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Grüße aus der Gruft: Tupac Shakur trat beim Coachella Festival auf ... irgendwie ... live. Außerdem: Eierkuchen von MoneyBoy, Mörderbräute und die Suche nach dem perfekten Tag.
Konstanz (dani) - Es gibt Tage, an denen man sich von der Vorstellung, man könne konzentriert arbeiten, grußlos verabschieden muss. Diese Woche hatten sich offenbar lebende und tote Legenden und ein paar aus ihren Löchern gekrochene Untote miteinander verabredet, um meinen Verstand zu gangbangen. Wo sind die Ghostbusters, wenn man sie braucht?
Das Gespenst von Tupac Shakur, das am Wochenende zusammen mit Snoop Dogg beim Coachella Festival ... auftrat, zählt jedenfalls mit weitem Abstand zum Gruseligsten, das mir seit sehr langer Zeit erschienen ist. Ich sehe tote Menschen! Die ganze Zeit!!!
Eeeeek! Die Frage, wie zum Teufel das eigentlich geht, zumal Tupac "Hail Mary" nie live gerappt hat, springt in meinem Kopf im Viereck - auch nach dieser technischen Verständnishilfe:

Die Idee zu der an Spookyness schwer zu überbietenden Aktion soll dem Hirn von Dr. Dre entsprungen sein, gibt Nick Smith, der Vorsitzende der verantwortlichen Geisterbeschwörer von AV Concepts zu Protokoll:
"Wir haben bei diesem Projekt mit Dr. Dre zusammengearbeitet. Er hatte die Vision, Tupac wieder zum Leben zu erwecken. Es war von Anfang an seine Idee, und wir haben mit ihm und seinen Leuten kooperiert und die Technik nutzbar gemacht, um sie zu verwirklichen."
Die Genehmigung von Tupacs Mutter, die seinen Nachlass verwaltet, hat Dre vorher eingeholt und gegen eine - vermutlich großzügige - Spende für die Tupac Amaru Shakur-Stiftung auch erhalten.
Auf "Hip Hop lebt!"-Hologramm-Touren mit Guru, Nate Dogg, Dilla oder Proof dürfen wir uns vermutlich seelisch schon einmal einstellen. Gewohnt furztrocken der Kommentar unseres Kollegen Maximum Brandl: "Heftig. Und nächstes Jahr reichen Lux und Rechenleistung dann auch für ein Biggie-Hologramm, oder wie?"
Nicht nur verblichene, auch höchst lebendige Legenden erweisen sich dieser Tage als ziemlich aktiv: So brütet zum Beispiel El-P ein neues Studioalbum aus. "Cancer For Cure" ist für den 25. Mai versprochen. Einen Trailer hat der Definitive Jux-Gründer bereits unters Volk geschickt:
Die erste Single "The Full Retard" steht ebenfalls schon bereit:
Das Gesamtwerk sprengt dem ersten Höreindruck nach erneut Schädeldecken - und liefert mir einen Aufhänger dafür, mich noch einmal für eine krasse Fehlbewertung zu entschuldigen. Warum ich für "I'll Sleep When You're Dead" damals nicht die verdiente Höchstwertung gezückt habe, kann mir vielleicht Tupacs Geist erklären. Mea culpa. Mea maxima culpa.
Ebenfalls mächtig umtriebig präsentiert sich Ice-T - und uns den Trailer für seine Dokumentation "The Art Of Rap".
Worum gehts?

Von Ice-T zu Ice Cube ist es nicht weit:

Das bietet eine willkommene Gelegenheit, vor der auf Murk Avenue zur Schau gestellten Findigkeit niederzuknien:
"I found Ice Cubes 'Good Day'", erklärte Autor Donovan dort.
Über mehrere logische Schlüsse, die den Herren Spock und Holmes zur Ehre gereichen würden, führt er zu der Erkenntnis: Ice Cube besang den 20. Januar des Jahres 1992 - der somit zum National Good Day Day geadelt wird. Schade, dass wir das 20-jährige Jubiläum verpasst haben. Nächstes Jahr wird aber angemessen gefeiert, versprochen.
Aber nicht zu laut! Mit unserem Sammelsurium der Musikvideo-Grausamkeiten haben wir die schlafenden Hunde nämlich schon geweckt - und Mördan wieder aufgescheucht. Der hat zwei echte Mörderbräute aufgetan und feiert seinen persönlichen "Good Day":
Erst faszinierte noch, wie schwer es insbesondere der linken Dame fiel, anforderungsgemäß ausreichend langsam zu gehen. "Doch dann richten sich die Blicke auf Goldstüberl." Auf Goldstüberl! Heimatland!
Diesem Kerl hier liefert Mördan damit frisches Futter für eine weitere Parodie:
Bitte schnell. "Schaaaaaaaaaatz, ich kann nicht mehr waaaaaaaaaaateeeeeen!"
Ebenfalls durchaus parodiefähig: Massiv entdeckt Deutschlands neues Supertalent. "Der Algeria in Handschellen" trägt den beinharten Namen Granit, Mixtape und Video drohen bereits:
Eisenhart beharken sich auch Fler und MoTrip - via Twitter. Wer den Nerv hat, sich durch zahllose Postings des einen und des anderen zu wühlen, stellt fest, dass Fler seinem Kollegen zwar Prügel androht, die originellsten Schimpfworte aber nicht parat hat:

