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Die US-Mixtapes der Woche, unter anderem mit Ghostface Killah, Tony Yayo, Frischluft-Fanatikern, Handtuch-Homies und jeder Menge Sex.
Gießen (stj) - Bei seinem Tempo wird Kollege Stefan Johannesberg vermutlich noch Monate brauchen, um das US-Rap-Mixtape-Jahr 2011 so abzufrühstücken, wie er es vollmundig angekündigt hat.
Damit ihm - und uns - das 2012 nicht wieder genau so geht, zwingen wir ihn zwischendurch trotzdem, ab und an dazu, aus dem gestrigen Zeug aufzutauchen und sie jetzt schon vorzukosten, die ...

Crooked I und seine Partners in Rhyme zerlegen mal wieder bekannte und unbekannte Beats in alle Einzelteile. Nach dem unglaublichen und überraschend stimmigen Intro spitten, sprinten, singen, flowen, pressen und sprengen die Jungs mit ihren Raps sämtliche Gehirnwindungen. Leider schießen sie dabei, ähnlich wie ihr übertalentierter Ex-Death Row- und Slaugherhouse-Mentor, am Ziel vorbei. Manchmal ist weniger ein richtiger Song.

Der arme Pille, bei Star Trek wie bei Maybach Music das fünfte Rad am Wagen, rappt sich seit einiger Zeit die straßengeprägte Seele aus dem Leib – erst recht, nachdem Captain Rick Ross dem Atlanta Native auf seine teergetränkte Ebene zurück beamte. Schon das 2011er Mixtape "The Diagnosis" knackte die Top 50, der Nachfolger überzeugt ebenfalls mit gut ausgesuchten Kopfnicker-Trap-Mixtur, eigenständigen Hooks, Straßenlyrik, positiver Message und variablen Flows. Anspieltipps: "Movin Out", "It's So Hard", "Dreamin" und "New Clothes N New Shoes". Yup, hier schreibt ein Fan.

Green Lantern, das teuflische Genie, kämpft sich - normalerweise erfolgreich - selbst durch die talentlosesten Tape-Aufnehmer. Auch NYs echter Bay Guy Maino erwischt, unterlegt von Lanterns gut ausgesucht, umgetunt und gecutteten Beats (checkt Twistas "Come And Get Me"!), einen vernünftigen Tag. Charisma und Furcht versprüht der New Yorker ja bis zu 250, und so geraten Tracks wie das Cam'ronsche Vocal-Sample-Monster "Cream" zu kurzweiligen Appetizern fürs kommende zweite Album.

Sex Tape galore. Mit Tracks wie "Her Pussy Taste So Good" und gesungenen Zeilen wie "best Dick in your life" schlüpft der Young Money-B-Artist aus Harlem im Stile eines Eazy E schlüpfrig in die Schlüpfer der Champagner schlürfenden Schönheiten. Zu oft verpoppt sich der gute Jae Millz zwar mit poppigen Fetzen wie "Don't Let Go". En Vogue, anyone? Mit dem stilecht an Prince angelehnten "Wassup" schlabbert sich aber auch ein Spitzenklasse-Tune in die Spitzenhöschen der Millzschen Mädel-Fantasien.

Fashawn versagte mit seinem Illmatic-Tribut, Elzhi strahlte bei seiner "Elmatic"-Interpretation dagegen um so heller. Jon 'Rookie-Rapper des Volkes' Connor rappt mit seiner Jay-Z-Ehrerbietung leider in den Untiefen von Ersterem. Zu austauschbar und monoton flowt er über Beats wie "The Takeover" oder "Show Me What You Got". Man ist schon geneigt, laut "Enttäuschung!!!" Richtung Touchpad zu brüllen, da kommt er. Der Moment der Wahrheit und Klasse - "Song Cry". Und mit ihm mit die deepste Rap-Beziehnungslyrik ever. Danach weiß man, warum ihm Nasir Jones mit Lob überschüttete.

Wo kommt der Tony denn auf einmal her? Mit dem Niedergang der G-Unit-Crew verlor ja auch Fiddys witzigster Handtuch-Homie seine Daseinsberechtigung im Rapgame. Rein rational betrachtet stimmen die Zutaten, doch war sein Flow im kongenialen Zusammenspiel mit dem Boss noch erträglich, dribbelt ihn Newcomer Danny Brown auf der Jamaica-Palmen-Kollabo "Razorblade" aus wie Messi einen hüftsteifen Kreisliga-Klopper. Junge, geh' golfen.

Es gibt Rapper, die laufen einem auch beim besten Ansinnen nicht richtig rein. Torch aus dem Maybach Music-Umfeld ist so ein Emcee (oder Jay-Z-Homie Memphis Bleek). Weder die Inhalte noch Flows treffen ins Schwarze wie Sex in den Siebzigern. Zum Glück beißt der Wu-Tang-Ohne-Hook-Gedächtnis-Posse-Cut "Slowdown" wenigstens ein bisschen wie kleine Vampire.

"Made a lot money, I blew my whole advance. People stole from me, now I understand. I want more money and I'm the fucking man. So I make this bitch jump with my second chance." Der nach Steuerrückzahlungen arme und nach 50 Cent-Abzockerei auch nicht ganz so smarte Buck versucht, sich mit den eigenen Händen aus dem Sumpf zu ziehen. Sein Flow und die ludacrissche astreine Akzentuierung fickt immer noch deinen Lieblingsspitter. Und wenn Buck auf "Something Got Me On" oder "No Place For Me" melancholisch nach unten geht oder beim hymnischen "Car Clowdy" alles weggeflext, weißt du Bescheid.

Ein Duo infernale hat sich gefunden. Styles P flowt seinen dritten Frühling und droppt Quotables wie Status-Möbel, während Spitta die ruhige Chill-Kugel schiebt. Die Beats sind Currensy-Standard, sprich: musikalisch entspannt mit kreativen Kiffer-Hooks.

Boom Fu Bap: DJ Unexpected mixt und cuttet die Shaolin-Filmsequenzen, Ghosts lyrische Wild- und Verrücktheit und Primo'sche Bassdrum-Klassiker zu einem hartkantigen Hip Hop-Hybrid. Das ist jetzt nicht wirklich aufregend und nicht halb so sexy, wie es der Titel verspricht, für Fans des 90er Raps aber ein netter Easy Listening-Soundtrack beim abendlichen Facebook-Chat.
Lisa Wörner, Stefan 'Wudo' Johannesberg und Yo Mama Fromm, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.
jemand grad das siouxsie-konzert von 2008 auf zdf kultur gesehen?
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