laut.de-Kritik

Minimalismus, so klar und rein wie das Quellwasser eines Bergbaches.

Review von

Denkt man an Irland, fallen einem unweigerlich saftige grüne Wiesen, Guinness und eben U2, Sinéad O'Connor oder die Sippe der Corrs ein. Dublin hat aber abseits vom vorherrschenden politisch korrekten "wir sind euer Gewissen" - Mainstreampop und Fideltrötenarrangements à la lang lebe Ned Devine, eine lebhafte Undergroundszene zu bieten, aus eben jener Donnacha Costello stammt.

Nebenbei betreibt Costello noch die beiden Labels Minimise und D1, Growing Up ist jedoch seine erste Veröffentlichung auf dem Frankfurter Force Inc. Label. Costello setzt seine Tracks aus einer kleinen Anzahl von Bausteinen zusammen. Der Sound ist minimal und auf den ersten Blick klingen die Clicks und Cuts sehr künstlich. Costello versteht es jedoch, die Einzelteile ideal zu integrieren, die Soundstrukturen sind in sich stimmig, wirken auch nicht aufgesetzt oder verkopft.

Es passt einfach beim Hören. Nicht übertrieben reduziert, aber so klar und rein wie sich Greenpeace das quirlig sprudelnde Quellwasser eines Bergbaches vorstellt. Gerade über Kopfhörer zeigt Growing Up In Public sein wahres Gesicht. Alles erscheint transparent, ohne an Unterhaltungswert zu verlieren. Man glaubt es kaum, aber in diesem Zusammenhang verpasst die Musik dem Hirn einen geradezu beeindruckenden Kick. Weiter so, Donnacha!

Trackliste

  1. 1. int
  2. 2. isolate
  3. 3. lbp
  4. 4. nec
  5. 5. var
  6. 6. lateral thinking
  7. 7. rem
  8. 8. melan

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