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Heavy D und Joe Frazier sind tot. DMX prügelt seine Kinder und ist stolz drauf. Das FBI beobachtet Fans der Insane Clown Posse. Fard löst Chaos aus.
Konstanz (dani) - "Be inspired!", fordert Heavy D mit seinem letzten Twitter-Post seine Follower-Schar auf. Ein Abschiedsgruß, so würdig, als habe er kommen sehen, was am Dienstag die Rap-affine Welt erschütterte:

Passanten fanden Dwight Arrington Myers, wie Heavy D mit bürgerlichem Namen hieß, leblos und mit offensichtlichen Atemproblemen auf dem Trottoir in der Nähe seines Hauses in Beverly Hills und alarmierten den Rettungsdienst. In der Notaufnahme starb Heavy D. Die genaue Todesursache liegt bisher im Dunklen, eine Autopsie soll Klarheit bringen. Fremdeinwirkung schließen die Ermittler aber aus.
Als Heavy D & The Boyz kam das rappende Schwergewicht in den 90er Jahren zu einiger Bekanntheit. Was heute gang und gebe ist - R'n'B-Einflüsse mit Rap zu fusionieren: Heavy D zählte zu den Pionieren auf diesem Gebiet. Mit "Now That We Found Love" verzeichneten Heavy D & The Boyz einen Riesen-Hit.
Danach wurde es stiller um die Combo.

Heavy D allerdings hat der Musik nie abgeschworen, auch wenn er sich zuletzt auf seine jamaikanischen Wurzeln besann und sich dem Reggae zuwandte. Nebenher versuchte er sich als Schauspieler, unter anderem im Tanzfilm "Step Up", und ist - ganz aktuell - bei einem Gastauftritt in der Actionkomödie "Aushilfsgangster" mit Ben Stiller und Eddie Murphy zu sehen.

Mit Heavy D verliert die Rap-Welt einen Vorreiter des New Jack Swing. Kollegen betrauern einen Freund: "Das ist zu viel, ich kann es nicht glauben", zeigt sich Usher bestürzt. "Heavy D war gerade noch hier. Wirklich viel zu früh gegangen. Mein Herz und meine Unterstützung sind bei seiner Familie. R.I.P. Heavy."

Missy Elliott schreibt: "Wir werden dich vermissen Heavy D., wir haben so viel zusammen gelacht. Aber deine Musik ist zeitlos und wird für immer da sein." Auch Nas, Timbaland, Boyz II Men, Juelz Santana, Ciara, Nicki Minaj und viele andere verliehen ihrer Trauer Ausdruck. Heavy D wurde nur 44 Jahre alt.

Überhaupt tragische Tage, die wir gerade erleben. Auch der Zweitgrößte weilt nicht mehr unter uns. Box-Legende Joe Frazier starb - mit 67 Jahren ebenfalls viel zu früh - an Leberkrebs. Kein Hip Hop-Thema?
Mir doch egal. Der Mann hat immerhin Muhammad Ali umgenietet, da wird ein Blick über den Tellerrand wohl noch erlaubt sein.
Kolumnist Mike Hlas schreibt in seinem Nachruf in der Gazette: "Nach dem 'Thriller in Manila' war der Boxsport nicht mehr wie vorher. ... Er war nie mehr so populär und wird es nie wieder sein. Diese Zeiten sind vorbei. Es gab nur einen Muhammad Ali. Aber Joe Frazier hat sich nie von ihm klein kriegen lassen. Leberkrebs hat ihn Montagnacht auf die Bretter geschickt. Der Krebs hatte einfach nicht die Eier, sich mit Smokin' Joe anzulegen, als Frazier noch auf der Höhe war."

Mit Boxen haben die Erziehungsmethoden eines DMX nun wirklich nichts zu tun. Er gibt in einem Interview im US-Fernsehen ganz ungeniert zu, seine Kinder mit dem Gürtel zu verdreschen: "Man muss sie gar nicht wirklich schlagen, nur einmal. Ein paar Schläge mit dem Gürtel auf den Hintern, dann verstehen sie es."

Wir verstehen indes, was DMX seit Jahren wieder und wieder unter Beweis stellt: Der Kerl hat einfach nicht alle Latten am Zaun. Vermutlich von Mutti ein paar Hiebe zu viel abgekriegt: "Es gab Tage, an denen ich in der Schule nicht sitzen konnte. Sie hat drei Gürtel zusammengebunden und uns damit geschlagen." Nix draus gelernt, offenbar.

