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Wenn Campino im Promo-Video über die neue Hosen-Scheibe verrät, dass das Grundthema der Scheibe 'Energie' sei und sich 'relativ viele harte und schnelle Stücke' darauf befinden, nimmt man das zur Kenntnis.
Alleine: Es stimmt nicht wirklich. Selbstredend wäre ein Hosen-Album nicht ebendies, wenn es nicht energetisch zur Sache ginge. Wo der Sänger jedoch den Eindruck her hat, der Härtegrad und das Geschwindigkeitslevel würde sich - gemessen am Bandkontext - im oberen Drehzahlbereich abspielen, bleibt aber ein mittelschweres Rätsel.
Das vorab als Gratis-Download erhältliche "Strom" mag Campinos Statement bestätigen. Bieten die Düsseldorfer hier doch einmal mehr einen typischen Opener mit Mitgröl- und Hymnenfaktor an. Textlich gesehen zwar durchaus vernachlässigbar, aber mit einer fast an Hip Hop-Verhältnisse angelehnten Großmäuligkeit darf der Song durchaus als selbtsronisches Statement durchgehen. Hosen halt. "Innen Alles Neu" spinnt den Faden weiter und hält am Ende sogar ein wenig Kritik an (schein)heiliger Gläubigkeit parat.
So weit so gut. Bis zum Gang in die "Disco". Denn da ertönen auf einmal - man höre und staune! - Konservenbeats. Eine an Franz Ferdinand oder die Gang Of Four erinnernde Rhythmik gibt dem Song einen überraschenden Dreh. Im Refrain geht es dann wieder zu wie immer, die Auflockerung mit eher ungewohnten Mitteln weiß aber sehr zu gefallen. Im schönen four to the floor-Beat rummst es wie weiland "Disco In Moskau".
Damit aber noch nicht genug der Neuerungen. "Auflösen" scheint eine musikalische unplugged-Nachwehe zu sein. Campino und Co. funktionieren auch einmal ganz leise. Hier mit Unterstützung der Schauspielerin Birgit Minichmayr, die den weiblichen Part des Songs übernimmt. Von der Stimmung her ist das ganz großes Tennis. Birgits Stimme klingt sicher gewöhnungsbedürftig und geht dem einen oder anderen eventuell auf den Zeiger, in der Gesamtheit haben die Toten Hosen aber ein wunderbar knuffiges Ballädchen auf Silberling gebannt.
Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass bislang noch kein Wort über Suff- und Blödelhymnen gefallen ist. Der schlichte Grund: Es gibt keine. Weder geht eine Leber zugrunde, noch schiebt irgendwer Meeressäuger zurück ins Element. Das mag man bedauern, aber so macht sich eine thematische Stringenz bemerkbar, die das Album von vorne bis hinten durchzieht und "In Aller Stille" zu einem der nachdenklichsten Longplayer der Bandgeschichte macht. Liebe, Tod, Verlust und Ratlosigkeit sind die Klammern, die die Scheibe fest im Griff halten.
Einen der besten Hosen-Songs der letzten Dekade schmuggeln die Düsseldorfer unprätentiös genau in die Mitte der Trackliste. "Ertrinken" bewegt mit einfühlsamen Zeilen, die jeden berühren dürften, der emotional schon einmal die gefühlte Hölle durchlebt hat. Akzentuierte Piano-Klänge unterstreichen die herzzereißende, aber zu keiner Zeit pathetische Stimmung.
"Alles Was War" und Tauschen Gegen Dich" präsentieren sich als absolut runde Kompositionen, die es sich im Spannungsfeld von Indie und abgehangenen Rock gemütlich macht. Die Gitarrenklänge zu Beginn von Ersterem erinnern sogar ein wenig an Manic Street Preachers "Motorcycle Emptiness", was an dieser Stelle als Kompliment verstanden werden darf.
