Dr. Dre war zwar nie ein besonders guter Rapper, doch immer ein hervorragender Produzent mit Weitblick. Nachdem er vor einiger Zeit mit Eminem seine neueste Entdeckung ins Rennen schickte, bringt er nun mit "Chronic 2001" zum Ende des Jahrtausends nochmal ein eigenes Werk heraus. Das Hip Hop-Album des Jahres ist es aber nicht geworden, leider. Dabei kann sich die Gästeliste wirklich sehen lassen: Snoop Dog, Hittman, Kurupt, Nate Dogg, Eminem, Mary J. Blidge...
Also rein in den CD-Player und los. Das THX-Sound-Jingle am Anfang? Nette Idee und innerlich stelle ich mich schon mal auf fetten Sound ein. Doch nach wenigen Sekunden schon bin ich mit meinen Gedanken ganz woanders, was nicht an mir liegt, sondern an der Musik, die da so unauffällig im Hintergrund plätschert. Nächster Song, selbes Problem. Nichts neues, nur Gangsta-Kram, der aber schlichtweg nicht in der Lage ist, irgend etwas Bleibendes im Ohr zu hinterlassen.
Und so geht es auch weiter, bis, ja genau bis zu Track Numero 7: "What's The Difference". Eminem darf hier zum ersten Mal auch ans Mikro und sofort klingt das Ganze mehr nach zeitlosem Klassiker mit genialen Beats im Hintergrund. Beim nächsten Song ändert sich das aber schon wieder, erneut Massenware, Dre's Stücke klingen diesmal reichlich beliebig. Bis bei "Forgot About Dre" wieder Eminem die Vokals zufügen darf. Die Beats klingen zwar nach Plastik, andererseits aber so unverschämt gut, dass die Hand fast automatisch zur Repeat-Taste wandert. Und danach? Wie gehabt: harmlos.
Mit "Chronic 2001" hat Dre ein Album abgeliefert, welches zwar ein durchaus annehmbares Hip Hop-Album, für einen Mann mit seinen Fähigkeiten aber doch enttäuschend ist. Abgesehen von den zwei wirklich guten Stücken mit Eminem ist "Chronic 2001" eher fad.
. Und nur weil die Mehrheit der Meinung sein mag, dass etwas ein Klassiker ist, müssen nicht alle dieser Meinung sein. Wäre ja auch langweilig. Ne Review ist eigentlich nicht dazu da, die eigene Meinung zu Bestätigen, sondern um einen Eindruck der Musik zu bekommen.
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