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Drake und Ludacris streiten um den Supa Dupa Flow, Young Jeezy und Rick Ross vertragen sich und Erick Sermon hats am Herzen. Dazu einmal gemischte Mixtapes, bitte.
Hamburg (stj) - Während Young Jeezy auf fleischlose Reime umsteigt und den Streit mit Rick Ross beendet, zieht Ludacris in den Shark-Niggaz-Kampf gegen Drake und Big Sean. Auf Beef sollte in Zukunft Erick Sermon verzichten: Nach Rick Ross und Heavy D (RIP) erwischte es auch die EPMD-Legende am Herzen. Dazu diese Woche: die Fresh-Outta-US-Markt-Tapes, Dr. Dres De-Trotz und der Nutten-kaufen-meine-Tapes-Throwback-Track der Woche.

Dirty South-Veteran Ludacris nimmt auf "Bada Boom" von seinem neuen Mixtape "1.21. Gigawatts: Back To The First Time" die jungen Stars Drake und Big Sean aufs Korn. Der Grund: le Supa Dupa Flow.
"I'm supa dupa troopa / used to the bottom - scuba." (Big Sean in "Supa Dupa").
Schon Fler und Sido warf man das Biten der Reimtechnik vor (zurecht!). Ludacris bekam es vor einiger Zeit jedoch von Drake bei allhiphop.com höchstpersönlich aufs creamige Butterbrot geschmiert.
"Ich verfolge den Flow zurück zu Big Sean", so Dreezy und ledert dann weiter: "Lil Wayne und ich fanden einen coolen Weg, den Flow auf 'Forever' ('Swimming in the money come and find me, Nemo / if I was at the club you know I ball'd, chemo') umzusetzen. …Danach kam eine Horde von Künstlern und nutzte die Technik mit den schlechtesten Vergleichen der Welt … Sie rappen wie: 'It's a parade! MACY'S!' [Zitat aus Ludacris' "My Chick Bad", Anmerkung d. Verf.]."

Da ein alter Mann kein D-Zug ist, auch wenn er durchaus so rappen kann, feuert Luda erst jetzt, nun aber aus allen Atemzügen zurück. Zuerst antwortert er auf "Bada Boom": "Counterfeit rappers say I'm stealing they flows, but I can't steal what you never made up bitch / Y'all some duplicate rap cloning n*ggas / I manufacture you hoes put on your makeup bitch. ... Let me explain, nothing's been new since Big Daddy Kane / Flows'll get recycled, passed around to different names -- Y'all get a couple hit records, make some noise and have the nerve to start shouting / Who's gassing 'em / ... May not like the way I used it, but you know you ain't invent it, boy / Do your research before you make a claim so bogus that's disrespecting pioneers in the game ... 'My Chick Bad' went platinum, still winning motherfucker!"
Danach gibt er interessierten Youngstern eine kleine "History Lesson", in der er unzählige Rhyme-Samples von ihm selbst, Notorious B.I.G., Method Man, Cam'ron und Q-Tip zitiert und bis in die Neunziger zurückverfolgt, die seiner Meinung nach bereits den sogenannten "Supa Dupa"-Style enthielten. Überzeugt euch selbst:
Abseits jener eher sportlichen Auseinandersetzung herrschen momentan die Vegetarier an den Grillz. So beendete auch Young Jeezy kürzlich seine halbgare Fehde mit Rick Ross – und das, obwohl er bald sein neues Album "Thug Motivation 103: Hustlerz Ambition" veröffentlicht:
"Für mich war das von Anfang nichts Schlimmes. Ich brauche keinen Beef-Hype, um Platten zu verkaufen", so Jeezy zu DJ Whoo Kid. "Leute machen verrückte Sachen, wenn Sie ein Album am Start haben, doch ich bin 'a real dude'. Ich streite nicht. Wenn es ein Problem gibt, können wir das gerne klären, doch momentan gibt es dazu nichts zu sagen."

"It's a sheer heart attack" – der gute Freddie scheint momentan omnipräsent im Rapgame zu sein (no homo!). Als ob der Schuss vor den Rick Ross'schen Bug und der Tod von Heavy D nicht schon genug wären, erwischte es diese Woche auch noch EPMD-Legende Erick Sermon am Herzen.
Der rappende Beatzauberer befindet sich jedoch wieder auf dem Wege der Besserung. "Als ich in Notaufnahme kam, diagnostizierten die Ärzte sofort einen Herzinfarkt, zum Glück jedoch einen schwachen. Seit dem liege ich nun im Krankenhaus", gab Sermon bei der Radio-Show "Sway In The Morning" ein wenig Entwarnung.
Gerne erinnere ich mich an das Interview mit Erick in der Küche meiner Eltern, das dank der Offenheit und Natürlichkeit des EPDM-Gründers zu den schönsten Erinnerungen überhaupt zählt. Wünschen wir ihn bald back to business!