"In Aller Stille" präsentiert sich als Album, dass die Hosen in seiner Gesamtheit ohne Probleme in voller Länge live auf der Bühne zum Besten geben könnten. Die Band scheint sich langsam aber sicher über die selbst gesetzten Grenzen hinweg zu bewegen. Es sind zwar kleine Schritte, die weg von der Erwartbarkeit führen, aber sie scheinen mit Bedacht gewählt zu sein.
So darf man am Ende Campino und seinem Statement ein ganz herzliches "gar nicht wahr!" entgegen schmettern. Die Toten Hosen 2008: emotional und tiefgehend wie schon lange nicht mehr.
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... die Entscheidung von Campino nicht mehr "Sauflieder für 20 - Jährige" zu machen find ich gut.
In der News steht auch, dass sein Engagement als Schauspieler dazu geführt hat sich mehr mit den Texten zu beschäftigen....
http://www.musik-base.de/news/D/Die-Toten-Hosen/Die-Toten-Hosen-werden-erwachsen/06406/
Das Album hat mich umgehauen!
Die Toten Hosen waren sozusagen mein Einstieg in die "richtige" Musik, da war ich 13 oder so. Dann kam bald "Zurück zum Glück" und ich fands anfangs ganz ok, was aber nachgelassen hat, da ich mich musikalisch in andere Richtungen bewegte (Deutschpunk und Konsorten - KaSa, Fahnenflucht etc.). Das habe ich nun bereits auch hinter mir gelassen und mittlerweile ein sehr breites Spektrum von Ska über Indie, Elektro, und Hip-Hop bis zu Hardcore/Metalcore...Von den Toten Hosen (Einstige Helden für mich!) habe ich eigentlich nicht mehr allzu viel gehalten/erwartet.
Und dann kommt 2008. Neues Album...blödes Cover, billig anmutendes Video und mäßige Vorab-Single. Ich kam mir ungeheuer bestätigt vor.
Naja, bis ich mir das Album eben angehört habe! Es ist lange her, dass ein Album so eine Begeisterung beim ersten Hören bei mir entfacht hat! Die Songs, die ich von Rock am Ring 08 kannte klangen auf jeden Fall überzeugender als auf den Aufnahmen bei MTV, und ab "Leben ist tödlich" hat das Album ein dermaßen intensives Feuerwerk auf mich niedergeschossen, dass ich es immer noch nich glauben kann. Ganz groß! Vom setzt am Schlagzeug geniale Akzente, die Chöre und Melodien reißen einen mit, und Campinos Stimme brennt sich in den Gehörgang. - geil!
Ich kann es noch nicht ganz in Worte fassen, aber dies ist eine klare Kaufempfehlung! Die Hosen sind noch lange nicht abzuschreiben! Bis dann, ich geh dann mal wieder "In aller Stille" hören ;-)
Geb ich dir vollkommen recht, ich bin auch sehr positiv überrascht, vor allem nach der 0815-Single und dem 90er Jahre-Video. Die CD hat mich jetzt echt vom Hocker gehauen. Vor allem glaub ich, dass es ganz gut getan hat, dass kein einziges Lied mehr in kollaboration mit Funny van Dannen entstanden ist... Die Blödelnummern haben sie sozusagen ins Meer zurückgeschoben (lach!).
Das ganze klingt endlich wieder nach Hosen! Ich hatte beim ersten Hören so ein richtig heimeliges Gefühl. Einfach nur geil!
Auch wenn die Texte vielleicht ganz gut sind, hören sich melodisch viele Titel dieses Albums fast gleich eintönig an. Alles in allem sehr unkreativ wie ich finde. Als Hosenfan bin ich sehr enttäuscht! Kann mich ehrlich gesagt an kein dermaßen langweiliges Hosenalbum erinnern und verstehe daher die bisherigen Einträge absolut nicht:/.
Für mich entsteht fast der Eindruck, als hat man halt nach langer Pause mal wieder was gemacht, weil ja alles was wollen... und dabei hat man die damalige Power und Kreativität verloren.
Echt schade....
