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Der Kutter fährt hinaus auf die dunkle See. Es ist Nacht. Der Mond spiegelt sich im schwarzen Wasser. Wir stehen auf der Reling. Schnallen uns einen Bleigurt um und springen. Das Blei zieht runter, immer tiefer. Es wird immer düsterer.
Wir strampeln, wollen nicht ertrinken. Erste Soundblasen zerplatzen an den Ohren. Erste Synthieklänge durchdringen den Kopf. Und statt zu strampeln, beginnen wir zu tanzen: Editors - das sind die Könige der schwarzen Töne und der dunklen Herzen - noch immer.
Keine Frage, es musste dennoch etwas geschehen. Zu lange waren die Vier aus Birmingham mit "The Back Room" und "An End Has A Start" unterwegs und wurden zu einer Art Kopie ihrer selbst: Hatte man zwei Konzerte der Editors gesehen, konnte man getrost auf weitere verzichten.
Das wird nun anders - wie Lieder à la "Papillon" dokumentieren. Die Editors haben kräftig an ihrem Stil geschraubt. Sie sind jetzt noch düsterer, verpacken ihren hallenden Gesang in monströsen Synthietürmen, stellen die Gitarren in den Hintergrund. Und als ob das nicht schon genug der Veränderung wäre, geht besagtes "Papillon" als einer de mitreißendsten Discohits des Herbstes durch.
Trotzdem umhüllt "In This Light And On This Evening" eine pathetische Traurigkeit, wie wir es von den Editors gewohnt sind. Das zeigt sich etwa bei "The Boxer". "This place is our prison / its cells are the bars / so take me to town / I want to dance with the city", fleht Bariton Tom Smith ins Mikrofon.
Auch der Opener bietet kaum Platz für Fröhlichkeiten. Gebetsmühlenartig spult Smith die Songzeilen herunter. Das Piano poltert bleiern vor sich hin. Die Gitarren fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, elektronische Klänge werden bombastisch arrangiert.
"You Don't Know Love" und "Like Treasure" erinnern am ehesten an die Vorgängeralben. Immer ein wenig zu pathetisch dehnt und zieht Smith seine Stimme in die Länge. Gitarren und Synthie klingen nach New Order oder Depeche Mode.
Dass die Musik der Editors nun auch an Depeche Mode erinnert, liegt womöglich daran, dass sie bei "In This Light And On This Evening" von Mark Ellis (Depeche Mode, U2, Nine Inch Nails) unterstützt wurden.
Die Briten haben genau den richtigen, frischen Synthiewind in ihren Sound gebracht. So geht man wieder auf Editors-Gigs, ohne sich nach kurzer Zeit zu langweilen - und dank "Papillon" dann auch in die vordersten Reihen, um seinen Hintern zu bewegen.
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das album ist wunderschön, wenn auch man sich erst reinhören muss, entdeckt man wirklich tolle songs. ein weiteres album à la the back room oder an end has a start wäre langweilig geworden. so bin ich nach anfängliches zweifeln doch sehr angetan von ihrer entwicklung. meine highlights bisher : in this light and on this evening, bricks and mortar.
btw gibt es auch einen anderen diskussionsthread
gefällt mir gut, die editors wurden ja oft mit joy divison verglichen, aber rein ästhetisch und soundtechnisch werden sie diesem vergleich erst mit diesem album gerecht.
man möchte vor trauer tanzen.
finde gut, dass sie versuchen neue wege zu gehen.
allerdings kommt das album nie an "an end has a start" ran und is ungefähr so gut wie "back room".
vor allem enttäuscht mich, dass mit papillon und eat ram meat = blood drool nur 2 songs dabei sind, die wirklich hervorstechen.
oftmals ist zu viel leerlauf.
ich finde, sie haben ein bischen potenzial verschenkt. dennoch ist die stimme so hervorstechend und der sound so mystisch, dass editors auch mit dem album überzeugen.
ich würd ebenfalls 4/5 geben.
Also in erster Linie ist es anders... ob es mehr als das ist, wird sich zeigen.
man muss sich ob der joy-division-vergleiche zu DIESEM album fragen, ob die entsprechenden personen jemals "unknown pleasures" bzw. "closer" gehört haben.
das neue editors-album ist auch nach eigenaussage der band hörbar von "violator" beeinflusst und ich finde, dass sind durchaus 2 paar schuhe.
Der "Grower" des Jahres! Ganz ehrlich: Hätten die Editors ein weiteres Album im Stil von "The Back Room" oder "An End Has A Start" produziert, es wäre wieder großartig geworden, aber die Editors wären in der Bedeutungslosigkeit versunken. Und ja den Depeche Mode Einfluss hört man deutlich.
Das Album ist in weiten Teilen sehr gut gelungen - der Titeltrack, die Single "Papillon" oder "The Boxer" sind atmosphärisch hervorragende Songs.
Theoretisch ist diese Entwicklung Richtung 80er-Synthie-Sound folgerichtig, ein logischer Ausweg aus der Sackgasse, in der sie mit "An End Has A Start" angelangt waren und an deren Ende die Coldplay-Werdung stand.
Gut, die Referenzliste der Band ist dadurch noch länger geworden, aber zumindest des ewigen Interpol-Vergleichs dürfte man sich vorerst entledigt haben.
Deren Qualität haben die Editors allerdings auch mit diesem Album nicht erlangt.
- ich habe es noch nicht gehört
- ich finde "the back room" besser als "an end has a start"
- ich verstehe den ewigen joy division vergleich nicht
- den mit interpol (in meinen augen eine völlig überbewertete band) schon garnicht
- ich bin gespannt

... und verspreche mir von dem album recht viel ...
