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Die Hip Hop-Bravo halluziniert Cros Album. Ihr Coverboy Kay One fühlt sich von Bushido bedroht. "Quatsch", sagt der und stellt seinen Abschied von der Bühne in Aussicht.
Konstanz (dani) - "Du schwanzloser Wichser weist doch noch nich mal wie Hip Hip geschriben wird!" (sic!) An Kommentare dieses Tonfalls (und genau dieser Orthografie) sollte sich besser gewöhnen, wer sich erdreistet, Deutschrap-Veröffentlichungen öffentlich nicht ganz so supi zu finden wie die Urheber, Manager oder Fans der jeweiligen Grütze.
Manche - wie der Alltime-Favorit in meiner Privatsammlung - bemühen sich immerhin um Höflichkeit: "Ich hoffe, Sie verrecken an den E-Mails und werden gefeuert, Sie Opfa!" Ein Dauerbrenner unter den Vorwürfen, nicht nur im Rap-Kontext, bleibt aber: "Du hast die Platte doch gar nicht richtig angehört!" Manchmal, so scheint es, entspricht das sogar ...
So veröffentlichte die Bravo Hip Hop Special in ihrer aktuellen Ausgabe offenbar eine nicht besonders euphorische Besprechung des von verteufelt vielen verstörend heiß erwarteten Albums "Raop" von Cro. Wieso Hadi El-Dor ausgerechnet dieses ... ähem ... Fachblatt studiert, wir wissen es nicht. Er hat die Kritik aber wohl entdeckt und seine Besorgnis via Twitter in Richtung Chimperator kund getan.
Daraus entspann sich ein Dialog, aus dem hervor geht, dass die Bravo Hip Hop Special mit dem Werk des Pandamaskenträgers offenbar gar nicht bemustert worden ist.

Greifen die ihre Meinung etwa aus der Luft? Dieses Qualitätsmagazin? Erfinden sie ihre Berichte am Ende bloß? Skandal ... aber ... gute Idee, eigentlich. Ich könnte so viel Zeit sparen! Oder wo genau liegt der Hinterhof, auf dem illegale Vorab-Kopien von "Raop" vertickt werden? Ich schick' sofort den Praktikanten hin! Dort kann er gleich Celo & Abdi zum verblüffend guten Charteinstieg gratulieren:

Ihr "Hinterhofjargon" beförderte das Frankfurter Doppel auf Platz acht. Womit sie besser abgeschnitten hätten als ihr Ober-Azzlack: Für Haftbefehl reichte es seinerzeit nur auf die Zehn.
Zurück zu Cro: Sollten ihm angesichts des Bravo-Verrisses die Gesichtszüge entgleisen, merkt es eh keiner. Grund dazu hat er ohnehin nicht, bedeutet das Theater doch nur weiteres Gratis-Promo-Öl ins Feuer des "Raop"-Hypes. Für die Sonder-Editionen rühren die Chimperatoren schon die Werbetrommeln:
Neue Single mit dem sparsamen Titel "Du" erscheint am 29. Juni.

Außerdem steht inzwischen fest, dass Cro zusammen mit den Orsons bei Stefan Raabs "Bundesvision Songcontest" antreten wird. Der steigt in diesem Jahr am 28. September - mit einem Line-Up, das in seiner Raplastigkeit bestens zum Austragungsort Berlin passt. Der alte Sektierer B-Tight ist für die Hauptstadt "Drinne". The Love Bülow treten für Mecklenburg-Vorpommern an, Bremen entsendet König Boris - der ja immerhin Wurzeln im Hip Hop besitzt. Der King of Rap, Kool Savas, stürzt sich - zusammen mit der Master-Heulsuse Xavier Naidoo zwar, aber trotzdem! - für Baden-Württemberg in die Schlacht. Warum der Pandamann und die Orsons, allesamt Schwabenseckel, ausgerechnet das Saarland vertreten, bleibt mysteriös.