Hmm Handtuchmän...welche Power meinst du, wenn du von "damaliger Power" sprichst?
Ich z.B. hielt "Zurück zum Glück" und "Unsterblich" für ziemlich langweilig, natürlich beide mit einigen positiven Ausnahmen (Beten, Goldener Westen / Call of the Wild, Helden und Diebe).
Auswärtsspiel war dagegen ganz gelungen, und "Opium fürs Volk" war meiner Meinung das Zenit, das sie (meiner vorläufigen Meinung nach) nie wieder erreichen konnten. Aber vielleicht hat Campino ja doch Recht, wenn er sagt, das beste Tote Hosen Lied sei noch nicht geschrieben. Das aktuelle Album schenkt mir in der Hinsicht noch Hoffnung. Weiter so!


Ich war noch nie ein Toter Hosen Fan und werde es auch nie werden. Abgesehen von ein paar wenigen guten Liedern ist auch viel Grütze auf Ihren Platten.
Aber das es die neue CD bei Napster nur zu kaufen gibt und nicht als DRM verseuchten Download innerhalb der Napster-Flat, läßt mir die Jungs sowas von unsympathisch werden.
Die predigen Wasser und saufen Wein.
Dann doch lieber wie die Ärzte die sich den Online Musikanbietern komplett verschliessen.
Aber was will man von Düsseldorfern schon erwarten.
haben unterschiedliche Menschen unterschiedliche Hörgewohnheiten. Für die einen ist "In aller Stille" ein Hammeralbum, eine klare Kaufempfehlung - für die anderen (wie mich) ist es eine absolute Enttäuschung. Die Hosen brauchen keine Saufsongs mehr zu schreiben.....aber für "okaye" Rocksongs gibts doch genug Bands wie Silbermond und Konsorten. Ich gebe dem Album aber noch ein paar Chancen........
alter!!! Energie!!!!
)


Dream Theater 
Es gibt kaum schlimmeres.
Liebster Runner70, Du hast Queen + Paul Dingens und Anastacia vergessen 
Aber wie Roady schon meinte, Geschmackssache.
Aber ich stehe da schon eher auch die eher ungeschnörckerlte Rocksache der Hosen, als den 80er Posermetal von DT.
Da kräuseln sich mir die Fußzehen.
irgendwie berührt mich "ertrinken" textlich kaum.hätte mir nach der review mehr darunter vorgestellt.und es mit "durch die hölle gehen" zu beschreiben, is auchn bissel hochgegriffen, da gibt es andere lieder, die das besser thematisieren.
finde ich.
Roady090, ich kann genau verstehen was du meinst. Mit den Hosen habe ich das gleiche und lustigerweise zur gleichen Zeit durchgemacht. Und "In aller Stille" ist genau das, was die Hosen aus macht.
Ich weiß gar nicht warum so viele meinen, die Hosen seien oberflächlich. Aber ich denke dass das damit zusammenhängt, das die Texte manchmal nicht ankommen bei den Menschen. Aber das liegt dann nicht an Campino oder sonst wem. Das liegt an einem selber, ob man Zugang zu der Musik findet oder nicht. Und dass die Hosen auch geile Sauf-Lieder spielen können ist natürlich kein Verbrechen, es ist einfach ein weiterer Teil der Band, auf den sie nun auch nicht so viel Wert legen, als dass man es kritisieren muss.
Jedenfalls habe ich endlich mal wieder mit einem guten Gefühl 15€ für ein Album ausgegeben.
Freu mich auf die Tour!
Lg

Qalex und co:
meine echte hosen-zeit war ja mehr so von opelgang bis zur ersten livescheibe (lieblingssong: disco in moskau).
das lieblingsalbum ist seit jeher damenwahl.
da hat mich einfach vieles in den letzten 10 jahren nicht so hinterm ofen hervorgeholt. das liegt aber wohl eher an mir als an der band.
frage: ist das auf der neuen jetzt eher stino deutschrock oder kommt auch mal die punkkelle zurück ins boot?
