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Metal-Touristen in der Hood. Überall Pandas. Porno-Rap. Und Priester, Krüppel oder Schwule dissen für die Albumpromo.
Konstanz (dani) - "Deutscher Rap will Ghetto werden, doch die Nutte weiß nicht, wie", konstatierte Bushido in grauer Vorzeit, als die Bild-Zeitung noch nicht jeden seiner Rülpser beflissen publik machte. Jahre später bekommt der teutonische Sprechgesang Gesellschaft. Man könnte langsam Gruppenreisen in die Hood anbieten. Sogar Synthiepop-Bruder Michael Schuh sammelt inzwischen Schmähpost. Derzeit will offenbar alle Welt Ghetto werden. Leider wissen die wenigsten Nutten, wie.
Splittergranate Edwin E. Edele wollte seine zartbesaitete Zottel-Klientel mit dieser dramatischen Nachricht gestern offenbar verschonen. Derlei Zimperlichkeiten können wir uns hier nicht erlauben. Ihr müsst es einfach wissen:

Nein! Unter Gang-Mitglieder!! Da fragt man sich doch: Was genau hat Doro Pesch da zu suchen? Und dann noch ohne Schutz ... Gefährliche Sache das, ohne Zweifel. Wollen wir wissen, wie das aussah?
Klar, wollen wir.
"Die Aufnahmen entstanden nicht etwa am Broadway oder Times Square, sondern fernab der amerikanischen Glitzerwelt, in dunklen Ecken der berüchtigten Bronx", meldet Doros Promo-Agentur der Presse und zitiert die Metal-Trulla: "Das war alles andere als ungefährlich. Teilweise waren wir regelrecht umlagert von düsteren Gestalten." Dunkle Gestalten: stimmt.
Da muss wohl nicht nur der Herr links im Bild lachen.

"Mulmig im Bauch", so sei Doro zumute gewesen. Och, jöh! was machen wir denn da? Wir empfehlen, sobald ab Oktober erhältlich, den Genuss des neuen Albums von DJ Vadim. Das trägt den tröstlichen Titel "Don't Be Scared":
Deutschmetall will Ghetto werden, doch die Nutte weiß nicht, wie. Anderen gelingt das ganz ohne eigenes Zutun. Fragen Sie Mandy Capristo. Saad und Sadiq zerrten das Monrose-Mäuschen in den Sumpf, um unten festzustellen: Ihr gefällts dort gar nicht. Um die Verbreitung eines Songs zu unterbinden, in dem sie namentlich genannt wird, schickte Capristo ihre Anwälte ins Feld. Doch das Internet vergisst nie:
Saad äußerte sich inzwischen zum Geschehen:
Wie er von der Zeile "Ich ficke Mandy Capristo, sie lutscht" behaupten kann, Mandy Capristo sei gar nicht gemeint gewesen (sondern Mandy Capristo, oder wer?), bleibt sein Geheimnis. Spätestens jetzt nach dem ganzen Rummel bekannt: Saad und Sadiq veröffentlichen am 28. September ihr gemeinsames Album "Cannabis Coka Nouga". Glückwunsch zur gelungenen Promo-Aktion.
Um da mitzuhalten, müssen sie bei Freunde von Niemand, sonst eigentlich auch nie um einen Promo-Move zur rechten Zeit verlegen, noch üben. Wobei ... Timeless gibt sein bestes, um den anstehenden Labelsampler "Willkommen Im Niemandsland" ins Gespräch zu bringen. Er schmäht in seinen Texten im Rundumschlag Körperbehinderte, Kinder, Frauen, Schwule und Priester, und rudert dann zurück - zumindest teilweise:

Beim Zurückrudern leistet ihm (wie auch in der offensichtlichen Unfähigkeit, der eigenen Homophobie Herr zu werden) Labelgenosse Vega Gesellschaft. Der gibt als neuen Veröffentlichungstermin für sein Album "Nero" nun plötzlich den 11. Januar 2013 an.
Die Leser seiner Facebook-Seite vermuteten dahinter ein Ausweichmanöver auf einen release-armen Monat, um etwaiger Konkurrenz aus dem Weg zu gehen. Das will der Oberfreund von Niemand, Hadi El-Dor, allerdings nicht auf sich sitzen lassen:

