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Das neue Album der Flensburger heißt "Recorder". Recorder mit C. Das ist englisch und bedeutet Blockflöte. Unter anderem. Blockflöten höre ich keine, aber dafür viele Trompeten, die gleich zu Beginn Bigband-artig trällernd tröten. "Wie geht es dir so", fragt Sänger Kim und ich grummle vor mich hin. "Was macht das Leben danach?" Ich weiß genau, um was es geht, denn es geht, wie immer, um verflossene Lieben. Und ich muss gähnen. Das alte Lied von wegen 'Lass-uns-Freunde-bleiben-blabla'. Musikalisch ist der erste Song auch nicht gerade bahnbrechend, zu seicht, zu glatt, zu gewollt fröhlich: Siehste, Freunde bleiben geht doch nicht.
"Alles wird sich ändern wenn wir groß sind" habe ich noch im Ohr: Diesmal haben die fünf Freunde alle Lieder selbst komponiert, keine Hilfe mehr von Michael van Dyke, Bernd Begemann oder Rio Reiser. Alles echt. Echt langweilig.
Wenig überraschend, ja geradezu obligatorisch, ist auch der zweite getragen-langsame Song "Spurlos". "Ich hatte Zeit heut morgen, ein bisschen nachgedacht...". Ach ja? Zeit hatte er, und das auch noch morgens. Weiter gehts mit "Meisterwerk" und irgendwie scheint das Album die Langsamkeit entdeckt zu haben: "Lange Nächte, wenig Schlaf...". Ganz ehrlich, dieses Lied ist ein prima Schlaflied und könnte heilsam sein. Und ich frage mich rückblickend, was genau die Definition von "morgens" sein könnte. Elf? Zwölf?
Nicht, dass es danach anders wird: Herzzerreißende Geigenklänge: "In dieser Gegend" lässt einen auch nicht aufwachen. Die ganze "Wahrheit" kommt dann in Track fünf: Die Drums stolpern tollpatschig in den Song hinein, der Vocoder-Einsatz gegen Ende wirkt wie eine Persiflage auf "Captain Future" und Kim "sucht die Wahrheit im Vormittagsprogramm". Ich tippe mal auf das "Mittagsmagazin" und zappe mich weiter durch das Album: "Du bist nicht echt". Super Wortspiel, träger Rhythmus, jaulende Saxophone, helle Trompeten.
Und dann ein kleiner Lichtblick: Ein wenig Funk spritzt Leben in die Geschichte. Den Refrain kann man sich merken: Hahahaha. Und wenn man dann bemerkt, dass das Lied "Haar" heißt, muss man doch grinsen. Noch 'n' super Wortspiel. "(Fast) Wie ein Mädchen" featured ein helles Glockenspiel im Hintergrund, die Suche nach den Blockflöten gebe ich nun endgültig auf.
Den Rest spar ich mir, denn es passiert nichts mehr bis zum letzten Lied, das sinnigerweise "Stehengeblieben" heißt. Das Album ist gelinde gesagt langweilig, die Texte weiterhin (post)pubertär, die Trompeten nerven. Ja, Echt sind inzwischen groß geworden, sie schreiben ihre Lieder selbst. Aber das soll nichts heißen. Echt schade eigentlich.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Echt - Recorder | Infos (Lieferzeit/Service) | €12,99 | €3,95 | €16,94 |
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Echt - Recorder (Limited Edition) | Infos (Lieferzeit/Service) | €21,99 | €0,00 | €21,99 |
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Auf jeden Fall: "Echt" (-) ein perfektes Beispiel einer x-beliebigen Teenie-Band-Karriere!
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