Ne, das weiß ich leider nich. Aber so, wie ich die Hosen kenne, werden die bezahlbar sein ;-)
Und nen Tag später gibts die ja zum Download, was dann schätz ich mal für lau sein wird. Aber der Stick ist so chic, den MUSS ich haben ;-)
Herr Anwalt, ich würde sagen, konsequenterweise müsste man punkrock und art verwandte Musik grundsätzlich ablehnen, da sie von ihrer Grundauslegung musikalisch Minderwertig ist. Ob das nun die ewig eintönigen Ramones, die völlig unmusikalischen Sex Pistols, die stilisitsch verwirrten Clash Leute oder die Schreihälse ohne jegliches Gesangstalent von Dead Kennedys sind. Alles RAMSCH!. Man muss das mal so festhalten, das außer komishcen Gitarrenrobotern und Bach alles verboten werden sollte. Konsequenz ist schließlich das halbe Leben und sich dabei morz was auf sein musikverständnis einbilden.
Im Übrigen beantrage ich, dass alle Bereich der Laut.bar bis auf das Prog-Rock Genre Forum und die dazu gehörigen Spocks Beard, Dream Theater etc. Bandforen zerstört... eh geschlossen werden sollten!
Hey Runner deine Posts klingen eigentlich irgendwie immer gleich... ob REM, Queen,... das iss mittlerweile langweilig aber solange immer wieder jemand drauf anspringt... 


Also mal ehrlich... das neue Album ist vielleicht nicht DAS Hosenalbum schlecht hin aber was ich gut finde: Keine Blödelei, keine weichgespülten, textlich allzu simplen Anfängerlieder... sie finden gaaanz langsam ein wenig zur Substanz zurück und haben erkannt, dass sowas wie Wahlkampf einfach nur Kinderscheiße ist, die diesen ohnehin schon von Massenmusikhaltung zerfressene Musikwelt einfach nicht braucht. Solche Songs wie Pessimist, Tauschen gegen Dich (was an Alles aus Liebe gut anknüpfen kann um mal wieder eine passable Ballade zu schaffen), Leben ist tödlich oder Teil von mir sind schon nicht schlecht. Das Album übertrifft "Zurück zum Glück" bei weitem, erinnert in Teilen an "Auswärtsspiel" (also, bei den Liedern auf der Platte, die noch in der oberen Tracklist einer jeden Hosenbibliothek vorhanden sein sollten) und knüpft an "Kauf mich" und "Unsterblich"-zeiten an. Wer Hosen so oder so nicht mag, der findet so oder so alles scheiße was die Hosen machen, wies hier einige gut demonstrieren. Doch diese Menschen sollten mal sachlich bleiben und versuchen kontruktive Kritik zu üben.
Fazit: Es ist nicht das Beste Album von den Hosen aber eines der oberen Mittelklasse! Und dafür dass sie schon so lange im Geschäft sind und mitten im Mainstream stecken, find ich haben Sie mit dem Album keinen Schrott sondern eine recht hörbare Platte produziert, die sich ein Hosen-Fan ruhigen Gewissens in seine Sammlung neben "Kauf Mich!", "Unter falscher Flagge" und "Auf dem Kreuzzug ins Glück" (und nicht in den Müll wie "Zurück zum Glück") stellen kann.
Nach dem ersten Hören bin ich sehr zufrieden. Meiner Ansicht nach war "Unsterblich" der Tiefpunkt der jüngeren Hosengeschichte, danach ging es bergauf - bis heute.
Insbesondere "Ertrinken", "Die letzte Schlacht" und "Pessimist" haben es mir spontan angetan. Mal sehen, was darüber hinaus "noch geht"...
Nicht gefallen hat mir die Doku... so hätte man zB schon mal ein Wort dazu verlieren können,w arum man nicht mehr mit Jon Caffrey zusammengearbeitet hat (oder habe ich das übersehen?)
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