Warum Vega, wenn ein Album ein Jahr dauert, sein "Nero" ursprünglich dann bereits für 2012 versprochen hatte, erklärt er bestimmt auch noch irgendwann.
Eigentlich waren wir aber bei "Es Ist HB". In Saad/Sadiq'schen Kreisen steht das Kürzel für Halunkenbande, in München fürs Hofbräuhaus, unter Rauchern für eine Zigarettenmarke mit einem cholerischen Maskottchen, und etwas weiter im Norden denkt man vermutlich zuerst an die Hansestadt Bremen. Nach Bremerhaven: von da aus nur ein Katzensprung.

Nachdem ich mir erst kürzlich schier ein Bein abfreute, als Crak unerwartet aus der Versenkung kroch, folgt nun schon das nächste Lebenszeichen aus ehemaligen No Remorze-Kreisen: Auf Sicknoize, dem Label von DJ Kaoz, erscheint am 6. August "Gomorra" von Mob Inc. An der Produktion des Albums der Brüder E.ZY und Brasco ist Kaoz ebenfalls maßgeblich beteiligt. So klingts.
B-Tight hüllt sich, was sein anstehendes Album betrifft, dagegen noch in vornehmes Schweigen. Den ersten Freetrack will er am 1. August von "Drinne" nach draußen scheuchen. Einstweilen müssen sich seine neugierigen Jünger mit den Munkeleien begnügen, die Bobby Dick höchstselbst in den Wind streut.
Wird es ein Country-Album?

Reggae? Punk? Latin? Klassik? Oder doch ein "ghettogangstapsychokillermässiges untergrund album"?

Fragen Sie Dr. Bob:

... aber erst, nachdem Sie sich die komplette Galerie reingepfiffen haben, bitte.

Während kein Mensch so genau weiß, was B-Tight da vor hat, ist man bei Kool Savas dagegen inzwischen ziemlich genau im Bilde. Sein Kollabo-Projekt XAVAS mit Xavier Naidoo nimmt Formen an. Hierzu wurden mittlerweile auch weniger schwammige "Announcements gemaket" als noch vergangene Woche. VÖ-Datum (21. September), Titel ("Gespaltene Persönlichkeit") und erste Single ("Schau Nicht Mehr Zurück"), diese Katzen sind inzwischen aus dem Sack. Noch mehr wissen wir hoffentlich nach dem Prelistening am 5. September.
Kurz nach Weihnachten legt Savas auf jeden fall, soviel ist jetzt schon sicher, eine Pause im Schmusekurs mit dem Soul-Barden ein, und widmet sich auf Tour wieder einmal der restlosen Klärung der Frage: "Warum Rappst Du?" Termine gibts bei Mixery Raw Deluxe.
Xaver, Xavas, zum Triple-X fehlt nur noch einer. Brav gibt Xzibit prompt per Foto die Tracklist für sein "Napalm" betiteltes Album bekannt:


Bis X im September mit "Napalm" rüberkommt, werden vermutlich weiterhin täglich eine bis drei Mails in meinen Posteingang schwappen, die mich über den neuesten Erfolg von Cro aufklären. Edelmetall für "Raop", "Raop" an der Spitze der Charts, Cro 31 Mal in den Charts, "Raop" immer noch an der Spitze der Charts. Ich gönn' es Cro und dem Chimperator-Camp von Herzen, aber ... is' irgendwann mal wieder gut? Pandas! Überall Pandas! So arg vom Aussterben bedroht können die Viecher gar nicht sein. Ob wir die Tour präsentieren? Aber sicher doch!

