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Grenzen sind dafür da, sie zu überschreiten. Dies könnte wohl als Motto des Trios Disillusion gelten. Auch der Nachfolger von "Back To The Times Of Splendor" nimmt den Hörer mit auf eine innovative Reise voller Experimente und genrespezifischer Ausreißer. Schubladen werden dem Werk nicht gerecht, zu weitläufig sind die Einflüsse, zu neu die Wege, die Disillusion da beschreiten.
Mit "The Black Sea" zu Beginn des Albums stellen sie einen der interessantesten Songs an die erste Stelle. Nach dem ersten Durchlauf zeigt sich, dass der Opener fast eine Legierung aus den Elementen ist, die in anderen Songs auftauchen. Der Sound erstreckt sich von verhalten ruhig bis hin zu höchst aufgewühlt und nervös. Harte, geradlinige Riffs ergänzen sich mit dramatischen und hymnischen Melodien, die auch mal abgehackt klingen. Überall hinein spielt das elektronische Element mit verzerrten Riffs und Schmidts nachbearbeiteter Stimme, was wohl die einschneidendste Veränderung im Vergleich zum vorigen Album ist. Der einsetzende Frauenchor verleiht dem Ganzen einen mystischen Touch.
Die Arrangements durchbrechen die Gewohnheit, ab und an dringt latente und offensichtliche Ironie durch. Schmidt singt nicht nur. Er erzählt eine Geschichte, ein Geschehnis, ganz beiläufig, während er an anderer Stelle bedrohlich warnt. Wenn er singt, dann tut er das intensiv und mit einer bebenden Stimme, die den Song trägt. Dabei erinnert er manches Mal sogar an Johnny Cash.
Auffallend sind auch die Nebengeräusche wie etwa Wassergeplätscher, ein Hubschrauber oder ein Schuss. In "Dread It" und im harten "Don't Go Any Further" entsteht der Eindruck, als würde Schmidt in ein Funkgerät sprechen. Den Titeltrack "Gloria" leitet ein Frauenchor ein, der dem Ganzen einen Hauch Mittelalter verleiht. Prinzipiell ist die erste Hälfte der CD dynamischer und interessanter als die zweite. Ein heraus stechender Songs findet sich mit "The Hole We Are In", der einen richtiggehend fetzigen Rhythmus hat und mit einer genialen Stimmlage vorgetragen wird. Am Ende von "Gloria" steht mit "Untiefen" ein würdiger Abschluss, dessen bittersüße und schwere Melodie das anfängliche Wassergeräusch ablöst. Disillusion produzieren ein wahres Feuerwerk an geilen Riffs, guten Melodien und Klangspielereien, ohne den roten Faden zu verlieren.
Hier dröhnt ganz offensichtlich Schräges und Ungewohntes aus den Boxen. Etwas Offenheit sollte man für das neue Werk von Disillusion schon aufbringen. Die Songs besitzen einen besonderen und einzigartigen Charakter und laden ein, sich auf dieses ungewöhnliche Klang-Universum einzulassen. Wer etwas Neues, Unerwartetes und Aufwühlendes hören möchte: Bitte schön!
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Na hoffentlich gut. Sehr gut.
Soll ja irgendwie starke Elektronik-Einflüsse haben, nach dem, was ich bisher gelesen habe. Tönt interessant.
2 mal angehört, erstes Fazit: ich mag's! Es läßt sich jetzt schon sagen, dass mir mindestens 4 Lieder extrem gut gefallen, aber mit Sicherheit noch einige andere dazustoßen werden. Wer meinen Musikgeschmack teilt, wird das Album auch mögen. So viel steht fest.
Hä? Ich mag keinen Metal, egal ob Nu oder Sonstwas! Ich stehe auf elektronischen Rap mit Klassikelementen der späten afrikanischen Phase des 18. Jahrhunderts. Metal fand ich schon doof, als ich's noch gut fand, so lange finde ich Metal schon doof.
