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Wir drehen die US-Rap-Top 250 des letzten Jahres durch den Review-Wolf. Diesmal die Plätze 224 bis 201.
Hamburg (stj) - Der spinnt doch, der Johannesberg. Aber wer wird solchen Eifer bremsen wollen? Der Rest der Redaktion sicher nicht. Deswegen lassen wir ihn schön weiter wühlen, in offiziellen Releases, Streetalben, Mash-Ups und Mixtapes aus dem Jahre 2011.
Weiter gehts, mit der einzig wahren Top-Liste, der ultimativen Übersicht über die Überwerke aus Übersee. Alleinstellungsmerkmal: Sprechgesang USA. Let's keep it 250, Part 2.

Terrorist shit! Dom Pachino aka P.R. Terrorist, Ex-Soldat der Killarmy, bietet zum Schluss seiner Laufbahn noch mal ordentlich Gegenleistung für den Cheddar. Sein finales Album "The Last Armageddon: Alpha & Omega" enthält als Alpha das Rerelease seines Werkes "Tera Iz Him" und als "Omega" brandneue Wu-Tracks. Auf letzteren liefert Dom Pachino über klassisch-dramatische Killarmy-Beats gewohnt klassische Hip Hop/Weisheits-Themen und Angriffe auf Fake-Emcees ab. Absoluter Lichtblick: Killa Sin. Der mit Abstand talentierteste Tang-MC greift nach Knastaufenthalt auch noch mal zum Mic ("Ez Killingz").
Das sagt der Killa-Kollege höchstpersönlich zum Album.

Ernsthafte Reunion oder purer Business-Move? Außer The Lox um Jadakiss, Sheek und Styles P und Produzent Swizz Beatz liefen in den letzten Jahren keine Ruff Ryder wirklich heiß. So wirkt das "Past, Present, Future"-Album wie ein Versuch, um die leider nur durchschnittlich talentierte Zukunft um Mook und Shella am Markt zu positionieren. Warum sonst sollten die beiden die Hauptlast des Albums tragen? Klar, der Posse-Track "World's Greatest" knüpft an vergangene Hymnen an, auf "Get Your Money Up" spuckt DMX noch mit der alten Proleten-Attitüde und auch Eve flowt beim "Hot Steppa" wieder First Lady-Wildkatzen-like. Man überreiche mir jedoch als Präsent nur ein bisschen Present und ganz viel Past(a).

Der junge Hund beißt. Im Gegensatz zu reimenden Kinderkollegen krallt sich Bow Wow nun doch im Game fest. Hinterm Hype gehts weiter. Zwar versorgt Ex-Ziehvaddern Jermaine Dupri den weiterhin jungen Rapper mit Vitamin B, so sollen sich auf dem 2012er Album Birdman, Boyz II Men, Chris Brown, DJ Khaled, Fabolous, Game, Lil Wayne, Lloyd Banks, Justin Bieber, Meek Mill, Nas, Nelly, Nicki Minaj, Sean Kingston, Snoop Dogg, Styles P und Talib Kweli tummeln, doch dank netter Hooks und hungriger Raps hätte dies der sympathische Junghund gar nicht nötig. Ach ja, das Mixtape kost' nix wie Freeware in gallischen Dörfern.

"Fifty, digga, leg' mal ne andere Pladde auf", möchte man ihm aus Hamburg aus über den großen Deich zurufen. Skillstechnisch liegt seine G Unit Crew seit Spider Loc ja ohnehin im Trockendock, und auch Kidd Kidd, Paris oder Curtis selbst liefern auf den beiden 2011er Mixtapes "Gun Bros" und "Big 10" wieder top-notch New Yorker Hardcore-Sound der langweiligeren Art. Klar, Tunes wie "Wish Me Luck" oder "Body On It" pumpen ganz böse - mehr aber auch nicht. Been there, heard that. G-G-G-G-Unit!