Pandas sind eine nette Sache. Blumen auch. Findet zumindest ein 24-Jähriger, der Augsburg mit Blumen-Graffiti überzieht: "Wir leben in einer Konsumgesellschaft, die systematisch unsere Erde tötet, die Reichen werden reicher, die Armen immer ärmer", so der Writer im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.
"Wie lang soll das noch gut gehen? Es kann doch nicht sein, dass es so was wie Mitmenschlichkeit gar nicht mehr gibt! Wie die Leute sich freuen, wenn du ihnen ein einfaches 'Hallo' oder 'Guten Tag' entgegenbringst, als ob es was Besonderes wäre. Meine Blume ist so ein 'Hallo'."
Seine Blumen erfreuen Passanten. In Augsburg will man das Motiv inzwischen zur selbstverständlich positiv konnotierten Vermarktung der Stadt einsetzen: "Ich war von Anfang an entzückt von der Augsburgblume. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich sie entdeckt habe. Sie zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen", freut sich Ursula Baier Pinkartz, die Leiterin des Stadtmarketings, in der Augsburger Allgemeinen.
Dem malenden Gärtner nützt das unterdessen gar nichts: Die Polizei nahm den Sprüher Ende März nach einer Hausdurchsuchung hoch und ermittelt wegen Sachbeschädigung. Während die Stadt in Erwägung zieht, die Blume als offizielles Werbemotiv zu nutzen, wird ihrem Schöpfer der Prozess gemacht. Seltsame Welt, findet auch der kulturpolitische Sprecher der Augsburger SPD, Frank Mardaus:
"Gerade Street Art-Künstler wie der Sprayer Banksy sind kaum mehr aus dem Kulturbetrieb wegzudenken und inspirieren junge Leute dazu, selbst kreativ zu werden", zitiert ihn die Stadtzeitung. "Viele Menschen nehmen diese kleinen Akzente positiv auf, weshalb wir auf ein mildes Urteil hoffen. Ich fände sehr bedauerlich, wenn der junge Mann sich mit der Augsburgblume seine Zukunft verbaut hätte."
Da hoffen wir mit. Legal gesprüht wird so lange weiterhin im YAAM am Ostbahnhof in Berlin, wo am 4. August die diesjährige Graffitibox Summer Jam stattfindet. "Neben einem starken Line-Up mit 50 Rap-Artists (u.a. MoTrip, Megaloh, Harris, Silla, Vega) und einem Aufgebot von 70 Tänzern und 30 Beatboxern hat besonders der Graffitibereich an Zuwachs gewonnen", freuen sich die Veranstalter.
Shout-Outs gibts inzwischen im Dutzend. Hiob und Morlokk Dilemma gehen unter anderem hin, Greckoe, Harris, MoTrip, Vega - und der russische Rapper St1m:
Zum zweiten Johannesberg fühlt sich (auch, wenn er an den blumigen Vergleichen noch arbeiten muss) Ex-Doubletimer Max Brandl berufen: Ohne Vorwarnung tauchte er aus seinem emsigen Arbeitsalltag auf, um mir und Euch das aktuelle Freetape von Lloyd Banks ans Herz zu legen. Max, übernehmen Sie!