Auf der Hand liegt dagegen, nach welchen Kriterien Tua seine Konzertlokalitäten wählt: Ins Wirthaus geht schließlich jeder gern. Zumal der Kräuterschnaps-Destillatör, der die Tour unterstützt, uns einst aufklärte, sein Produkt stehe für "gepflegten Genuss", keineswegs, wie wir Doofis irrigerweise annahmen, für zügellosen Suff. Gepflegt mit Tua einen heben können Fans, die sich an der Anwesenheit der Indie-Knaben I Heart Sharks nicht stören und die auch der Dupstepper Zedd aus Kaiserslautern nicht verscheucht, hier.
Auf dem Cover der, wie erwähnt, erstaunlich gut informierten Hip Hop-Bravo prangt diesmal übrigens einer, der seinen Titel "Bravo-Rapper" merkwürdigerweise noch nie als Beschimpfung interpretierte:

Dabei kennt er sich mit Geschluder ausgesprochen gut aus. Seit Wochen stichelt, beißt und kratzt Kay One um sich, erst jüngst wieder so:
Dass er dabei auf seinen ehemaligen Mentor Bushido abzielte, machte das Nachtreten per Facebook überdeutlich:

Bushido fühlte sich auch prompt gemeint, wenn auch nicht angesprochen: "Würd' ich nicht!", weist er Kays doch reichlich unglaubwürdig anmutende Vorwürfe, er habe ihm Schläger auf den Hals gehetzt, zurück.
Der Prince of Belvedair bleibt aber bei seiner Geschichte - von der er allerdings nur Bruchteile ausspucken will: "Das ist nur die Ruhe vor dem Sturm ... momentan weiß Deutschland nur 15 % über das, was passiert ist ... Abwarten." Genau, abwarten.
Den einzig sinnvollen Beitrag zur - wenn man die gegenseitige Unterstellerei denn so bezeichnen möchte - "Diskussion" leistete Tai Jason:

Das alte Lied: Pack schlägt sich ...
... Pack verträgt sich aber auch wieder. Schwesta Ewa und PA Sports machens vor. Sie haben, scheints, die heilende Wirkung offener Aussprachen entdeckt:
Zur Abwechslung dürft Ihr das gerne zu Hause nachmachen. Eierkuchen für alle.
Rezepte? Gibts bei Chefkoch - und auch in der Bunten. Dort kann man sich – und das geht bei Chefkoch nicht - gleich noch über die neuesten Entwicklungen im Hause Bushido unterrichten lassen. "Aktuellste Meldungen zu Stars, Society & Lifestyle" verspricht die Illustrierte in ihren Mediadaten schließlich, denn: "Europas größtes People-Magazin informiert online über alle Top-Themen und Trends: jünger, internationaler, moderner und schneller."
Kein Wunder, dass sie es dort noch vor der Bild-Zeitung wissen: Bubu geht in Rap-Rente. "In absehbarer Zeit will ich mit Musik generell nichts mehr zu tun haben", verheißt er. "Ich verdiene schon jetzt einen Großteil meines Geldes außerhalb der Musik." Die frei gewordene Zeit wolle er nutzen, um seiner in verschiedenen Planungsstadien befindlichen Brut - "Wir haben ausgemacht, dass wir fünf Kinder wollen" - "etwas beizubringen". Hoffentlich nicht, wie man abtrünnigen Kollegen einen Messerstecher hinterher schickt. Nein, nein.
Keine Spur bühnenmüde, sondern in bester Mikrofon-Form präsentiert sich Kollegah. Er bedankt sich für 500.000 Fans bei Facebook mit einer gewohnt bescheidenen Selbsteinschätzung: "Ich Bin King".
... "und abends läuft die Bitch auf Pfennigabsätzen hinaus wie die Euro-Einführung". Herrlich.
Manche gehen freiwillig, manche nicht - und manche kommen wieder. Falls sie jemals weg waren. Produzenten-Legende J. Dilla dreht noch nicht einmal Gevatter Tod den Regler zu: Es findet sich offenbar immer noch bisher unveröffentlichtes Material. Am 12. Juni erscheint mit "Rebirth Of Detroit" eine weitere Portion davon. Ob Kollege Alex Engelen schon weint?