Funkmaster Flex mixt die jüngsten Freestyles von New York-Bully Maino zusammen. Muss das sein? Was dem guten Maino an Skillz und Flow fehlt, drischt er zwar mit Charisma und Gangsta-Attitüde über allzu bekannte Beats. 50 Cent für Arme. 50 Cent ohne Hooks. Immerhin hielt er auch in dunklen Tagen die New York-Flagge hoch. Bevor mich der gute Maino pimpslappt, gibt es Platz 220.

Auch nach 15 Jahren wirft der Tod von 2Pac einen Schatten auf das Rapgame - und vor allem auf seine bösen Outlawz-Kumpelz. Als letztes respektvolles Halleluja veröffentlichen die New Jersey-Natives mit namhafter Unterstützung von Bun B, Tech N9ne, Scarface, Krayzie Bone, Young Buck und Lloyd sowie Beats von Focus, Cozmo und anderen die finale Pladde. Der gut produzierte Westcoast-Sound mit "Thug Niggaz Till We Die"-Spirit ist jedoch als reine Referenz an Shakur nicht zwingend und stimmig genug. Den Gesetzlosen fehlt einfach ihr charismatischer Chef an allen Ecken und Enden. Wie uns allen. Wer aber alles aus dem Pac'schen Umfeld sammelte, sollte sich zudem das Free-Tape "Killuminati 2K11" ziehen.

Young Money-Boss Birdman vor 50 Cent, Ruff Ryders, Talik Kweli und Co.? Mit engmaschigen Moneten-Themen und ohne Skills? Betrunken, Herr Johannesberg? Nah, immerhin gibt sich der neue laut.de-Liebling Kendrick Lamar auf "B-Boyz" die Ehre. (Kluge User mit Geschmack haben seinen Part mal herausgeschnitten und mit den Lyrics unterlegt.) Zudem sattelt der Birdman mit Drake und Lil Wayne seine beste Pferde im Stall. Und einem geschenkten Mixtape-Gaul ... du weißt Bescheid.

Ein Produceralbum mit Backpack-Beats aus dem Osten, das klingt wie aus den Neunzigern? Dazu Mic-Gäste wie Black Milk, Roc C, Steele oder Planet Asia? Dem Produzenten IMAKEMADBEATS aka NeMo aus Brooklyn gelingt das zweifelhafte Kunststück, aus diesen Zutaten nur einen ganz nett schmeckenden Brei zu köcheln. Anspieltipps: das boom-bappende "365", die RZA-Reminiszenz "Heard Of Me" im Remix und das hymnische "What's It Gonna Be" mit netten Indie-Pop-Piano-Parts.

Aus dem Memphis-Umfeld der Three 6 Mafia fallen doch immer wieder hörebare Alben heraus. Der ältere Bruder von Party-Halunke Juicy J droppte 2011 bereits sein achtes Studioalbum - unbemerkt für Dirty South-Nonfanatics. Dabei ledert Pat über gut abgehangene Crunk/Trap/Bounce-Beats durchaus kurzweilig drauflos.

"Heist Of The Century" auf Vinyl! Das waren noch Hochzeiten des W - auch wenn La The Darkman bereits zu jenen Zeiten seines Debüts eine Außenseiterrolle im Tempel spielte. Nachdem sich der Shaolin'sche Rauch verzogen hatte, war Asche - und La The Darkman fing als Businessmann an, mit DJ Drama und Gillie The Kid zu spielen. Leider wollte La im Stile des Birdmans auch mal an Mic der mit Stars gespickten Drama-Tracks – mit genau demselben Misserfolg (man wartet immer auf the next man). Mt "Still L.A.D." soll es nun back to the roots gehen. "Just when I thought I was out they put me back in." Checkt es selbst - ich bin befangen (siehe oben).