Lloyd Banks gibt sich erneut gütig und knallt das nächste kostenlose Mixtape raus. Dass er auch für lau keinen 0815-Output produziert, hat er spätestens mit "The Cold Corner 2" umfassend bewiesen. "V6: The Gift" kommt nun kein bisschen schwächer daher. Allein der böse Beat zu "Protocol" will gehört sein, von Hits wie "Bring It Back" und "Live It Up" ganz zu schweigen. Zwingender Runterladebefehl.
Okay. Nächstes Jahr dann bitte die Brandl'schen Top 250. Fehlen ja nur noch 249.
Kollege Simon Langemann empfiehlt mit Muso das neueste Signing im Hause Chimperator:
Herr Austel, die faule Sau, weilt indes schon wieder im Urlaub. Wie der es geschafft hat, ein naturwissenschaftliches Studium erfolgreich abzuschließen, wird ein ewiges Mysterium bleiben. Die Auszeit sei ihm gegönnt, aber nur, weil er uns vorher noch Mr. Green reingereicht hat. So baut man Beats, "Live From The Streets":
Nachdem nun jeder einen aus dem Hut gezogen hat, darf ich auch: Den Schwinger in mein persönliches Humorzentrum landeten in dieser Woche die Jungs von Riesen Einlauf Entertainment. Schon allein mit dem Namen ihres Kollektivs hätten sie eine Erwähnung hier verdient. Asche auf mein Haupt, dass ich ihre vor Wochen eingegangene Zuwortmeldung übersehen habe.
Riesen Einlauf kümmert sich um einen ganzen Strauß durchgeknallter Zeitgenossen, darunter Ale, Saufpole, Mictysn, Dagreeco ("aka der Grieche, der euer Geld hat") und Micoholic. Einige davon operieren als Slackers With Attitude - und samplen dabei noch grandiose Reportagen. Ehe ich mich empfehle, empfehle ich noch dringend: Checkt das!
Yo Mama Fromm und Soul-Man David Hilzendegen sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.
Xavas-Album wird dann wohl eine der langweiligsten Veroeffentlichungen der letzten Jahre. Gaehngaehngaehn.
Vielleicht hat Eddy uns Zottel mit der Doro-News verschont, weil Doro-Bashing mittlerweile so innovativ und unterhaltsam ist wie KraftKlub. ^^
@JaDeVin: Doro ist immer ein triftiger Grund für Fremdscham.
Cro Cro Cro, Cro, Cro Cro Cro. Cro. Und außerdem Cro. Ich hoffe, dass sein Hype schnell wieder verschwindet. Und er mit ihm. Ich kann diesen Namen nicht mehr hören oder lesen, diese Maske nicht mehr sehen, diese Scheißmusik nicht mehr ertragen.
gegen cros musik kann man, objektiv betrachtet, eigentlich kaum was einwenden. perfekte nische die er sich da rausgesucht hat und ohrwürmer am stück die er produziert.
ich hör mir die musik trotzallem nicht an. cro ist einfach ein vogel, hab in interviews selten so einen unsymphaten erlebt. zudem repräsentiert er mit seinem aussehen eine welt mit der ich absolut rein gar nichts am hut haben will. und die musik ist mir dann zusätzlich einfach zu belanglos
edit: boah krass, dem ersten höreindruck nach, hört sich muso wie ein croklon an. cro mit bisschen mehr inhalt. das ist definitiv wieder ein lied mit hitpotential, hört sich extrem wieder nach nem künstler an der duch die decke gehen könnte und wieder die 14 bis 15 jährigen weiblichen tim bendzko fans ansprechen könnte.. unglaubliches hitgespür im hause chimperator, ohne frage.
zudem hat sodhahn natürlich recht: eko muss natürlich auch erwähnt werden. die ersten videos zum neuen album machen auch keinen schlechten eindruck
Kennst du nicht Odd Future Wolf Gang Kill Them All?! Tyler, the Creator?
Naja, egal. Jedenfalls ist das eine Gruppe von Rappern die nebenher skatet und auch diesen ganzen Supreme-, und Obeykram trägt und auch viel mit umgedrehten Kreuzen macht. Die Paralellen sind bis auf den musikalischen Inhalt eigentlich sehr leicht auszumachen.
Interessant, ich muss diesem Muso nur 20s zuhören und schon ist mein Aggresisonspotential nahezu vollständig aktiviert. Das schaffen sonst nur CSU Politiker, Frank Plasberg und Jan Phillip Eißfeldt.
Und dank dieser Kolummne hab ich jetzt wieder den "Nobody canna cross it" Ohrwurm. Danke dafür.
@deine Mudda
nein, das kenne ich in der Tat nicht und ... ich verstehs auch mit der Skizze nicht ganz. Versteht bitte ich ... bin so gar nicht "von der Szene".
Läuft es darauf hinaus dass es einfach nur "cool aussieht" oder wie oder was?
@catpow ich würde eher behaupten es liegt daran dass es im moment gerade "in Mode" ist mit Skinny Jeans, Supreme/Obey Klamotten und umgedrehten Kreuzen rumzulaufen.
gott, muso gehört ja tatsächlich verprügelt.. der lautusermongo feierts sicher trotzdem. der typ muso ist sicher ein übersympath
Mich auch. Aber es wirkt oft fürchterlich deplatziert. Besonders, das verzögerte Reimen. Cro ist mir zu fröhlich, aber wer mit ihm fickt geht Risiko bekanntschaft mit seiner wahren Fratze zu machen: http://www.youtube.com/watch?v=X21mJh6j9i4
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