Ich such' für alle Fälle schon mal nach Taschentüchern. Ich werde sie ohnehin brauchen, wenn ich mich jetzt der Sisyphos-Aufgabe zuwende, des Johannesbergs Neverending-250 in präsentable Form zu bürsten. Wenn ich damit überhaupt jemals fertig werde, kann ich vermutlich vom Schreibtisch unmittelbar ins Lichtspielhaus wechseln: Ich schätze, das wird dauern, bis "Dirty White Boy", das Biopic über Ol' Dirty Bastard, fertig in die Kinos kommt.
Dirt McGirt kann sich aus naheliegenden (und ästhetischen) Gründen nicht mehr selbst verkörpern, das übernimmt Michael K. Williams. Darüber hinaus bestehe " keinerlei Bedarf, irgendwelche Schauspieler zu casten, die den Wu-Tang Clan geben", tönt es aus den Produktionshallen. Als RZA, GZA, Ghostface, Meth, Rae und Co. operieren, wie man bei der New York Daily News weiß, RZA, GZA, Ghostface, Meth, Rae und Co. Nuthin' da fuck with!
Deutlich früher läuft "Beats, Rhymes and Life" an, der Dokumentarfilm über A Tribe Called Quest.
Nämlich heute, am 7. Juni. Auf!
Lisa Wörner, Stefan 'Wudo' Johannesberg und Yo Mama Fromm, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.
Was mit K.R.I.T., Spvcxghxztpvrrp und Killer Mike? Wuerde mich auch sehr interessieren, ob Sodhahn Xatar-Album auch so feiert.
Schätze mal, Kay ist eifersüchtig auf die Lagerblom. Verschmähte Liebe, eieiei...
Ja, Sodis Meinung zum Xatar-Werk würde mich auch sehr interessieren. Ich hätte ihm und seinem Umfeld so einen Output nie im Leben zugetraut und muss meinen Hut ziehen - hoffentlich spielt er auch mal die Ode an die Freude für uns, der alte Piano-Virtuose.
Celo Abdi wirken wie rappende Schaufensterpuppen für die Klamottenmarke. Wie Bohlen bei Modern Talking.
Aber gute Nachricht, wenn Bushido nicht mehr rappen sollte; eine wichtige Maßnahme zur Qualitätssicherung deutschen Raps.
b-tight? wirklich?
eine ewigkeit kein lebenszeichen und dann sowas.
eigentlich eine super nachricht, die chancen liegen nur leider ziemlich groß, dass es total beschissen wird.
Ach der KayOne hat gut beim Mentor gelernt, immer schön in die Bravo, die feuchten vierzehnjährigen haben ja schon den Bubu vermögend gemacht. Und natürlich immer schön beim Beef nachlegen irgendwann kommt dann sowieso das Versöhnungsalbum. Denk ich an Rap Deutschland in der Nacht bin ich um meinen Schlaf gebracht.
Wenn ihr schon zur Rezeptecke der Bunten verlinkt, dann doch bitte zu Beef! Und überhaupt, Kaiserschmarren aus Kastanienmehl? Da fuq?
yup kay one, wenn man derben straßen/gangsta/gossenrap macht, dann darf man sich natürlich nur in den underground magazinen wie bravo hip hop abbilden lassen 
im folgenden link findet ihr einen exklusiven dialog zwischen bushido und kay one, der aufschluss gibt über die inhalte und hintergründe ihres "streits"

http://www.youtube.com/watch?v=_JmA2ClUvUY
e-willsmith: Kay macht weder Straßen- noch Gangster noch Gossenrap, das war alles drei grandios daneben. Kay macht Party/Playboy-Rap und vermarktet sich auch seit Jahren ausschließlich über diese Schiene. Schon doof wenn man so gar keine Ahnung hat, wa.. Davon abgesehen finde ich Kay oberwack, sollte klar sein.
Echt? Für mich isses nur der drölftausendste "Der Bulle hält misch an, weil ihm mein Hautfarb nisch passt"-Track.
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