Meine Lieblingsband ist aber immer noch Linkin' Park. Die machen heftigste Mucke! Metal Pur, nicht so Dreckskackenmucke wie zum Beispiel Slayer oder andere sogenannte Metal-Bands. Ist allerdings ein Geheimtipp, da Linkin' Park eher im Underground, oder wie die Amis sagen, Untergrund tätig sind und soweit ich weiß ihre Alben zum Free Download ins Netz stellen.
Ist aber egal, wichtig ist, dass die neue Disillusion wirklich ein großartiges Album ist. Ich freue mich schon darauf, es wieder und wieder anzuhören.
Der Versuch einer Kritik an "Gloria" von Disillusion.
1. The Black Sea
Eine Gitarre eröffnet das Album, wirkt wie bei einem Horrorfilm, in dem sich langsam eine Tür öffnet, dann setzt auch schon das Schlagzeug ein um in einen Blastpart zu münden. Der Anfang erinnert mich auch an einen Horrorfilm, nur an welchem (oder vielleicht an alle?)? Kurz nach dem Blastpart setzt Schmidts verzerrter Gesange ein, der über das Lied so verzerrt bleibt. Der Gesang wirkt beinah "klaustrophobisch", entschuldigt bitte, ich finde keine anderen Worte, um dann mit "offenen", also orchstral-ähnlichen, Elementen zu wechseln.
Ein extrem gelungener Anfang für "Gloria".
10/10
2. Dread It
Nicht ganz so stürmisch wie das Vorgängerlied, es beginnt mit einem ähnlichen Gitarrenspiel wie "The Black Sea".
Schmidt singt hier eigentlich durchgänig klar, bis auf einen Teil des Refrains, der an Industrial erinnert. Gefällt aber trotzdem sehr gut, vor allem auf Grund der schönen Melodie.
10/10
3. Don't Go Any Further
"Actually this morning..." mit verzerrtem Sprechen beginnt "Don't Go Any Further".
Ein Keyboard setzt ein und versucht etwas Düsternis zu erzeugen, aber ich weiß nicht, so richtig will es mir nicht gefallen.
Der Song als solcher, wenn Schlagzeug, Gitarre und Bass loslegen geht ziemlich nach vorn, im Gegensatz zu den eher meldodiebetonteren vorhergehenden Liedern groovt er ziemlich. Dennoch - diese gesprochenen Teile des Songs zerstören mir diesen, weshalb ich "Don't Go Any Further" als bisher schwächsten des Albums empfinde.
8/10
4. Avalanche
Und wir werden verschüttet, mit einem Geräusch wie eine herabstürzende Lawine beginnt das 4. Lied um in einen Blastpart überzuleiten, der uns immer nur noch tiefer in die Lawine verschütten respektive Album ziehen will.
Sehr gelungen. Keyboardwände begleiten Gitarre, Bass und Schlagzeug sowie klaren Gesang. Wiederum trotz Spielereien eine sehr eingängige Melodie, die man recht schnell mitsummen kann, ähnlich wie bei "Dread It", also recht catchy wieder.
10/10
5. Gloria
Beginnt mit einer Art Sopranchor, sehr sakral angehaucht.
Das hält jedoch nicht lange an, dann beginnt verzerrter Gesang zusammen mit einem Beat, der eher an Industrial erinnert als an Rock/Metal. Wobei es zum Lied passt und nicht übertrieben elektronisch klingt. Im Refrain singt Schmidt dann wieder klar und der Frauenchor legt sich über allem.
Zum Ende wechseln sich verzerrter Gesang/klarer Gesang ab. Schöner Spannungsaufbau, ist in gewissser Weise wirklich stellvertretend für das Album zu sehen: Elektronik, Gefühle, Rock sowie klarer und verzerrter Gesang wechseln ab.
Insgesamt ein toller Spannungsbogen, der sich wie von selbst zu entwickeln scheint.