"Pickelfresse"? "Kleiner Schwanz"? Nee, das geht kreativer. Wir empfehlen eine Nachhilfestunde bei unserem werten Foren-Benutzer Sodhahn.
Interessante Randinformation: Bei Bushido heult man sich neuerdings also aus. Als Kummerkasten-Onkel konnte ich ihn mir bisher eigentlich eher schlecht vorstellen. Dabei hat der Mann durchaus (teils eben gut) verborgene Talente - und legt sogar gegenüber seinem abtrünnigen Schützling Kay One unerwartete Milde an den Tag:
"Ja es stimmt, Kay hat Berlin verlassen", schreibt Bushido in seinem Heimatforum. "Ja es stimmt, Kay möchte nichts mehr mit ersguterjunge zu tun haben. Ja es stimmt, all das macht mich traurig. Immerhin reden wir hier nicht von einem Künstler, sondern von einem meiner besten Freunde. Über Jahre hinweg haben wir uns etwas aufgebaut. Sein jetziger Erfolg macht mich stolz. Sowohl als sein 'Chef' als auch als sein Freund."
"Dass wir alle Fehler machen ist denke ich nur menschlich. Jemandem Fehler zu verzeihen, ist meiner Meinung nach, die Basis einer Freundschaft. ... Ich möchte nur sagen, dass ich kein schlechtes Wort über Kenneth verlieren werde. Natürlich sehe und lese ich auch die Dinge, die gegen mich gerichtet sind. Sei es von ihm persönlich, oder auch von Leuten, die sich nun zu seinem Umfeld zählen. Diese Dinge werden meine positiven Erinnerungen nicht trüben können, dafür war und ist mir eine wirkliche Freundschaft viel zu wichtig."
Wie schön: Es gibt noch Friede, Freude, Eierkuchen & Sizzurp im Lande Hip Hop. MoneyBoy, "Pineapple The Fruit Dude", serviert dazu ab Samstag via moneyboy.at "Codein In Meinem Eistee".

Während MoneyBoys Cover-Artwork das Risiko akuter Netzhautreizung birgt, besteht bei MC Silk eher die Gefahr, sich die Kinnlade auszurenken. In Polen rappen sie also "faster than Busta Rhymes". Abgefahrener Scheiß:
"Wanna beef?", fragt er. Egal, auf jeden Fall mehr davon! Zeit genug haben wir ja: Xatar hat den Veröffentlichungstermin seines Albums "Nr. 415" um eine weitere Woche nach hinten verschoben, und darauf, dass Cro sich endlich von seiner Maske verabschiedet, können wir wohl noch eine Weile warten - obwohl die Verkleiderei langsam absurde Züge annimmt. Pandagesicht kann schließlich jeder tragen - auch Praktikanten der Juice.
Weiter als bis zur Echo-Verleihung, weiter als nach Österreich und sogar noch weiter als nach Polen muss reisen, wer die Hilltop Hoods in ihrem natürlichen Habitat besuchen will. Damit nicht die halbe Welt nach Australien kommen muss, entsandten die Herren vom Känguruh-Kontinent ihr neues Album "Drinking From The Sun" in die Welt. Bei uns in der Redaktion ist selbiges zwar noch immer nicht angekommen (Skandal!). Die Kooperation der Hilltops mit dem bei den Jurassic 5 ausgeliehenen Kollegen Chali 2na, "Speaking In Tongues", gießt allerdings noch Öl ins Feuer der Ungeduld:
Lisa Wörner, Stefan 'Wudo' Johannesberg und Yo Mama Fromm, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.
schon immer lustig wenn rapper die nicht rappen können als talentscout fungieren... massiv, granit, 2013: get ready for fanglomerat feat. kalkstein
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