Wer auf bombastischen DJ Khaled-Breitwand-Sound steht, kommt an den Alben von Ace Hood nicht vorbei. Seit Tag eins im Eau du Toilette von Rick Ross widmet sich das Ace seinem Lieblingsthema: "Hustle Hard". Leider spülen die plakativen Autotune-Hollywood-Sounds einen wichtigen Fakt den Bach herunter: Das As kann hungrig spitten. Zwar nicht wie Die Eins, aber immerhin. Daher empfehle ich als Einstieg sein Mixtape "The Statement 2" (kommt an anderer Stelle), damit sein Traum in Erfüllung geht: "Mama need a house, baby needs some shoes. Hustle hard."

"R.O.C., we runnin this rap shit / Memphis Bleek, we runnin this rap shit / B. Mac, we runnin this rap shit / Freeway, we run this rap shit / O & Sparks, we runnin this rap shit" - Jay-Z im legendären "Takeover". Ich habe keinen Albino-Schimmer, was Sparks verbrochen hat, aber nachdem Jigga Gerüchten zu Folge bereits 2007 jeglichen Output verhinderte, findet man dieses Mixtapes auch nicht mehr auf Datpiff. Schade eigentlich, Mr. Johnson aus Philly flowt charismatisch wie der junge Jay über bekannte Beats und eigene Songs.

Es riecht nach Ärger, gell? Auch nach mehrmaligem Anhörens auf ipod, Anlage und Auto, kann ich Evidence nur raten: Beatbastler, bleib' bei deinen Leisten. Die Beats schmecken schön östlich smooth wie ein -ie, aber der Typ rappt so langsam und langweilig ... Und seine Gäste killen ihn on his own shit wie John Travolta in "Pulp Fiction". Wer eine andere Meinung will, liest hier.

Viel findet man nicht über den Kollegen Conejo, und mit kalifornischen Loco-Latin-Style kenn' ich mich nicht aus. Das Album beginnt jedoch mit einem nicen A-Capella auf jeden Fall sympathisch und durchaus Skills-beladen. Danach folgen klassische Gangbanger-Themen, alles schön stimmig inszeniert und durch Conejo auch kurzweilig. Was der gemeine Bloods bzw. Crips-Rapper kann, kann Conejo schon lange.

"Greatest West Coast rapper they actually ever known / With the exception of Big Snoop, Cube, I'm alone / Sittin' on the motherfucking throne." Jaja, Kurupt Young Gotti ist das ewige Talent, der Lieblingsrapper deines Lieblingsrappers und immer einen Schritt zu langsam. Auf "Penagon Rydaz" stellt Kurupt nun neue Zöglinge vor, doch seien wir ehrlich: Nur seine Solosongs interessieren - als da wären das dumpf ballernde "Massacre Central", produziert von Damon Grease, und der locker-flockige Funkgroove "Take It Off" von DJ Quick. Vielleicht war Kurupt einfach immer zu früh zu lyrisch für den Westen, und jetzt ernten seine wahren Rap-Kinder Kendrick Lamar, Murs, Blu, Co$$ usw. die Früchte seiner Arbeit.

Juan Hart aka Young Dro, T.I.-Buddy aus Bankhead, gehört in jede humorvolle Top-Liste. Kein anderer Rapper, schon gar nicht aus dem dreckigen Süden, stylt sich so selbstironisch durch Themen wie Polosport oder, wie hier, die leckere Buchstabensuppe. Gehostet wird das Tape von DJ Smallz und enthält wieder einmal lässige Banger und Swagger im Zwielicht von Slick Rick und dem Ol' Dirty Bastard.

Als langjähriger Sohh.com-Forumshonk stolpelte ich dieses Jahr über das Album des Users Chicago, über ein offizielles, echtes Album! Ein kurzes Reinhören erfreute das überraschte Herz: engagiertes Storytelling, klassischer Eastcoast-Swagger, ein rougher Flow, etwas ungenaue Technik plus unzählige Rap-Referenzen aus der Hip Hop-History. Die Beats klingen zwar ein wenig zu homegrown, zu midi, das dat is ip op from se heart, digga!