Neben dem neuen Bat for Lashes-Album ist das für mich bis jetzt die beste Platte des Jahres.
Die Editors haben mit ihrem Stilwechsel genau das Richtige gemacht und lassen sich jetzt schwerer in eine Schublade stecken.
Zumindest werden es jetzt immer mehr Bands, mit denen man sie vergleichen müsste, wenn man denn unbedingt will.
Wie ich gerade gelesen habe, kommen sie Ende November wieder nach München. Bin schon mal gespannt, wie die neuen Songs Live rüberkommen.
Ich mochte die ersten beiden Alben sehr gerne,aber diese nöligen Synthesizer nerven mich persönlich sehr ab.
Schade,habe mich auf neues Material gefreut.
Zu dem Bericht muss ich erstmal sagen, mir wurde noch nie langweilig auf den Editors Konzerten, ich könnte da dauernd hingehen. Ansonsten finde ich das Album genial und das beste, was sie bisher gemacht haben. Da ich schon im Mai 3 der neuen Songs live sehen konnte und diese mich total in den Bann gezogen haben, fiel es mir leicht, mich auf die neuen Klänge einzustellen.
Es ist sehr sehr dunkel geworden. Manchmal kommt es mir vor, als würde mir der Teufel im Nacken sitzen. Und es zieht einen noch weiter runter, als man eh schon ist. Trotzdem, sau geil!
"The Big Exit" erinnert mich an "Transmission" von Joy Division.
Durch den kalt-düsteren Synthiesound könnte der Track auch vor 30 Jahren entstanden sein.
Ansonsten habe ich das Album nach 5 Durchläufen schon in mein Herz geschlossen - das Highlight ist ganz klar "The Boxer".
Die Stilveränderung mag nicht bei allen Editors-Fans ankommen, aber man sollte diesem Album nur etwas mehr Zeit geben.
sinnvoll vielleicht noch der link zum alten thread:
http://forum.laut.de/viewtopic.php?t=71134
Ansonsten habe ich das Album nach 5 Durchläufen schon in mein Herz geschlossen - das Highlight ist ganz klar "The Boxer".
"the boxer" macht in der tat gänsehaut. auch mein größter fave.
hier wurde im vorfeld immer gestritten, welches album denn nun besser sei - "an end has a start" oder "the back room". dabei sind sich beide alben stilistisch und qualitativ doch enorm ähnlich. ganz anders (naja, es gibt noch genügend parallelen zum alten sound) jetzt mit der neuen platte. die wird man entweder besser oder schlechter finden als die beiden vorgänger-alben, aber bestimmt nicht dazwischen einordnen.
der schritt hin zu einer veränderung war aber irgendwo auch notwendig. zumindest ich wäre enttäuscht gewesen, wenn sie einfach so weitergemacht hätten wie bisher.
das heißt aber auch, dass sich die band von einem nicht unerheblichen teil ihrer fans wird verabschieden müssen, natürlich allen voran die, die den gitarrensound auf den vorgängern besonders schätzten.
achja favoriten: mittlerweile alle bis auf bricks and mortar, you don't know love und natürlich papillon.
by the way: bei der laut-review und der von [url=http://www.plattentests.de/rezi.php?show=7006]plattentests gibt es gewisse ähnlichkeiten in der wahl der metaphern(sprung ins kalte wasser und so). 
das meine ich auch!
ein gutes stück identifikation leistet auch tom smiths melancholischer (wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob es dieser begriff trifft) gesang - aber so schnellere mitsing-nummern wie "smokers outside the hospital door"(so düster der text auch sein mag - man achte mal auf die überschwängliche gitarre im refrain!) gibt es auf dem neuen album eben nicht. stattdessen versinkt fast alles im schwermut.
aber, machen wir uns nichts vor, nicht jeder steht auf diese 80er synthies. und ein stückweit kann ich das verstehen. wenngleich ich selbst keine probleme damit hab. 
Hm. Ich hoffe ja, dass das Album sich tatsächlich als Grower entpuppt...bisher growt bei mir aber noch nicht viel, die Songs verschwimmen irgendwie ineinander...mein erster Gedanke war "Wer hat euch die Gitarre geklaut?", irgendwie fehlt mir dadurch das energetische der ersten beiden Alben. Außerdem hab ich den Eindruck, dass der Gesang noch mal eine ganze Richtung mehr als früher Richtung Ian Curtis tendiert...
Prinzipiell hab ich ja nichts gegen 80er-Synthies, aber die müssen ja nu nicht endgültig zum Joy Division-Klon mutieren.
Ich hab auch die Bonus-CD, diese aber noch nicht gehört, werd mir heut abend das ganze nochmal anhören, vielleicht find ichs ja dann besser.
joy division haben auch gar nicht so oft syhnties benutzt, das kam dann erst mit new order, wo das keyboard ein hauptinstrument wurde.
Ja, die Tracks der Bonus-CD der so genannten "Limited Edition" (limitiert auf wieviele Einheiten?) lohnt sich definitiv.
Zum ersten Mal liefern die Editors eine richtige Gurke ab ("Raw Meat = Blood Drool"), auch "The Big Exit" baut nach echt oldschooligem Intro recht schnell ab.
Der Rest dagen gut bis sehr gut. "Bricks And Mortar" ist für mich der Übersong des Albums, "Papillon" in der Albumversion auch fein, zudem "You Don't Know Love" und "Walk The Fleet Road" als Highlights zu benennen.
Insgesamt 4/5.
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