"Gloria" ist übrigens das längste Lied auf dem Album mit 6:11 Minuten Spielzeit.
9/10 (ein wenig ist mir der Chor zu dick aufgetragen.)
6. Aerophobic
Elektronik pur, ohne Gesang.
Klingt aber für meine Ohren recht angenehm, ist der elektronischste Song auf dem Album - anhören und selbst entscheiden.
10/10
7. The Hole We Are In
Wahrscheinlich der metallastigste Song des Albums, das Lied wird von Blastparts und klarem Gesang definiert.
In diesem Lied kommt sogar noch einmal eine Art Growl zum Einsatz, wenn auch mehr als kurz und nicht so tief, wie noch auf BTTOS, auf dem es ja noch zum ständigen Einsatz kam.
Er beginnt mit einem Schreien, das von weither zu kommen scheint, um mit klarem Gesang fortzuführen.
Wie bei "Gloria" guter Spannungsbogen, zum Ende erklingt eine Art "Diskobeat", jedenfalls wirkt dieser etwas ironiesierend im Zusammenhang mit dem gesamten Lied, was mir aber durchaus gefällt.
10/10
8. Save The Past
Wiederum im Stile "Dread It", "Gloria" sehr catchy Refrain, der zum Mitsingen einlädt, wenn man denn Lust verspürt.
Wenn ich schreibe "im Stile von" ist das natürlich so zu verstehen, dass die Lieder untereinander verschieden klingen, nur ähnelt etwas der Aufbau bzw. die Melodiösietät.
Zählt zu einem meinem (bisher) Lieblingsliedern.
10/10
9. Lava
Ohne Gesang, jedoch mit einem schleppenden Groove versehen, der tatsächlich wie Lave zähflüssig über den Hörer fließt. Durch Keyboards aufgelockert.
10/10
10. Too Many Broken Cease Fires
Laut powermetal.de ein Überbleibsel aus BTTOS-Sessions, spürt man noch teilweise die Sehnsucht bzw. liest man es ein wenig in den Lyrics, dass es aus früheren Zeiten stammt. Trotzdem ist es ein schönes Lied, erinnert ein wenig an "Fall" von BTTOS.
Zum Ende ein Keuchen, dann wird von einem Schuss das Lied beendet.
10/10
11. Untiefen
Der deutsche Titel täuscht, es wird in englisch gesungen.
Sehr zerbrechlich, eine schöne, ruhige Ballade, wie man sie von Disillusion noch nicht kannte (dazu muss ich sagen, dass ich "Three Neuron Kings" nicht kenne, also nicht weiß, wie dort die Lieder klingen).
Ein ruhiger, melancholischer Abschluss nach einem Kino der Gefühle, der Bilder und des Mitreißens enden.
10/10
Gesamtbewertung: 10/10
Dass Disillusion nicht ein zweites BTTOS gemacht haben ist ihre größte Stärke. Und auch wenn "Gloria" kein direktes Konzept hat, merkt man den Songs an, dass sie gleichzeitig entstanden sind, wie ich mit meiner obigen Songkritik verdeutlichen wollte.
Es gibt teilweise in den Lyrics wiederkehrende Motive, Schatten z.B. oder auch Wasser, Feuer, Kälte etc.
In gewisser Weise wirken die Songs reifer und leichter, da sie sich nicht an eine bestimmte Story wie noch bei BTTOS binden müssen.
Ich kann "Gloria" jedem empfehlen der Lust hat Musik und Gefühle zu entdecken, eine Reise in seinem Kopf zu unternehmen und mit den verschiedensten Bildern zu jonglieren sowie komplex arrangierte Musikstücke zu lauschen. Ein Vergleich mit Bands ist schwer und mir fällt auch nicht unbedingt eine ein, die einen ähnlichen Sound spielt. Vielmehr haben Disillusion sicherlich viele Bands im Kopf, wenn sie spielen. Ich bin begeistert von "Gloria", viel Vergnügen beim Hören.
