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22 Interviews in zwei Tagen: Jesse Hughes freut sich über ungeteilte Aufmerksamkeit hinsichtlich seiner neuen Platte "Heart On". Klar, dass der Mann sich das Feiern nicht verbieten lässt.
Berlin (mis) - Dienstag, 11 Uhr, in einem Hotel in Berlin: Eagles Of Death Metal-Sänger Jesse Hughes ist verpflichtet, den zweiten Interviewtag in Deutschland zu beginnen, bevor es am Abend nach Amsterdam und später nach Paris und London weiter geht.
Er soll über das dritte Eagles-Album "Heart On" parlieren, ein bisschen Axl Rose dissen und nochmal Stellung zu seinen kürzlich per Youtube in Umlauf geratenen Anti-Obama-Statements beziehen. So zumindest mein Plan.
Mit Verpflichtungen ist es bei Rockstars allerdings immer so eine Sache. Als sein Manager mich auch um Viertel nach elf nicht am vereinbarten Treffpunkt abholt, klopfen der Labelkollege und ich einfach an seiner Zimmertür. "Are you okay, man?", hören wir von drinnen die besorgte Stimme des Managers, worauf nur ein Johnny Cash-mäßiges Knurren folgt.
Dude, where have you been all this time?
Dann geht die Tür auf und Mr. Death By Sexy fällt mir erstmal mit TV-werbungstauglicher Fettsträhnenmatte und Augenringen so groß wie Kalifornien um den Hals: "Dude, where have you been all this time?" Äh, also in der Lobby seit zwanzig Minuten.
Label-Promoter und Manager verlassen pflichtbewusst den Raum, ungeschickterweise aber auch Boots Electric, der mit einer eiswürfelgekühlten Coke unter unverständlichem Brabbeln im Bad verschwindet. In seinem Zimmer liegen schön verteilt ein Beutel Gras, eine Art Teleskop-Stock (örgs!), eine paillettenbesetzte Umhängetasche in rot und, natürlich, schwarze Bikerboots.
Kneipentour mit Peaches
Die hatte der Mann am Vorabend etwas länger an, es ging in eine Szenekneipe, in der praktischerweise auch noch die alte Freundin Peaches auftauchte. Zehn Minuten später hat sich Jesse dann soweit gesammelt, dass er während einem vorsichtigen Cornflakes-Mahl (mit Eiswürfeln) zögerlich Fragen beantwortet.
Schnell ist der Mann wieder in seinem Element und bestätigt die vorab eingeholten Informationen, dass man Journalisten schonmal offensiv von ihm wegziehen muss, damit Hughes' Redefluss gestoppt wird.
Album kommt am 16. Januar
Die Produktion der neuen Platte, in die sein Buddy Josh Homme mehr integriert war als zuvor, ist selbstverständlich "das Beste, was ich je komponiert habe". Vier Songs hat er komplett alleine aufgenommen, bei manch anderem ist ein gewisser Queens-Faktor nicht zu leugnen. "Ja, für 'Cheap Thrills' hat Josh gleich eine ganze Passage geschrieben. Ich war diesmal sehr großzügig", scherzt Jesse.
Das komplette Interview, in dem er auf den Tour-Rauswurf bei Guns N' Roses eingeht und seine politischen Ansichten ausformuliert, lest ihr kurz vor der offiziellen Album-Veröffentlichung von "Heart On" am 16. Januar. Auf iTunes ist die Scheibe mit den zwölf neuen Songs bereits erhältlich, auf Amazon als Import.
ja, das ist ein bisschen kompliziert. in den usa ist sie seit oktober draußen, hier soll das ding aber erst am 23.1. in voller breite inkl. medienbegleitung veröffentlicht werden. was bislang erhältlich ist, z.b. auf amazon, ist importware.
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