Like Birds" singt, dann wirkt das so absurd, dass einem "Daisies Of The Galaxy" schon alleine dadurch noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Großartig!

Trackliste

  1. 1. Grace Kelly Blues
  2. 2. Packing Blankets
  3. 3. The Sound Of Fear
  4. 4. I Like Birds
  5. 5. Daisies Of The Galaxie
  6. 6. Flyswatter
  7. 7. It's A Motherfucker
  8. 8. Estate Sale
  9. 9. Tiger In My Tank
  10. 10. A Daisy Through Concrete
  11. 11. Jeannies Diary
  12. 12. Wooden Nickels
  13. 13. Something Is Sacred
  14. 14. Selective Memory
  15. 15. Mr. E's Beautiful Blue's

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2 Kommentare

  • Vor 7 Jahren

    Jaa doch! Natürlich bereue ich es jetzt zutiefst. Die paar mitgewaschenen Euromünzchen, die den Besitzerwechsel dieser schnuckeligen Scheibe zu seinem Zustandekommen verhelfen sollten, hätte ich übrig wissen sollen, anstatt mit Ohren voll transzendierter Melancholie über die Schönheit der Musik aus anderen Zeiten die nächste Kaufhalle anzusteuern, um eine Symbiose dieses prachtvollen, warm illuminierenden Liedguts im Bauch mit einem Kasten billigen Bieres erzwingen zu wollen. Die letzten gesummten Nötchen schwebten schon westwärts über das gummierte Fließband, fielen aber in dem Augenblick, da sich der hypnotisch wogende Oberarmspeck der Angestellten einer Kollegin den falschen Preis für 20*Sternbourg Hefeweizen 0.5l signalisierte, einfach hinten vom Kassiertresen, um zuckerwattegleich unhörbar auf dem klebrigen Boden der Wirklichkeit auzuschlagen. Ich möchte bitte mein Geld wiederhaben, junge Frau!

  • Vor 7 Monaten

    ein tolles album vom the man called e. hübsch und gediegen, meistens etwas sparsam-spartanisch arrangiert, so gut wie immer eingängig, immer etwas simpel, immer etwas naiv (die musik, nicht die texte !) und immer ein wenig schräg. ...halt e. weil er "mr. e's beautiful blues" auch auf druck der plattenökonomen mit draufpacken musste (wäre sonst nicht erschienen), ist der song zum bonus-track geworden - mit stille von 20 sekunden drangehängt :-) daisie of ..die reinste erholung nach stresstagen :-))