Winterzeit ist Eastcoast-Zeit! Das neue Free-Tape von Lloyd Banks, dem letzten G-Unit-Mitglied von Belang, serviert wieder hart nickende Beats und durchdachte Straßen-Reime. So langsam findet das ewige Talent dank NY-Sound und Lyriscm à la Raekwon oder Prodigy seinen Platz im Game. Anspieltipps sind vor allem das von Araab Muzik produzierte Breakbeat-Fest "1,2,3 Grind", die schleichende "Super Crack"-Tale und das soulig-straighte "Love Shots".

Wenn einige im Licht stehen, fällt auf andere nur der Schatten. Das Drama um den talentierten Westcoast-Gangrapper Nipsey Hussle wächst von Mixtape zu Mixtape. Eigentlich als die kalifornische Hoffnung auserkoren, laufen ihm Wiz Khalifa, Currensy, Big KRITT und Kendrick Lamar den Rang ab – da bleiben Nipsey nur die Reste. Daran wird auch "The Marathon Continues" nicht ändern. Wie alle Hussle-Werke unterhält auch dieses hier gut. Die Beats pumpen mal modern-rockig, mal g-funkig-fresh, Flow und Lyrics passen. Augenöffner, Gänsehaut, Aha-Effekte, Charisma? Fehlanzeige.

Slim The Mobster heißt das neue Dr. Dre-Signing auf Aftermath, und "War Music" sein erstes Street-Album. Der Neffe der echten Drogenlegende Freeway Ricky Ross überzeugt mit Joe Budden-Flow, Gangster-Charisma und guten Reality-Raps. Die Beats von Bink, Jake One, Boi-1da und Sha Money XL kicken straight und fresh, so dass das Tape recht kurzweilig rockt. Ob Slim der nächste The Game wird - oder nur der nächste Bishop Lamont und am ausgestreckten Anabolika-Arm des Doktors verhungert, das werden jedoch erst die nächsten Monate zeigen.
"Detox" ist ja nun mittlerweile der Running-Gag der Rap-Geschichte. 53756 Mal, auch dieses Jahr schon, verschoben, endet das Projekt wohl neben RZAs "The Cure" auf dem Friedhof der Hätte-Wenn-Und-Aber-Hip-Hop-Werke. In einem Interview mit Fader TV kündigte die Produzentenlegende Dr. Dre nach seinen zwei Aftermath-Projekten eine Studioabstinenz an.
"Nach Slim the Mobster und Kendrick Lamar werde ich erst einmal eine Pause einlegen. Ich arbeite nun seit 27 Jahren im Studio, mache Musik und habe mir höchstens mal zwei Wochen Urlaub gegönnt. Nun werde ich mir wohl mal ein bisschen Freizeit mit der Familie verbringen", so der Dokor.

