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Die Stimme des Westens ist verstummt, Nate Dogg ist tot. Wir blicken zurück auf Leben und Werk.
Konstanz (dani) - Was läpperte sich in den letzten Tagen nicht wieder alles an mehr oder weniger berichtenswerten Nachrichten zusammen ... K.I.Z. organisieren "Urlaub Fürs Gehirn" und zelebrieren ihre scheinbar nicht enden wollende anale Phase mit einer Ode an die Kackwurst.
Fler greift im "Minutentakt" in dieselbe und versucht sich wieder einmal am Gesang. Schwer zu sagen, was einem saurer aufstößt: Das - oder doch Grusel-Ischen united, die sich offenbar allen Ernstes für ... dingens ... "Rapperinnen" halten. Schauderhaft.
Weniger schauderhaft, eher seltsam mutet an, dass Marteria offenbar unbedingt einen Echo haben möchte - ein Preis, der tatsächlich noch uncooler ist als der silberne BRAVO-Otto. Cool allerdings die Begründung des Rostockers, mit der er als Vertreter von Hip Hop-Deutschland ausgerechnet Unheilig den Krieg erklärt: "Der Bart von dem Typen ist einfach scheiße. Das allein ist Grund genug." Stimmt. Der ins Rennen geschickte Titel "Verstrahlt" bekam in jüngster Vergangenheit zudem ungeahnte Aktualität.
Abgesehen von täglich neuen Schauergeschichten aus Japan überschattet allerdings eine Meldung das Geschehen: The Voice of the West ist verstummt, Nate Dogg lebt nicht mehr.

Geboren am 19. August 1969 war Nathaniel Dwayne Hale buchstäblich "the son of a preacher man". Seine Karriere begann, wie so viele, im Kirchenchor, führte ihn aber rasch in die Reihen seiner Crew 213.

Snoop Dogg, Warren G und Nate Dogg starteten als 213 um 1990 in Long Beach durch.

Die Stimme entzückt unter anderem Dr. Dre: Er lässt Nate Dogg auf seinem Solo-Album "The Chronic" debütieren und nimmt ihn 1993 bei Death Row Records unter Vertrag.

"Regulate" zusammen mit seinem 213-Bruder Warren G markiert den vielleicht größten Hit in Nates Karriere.

Auf seine Dienste als Lieferant grandioser Hooklines will fortan kaum ein Kollege verzichten. Nicht Tupac Shakur ...

... nicht Biggie ...

... nicht Ludacris, dem Nate auf "Area Codes" zur Seite steht.

Von Eminem ...

... bis 50 Cent, dem Nate mit "21 Questions" übrigens die zweite seiner insgesamt drei Nummer-1-Singles bescherte ...

... jeder weiß, wer dem Rap den Gesang gebracht hat.

Angesichts unzähliger Featureauftritte bleibt Nate Doggs eigene Diskografie eher übersichtlich: "G-Funk Classics" demonstriert 1998, was die G-Funk-Ära auszeichnet.

... und zwei Jahre später das selbstbetitelte "Nate Dogg".

Viermal wurde Nate Dogg für einen Grammy nominiert, zuletzt 2007 für "Shake That", eine Kollaboration mit Eminem. Im gleichen Jahr erlitt Nate Dogg seinen ersten Schlaganfall, der zweite folgte ein Jahr später.

Am 15. März 2011 stirbt Nate Dogg, vermutlich an den Folgen. Snoop Dogg twittert seine Betroffenheit: "Wir haben eine wahre Legende des Hip Hop und R'n'B verloren."
"Er hinterlässt eine Lücke im Herzen des Hip Hop, die niemals wieder ausgefüllt werden kann", so Ludacris, ebenfalls via Twitter. "Ich bin froh, dass wir zusammen Geschichte geschrieben haben. RIP, Nate Dogg."

"Wir lieben dich, Nate Dogg", kondoliert Xzibit. "Es wird nie wieder dasselbe sein."
It was the G-Funk era, funked out with a gangsta twist.
Die Ursache des Todes des 41-Jährigen steht zwar noch nicht fest. In seinem Umfeld vermutet man Manager Rod McGrew zufolge aber einen Zusammenhang mit den beiden Schlaganfällen, die Nate 2007 und 2008 überstand. Ein Statement der Hinterbliebenen schließt mit den Worten: "Wir wissen, dass Nate jetzt mit seinen guten Freunden 2Pac und Biggie abhängt."
Mit den Tränen in den Augen stehen wir ganz offensichtlich nicht alleine da: Die Hip Hop-Gemeinde trauert um einen ihrer Veteranen.
Icke, Yo Mama Fromm, Er, Maximum Brandl, oder der andere, KRM-One, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an dani@laut.de, max@laut.de oder karim@laut.de.
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