Hätte er besser Hammer & Zirkel gefragt. Nachdem unsere Lieblings-Erzieher ihr neues Werk "Sex Sells" auf unbestimmte Zeit verschoben haben, haben sie sicher Zeit, bei DMX als Supernannys einzuspringen ...
Mit solchen Auswüchsen, prügelnden Vätern nämlich, sollte sich das FBI vielleicht mal befassen. Statt dessen beobachten die - neben den Hell's Angels, den Bloods und den Crips - inzwischen lieber die Anhängerschaft der Insane Clown Posse.
Eine "lose organisierte Hybrid-Gang" bildeten die Juggalos dem FBI zufolge, "die schlecht organisiert, sporadisch und individualistisch" vorgehe, berichtet rap.de. Gefährlich - und das meine ich vollkommen ernst! - erscheinen mir besonders die ... vermutlich weiblichen Vertreter dieser Zunft:
Die Polizei hierzulande hat anderes zu tun, als Kasper mit Clownschminke zu beschatten - zum Beispiel entgleisten Autogrammstunden hinterherputzen. Nachdem erst kürzlich eine solche Veranstaltung mit Haftbefehl aus dem Ruder lief, sorgte nun Fard für Chaos.
200 bis 300 Besucher erwarteten die Betreiber eines Ladens in Hagen im Rhurgebiet, gekommen waren aber deutlich über 600. Im Gedränge gingen Scheiben zu Bruch, etliche Besucher und ein Security-Mitarbeiter verletzten sich leicht. Die zu Hilfe gerufene Polizei musste Fard aus dem Gebäude eskortieren.

Gar kein Gedränge, dafür Einsamkeit und amtliche Fußmärsche, hat sich Vasee auferlegt. Der Sänger aus dem Hause Chimperator wanderte (!) im letzten Sommer von seiner Heimatstadt Reutlingen nach Ormenio. Ja, zu Fuß. Ja, das liegt in Griechenland. Und ja, da sind die Alpen im Weg.
"Ich habe mich für ganze drei Monate aus dem System ausgeklinkt", sinniert Vasee über die Grenzerfahrung. "Das hat mir ermoeglicht, diese bzw. meine Welt aus einer anderen, neuen Perspektive zu betrachten." Diesen neuen Blickwinkel könnt Ihr in seinen Reiseberichten nachlesen - oder Euch im Video zu seiner aktuellen Single zu Gemüte führen. Die heißt - bezeichnend - "Lauf".

Ausklinken möchte sich auch Prinz Pi - oder doch zumindest ausstöpseln. Mit den Worten "Tschüss Deutscher Rap – Hallo Musik" verabschiedete sich Pi aus seinem letzten Album. Die Trackliste für sein geplantes Akustik-Album steht inzwischen fest. Erscheinen soll das Unplugged-Werk am 2. Dezember - auf CD und auf Vinyl, was uns besonders gut gefällt.
Nach den teils wirklich traurigen Nachrichten der Woche besteht dringend Bedarf: Wir brauchen ein paar positive Vibes. Schön, wenn man dann - danke, Frau Hansbert! - eine solche Perle unter die Nase gehalten bekommt: J-Bru feat. Dutch Robinson - "Movin' On Up".
Kaum ein bisschen nette Musik gehört, schon trudeln sie ein, die Lichtblicke. Nachdem die Herren Brandl und Chughtai sich in letzer Zeit umständehalber an dieser Stelle schmerzhaft rar gemacht haben, haben wir im Doubletime-Boot Platz für neue Rudersklaven. Und was für welche!
Ab übernächste Woche - extra für Hadi El-Dor - regelmäßig mit am Start: Lisa Wörner, die (was nicht jedem gelingt) Kollegah einen bosshaften Händedruck abgerungen hat. Nächste Woche begrüßen wir allerdings erst mal einen ganz ollen Bekannten, frisch aus den Annalen des Magazins gescharrt: den einzig wahren laut.de-Kopfnickerpapst Stefan Johannesberg. Step in the arena!
Icke, Yo Mama Fromm, Er, Maximum Brandl, oder der andere, KRM-One, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an dani@laut.de, max@laut.de oder karim@laut.de.

Hätte auch nicht gedacht, daß Fard über 600 Fans in einer Stadt hat - höchstens bundesweit. Wieder was dazu gelernt.
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