Kool Savas erklärt ja heutzutage Rap(-Historie) und lässt seine "Aura" nebenbei auf die Top-Platzierung der Trend-Charts strahlen. Grund genug, um in den Sommer 2000 auf das Splash! Festival zurückzukehren. Zum stewardessennutten-runterholenden King of Rap.
In den Semesterferien (ja, Rap braucht Abitur!) des Milleniumjahres stand so einiges auf dem Programm: Splash-Festival und Vorstellungsgespräch bei laut.de. Erster Stopp war damals der Stausee in Rabenstein/Chemnitz, die Sonne schien seltsamerweise, und Stuttgart bzw. Hamburg dominierten die Rapublik (welch corny Wort). Alles chillig in the house, doch am Tag zwei (wenn mich meine grauen Zellen nicht im Stich lassen) "kackte ein Berliner auf den schön alternativen Teppich" der Hippie Hip Hop-Szene und "begann, Tacheles zu sprechen".
Bereits zu frühtrunkener Zeit schoben sich damals am besagten Tag unzählige Köpfe aus den zerlausten Zelten und taperten in Scharen zum See. Grund: King Kool Savas und seine Westberlin Maskulin Posse. Jeder wollte sehen, wer sich hinter "Schwule Rapper" und "LMS" verbarg, Casper-Style: "Ich schwör, Savas aus Berlin ist ein zwei Meter Messerstecher, verrückter Riese, der tickt!" ("Verdammt nah dran"). Ganz PC-linksautonom, wie es sich für einen guten, relativ jungen Deutschen damals gehörte, schwankte ich zwischen Faszination Flow und sexistischen Abscheu. Ergo hielt ich die 12-Inch vom "LMS" zwar oft im heimischen Vinyl-Store in der Hand, jedoch ohne Kaufabschluss (einmal Arsch beißen, bitte).
Noch wussten viele damals im beschaulichen, von Nazi-Ordnern umzäunten Festivalgelände nicht, dass sie von der nächsten halben Stunde später ihren Kindern erzählen würden (also, wenn diese dann 16 sind…). Doch pünktlich um 11 Uhr flexte ein schlanker Savas in Schwarz mit Bart und Mütze alles weg. Nazis, Bedenken, Abscheu, Hamburg, Stuttgart, einfach alles und jeden. Die Bands danach mussten standesgemäßig wieder vor ein paar Rucksäcken rappen, das Vorstellungsgespräch verlief erfolgreich, Kool Savas wurde noch mehrere Male interviewt und auf seinem Weg zum GOAT im deutschen Rap-Game begleitet. Bis heute.
Lisa Wörner, Stefan 'Wudo' Johannesberg und Yo Mama Fromm, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.
Drake = überheblicher Spacko und totally overrated
Dr. Dre = von der Legende zur Witzfigur. Entweder man hat Eier in der Hose und sagt es gibt kein Album mehr oder man weiß nicht was man will und macht sich lächerlich. Sorry, but only my 2 cents.
Savas = 2000 das Nonplusultra der deutschen Rapszene. 2011 austauschbar und ebenfalls zu überheblich, da er sich selber für unersetzlich hält. Da hat sich jmd. zu lange auf seinem Thron ausgeruht.
Interessante Sache mit der Punchline-"Technik"...aber so neu ist das doch auch nicht, hat da nicht Lil Wayne mit angefangen? ("Y'all can't see me - Ray Charles")
Das wiederum haben Snaga + Pillath gebitet: "Du kannst uns nicht sehen - Ray Charles" (das sind eh die übelsten Ami-Biter, darüber könnte man glatt ein Special machen, dagegen sind die hier angesprochenen Rapper Musterknaben)
Ganz billig fand ich das ja auch bei dem krassen Sido/Bushido-Video von Bushi...irgendwie, blabla den ganzen Tag mit meinen Jungs - Spielo, blablabla - Pü-Pü-Pü-Pyro *gähn*
@DeineMudda: Volle Zustimmung bei allen Punkten!
Und Sancho ist ein dumpfer, brauner Geröllheimer.
Ich verstehe halt diese Abwichserei auf Samy nicht. SAV hat um die Jahrtausendwende das Game in D geprägt und Deutschrap auf ein ganz neues Level gehoben. Im Prinzip hat er Berlin auf die Landkarte gesetzt und aktiv die Lauchigkeit von Spargen wie Fettes Brot oder Deichkind bekämpft. Das war zu dieser Zeit dringend notwendig! Das mag ein hängengebliebener BBall-Schädel wie lauti nicht wahrhaben wollen, aber das ändert nix daran, dass es ein Fakt ist! 
Welcher Vollidiot kam denn auf die Idee, eine Mausradfunktion in die Slideshow einzubauen?
Aaaalso: Brei_dazu: Savas ist nicht DER Deutschrap-Legionär, sondern EINER der Deutschrap-Legionäre. Er hat den Berliner Style der Deutschrap-Szene hinzugefügt, was eigenes losgetreten, das muss man schon respektieren, auch wenn Stuttgart und Hamburg ebenso gewichtig waren. Alles andere wäre in die Tasche lügen. Die Punchline-Technik bei anderen als Gebitet zu deklarieren halte ich auch für sehr gewagt, vor allem das "zurecht!" in dem Artikel. Naja. Wer noch fragen hat - gerne. Whut.
Brei dazu, find ich auch. Er glaubt halt, wenn er das oft genug sagt und immer und überall von sich gibt, dann ist es auch so.Typisches Beispiel von Selbstüberschätzung, bei jedem Intervieuw, Artikel, ob es nun dazu passt oder nicht, immer wieder auf dieses Thema zurück zukommen, und irgendwann glaubt es dann die Masse weil es einfach so oft schon gesagt wurde.
Was die Masse so glaubt, frag mal Craze wie es mit Statistik und Pareto so aussieht!
Was ist nur aus dem Hip Hop geworden. "Shark-Niggaz-Kampf", "Supa-Dupa-Flow", "Young Jeezy". Das euch so ein Mist überhaupt eine Meldung wert ist...ich bin ja keiner der die Vergangenheit übertrieben glorifiziert, aber ich gehe jetzt Illmatic hören. Soweit ich weiß kam Nas damals auch ohne "Supa-Dupa-Flow" zurecht.
Kurze Erklärung: Shark Niggaz ist ein Skit von Raekwons "Only Built.."-Album aus dem Jahre 1995, in dem er sich über das Kopieren/Biten seines Styles von einem gewissen Biggie beschwert. Daher die Referenz hier. Klassisches Hip Hop-Thema.
Kurze Erklärung: Shark Niggaz ist ein Skit von Raekwons "Only Built.."-Album aus dem Jahre 1995, in dem er sich über das Kopieren/Biten seines Styles von einem gewissen Biggie beschwert. Daher die Referenz hier. Klassisches Hip Hop-Thema.
Ebby: Mach Dir um HipHop keine Sorgen, dem geht es nach wie vor prima.
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