In globalen Zeiten verliert man schon mal den Überblick. Weder Kollege Brandl noch meine Wenigkeit wussten genau, welches Album der Kanadier das aktuellste ist – zumal die Jungs auch noch ihren legendären Klassiker "Balance" neu aufreleasten. Ach ja, "Monsters II", nettes Teil, mehr kann ich dazu beim besten Willen nicht sagen. Wer interessiert ist, checkt swollenmembers.com.

Reunited wie ein Wu-Tang-Track. 15 Jahre lang verstaubte das Doggystyle-Debüt der Long Beach City Crew um Big C-Style, Bad Azz, Lil C-Style und Techniec irgendwo zwischen den letzten Haschklumpen von Snoop Dogg und Suge Knights Zigarrenresten. Im Februar 2011 erschien der wunderbare Westküsten-Funk dann als Rerelease. Cruisen, cruisen, cruisen und warten auf den Sommer.

Produzent und Mash-Up-Weirdo Max Tannone verpasst seinem Lieblingsrapper Ghostface ein rockig-funkiges Breakbeat-Gewand. Allein "Make It N.Y." furzt und knarrt wie ein alter Ford Taunus, doch ansonsten hätten die Drum-Pattern und Soul-Loops mehr auf den Punkt gekonnt. Wie bei Max Tannones anderem Projekt zum Beispiel: Jaydiohead. Mehr unter maxtannone.com.

"I'm the hardest nigga rappin and I represent the west." Akons Neuzugang Ya Boy macht gleich im wirklich harten Opener "Lamborghi Rockstar" keine Gefangenen wie ein Gefängnis a.D. Ya Boy breitet diesen gnadenlos-hektischen Synthie-Sound mit lässig-ignorantem Swagger über das ganze, von Greg Street und den Los Angeles Leakers gehostete Tape. Bist du hart genug?

Soul-Sister Ensilence aus Pennsylvania bietet auf dem Free-Album "No Good Thing" Native Tongue-Flavour mit angenehmen Flow, entspannten Hooks, ambitionierten Down-To-Earth-Texten. Ganz groß für Leute mit deutscher Hardrock-Kindheit: das hypnotische "Think Back" inklusive Scorpions-Sample.

Das ehemalige Mitglied der OFWGKTA-Posse stellte 2011 sein ganzes Debütalbum als Free-Download ins Netz. 17 Jahre zählt Casey und switcht vom ersten Track Flow und Style (Andre 3000, Nas, Wale, Ne-Yo!) wie ein Derwisch. Großes Talent, ich höre dich aus dem Cypherkeller treten. Einzig die Tracks sind mir ein bisschen zu gewollt minimalistisch-sperrig und ähneln denen seiner OFWGKTA-Kollegen.

Charles Hamilton, zusammen mit Drug-Buddy Kid Cudi der bekannteste Hipster-Hip Hopper der ersten Generation, kehrt nach Nervenzusammenbruch und Reha endlich wieder zurück. Stellvertretend für seinen immer noch unglaublich hohen Output kann jeder Geneigte "C.A.T.S. Can" anchecken. Hamilton rappt hier über 9th Wonder-Beats und rockig-fiebrige Tunes. Die Lyrics schrieb er während der Reha, sie spiegeln so sein Inneres querbeet nach außen. "C.A.T.S. taught me to not be afraid of my 3rd eye visions. So 'C.A.T.S. Can' is a lot harsher than my previous work, with production from 9th Wonder, Sha-leik and myself", so Charles.
Lisa Wörner, Stefan 'Wudo' Johannesberg und Yo Mama Fromm, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.
finde es auch nicht sein bestes aber 212?? muss ich jetzt befürchten das gleich als nächstes section.80 kommt oder wie 
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