Danke für die ausführliche Bewertung, auch wenn mir die Punktzahlen etwas undiffernziert erscheinen. Fast jedes Lied 10? Scheint ja echt für Dich eines der besten Alben aller Zeiten zu sein.
Ich höre das Album sehr gerne, lieber, als man auf grund meiner folgenden (etwas kürzeren
) Bewertung vermuten würde. Das Album läuft irgendwie gut rein, obwohl die einzelnen Lieder gar nicht mal so überragend sind (von ein paar Ausnahmen abgesehen). Allerdings bekommt kein Lied 10 Punkte und schafft es somit auch nicht in die TOP-100 aller Zeiten.
1. The Black Sea
Geiler Refrain
9/10
2. Dread It
Insgesamt eine runde Angelegenheit mit gutem Refrain.
8/10
3. Don't Go Any Further
Ziemlich simples Lied, dennoch find' ich's irgendwie gut.
7/10
4. Avalanche
Besonders das letzte Drittel ist wegen seiner packenden Melodie sehr gelungen.
9/10
5. Gloria
Ja, ganz gut. Feiner Refrain.
8/10
6. Aerophobic
Lol?
1/10
7. The Hole We Are In
Gefällt mir nicht, keine zündenden Elemente, langweilig.
4/10
8. Save The Past
Eine ziemlich abgefahrene Stimmung erzeugt das Lied bei mir, kann's gar nicht richtig beschreiben. Eigentlich ist der Refrai nicht so besonders, aber trotzdem geil. oO
9/10
9. Lava
Naja, Instrumental eben. Überflüssig.
4/10
10. Too Many Broken Cease Fires
Wieder eine runde Sache. Ähnliche Qualität wie Dread it.
8/10
11. Untiefen
Hm, geht so. Wär's nicht Disillusion würde ich das Lied möglichweise öde finden.
6/10
Gesamtbewertung: 8/10
Die Laut-Bewertung ist wiederum eigenartig: die werden gelobt, bekommen aber dennoch "nur" 4/5, was ich nicht ganz verstehe.
@Mobbi: Eigentlich bin ich auch deiner Meinung, dass Instrumentals überflüssig sind, jedoch wenn man sich "Gloria" durchgänig anhört, passen diese beiden äußerst gut, finde ich.
tolle scheibe. bttos hat bei mir ewig gebraucht um zu zünden (und noch immer find ich sie nicht so revolutionär-genial wie sie oft gemacht wird, "nur" sehr gut), gloria gefällt mir auf anhieb. der stilsprung ist aber schon sehr krass, könnte einigen leuten zuviel des guten sein.
@Hulud oder wer auch immer sich hinter diesem Zweitnick befindet
Ich habe nochmals genau nachgelesen und finde immer noch, dass Deine Annahmen total unbegründet sind! Wenn Du die Scheibe noch nicht kennst, warum schreibst Du dann so einen unbegründeten Unsinn? Und was meinst Du mit "hab ab"?
Wie Worte "befürchten" und "begründen" wurden desöfteren hier durcheinander geworfen. Ich meinte, dass überall steht sie hätten ihren Stil radikal verändert und das habe gar nichts mehr mit der alten zu tun. Das klingt böse, daher schrieb ich von "befürchten", dass ist eine wage Annahme ohne irgendwas "begründen" zu wollen. Joah. Peace Bruder. 
Deine freundliche Antwort überrascht mich. Ich persönlich hatte ja auch wie Du unbegründetet Befürchtungen, insofern sind wir wie geistige Zwillinge, wobei ich der etwas ältere bin und bestimmen darf.
Zur Platte nochmal:
Empfehlenswert, aber kein absoluter Knaller aus meiner Sicht. Huluds Befürchtungen sind nicht ganz unbegründet. BTTOS gefällt mir besser.
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